Vermieter zieht juristische Schritte gegen mich in Betracht, statt Mietmangel zu beseitigen!

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

Glen_Morangie

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
10 Februar 2020
Beiträge
50
Bewertungen
24
Sehr geehrte Damen und Herren.

Ich lebe seit über 8 Jahren in einem sehr hellhörigen Wohnkomplex mit 3 anderen Mietparteien und habe seit dem Einzug Probleme mit einer Mietpartei wegen anhaltenden Ruhestörungen und seit mehreren Jahren ärgerlicherweise mit den restlichen beiden Parteien, die irgendwann neu einzogen.

Täglich streiten die langjährigen Nachbarn wohnhaft über mir lautstark und schreien sich dabei hysterisch an, sie poltern ständig mit schweren Möbeln herum, werfen Gegenstände auf den Laminatboden usw.
Ich habe sogar schon mitbekommen, wie der Ehemann seiner Frau im Streit Schläge angedroht hat, mehrmals!

Andere Nachbarn knallen die Haustüren zu jeder Tageszeit mit voller Wucht zu, missachten die Ruhezeiten durch ihre Waschmaschinennutzung, anscheinend sogar oft mit Absicht.
Neuerdings "feiern" beziehungsweise betrinken sich einige Nachbarn an Wochenenden und Feiertagen heftig in der Nachtruhe und sind dabei so laut, dass ich manchmal bis zum frühen Morgen nicht schlafen kann!

In meiner Wohnung kriege ich den ganzen Lärm leider ziemlich deutlich mit.
Selbst Gespräche der anderen Mieter hören sich beispielsweise an, als würden sie im eigenen Nebenraum stattfinden, die Trittschalldämmung funktioniert gefühlt gar nicht etc, um mal die Hellhörigkeit von diesem Altbau zu verdeutlichen.


Gespräche und schriftliche Hinweise brachten nichts!
Ich wurde ignoriert, beleidigt und mir wurde von meinen langjährigen "Lieblingsnachbarn" mehrmals Gewalt angedroht, weswegen ich mich schließlich an den Vermieter wendete, weil meine Gesundheit nach all den Jahren anfing, Schäden davonzutragen!

Dieser schickte dann im Laufe der Zeit ab und zu schriftliche Hinweise an die Nachbarn, die jedoch letztendlich kaum etwas/gar nichts brachten, und vertröstete mich eigentlich nur.
Der Vermieter meinte irgendwann einfach, ich solle doch ausziehen, weil offenbar ein "Zerwürfnis" mit allen Nachbarn bestünde!
Manche angesprochenen Problempunkte, beispielsweise die Gewaltandrohungen wurden des Weiteren einfach ignoriert und mir wird aufgrund meines Ruhebedürfnisses ein "nicht mehr einvernehmliches Vertragsverhältnis" vorgeworfen!


Wegen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch die andauernden Ruhestörungen, die mir mittlerweile auch durch einen Amtsarzt bescheinigt wurden, erwähnte ich in mehreren der letzteren Beschwerden an den Vermieter, dass ich es eventuell erwäge, rechtliche Schritte einzuleiten, oder die Möglichkeit einer Mietminderung in Betracht ziehe, aber immer höflich, sowie mit der Anmerkung, dass ich dies nicht möchte!
In der letzten Beschwerde setzte ich eine Frist, die nächtlichen Ruhestörungen einer bestimmten Mietpartei zu unterbinden, die bereits mehrere Male erfolglos ermahnt wurde, unter Vorbehalt, gegebenenfalls die kommende Miete zu mindern, um eine schnellere Rückmeldung zu erreichen.


Diese Woche habe ich ein Antwortschreiben vom Vermieter erhalten, in welchem geschrieben wurde, dass der lärmende Nachbar erneut zur Ruhe gebeten wird und man wegen meiner "Drohung" selbstverständlich juristische Schritte einleiten möchte!
Kann der Vermieter überhaupt rechtliche Schritte einleiten, ohne dass ich die Miete überhaupt gemindert habe, oder muss ich vielleicht mit einer Kündigung rechnen?

Auf jeden Fall habe ich erst mal geantwortet, dass ich die Mietminderung nicht anwenden werde, um den Wunsch nach einem deeskalierenden Lösungsansatzes hervorzuheben usw!




Mit freundlichen Grüßen,


G_M


PS: Bitte meinen Beitrag verschieben, falls er sich hier im falschen Unterforum befindet.
 

JobcenterAffe

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
16 Mai 2017
Beiträge
685
Bewertungen
883
Kurze Frage: Wieso hast du nicht wegen der nächtlichen Ruhestörung die Polizei gerufen, und das zur Anzeige gebracht? - Im Wiederholungsfall hätte ich das sogar öfter gemacht. Dann hättest du wenigstens etwas schriftliches in der Hand, daß die Ruhestörungen tatsächlich stattgefunden haben. - Der Vermieter ist in der Angelegenheit in meinen Augen erst die zweite Anlaufstelle.

Vielleicht hätten die Ermahnungen der Polizei bei den Nachbarn dann auch wirklich etwas bewirkt. So weit ich weiß, klingelt die Polizei dann doch beim Nachbarn, um ihn zur Rede zu stellen. - Aber evtl. habe ich auch nur zu viele Reality-Shows geguckt.
 

Schmerzgrenze

Super-Moderation
Mitglied seit
30 Januar 2015
Beiträge
4.605
Bewertungen
15.134
... und man wegen meiner "Drohung" selbstverständlich juristische Schritte einleiten möchte!
Welche juristischen Schritte und mit welcher Begründung? Hohle Phrase verantwortungsloser Vermieter ...
Die Ankündigung ist keine Drohung, sondern Ansprache, das Recht auf Mietminderung bei Sach- und Rechtsmängeln nach § 536 BGB durchsetzen zu wollen.
Wichtig dafür sind die Dokumentation der Ruhestörungen mittels Lärmprotokoll und Nachweisbarkeit der bisher unternommenen Schritte.
Nach Möglichkeit gleichsam betroffene Mieter mit in´s Boot holen, welche die Ruhestörungen bezeugen können.
Ich kann den Ärger nachvollziehen, da ich mich in einer ähnlichen Situation befinde und dem Vermieter ähnliche Schritte ankündigen mußte.
Allerdings werde ich erst eine begründete Mietminderung vom Vermieter einfordern, um das Einzugsverfahren beizubehalten.
Widerspricht der Vermieter dieser Forderung, muß ich die Zahlungsart ändern, um die Minderung durchsetzen zu können.
Ist die Minderung begründet sowie unter Vorbehalt erfolgt, kannst Du nicht so einfach gekündigt werden.
Müssen die atestierten gesundheitlichen Schäden behandelt werden, ggf. die Krankenkasse informieren.
Diese hätte möglicherweise Interesse an Ersatzansprüchen gegen Verursacher oder Dulder.

Um den Vorsatz zu belegen macht es sich gut, den Ruhestörern nachweisbar eine Unterlassungsaufforderung zukommen zu lassen.
Der nächste Schritt wäre die Anzeige wegen ordnungswidrigem Verhalten nach § 117 OWiG beim Ordnungsamt.
Ich hatte zum gleichen Thema bereits in diesem Beitrag Informationen und Vorlagen hinterlassen.
Viel Glück beim Kampf gegen merkbefreite, rücksichtslose Idioten ... :icon_wink:
Das ist Vermietersache. Die Polizei würde zwar in dem Moment für Ruhe sorgen, aber daß die Nachbarn sich an die Hausordnung zu halten haben, ist nicht Aufgabe der Polizei.
Während der Nachtzeit sind weder Vermieter, noch Ordnungsamt erreichbar. Also ist für diesen Zeitraum die Polizei zuständig,
denn Aufgabe der Polizei ist u.a. die öffentliche Ordnung (dazu zählt auch das OWiG) durchzusetzen.
Nach Versuchen, mit dem Verursacher in´s Gespräch kommen und ihn bei Erfolglosigkeit schriftlich zur Unterlassung aufzufordern
wendet sich der Betroffene dann mit Lärmprotokoll und anderen Nachweisen an den Vermieter und zeigt die Ruhestörung als Mietmangel an.
 

Stauer

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
23 Januar 2019
Beiträge
1.075
Bewertungen
3.826
Ich vermute, Du hast schon jahrelang mit Lärmbelästigung und Bedrohung zu tun. Deshalb empfehle ich Dir:
1. wie bereits von @JobcenterAffe empfohlen die Polizei wegen des Lärms zu bemühen.
2. Die Bedrohung anzeigen.
3. 2 Wochen lang Protokoll schreiben, mit Datum, Uhrzeit, beteiligte Personen, welcher Vorfall (Lärm und/oder Bedrohung), Beeinträchtigung z.B. Schlafrhytmus gestört.
4. Zeugen suchen auch Tonaufnahmen wären hilfreich, für Deinen Anwalt (nicht jedes Gericht erkennt Aufnahmen an).
5. Termin bei einem RA ausmachen. Protokoll vorlegen und Erstberatung einholen. Das ist sehr wichtig, weil eine Mietminderung begründet sein muß. Vor allem, wenn Du keine Beweise hast und einfach die Miete minderst.
Ein Vermieter kann bei hellhörigen Häusern dazu aufgefordert werden, eine Schalldämmung einzubauen. @Zeitkind kennt vieleicht den § dazu.
Hilfreich wäre es, wenn Du im Mieterschutzbund Mitglied wärst. Die würden Dich rechtlich verteten.
Deinen Vermieter kannst Du fragen, ob er eine Tauschwohnung, in einem anderen Haus hat.

Laß Dir nichts gefallen. Die nächste Zeit wird zwar stressig für Dich, aber halte trotzdem durch. Dann bekommst Du später mal bessere Nachbarn. Ich habe es auch geschafft.
 

JobcenterAffe

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
16 Mai 2017
Beiträge
685
Bewertungen
883
Ich an deiner Stelle würde Mitglied beim örtlichen Mieterbund werden (falls man sich das als ALG-II-Empfänger irgendwie leisten kann). - Die haben bestimmt oft mit solchen Fällen zu tun, und können durch ihr gesammeltes Know-How auch in Fragen der geplanten Mietminderung mit Rat und Tat zur Seite stehen sowie den Drohungen des Vermieters durch geeignete Antwortschreiben (Muster mit Nennung von Paragrafen) Paroli bieten.

Ist schon ein Problem in den Städten hierzulande, daß immer größere Teile der Bevölkerung sozial verwahrlost werden. Daraus folgt dann so ein asoziales Verhalten den Nachbarn gegenüber.
 

Stauer

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
23 Januar 2019
Beiträge
1.075
Bewertungen
3.826
Für Hartz-IV Empfänger gibt es bei Vorlage des Bewilligungsbescheides evtl. eine Ermäßigung. Ansonsten gilt:
Einmalige Aufnahmegebühr von 20,-€. Der Jahresbeitrag für natürliche Personen (Privatpersonen)= 80,-€. Für juristische Personen 120,-€. Zahlbar jeweils im Januar eines Jahres. Bei Eintritt im Juni verringert sich die Summe anteilig. Zu zahlen 6 Monate= 40,-€.
Ich an deiner Stelle würde Mitglied beim örtlichen Mieterbund werden (falls man sich das als ALG-II-Empfänger irgendwie leisten kann).
Das wäre wirklich eine Überlegung wert. Müssen wir aber @Glen_Morangie überlassen.
 

TazD

Super-Moderation
Mitglied seit
12 März 2015
Beiträge
7.903
Bewertungen
20.753
Gemäß deinen anderen Thema, was ich auch den anderen Nutzern empfehle um alles zu kennen, darfst du eh in eine teurere Wohnung umziehen:
Guten Abend.

Ich wollte mich hiermit noch mal kurz zurückmelden wegen dem Amtsarzttermin.
Leider kommt die Antwort "etwas" verspätet, da ich die letzten Monate sehr viel um die Ohren hatte, natürlich auch wegen dem Coronavirus.

Der Termin beim Amtsarzt viel positiv aus und nun darf ich in eine teurere Wohnung umziehen, falls denn mal ein passendes Wohnungsangebot in Sicht ist!
Das Problem wird sich über kurz & lang ohnehin erledigen und da würde ich mir jetzt wirklich Gedanken machen, ob ich da noch eine Riesenwelle schiebe oder einfach zusehe, dass ich ausziehe.
 

romeo1222

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 Januar 2010
Beiträge
1.799
Bewertungen
512
Ich selbst habe leider auch die Erfahrungen gemacht, dass Beschwerden usw. nichts bringen, sowohl bei den Verursachern als auch den Vermietern. Entweder verbünden sich die Vermieter mit den lärmenden Nachbarn oder machen beide so einem das Leben zur Hölle, unabhängig vom Lärm, z.B. durch Stalkin, Körperverletzungen, Post klauen, Fahrrad reifen zerstechen, Türschloss zu kleben usw.

So blieb uns auch immer nur der Ausweg eines Umzuges. Wenn du es mit dem Amtsarzt schon geklärt hast bzw. Nachweise hast, dass deine Versuche Ruhe und Frieden zu schaffen, nicht fruchteten, würde ich wie TazD mich da nicht weiter drum kümmern und mir ne neue Wohnung suchen. Da der Vermieter ja auch bereits meinte, dass das Verhältnis nicht mehr passt, kommt er einem vielleicht sogar bei der Kündigungsfrist entgegen.
 

Glen_Morangie

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
10 Februar 2020
Beiträge
50
Bewertungen
24
Vielen Dank für alle Antworten!

Kurze Frage: Wieso hast du nicht wegen der nächtlichen Ruhestörung die Polizei gerufen, und das zur Anzeige gebracht? - Im Wiederholungsfall hätte ich das sogar öfter gemacht. Dann hättest du wenigstens etwas schriftliches in der Hand, daß die Ruhestörungen tatsächlich stattgefunden haben. - Der Vermieter ist in der Angelegenheit in meinen Augen erst die zweite Anlaufstelle.
Bei manchen Menschen bewirkt die Polizei usw. definitiv eher das Gegenteil, auch wenn in dem Moment kurz für Ruhe gesorgt wird.
Eigentlich ist der Vermieter für solche Angelegenheiten zuständig, deswegen sah ich bisher von diesem Schritt ab.

Welche juristischen Schritte und mit welcher Begründung? Hohle Phrase verantwortungsloser Vermieter ...
Die Ankündigung ist keine Drohung, sondern Ansprache, das Recht auf Mietminderung bei Sach- und Rechtsmängeln nach § 536 BGB durchsetzen zu wollen.
Wichtig dafür sind die Dokumentation der Ruhestörungen mittels Lärmprotokoll und Nachweisbarkeit der bisher unternommenen Schritte.
Im erwähnten Schreiben hat der Vermieter gar keine konkreten Methoden beschrieben, also handelt es sich wohl nur um eine hohle Phrase eines angefressenen Vermieters, der Angst um seine monatliche Mieteinnahme hat und mich damit einschüchtern will!

Lärmprotokolle habe ich immer wieder verfasst, teilweise über Monate und die Reaktion auf diese waren leider nur die besagten Vertröstungen.

Danke für den Rat bezüglich der Unterlassungsaufforderung etc!
Ich an deiner Stelle würde Mitglied beim örtlichen Mieterbund werden (falls man sich das als ALG-II-Empfänger irgendwie leisten kann).
Das habe ich mir letztens auch schon überlegt.

Man muss zwar einen gewissen Geldbetrag für die jährliche Mitgliedschaft ausgeben, aber dafür hätte man rechtliche Hilfe von Menschen parat, die sich gut mit derartigen Angelegenheiten auskennen.

Das Problem wird sich über kurz & lang ohnehin erledigen und da würde ich mir jetzt wirklich Gedanken machen, ob ich da noch eine Riesenwelle schiebe oder einfach zusehe, dass ich ausziehe.
Da hast du recht, ich hätte noch erwähnen sollen, dass ich mittlerweile in eine teurere Wohnung umziehen dürfte, nachdem ich wegen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen einen Amtsarzttermin hatte, weil dem Jobcenter der Nachweis vom Hausarzt nicht ausreichte.

Eigentlich möchte ich im Angesicht dieser Tatsache keine rechtlichen Schritte einleiten, nur ist der Wohnungsmarkt in meiner kleinen Stadt sehr dürftig, daher könnte es durchaus noch länger dauern, bis eine bezahlbare Wohnung für mich verfügbar ist.

Mir geht es primär darum, ob der Vermieter mich wegen meiner Ansprachen im schlimmsten Fall aus der Wohnung werfen könnte, oder überhaupt die Basis hat, juristische Schritte gegen mich einzuleiten.
Ich selbst habe leider auch die Erfahrungen gemacht, dass Beschwerden usw. nichts bringen, sowohl bei den Verursachern als auch den Vermietern. Entweder verbünden sich die Vermieter mit den lärmenden Nachbarn oder machen beide so einem das Leben zur Hölle, unabhängig vom Lärm, z.B. durch Stalkin, Körperverletzungen, Post klauen, Fahrrad reifen zerstechen, Türschloss zu kleben usw.

So blieb uns auch immer nur der Ausweg eines Umzuges. Wenn du es mit dem Amtsarzt schon geklärt hast bzw. Nachweise hast, dass deine Versuche Ruhe und Frieden zu schaffen, nicht fruchteten, würde ich wie TazD mich da nicht weiter drum kümmern und mir ne neue Wohnung suchen. Da der Vermieter ja auch bereits meinte, dass das Verhältnis nicht mehr passt, kommt er einem vielleicht sogar bei der Kündigungsfrist entgegen.
Das glaube ich dir, weswegen ich bisher zum Beispiel davon absah, die Polizei ins Spiel zu bringen, eben weil es die Situation noch verschlimmern könnte!

Gewissermaßen hat sich der Vermieter ja schon mit den lärmenden Anwohnern verbündet, da ich mittlerweile als der Miesepeter angesehen werde, der angeblich ein vernünftiges Zusammenleben mit seinen Nachbarn verhindert, unglaublich!

Der Auszug ist meine bevorzugte Option.
Fristlos kündigen dürfte ich sogar, das einzige positive Entgegenkommen meines Vermieters in dieser langwierigen Angelegenheit.



Mit freundlichen Grüßen,

G_M
 

avrschmitz

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
25 Juli 2019
Beiträge
1.871
Bewertungen
4.748
Mir geht es primär darum, ob der Vermieter mich wegen meiner Ansprachen im schlimmsten Fall aus der Wohnung werfen könnte, oder überhaupt die Basis hat, juristische Schritte gegen mich einzuleiten.
Nein.

Ich hatte dasselbe Problem wie Du. Bei mir wurden meine Vermieterin, die Hausverwaltung und die Vermieterin der entsprechenden Nachbarn aktiv. Habe mich zuerst bei den Nachbarn selbst, als das nichts geholfen hatte, dann bei den anderen beschwert und Lärmprotokoll für 3 Monate vorgelegt. Alle hatten Verständnis, da wäre niemand auf die Idee gekommen mir mit juristischen Schritten zu drohen. Hätten die auch gar keine Handhabe zu.
 

Beebug

Elo-User*in
Mitglied seit
11 Januar 2015
Beiträge
359
Bewertungen
280
Wir hatten (naja, eher haben - sie haben sich beruhigt nach gut 2 Jahren) hier auch zwei Mietparteien, wegen denen ein paar Mal die Polizei gerufen werden musste. Zwei mal teilten uns die Beamten mit, dass ab einer bestimmten Zahl an Einsätzen diesbegzl. auch der Vermieter informiert wird und einen Schrieb der Polizei erhält. Ich meine es war ab dem 4. Mal.

Du kannst ein Lärmprotokoll schreiben, wie schon erwähnt sind Tonaufnahmen und Zeugen dazu sehr gut. Unser Vermieter macht auch bei Post vom Mieterbund nicht all zu viel, ich habe ohne Mieterbund identisches erreicht wie ein Nachbar mit Mieterbund. Ich würde an deiner Stelle nach einer anderen Wohnung suchen.
 

romeo1222

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 Januar 2010
Beiträge
1.799
Bewertungen
512
Der Auszug ist meine bevorzugte Option.
Fristlos kündigen dürfte ich sogar, das einzige positive Entgegenkommen meines Vermieters in dieser langwierigen Angelegenheit.
Hast du es denn auch schriftlich vom Vermieter? Nicht dass er nachher damit ankommt, dass es eine solche Regelung nicht gab.

Wichtig ist auch eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung. Man hat zwar rechtlich gesehen keinen Anspruch darauf, aber viele Vermieter wollen doch gerne eine haben. Hatte es auch bei meinen zwei letzten Vermietern, die meinten sie bräuchten keine ausstellen usw. (was sowohl mir meine Anwältin für Mietrecht mitteilte und ich im nachhinein auch bei Recherchen im Internet herausgefunden hatte, bzw. es gibt Amtsgerichte die sagen man hat einen Anspruch darauf, andere aber wieder nicht). Jedenfalls nachdem ich meinte, dass die doch auch möglischt schnell mich bzw. uns loswerden wollen, klappte es auch mit der Mietschuldenfreiheitsbescheinigung :)
 

Glen_Morangie

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
10 Februar 2020
Beiträge
50
Bewertungen
24
Ho, wie nett. Kündige aber nicht, bevor Du etwas anderes hast.
Viel Glück beider Wohnungssuche.
Ja, haha.
Gekündigt wird natürlich erst, wenn ich auch wirklich einen neuen Mietvertrag unterschreiben dürfte.

Hast du es denn auch schriftlich vom Vermieter? Nicht dass er nachher damit ankommt, dass es eine solche Regelung nicht gab.

Wichtig ist auch eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung.
Der Vermieter hat mir die Option glücklicherweise schritftlich dargelegt.

Den Rat mit der Mietschuldenfreiheitsbescheinigung werde ich berücksichtigen, diese Bescheinigung kann ja nur von Vorteil sein.


Mit freundlichen Grüßen,

Glen_Morangie
 

Schmerzgrenze

Super-Moderation
Mitglied seit
30 Januar 2015
Beiträge
4.605
Bewertungen
15.134
Gekündigt wird natürlich erst, wenn ich auch wirklich einen neuen Mietvertrag unterschreiben dürfte.
Dieser Schritt wäre für mich die allerletzte Option, da er nicht nur mit Kosten verbunden ist.
Wenn das Umfeld bis auf die Ruhestörungen stimmt, sollten gleichsam Betroffene kämpfen.
Natürlich kostet das Kraft und Einiges an Aufwand, kann sich aber lohnen.
In meinem Fall brauchte es mehr als zwei Jahre, um der Geschichte endlich ein Ende zu setzen.
Es hat sich gelohnt, Nachbarn mit in´s Boot zu holen und nachweisbar in richtigem Ablauf zu handeln.
In der letzten Beschwerde (nach wieder mal einem nächtlichen Polizeieinsatz)
stellte ich die weitere Mietzahlung unter Vorbehalt und kündigte deren Minderung nach Fristsetzung an,
sollte die Nutzung der Mietsache weiterhin durch die Ruhestörungen eingeschränkt bleiben.
4 Wochen später ist der Chaot sang- und klanglos ausgezogen.
Die Wohnung wurde inzwischen neu vergeben - seitdem ist endlich Ruhe im Haus. :icon_sleep:

Warum ich diese Erfahrung teile? Wer gleichsam betroffen ist, sollte nicht so schnell aufgeben.
Es lohnt sich in jedem Fall zu kämpfen. :icon_wink:
 

Liane17

Elo-User*in
Mitglied seit
19 August 2020
Beiträge
68
Bewertungen
51
In dem Fall würde ich sogar in Betracht ziehen, in einen anderen Stadtteil zu ziehen oder in eine andere Stadt, um schneller weg zu kommen. Wenn man den Jobcenter Bezirk wechselt und nach dem Umzug ein anderes Jobcenter zuständig ist, kann man auch ohne Bescheinigung eine teurere Wohnung haben als vorher bis zur ortsüblichen angemessenen Miete. Du kannst theoretisch sogar nach München ziehen, wenn du eine Wohnung im dort angemessenen Bereich findest. Und zieh nächstes Mal nicht in eine herunter gekommene Gegend oder wo viele Studenten wohnen, sondern eher in ein ruhiges Viertel. Mit Wohnberechtigungsschein kriegt man auch einen Neubau. Ein Hochhaus oder Plattenbau ist auch zu empfehlen, weil es bei vielen Mietparteien anonymer ist und sich dann auch andere darum kümmern, wenn einige Lärm machen.
 

Glen_Morangie

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
10 Februar 2020
Beiträge
50
Bewertungen
24
Guten Abend und danke für die neuen Antworten @Zeitkind und @Liane17.

Morgen werde ich ein paar Neuigkeiten berichten, die euch und andere Mitleser in diesem Thema vielleicht interessieren könnten.
Jetzt gerade fehlt mir ehrlich gesagt die Kraft und Lust, eine ausführlichere Antwort diebezüglich zu formulieren, aber morgen werde ich dann mal die aktuelle Sachlage schildern.


MfG
 

Glen_Morangie

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
10 Februar 2020
Beiträge
50
Bewertungen
24
Hallo Forumianer.

Meine angekündigte Antwort kommt leider ein paar Tage verspätet, sorry.

Diese Woche hatte ich einige Nächte mit sehr wenig Schlaf hinter mir und nicht mehr an die Rückmeldung gedacht.



@Zeitkind


Klar, der Umzug wäre leider mit Aufwand und vor allem Kosten verbunden.
Außerdem würde eine Kündigung des Mietverhältnisses natürlich auch einer "Kapitulation" in dieser lästigen Angelegenheit gleichkommen!

Familienmitglieder würden mich glücklicherweise notfalls unterstützen unterstützen.
Eine Kaution beispielsweise, die man nicht selten für eine neue Wohnung anzahlen müsste, könnte ich, je nach Betrag, mit der Anzahlung begleichen, die ich damals für die aktuelle Wohnung bezahlt habe (850 €), falls ich denn überhaupt den gesamten Betrag wiederbekommen würde.


Die zwei Jahre waren sicher kräftezehrend für dich?
Es freut mich daher sehr zu lesen, dass du nach all den Monaten beziehungsweise Jahren der Ruhestörungen erfolgreich dein Recht auf Ruhe durchsetzen konntest!
Damit machst du bestimmt vielen Leuten Mut, den „steinigen“ Weg zu gehen.



Momentan gehts zum Glück wieder einigermaßen mit den Ruhestörungen, weil eine von insgesamt 4 Parteien, mich mit inbegriffen, wieder ausgezogen ist, sowie die "Feier/Trink-Fraktion" von nebenan.
Dazu hört man seit ein paar Monaten die Nachbarn über mir nicht mehr so oft streiten, weil der Lebenspartner anscheinend wieder arbeiten geht.
Das Paar hat zu meiner Freude meist verschiedene Arbeitszeiten, weswegen die asozialen Streithälse sich nicht mehr den halben Tag auf der Pelle hängen und sich die ganze Zeit anbrüllen können.
Nichtsdestotrotz wird sich noch ständig wegen Kleinigkeiten gestritten, nur das ganz extreme Geschreie hat sich etwas verbessert, wobei es in der Hinsicht auch wieder Ausnahmen gab!
Türen werden übrigens weiterhin ständig ins Schloss geschmissen usw.

Eine andere Mieterpartei ist in den letzten Monaten ebenfalls ruhiger geworden, vermutlich wegen den Kontaktbeschränkungen im Zuge der Coronakrise.
Der Nachbar ist nämlich sehr wahrscheinlich ein besonders gefährdeter Risikopatient, da starker Raucher und schon der eher älteren Generation angehörig.
Es gibt allerdings zwischendurch Tage, an denen Besuch ein und aus geht, teilweise im 5-Minutentakt, wie in Vergangenheit.
Die Haustür wird dabei selbstverständlich in der Regel zugeschmissen, selten wird den Gästen die Tür zugemacht!

So viel zu den alten Nachbarn also.


Nachdem die Situation sich die letzten Monat verbessert hat, sind in den letzten Tagen ganz oben und nebenan (Haus gehört ebenfalls Vermieter) bereits neue Nachbarn eingezogen, die allem Anschein nach ebenso nichts auf Ruhezeiten und etwas Rücksichtnahme geben!

Vergangenen Sonntag ab 22 Uhr bis 01:30 Uhr ca. wurde zum Beispiel die ganze Zeit in der Nachtruhe die Dachgeschosswohnung renoviert und Montag haben sie echt von 20 Uhr bis 23 Uhr durchgehend schwere Möbel die Hausflurtreppen hoch geschleppt und haben dabei permanent herum gepoltert, im extremen Ausmaße!
Die Möbel wurden natürlich später in der Wohnung noch schön hin und her gerückt…
Bis 2 Uhr ging danach das Renovieren weiter.
Dienstag wurde dann den 3. Tag in Folge nach 22 Uhr bis in den frühen Morgen hinein die Wohnung lautstark renoviert und letzte Nacht hörte ich erneut immer wieder Poltergeräusche!

Neue Mieter von nebenan schleifen seit dem erledigten Umzug gerne Stühle über den Boden, oder poltern damit herum, sowie mit anderen Gegenständen, was auch sehr deutlich hörbar ist, durch den Trittschall.
Naja, immerhin ist diese Mieterpartei nicht mitten in der Nachtruhe eingezogen und nachts hält sich das Möbelrücken zum Glück in Grenzen!


@Liane17

Danke dir für den Hinweis.

Über einen Umzug in eine andere Stadt habe ich schon oft nachgedacht.
Mir gefällt es eigentlich recht gut in meiner Kleinstadt, vor allem, weil es hier schön ruhig ist.
Ich kann zum Beispiel nachts spazieren gehen und treffe in der Regel keinen einzigen Menschen, so ruhig ist es hier!
Spätabends trifft man innerhalb der Woche zwar mal jemanden mit dem Hund Gassi gehen, ansonsten ist es um die Uhrzeit wie ausgestorben.

Andererseits habe ich nichts mehr, was mich hier richtig hält.
Mit Jugendfreunden habe ich die letzten Jahren keinen Kontakt mehr, weil wir kaum noch Gemeinsamkeiten hatten, und beruflich gesehen habe ich kaum eine Perspektive.

Meine Gegend ist übrigens nicht gerade heruntergekommen, es sind halt teilweise die Menschen in dem leider sehr hellhörigen Altbaugebäude.
Der Wohnraum ist zudem günstig und deshalb für ein gewisses Klientel geradezu prädestiniert.

Einen Wohnberechtigungsschein könnte ich mir bei Bedarf ohne Probleme ausstellen lassen.
Danach hatte ich meinen Sachbearbeiter in Vergangenheit gefragt.
Den Schein könnte ich wohl beim Landkreis beantragen.



MfG
 

Liane17

Elo-User*in
Mitglied seit
19 August 2020
Beiträge
68
Bewertungen
51
Wenn du mit den Leuten in deiner Umgebung sowieso keinen Kontakt hast, dann wäre es doch besser du würdest in eine etwas größere Stadt ziehen, wo du wieder Kontakt bekommst und wo du eine berufliche Perspektive hast. Zieh dann am besten in einen Neubau. Es gibt auch Stadtviertel in größeren Städten, wo man nachts noch rausgehen kann. Ich wohne in einer Landeshauptstadt und kann nachts auch rausgehen. Hier sind auch nur Leute mit Hunden nachts. Beantrage einfach mal den Wohnberechtigungsschein und bewirb dich dann in einer nah gelegenen Stadt mit über 100.000 Einwohnern um eine Wohnung und einen Job. Wenn du woanders einen Job bekommst, muss das Jobcenter sogar deinen Umzug bezahlen. Damit wärst du das Schimmelproblem auch los. Miste am besten schon mal deine Wohnung aus, damit du schneller umziehen kannst, wenn es so weit ist.
 
Oben Unten