Vermittlung während EM-Verfahren, was passiert nach Ablehnung EM-Rente bei der AfA (Nahtlosigkeit) ? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

G

Gelöschtes Mitglied 62334

Gast
Hallo zusammen,

Ich lese schon ein paar Monate mit. Tolles Forum! Vielen Dank allen, die sich hier engagieren, besonders an Doppeloma.

Ich bekomme ALGI im Rahmen der Nahtlosigkeitsregelung, bin au, mein Antrag auf EM-Rente wurde abgelehnt und ich werde Widerspruch einlegen. Habe ich das richtig verstanden, dass meine nächsten Schritte lauten: mich mit meiner Restarbeitsfähigkeit der Vermittlung der AfA zur Verfügung stellen, damit ich nicht in Hartz IV falle, und darauf bestehen, dass der ÄD der AfA meine Restarbeitsfähigkeit beurteilt?

Das Interessante an der Zusammenarbeit mit der AfA: Man hat mich bereits während des laufenden EM-Antrags vorgeladen, um mich zu vermitteln. Als ich fragte, ob wir nicht erst den Entscheid über den Rentenantrag abwarten sollten, meinte der SB, seine Kollegen hätten bei der RV angerufen und die hätte die Auskunft erteilt: nicht erwerbsgemindert. Das alles war vor der dem Termin beim Gutachter der RV zur Feststellung der EM. Klar gelte ich als nicht erwerbsgemindert, solange nicht darüber entschieden wurde, aber ist dieses Vorgehen üblich?

Viele Grüße

Marion
 

Bitas

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
3 Januar 2016
Beiträge
510
Bewertungen
416
Hallo Marion,

Du mußt dich auch nach Austeuerung, der AfA immer mit Deinem Restleistungsvermögen zur Verfügung stellen.
Lehnst du eine, wenn auch nur theoretischen, Vermittlung ab, hast du keinen Anspruch auf ALG1 mehr.

Zum jetzigen Zeitpunkt, auch nach Ablehnung der EMR, hast du Anspruch auf ALG1, wenn du der Vermittlung, mit Deinem Restleistungsvermögen zur Verfügung stehst und Einspruch gegen das Urteil der DRV einlegst.

Der ÄD der AfA hat mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits ein Gutachten nach Aktenlage gestellt, das ist eigentlich, nach Aussteuerung, Pflicht. Du solltest den ÄD aufsuchen, mit Ausweis, und dir Teil A und B deines Gutachtens aushändigen lassen. Weil nur der ÄD kann dein Restleistungsvermögen feststellen.

Du hast wahrscheinlich den Fehler gemacht und alle Schweigepflichtentbindungen unterschrieben?
Wenn dem so ist und die AfA hat eine Schweigepflichtentbindung für die DRV, dann dürfen die auch dort anrufen.
Fals das der Fall sein sollte, sofort alle Schweigepflichtentbindung widerrufen. Die sind Freiwillig und gehören nicht zur Mitwirkungspflicht!

Auch solltest du nie mit der AfA telefonieren, falls du denen deine e Mail und Telefonnummer gegeben hast, sofort löschen lassen.
Du mußt nur auf dem Postweg erreichbar sein.

Doppeloma schaut sehr oft in der Sparte Schwerbehindeung/Gesund/usw. rein. Lasse deine Thread am besten dorthin verschieben, so kann Doppeloma deinen Beitrag besser finden und auch antworten.

Viele Grüße
Bitas
 

Doppeloma

Super-Moderation
Mitglied seit
30 November 2009
Beiträge
11.440
Bewertungen
15.163
Hallo MarionH, :welcome:

Ich bekomme ALGI im Rahmen der Nahtlosigkeitsregelung, bin au, mein Antrag auf EM-Rente wurde abgelehnt und ich werde Widerspruch einlegen.
Deine AU gibst du aber (hoffendlich) NICHT bei der AfA ab, das ist überflüssig und könnte dort zu Problemen führen.

Wurdest du von der AfA aufgefordert EM-Rente zu beantragen oder hattest du den Antrag schon während Krankengeldzahlung gestellt ???

Darf man fragen wie alt du bist und seit wann jetzt (Monat genügt natürlich) in der Nahtlosigkeit bei der AfA ... ?

Lege bitte umgehend (wenigstens schon fristwahrend) Widerspruch ein, gegen die Ablehnung bei der DRV und sorge dafür, dass du einen Nachweis dazu bei der AfA vorlegen kannst.

Verlange direkt in deinem schriftlichen Widerspruch von der DRV die Zusendung der relevanten Unterlagen (in Kopie), die zu dieser Entscheidung geführt haben sollen.

Hast du vor das weitere Verfahren (gegen die DRV) alleine zu führen oder wirst du Unterstützung haben (Anwalt/ Sozial-Verein/ Gewerkschaft) ???

Habe ich das richtig verstanden, dass meine nächsten Schritte lauten: mich mit meiner Restarbeitsfähigkeit der Vermittlung der AfA zur Verfügung stellen,
Wie dir schon geschrieben wurde, musst du dich immer mit deiner "Restleistungsfähigkeit" der Arbeitsvermittlung zur Verfügung stellen, auch im Zuge der Nahtlosigkeit, man lässt die Antragsteller allerdings meist zunächst in Ruhe, bis die Ablehnung kommt von der DRV jedenfalls.

Dann meint die AfA das Verfahren sei bereits endgültig entschieden und versucht die Betroffenen zu verunsichern, dass sie nun "jede Arbeit" annehmen müssten, weil die DRV ja die Rente abgelehnt habe.

damit ich nicht in Hartz IV falle, und darauf bestehen, dass der ÄD der AfA meine Restarbeitsfähigkeit beurteilt?
Man "fällt nicht in Hartz 4" solange noch ein Anspruch auf ALGI (SGB III) vorhanden ist, hat die AfA das auch weiter zu zahlen, das ist (als beitragsbasierte Lohnersatz-Leistung) vorrangig vor staatlichen Sozial-Leistungen (SGB II), das JC würde gar nicht zahlen (müssen).

Das Interessante an der Zusammenarbeit mit der AfA: Man hat mich bereits während des laufenden EM-Antrags vorgeladen, um mich zu vermitteln.
Wie schon von meinem Vorschreiber erwähnt, ist die AfA verpflichtet dein "Restleistungsvermögen" (direkt nach der Aussteuerung) vom ÄD prüfen und feststellen zu lassen.
Hast du dafür keine Unterlagen bekommen (Gesundheitsfragebogen und Schweigepflicht-Entbindungen?) ... das ist denen doch meist viel wichtiger, als der reguläre Antrag auf ALGI ...

Eine zumutbare Vermittlung KANN es gar nicht geben ohne dieses "Gutachten" vom ÄD, auch wenn das überwiegend per "Aktenlage" erstellt wird, nur aus dem Fragebogen und den unterschriebenen Schweigepflicht-Entbindungen wäre das allerdings eine äußerst "dürftige Aktenlage" ...

Du schreibst, dass du schon länger hier gelesen hast, dann solltest du doch solche Beiträge (zum ÄD der AfA nach einer Aussteuerung) auch schon gefunden haben, zumal dir mein Nick ja nicht ganz unbekannt zu sein scheint ... :icon_kinn:

Als ich fragte, ob wir nicht erst den Entscheid über den Rentenantrag abwarten sollten, meinte der SB, seine Kollegen hätten bei der RV angerufen und die hätte die Auskunft erteilt: nicht erwerbsgemindert.
Erzählen können die natürlich viel, hattest du zu diesem Zeitpunkt schon was für den ÄD unterschrieben und abgegeben (wenn ja bei wem) ???

Schon ziemlich frech das zu behaupten, wenn du noch nicht mal einen Bescheid von der DRV vorliegen hattest, dass deine EM-Rente abgelehnt wurde, rechtlich verbindlich ist NUR ein schriftlicher Bescheid von der DRV dazu (den bekommst nur du selbst) und kein (angebliches) "Geplauder" am Telefon zwischen SB der AfA und SB der DRV. :icon_evil:

Das alles war vor der dem Termin beim Gutachter der RV zur Feststellung der EM. Klar gelte ich als nicht erwerbsgemindert, solange nicht darüber entschieden wurde, aber ist dieses Vorgehen üblich?
Das ist so nicht unbedingt "üblich", ich glaube auch nicht, dass es zulässig gewesen ist und würde an deiner Stelle mal die Kopie der Gesprächsnotiz vom besagten Datum / Meldetermin verlangen.

Noch besagt erst ein Bescheid was Fakt ist und kein Telefonat was du gar nicht überprüfen kannst, ob das überhaupt je geführt wurde ... ob es zulässig war ist davon abhängig, ob du eine Schweigepflicht-Entbindung für die DRV (vorher) unterschrieben hast.

Die ist in der Regel aber auch für den ÄD gedacht und nicht zur Verwendung bei den Arbeitsvermittlern. :icon_evil:

Das erstellte DRV-Gutachten solltest du auch direkt mit einfordern wenn du deinen Widerspruch schreibst, die ausführliche Begründung bekommt die DRV nachgereicht wenn du die angeforderten Unterlagen erhalten und geprüft hast.

Dafür kannst du dir dann die Zeit nehmen die du brauchst, wichtig ist nur die Frist (1 Monat) für den schriftlichen Widerspruch einzuhalten, bitte nachweislich (Übergabe-Einschreiben) schicken ... damit nichts "verloren" geht auf dem Postwege.

Was ist denn nun weiter bei der AfA passiert nach der Ablehnung, in was möchte man dich denn gerne vermitteln und mit welchem "Restleistungsvermögen" ohne ÄD-"Gutachten" ???
Denn du bist ja trotzdem in deiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt, auch wenn die DRV dich aktuell noch nicht als Erwerbsgemindert anerkennen will.

Was hast du vorher zuletzt beruflich gemacht, danach und nach deinem letzten Einkommen hat sich deine Vermittlung nämlich vorrangig zu richten ... dafür solltest du mal § 140 SGB III gut nachlesen, der gilt auch nach einer Aussteuerung ... :idea:

Das mal für jetzt, dein Thema habe ich verlegt und den Titel etwas erweitert, damit man schneller ahnt, worum es bei dir geht.

MfG Doppeloma
 
G

Gelöschtes Mitglied 62334

Gast
Vielen Dank für deine Antwort, Bitas!

Auch solltest du nie mit der AfA telefonieren, falls du denen deine e Mail und Telefonnummer gegeben hast, sofort löschen lassen. Du mußt nur auf dem Postweg erreichbar sein.
Weil ich dann mehr Ruhe für mich zum Gesundwerden habe, meinst du das so? Vorladen kann mich die AfA ja jederzeit und das Risiko von Missverständnissen beim Gespräch bleibt.

Viele Grüße

Marion
 

HermineL

Super-Moderation
Mitglied seit
4 September 2017
Beiträge
4.620
Bewertungen
15.210
Weil ich dann mehr Ruhe für mich zum Gesundwerden habe, meinst du das so? Vorladen kann mich die AfA ja jederzeit und das Risiko von Missverständnissen beim Gespräch bleibt.
Nicht in erster Linie sondern weil Worte Schall und Rauch sind. Meint das man dir am Telefon das blaue vom Himmel erzählen kann und später davon nichts mehr weiß oder es gar ganz bestreitet. Nur schriftliches zählt und nur schriftliches kannst du im Streitfall (der ja bei dir schon läuft) nachweisen.

Also nach Möglichkeit Telefongespräche vermeiden und wenn schon auf eine schriftliche Bestätigung bestehen.

Fast jeder hier der schon länger dabei ist weiß wie die Ämter versuchen die Leistungsempfänger über den Tisch zu ziehen. Deshalb aus Erfahrung der Ratschlag deine Tel.Nummer und Mail löschen zu lassen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 62334

Gast
Hallo Doppeloma,

auch Dir vielen Dank für Deine Antwort!

Deine AU gibst du aber (hoffendlich) NICHT bei der AfA ab, das ist überflüssig und könnte dort zu Problemen führen.
Das nicht. Aber die AfA weiß, dass ich krankgeschrieben bin. Siehe unten.

Wurdest du von der AfA aufgefordert EM-Rente zu beantragen
Ja.

Darf man fragen wie alt du bist und seit wann jetzt (Monat genügt natürlich) in der Nahtlosigkeit bei der AfA ... ?
60, seit einem halben Jahr in der Nahtlosigkeit.

Hast du vor das weitere Verfahren (gegen die DRV) alleine zu führen oder wirst du Unterstützung haben (Anwalt/ Sozial-Verein/ Gewerkschaft) ???
Anwalt.

Wie schon von meinem Vorschreiber erwähnt, ist die AfA verpflichtet dein "Restleistungsvermögen" (direkt nach der Aussteuerung) vom ÄD prüfen und feststellen zu lassen. Hast du dafür keine Unterlagen bekommen ...
Doch klar. Die Unterlagen habe ich bekommen und ausgefüllt. Der ÄD hat dann nach Aktenlage entschieden. Auf die Idee, eine Kopie des Gutachtens anzufordern, bin ich damals gar nicht gekommen, weil ich hoffte, gesund zu werden und arbeiten zu können. Eigentlich hoffe ich das immer noch ... Ich werde das Gutachten anfordern. Danke für den Hinweis!

Was ist denn nun weiter bei der AfA passiert nach der Ablehnung, in was möchte man dich denn gerne vermitteln und mit welchem "Restleistungsvermögen" ohne ÄD-"Gutachten" ??? Denn du bist ja trotzdem in deiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt, auch wenn die DRV dich aktuell noch nicht als Erwerbsgemindert anerkennen will.
Noch nichts. Ich habe bei dem Termin gesagt, dass ich mich mit meinem Restleistungsvermögen zur Verfügung stelle, allerdings meinen Job, den ich noch habe (nur für den bin ich krankgeschrieben, wenn ich die Beiträge im Forum richtig deute), nicht ausüben kann. (Mein AG hatte Entscheidungsschwierigkeiten und hat letztlich die stufenweise Wiedereingliederung doch nicht akzeptiert. Von den Problemen mit meinem AG weiß die AfA zwangsläufig, weil sie die Wiedereingliederung genehmigt hatte ...)

Ist das alles kompliziert … Gut, dass es dieses Forum und Euch gibt, sonst wüsste ich nicht mehr weiter.

Viele Grüße

Marion
 
G

Gelöschtes Mitglied 62334

Gast
Hallo, zusammen!

Kurzer Zwischenbericht:

Was ist denn nun weiter bei der AfA passiert nach der Ablehnung, in was möchte man dich denn gerne vermitteln und mit welchem "Restleistungsvermögen" ohne ÄD-"Gutachten" ???
Ich habe eine Kopie des Gutachtens erhalten. Über mein Restleistungsvermögen steht da nichts drin.

Denn du bist ja trotzdem in deiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt, auch wenn die DRV dich aktuell noch nicht als Erwerbsgemindert anerkennen will.
Die DRV hat mehrere Wochen gebraucht, um mir die Kopie meiner Akte zusenden. Dafür hat sie mir auf dem Übersendungszettel aber eine Frist von 3 Wochen zur Abgabe meiner Widerspruchsbegründung gesetzt. Ohne Nennung der Rechtsgrundlage. Dürfen die das? :icon_surprised:

Viele Grüße an alle
Marion
 

saurbier

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 März 2013
Beiträge
5.103
Bewertungen
7.799
Hallo MarionH,

Die DRV hat mehrere Wochen gebraucht, um mir die Kopie meiner Akte zusenden. Dafür hat sie mir auf dem Übersendungszettel aber eine Frist von 3 Wochen zur Abgabe meiner Widerspruchsbegründung gesetzt. Ohne Nennung der Rechtsgrundlage. Dürfen die das?
Na ja, ist doch auch nichts neues.

Selbstverständlich können die Herrschaften dir eine Frist für (d)eine Beantwortung setzen, nur eine Rechtsgrundlage gibt es nicht. Hier schriebt der Gesetzgeber lediglich etwas von "angemessenen Fristen", was auch immer das auch sein mag.

Z.B. hat sich bei mir die DRV auf mein Überprüfungsverfahren (§ 44 SGB X) hin ganz 12 Monate Zeit gelassen, um dann mir wiederum für meinen Widerspruch daraufhin eine Frist von 4 Wochen einzuräumen.

Du siehst, die Herrschaften machen was sie wollen, ganz so wie es ihnen gerade passt.

Wenn dir die Frist zu kurz ist, dann stell einfach einen schriftlichen Antrag auf Fristverlängerung, z.B. weil du noch mit deinem Arzt/Anwalt etwas erörtern musst etc.pp..

Vom Grundsatz her sollte jedes Verfahren immer so zügig wie möglich abgewickelt werden.


Grüße saurbier
 
G

Gelöschtes Mitglied 62334

Gast
Wenn dir die Frist zu kurz ist, dann stell einfach einen schriftlichen Antrag auf Fristverlängerung, z.B. weil du noch mit deinem Arzt/Anwalt etwas erörtern musst etc.pp..
Mach ich. Danke für den Tip, saurbier!
 

saurbier

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 März 2013
Beiträge
5.103
Bewertungen
7.799
Hallo MarionH,

nun dann schreibe an die DRV vielleicht dies:


Versicherten-Nummer: XXX. XXXX

Sehr geehrte Damen und Herren,

unter Bezugnahme auf Ihr Schreiben vom xx.xx.xxxx mit entsprechender Fristsetzung für meinen Widerspruch bitte ich um eine Fristverlängerung bis zum (z.B. 22.05.2018) da ich noch auf das angeforderte Gutachten der AfA warte um entsprechend diesem mit meinem Anwalt das Widerspruchsverfahren erörtern zu können.

MfG



Grüße saurbier
 

Doppeloma

Super-Moderation
Mitglied seit
30 November 2009
Beiträge
11.440
Bewertungen
15.163
Hallo MarionH,

Die DRV hat mehrere Wochen gebraucht, um mir die Kopie meiner Akte zusenden. Dafür hat sie mir auf dem Übersendungszettel aber eine Frist von 3 Wochen zur Abgabe meiner Widerspruchsbegründung gesetzt. Ohne Nennung der Rechtsgrundlage. Dürfen die das?
Das ist nicht ungewöhnlich, die haben immer viel Zeit wenn der Versicherte was haben will aber nur sehr wenig "Geduld" auf Unterlagen vom Versicherten zu warten.

Man möchte dich direkt wieder "unter Zeitdruck" setzen, kannst ja schon froh sein, dass man dich nicht zwecks Akteneinsicht in eines der DRV-Büros eingeladen hat ... wird inzwischen auch gerne gemacht.

Eine gesetzliche Frist gibt es nicht für die Begründung eines Widerspruches, man sollte sich natürlich nicht endlos Zeit lassen.

Dem Vorschlag meines Vorschreibers kann ich nicht ganz zustimmen, der DRV ist es ziemlich EGAL worauf du noch warten willst, zudem interessiert die das "AfA-Gutachten" auch nicht sonderlich (dann könnten sie es ja selber anfordern), das wird dir bei der Begründung des Widerspruches wegen EM-Rente nicht weiter helfen können. :icon_evil:

Schreibe einfach, dass die willkürlich gesetzte Frist (im Schreiben vom XX) dir nicht genügt, um mit rechtlicher Unterstützung deinen Widerspruch zu begründen.
Du wirst daher deine ausführliche Begründung erst bis zum XX (Datum großzügig wählen oder einfach schreiben bis" Ende Mai" z.B. :idea:) nachreichen können.

MfG Marion

Es ist überflüssig der DRV dazu weitere Erklärungen abzugeben, man braucht auch nicht um diese Verlängerung lange "zu bitten", man teilt einfach mit, dass der (willkürlich) gesetzte Termin dafür nicht einzuhalten ist und setzt einen (ungefähren) Eigenen.

Es gibt tatsächlich KEINE Rechtgrundlage dafür wann man eine Begründung zum Widerspruch nachzureichen hat, das ergibt sich schon daraus, dass man rein rechtlich gesehen überhaupt KEINE Begründung liefern muss. :icon_evil:

Falls man möglichst was erreichen möchte mit dem Widerspruch ist es natürlich angebracht, den auch sehr gut zu begründen, wieviel Zeit man dafür aufwenden darf, sollte man aber auch nicht die DRV (oder andere Behörden) bestimmen lassen.

Die setzen meist unzulässig kurze Fristen (kenne ich auch vom Versorgungsamt) und hoffen dann der Antragsteller weiß nicht, dass es nur ein "Versuchs-Ballon" ist und er sich die Zeit einfordern kann, die nötig ist dafür ...

Habe sogar mal am Sozialgericht die Klage-Begründung (gegen das JobCenter) um mehrere Monate verschieben lassen, weil es mir einfach gesundheitlich zu schlecht ging mich darum zügig zu kümmern, war kein Problem ... :icon_evil:
Die Klage an sich war fristgerecht eingereicht worden, nur das war wichtig und ich habe das dem Gericht natürlich auch schriftlich mitgeteilt.

MfG Doppeloma
 
G

Gelöschtes Mitglied 62334

Gast
Liebe Doppeloma,

vielen Dank für Deinen ausführlichen Rat. Du hilfst mir damit sehr.

Man möchte dich direkt wieder "unter Zeitdruck" setzen
Der Eindruck entsteht, ja. Zumal auch drinsteht, dass man über meinen Widerspruch nach Aktenlage entscheiden wird, wenn ich nicht fristgemäß liefere... :icon_sad:

Viele Grüße

Marion
 

hansklein

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
10 Februar 2006
Beiträge
1.072
Bewertungen
1.696
Hi,

ich kann dir kurz aus der Praxis berichten. Im Januar 2017 Antragsstellung auf EM-Rente, lt. ärztlichem Dienst Restleistungsvermögen 3-6 Std.

Erstantrag wurde nat. abgelehnt, danach versuchte das JC mich in "ganz normale" VZ Arbeit zu drücken, trotz ärztlichem Dienst Gutachten weil angeb. Arbeitsfähig nach Ablehnung der EM-Rente - , die wussten aber, das ich Widerspruch einlegen würde.

Gegen die Ablehnung der Rente hatte ich unverzüglich Widerspruch eingelegt. Darauf folgten 3 Fachbegutachtungen, JC wollte mich weiter "in Arbeit" vermitteln.

Als ich die Chance auf einen passenden TZ Job bekam, nahm ich den vor kurzer Zeit an. Ich rechnete mit erneuter Rentenablehnung, maximal TZ-EM Rente.

Jetzt bekam ich den Bescheid, das die volle EM_Rente (von der ich eh nicht hätte leben können) - wider Erwartens rückwirkend genehmigt wurde und wegen Annahme TZ-Job ab Beginn TZ-Job in TZ-EM Rente gewandelt wurde.

In der ganzen Zeit hat das JC ohne Murren bezahlt. Jetzt verrechnen die das gezahlte mit der zeitweilig gewährten vollen EM_Rente und der dann gewährten TZ-EM Rente und das wars.

Hätte ich in der Zeit nach dem Willen und den Versuchen des JC einen Vollzeitjob angenommen, wärs das gewesen mit der EM_Rente.

Persönliches Fazit: Die versuchen alles, um nicht zahlen zu müssen. Kämpfen, Geduld haben und nicht beeindrucken lassen, kann sich auszahlen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 62334

Gast
Geduld braucht man wirklich. Und Nerven ...

Da tut es gut, Erfahrungsberichte wie deinen zu lesen, lieber hansklein. Danke!
 
G

Gelöschtes Mitglied 62334

Gast
Hallo zusammen,

ich habe noch keinen Bescheid in Sachen EM-Rente, das Widerspruchsverfahren läuft, ich habe mich mit meinem Restleistungsvermögen der AfA zur Verfügung gestellt. Schriftlich. Ferner weiß die AfA, dass ich ungekündigt bin.

Dennoch habe ich jetzt einen "Vermittlungsvorschlag" vom "Arbeitgeber-Service" erhalten, worin ich gebeten werde, mich bei einer bestimmten anderen Firma für eine Vollzeitstelle zu bewerben. Dieser AG sei "befugt, der BA das Ergebnis des Bewerbungsverfahrens mitzuteilen".

Auf meine entsprechende Nachfrage beim Callcenter hieß es: Solange kein Rechtsbehelf draufstünde, könne ich das Schreiben getrost wegwerfen. Das sei nur ein Vorschlag und das käme - sinngemäß - daher, dass die Linke u. U. nicht sehen könne, was die Rechte tue.

Ich bin mal wieder überrascht über die Arbeitsweise mancher Behörden ... Kennt ihr das? Kann ich den Vermittlungsvorschlag der AfA tatsächlich unbeantwortet zu den Akten nehmen - oder muss ich schriftlich (z. B. gegenüber der Bundesagentur in Nürnberg) wiederholen, was mir die Dame vom Callcenter gesagt hat?

Eine Schweigepflichtentbindung hat die AfA nicht von mir - daher können Sie meine Daten eigentlich nicht so ohne weiteres an Dritte weitergeben oder? Wisst ihr das?

Viele Grüße

Marion
 

Doppeloma

Super-Moderation
Mitglied seit
30 November 2009
Beiträge
11.440
Bewertungen
15.163
Hallo MarionH,

ich habe noch keinen Bescheid in Sachen EM-Rente, das Widerspruchsverfahren läuft, ich habe mich mit meinem Restleistungsvermögen der AfA zur Verfügung gestellt. Schriftlich. Ferner weiß die AfA, dass ich ungekündigt bin.
Soweit alles richtig aber die AfA darf dich ja gerade mit diesem "Restleistungsvermögen" durchaus versuchen "zu vermitteln".
Ein bestehendes Arbeitsverhältnis kann ja (bei Bedarf) fristgerecht gekündigt werden wenn es zu einer sicheren Einstellung bei einem anderen AG kommen würde.

Deine Einschränkungen sind dabei natürlich zu beachten und davon hat der AG-Service in der Regel keine Ahnung (zu haben) welche gesundheitlichen Einschränkungen bei dir vorhanden sind.

Man hat dir generell NUR zumutbare Stellen anzubieten und was das bedeutet steht in § 140 SGB III, den ich immer wieder nur empfehlen kann sehr gründlich zu lesen.

Der gilt nämlich auch nach einer Austeuerung, wenn man bei der AfA (ÄD-Gutachten liegt dir vor ?) meint dich noch in irgendwas vermitteln zu können "mit deinen gesundheitlichen Resten" (als "Pförtner oder so" :bigsmile:), das passt in der Regel schon gar nicht zum letzten Einkommen. :icon_evil:

Also wäre das auch MIT RFB als nicht zumutbar abzulehnen ... ohne RFB musst du dich überhaupt nicht bewerben, egal woher so ein VV kommt ...

Dennoch habe ich jetzt einen "Vermittlungsvorschlag" vom "Arbeitgeber-Service" erhalten, worin ich gebeten werde, mich bei einer bestimmten anderen Firma für eine Vollzeitstelle zu bewerben.
Bitten dürfen die ja gerne, das war es aber auch schon, trotzdem solltest du niemals was einfach "entsorgen", was man dir während des Leistungsbezuges schickt solltest du IMMER abheften und aufbewahren ...

Dieser AG sei "befugt, der BA das Ergebnis des Bewerbungsverfahrens mitzuteilen".
In der Regel bekommen die einen Hinweis darauf, dass es Bewerber geben sollte und teilen dann einfach mit "eingestellt oder nicht", umfassende persönliche Daten dürften die meiner Kenntnis nach, ohne deine Einwilligung auch nicht weitergeben.

Auf meine entsprechende Nachfrage beim Callcenter hieß es: Solange kein Rechtsbehelf draufstünde, könne ich das Schreiben getrost wegwerfen. Das sei nur ein Vorschlag und das käme - sinngemäß - daher, dass die Linke u. U. nicht sehen könne, was die Rechte tue.
Klar, das hätten die vielleicht gerne, dass du es einfach "wegwerfen" wirst und wenn es mal Nachfragen gibt dann hast du NICHTS mehr in der Hand, um zu beweisen, dass du dich gar nicht bewerben musstest weil ohne RFB oder weil es ohnehin unzumutbar war nach § 140 SGB III ...

Ich bin mal wieder überrascht über die Arbeitsweise mancher Behörden ... Kennt ihr das?
In der Hinsicht überrascht mich schon lange NICHTS mehr und das betrifft nicht nur die AfA ... ich habe im Februar meine Überleitung in die Altersrente beantragt zum 01.06. also auch nach DRV-Hnweisen früh genug.

Einen Bescheid dazu habe ich immer noch nicht erhalten, ich hoffe meine Rente kommt wenigstens Ende des Monats, Schreiben dazu, dass man am Rechnen ist habe ich schon bekommen ... mein Antrag liegt also vor und wird "bereits bearbeitet" ... seit Wochen ...

Ich weiß nicht was es da noch viel zu rechnen gibt, weniger als die aktuelle EM-Rente darf es ja nicht werden ... :doh:

Kann ich den Vermittlungsvorschlag der AfA tatsächlich unbeantwortet zu den Akten nehmen - oder muss ich schriftlich (z. B. gegenüber der Bundesagentur in Nürnberg) wiederholen, was mir die Dame vom Callcenter gesagt hat?
Die Arbeit kannst du dir sparen, was die Dame vom CallCenter so "gesagt" hat dazu wirst du nie beweisen können, die haben auch oft viel Ahnung von "NIX" und wenn man was genauer wissen möchte, dann streiken gerade die Computer und man "leider" gerade keinen Zugriff, auf deine konkreten Kunden-Angelegenheiten.

Eine Schweigepflichtentbindung hat die AfA nicht von mir - daher können Sie meine Daten eigentlich nicht so ohne weiteres an Dritte weitergeben oder?
Für einige Dinge, die direkt zu deiner Vermittlung (also zur Arbeit der AfA) gehören brauchen die auch keine Extra-Erlaubnis, es wäre übrigens eine Zustimmung zum Austausch deiner persönlichen Bewerber-Daten und keine Schweigepflicht-Entbindung (das bezieht sich in der Regel nur auf medizinische Auskünfte von Ärzten FÜR Ärzte).

Wenn du es genauer wissen willst welche Daten man mit wem austauschen darf (z.B. bei Stellen-Angeboten mit einem AG), dann kannst du gerne Auskunft dazu verlangen im Zuge des Datenschutzgesetzes.

Natürlich schriftlich und nachweislich und nicht durch einen Anruf beim CallCenter ...

MfG Doppeloma
 
G

Gelöschtes Mitglied 62334

Gast
Danke, danke, danke! Wenn es euch nicht gäbe! Ihr helft mir durch eine schwere Zeit. Wenn es mir irgendwann wieder besser geht, werde ich dem Forum all das zurückgeben. Versprochen.

In der Hinsicht überrascht mich schon lange NICHTS mehr und das betrifft nicht nur die AfA ...
Mich jagen die immer noch ins Bockshorn … :frown: "Belastbar" ist immer noch nicht.

ÄD-Gutachten liegt dir vor ?
Ja. Restleistungsvermögen unter 3 Stunden.

Bitten dürfen die ja gerne, das war es aber auch schon, trotzdem solltest du niemals was einfach "entsorgen", was man dir während des Leistungsbezuges schickt solltest du IMMER abheften und aufbewahren ...
Ich hefte grundsätzlich alles ab und stenografiere alle Gespräche mit. Die schriftliche Zusammenfassung des Besprochenen für eine Behörde hat mir schon mal sehr geholfen ...

... ich habe im Februar meine Überleitung in die Altersrente beantragt zum 01.06. also auch nach DRV-Hnweisen früh genug. Einen Bescheid dazu habe ich immer noch nicht erhalten, ich hoffe meine Rente kommt wenigstens Ende des Monats
Ich drücke dir die Daumen, liebe Doppeloma!!

Wenn du es genauer wissen willst welche Daten man mit wem austauschen darf (z.B. bei Stellen-Angeboten mit einem AG), dann kannst du gerne Auskunft dazu verlangen im Zuge des Datenschutzgesetzes.
Richtig! Daran habe ich noch gar nicht gedacht. Danke, dass du mich daran erinnerst.

Viele Grüße

Marion
 
G

Gelöschtes Mitglied 62334

Gast
Hallo!

Man hat dir generell NUR zumutbare Stellen anzubieten und was das bedeutet steht in § 140 SGB III, den ich immer wieder nur empfehlen kann sehr gründlich zu lesen.
Habe ich. Eine Frage dazu noch: Eine Vermittlung von einem Teilzeit- in einen Vollzeitzeitjob ist zumutbar?

Viele Grüße

Marion
 

Kerstin_K

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
11 Juni 2006
Beiträge
21.767
Bewertungen
23.117
Wenn du Teilzeit gearbeitet hast, bekommst du ja das ALGI auf Basis dieser Teilzeittaetigkeit. Dann musst du dem Arbeitsmarkt auch nur Teilzeit zur Verfügung stehen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 62334

Gast
Das hoffte ich. Im Antrag auf ALG wird ja auch nur gefragt, ob man beabsichtigt, die Arbeitszeit zu reduzieren...

Danke, Kerstin.
 

Doppeloma

Super-Moderation
Mitglied seit
30 November 2009
Beiträge
11.440
Bewertungen
15.163
Hallo MarionH,

Das hoffte ich. Im Antrag auf ALG wird ja auch nur gefragt, ob man beabsichtigt, die Arbeitszeit zu reduzieren...
Das betrifft aber immer NUR die Arbeitszeit aus der sich das aktuelle ALGI ergibt.
Wie dir schon geschrieben wurde musst du dich nur (mindestens) mit der Stundenzahl wieder "zur Verfügung" stellen, die du zuletzt auch gearbeitet hast.

War das Teilzeit (z.B.) 25 Wochenstunden, dann brauchst du auch NUR für diese 25 Wochenstunden vermittlungsbereit sein.

Willst du diese Arbeitszeit noch weiter vekürzen (auf 20 Wochenstunden), dann bekommst du auch nur noch ALGI für 20 Wochenstunden gezahlt.

Auf VV mit einer vorgesehenen Vollzeitstelle brauchst du dich GAR NICHT zu bewerben, wenn du nur ALGI für weniger Stunden aus der letzten Tätigkeit bekommst.
Du darfst natürlich wenn du möchtest, du musst aber nicht ... :icon_evil:

Warum musst du dich überhaupt bewerben wenn der ÄD dein "Restleistungsvermögen" UNTER 3 Stunden festgelegt hat ???

MfG Doppeloma
 
G

Gelöschtes Mitglied 62334

Gast
Hallo zusammen

Die DRV hat noch immer nicht über meinen EM-Antrag entschieden.

Dafür will sie jetzt aber wissen, wieviel ich in Zukunft hinzuverdienen werde. Was heißt das denn nun schon wieder? Ist das eine Routinefrage? :frown: Kann ich das Schreiben (ohne Rechtsbehelf) ignorieren? Kennt sich jemand damit aus?

Vielen Dank und Grüße in die Runde

Marion
 
Oben Unten