Vermieter gibt niedrigere Betriebskosten an als im Mietvertrag genannt

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vermieterchaos

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Hallo,

ich habe folgendes Problem und hoffe auf Eure Ratschläge: Ich beziehe seit einigen Jahren ALG II. Mein Vermieter gibt seit Jahren bereits in den Vermieternbescheinigungen sehr viel geringere Nebenkosten an, als im Mietvertrag genannt sind, mit dem Ergebnis, dass nur die von ihm angegebenen Nebenkosten vom Jobcenter übernommen werden. Die Differenz muss ich selbst tragen. Ich habe mehrmals versucht, die Höhe der übernommenen Nebenkosten unter Verweis auf den Mietvertrag herauf setzen zu lassen, und den Vermieter dazu zu bewegen, die Höhe der Nebenkosten entsprechend des Mietvertrages anzugeben, beides allerdings vergeblich.Das Amt verweist auf die in der Vermieterbescheinigung nachgewiesenen Kosten, und auf die Jahresendabrechrechnung. Der Vermieter begründet seine Vorgehensweise damit, dass das so sein müsse, er habe da Erfahrung, ich sei ja nicht der einzige.

Das Problem allerdings ist, dass der Vermieter bislang keine Nebenkostenabrechnungen erstellt hat, und sich auch heraus kristallisiert, dass er, trotz mehrmaliger Anmahnung, auch nicht vorhat, das zu tun. Er hat in einigen Jahren nicht einmal die Verbrauchsdaten von Heizung und Wasser abgelesen, weshalb ich mir auch nicht sicher bin, ob er überhaupt eine Abrechnung erstellen könnte, wenn er eine machen wollen würde.

Aber angenommen den Fall, er würde die vergangenen Jahre doch abrechnen: Gäbe es eine Chance, dass das Amt diese Abrechnungen auch nach Ablauf des Abrechnungszeitraumes noch übernimmt? Die Zahlungen sind ja bereits geleistet.

Darüber hinaus: Hat jemand sonst irgend einen Tipp? Außer umziehen, natürlich. Ich bin schon aktiv auf der Suche.
 

Helga40

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Lies mal hier: Vermieter erstellt keine Nebenkostenabrechnung - Was tun?

Insbesondere:

Weigert sich der Vermieter oder ist er aus irgendwelchen Gründen außer Stande, die Nebenkosten abzurechnen, darf der Mieter die monatlichen Vorauszahlungen für die laufenden Nebenkosten einbehalten, solange bis der Vermieter die Nebenkostenabrechnung für den vergangenen Abrechnungszeitraum vorlegt. Der Mieter hat im laufenden Mietverhältnis ein Zurückbehaltungsrecht. (BGH WuM 2006, 383).
Genau genommen muss der Mieter von seinem Zurückbehaltungsrecht sogar Gebrauch machen, um zu vermeiden, dass ihm der Nichtgebrauch später im Streitfall zu seinem Nachteil ausgelegt wird (siehe dazu unten!).
 

gila

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Hallo,

ich habe folgendes Problem und hoffe auf Eure Ratschläge: Ich beziehe seit einigen Jahren ALG II. Mein Vermieter gibt seit Jahren bereits in den Vermieternbescheinigungen sehr viel geringere Nebenkosten an, als im Mietvertrag genannt sind, mit dem Ergebnis, dass nur die von ihm angegebenen Nebenkosten vom Jobcenter übernommen werden. Die Differenz muss ich selbst tragen.

wie viel geringer?
warum "musst" du? warum HAST du dich - und das seit Jahren - auf sowas eingelassen?


Ich habe mehrmals versucht, die Höhe der übernommenen Nebenkosten unter Verweis auf den Mietvertrag herauf setzen zu lassen, und den Vermieter dazu zu bewegen, die Höhe der Nebenkosten entsprechend des Mietvertrages anzugeben, beides allerdings vergeblich.

Das "Amt" macht es sich bequem - es ist fraglich, ob man da nicht hätte eine Anfrage beim Vermieter machen MÜSSEN,
da er ja offensichtlich FALSCHE Angaben macht, wenn der Mietvertrag anders lautet und er auch tatsächlcih MEHR kassiert - nur weil es von dir ist, kann das "Amt" diese Diskrepanzen nicht einfach übergehen ...

Außerdem sehen die doch an deinen KONTOAUSZÜGEN, dass du mehr überweist ...

Das Amt verweist auf die in der Vermieterbescheinigung nachgewiesenen Kosten, und auf die Jahresendabrechrechnung.
Auf welche Jahresendabrechnung?
Ich denke, du hattest bisher keine bekommen?

Der Vermieter begründet seine Vorgehensweise damit, dass das so sein müsse, er habe da Erfahrung, ich sei ja nicht der einzige.

Ahso - DAS allerdings ist KEINE Begründung ... denn ER verhindert damit, dass DU die Sozialleistungen bekommst, die DIR zustehen!

Das Problem allerdings ist, dass der Vermieter bislang keine Nebenkostenabrechnungen erstellt hat, und sich auch heraus kristallisiert, dass er, trotz mehrmaliger Anmahnung, auch nicht vorhat, das zu tun. Er hat in einigen Jahren nicht einmal die Verbrauchsdaten von Heizung und Wasser abgelesen, weshalb ich mir auch nicht sicher bin, ob er überhaupt eine Abrechnung erstellen könnte, wenn er eine machen wollen würde.

Wenn er keine Abrechnung macht und nix nachfordert, und die NK alle im "grünen Bereich" gemessen am Wohnraum sind, kräht da auch kaum einer nach... aber sicherlich wird er doch dem Finanzamt seine Abrechnungen abgeben müssen?

Aber angenommen den Fall, er würde die vergangenen Jahre doch abrechnen: Gäbe es eine Chance, dass das Amt diese Abrechnungen auch nach Ablauf des Abrechnungszeitraumes noch übernimmt? Die Zahlungen sind ja bereits geleistet.

Ich sähe da schon eine Chance - wenn sich auch nachvollziehen lässt, dass Du dort bereits mehrfach vorstellig geworden bist (Schriftverkehr???) und dies moniert hast.
Zumindest lässt sich ein Überprüfungsantrag stellen und eine Beschwerde verfassen, dass du hier trotz vorgelegter Fakten nicht gehört wurdest.
Hartz IV: Überprüfungsantrag nach SGB 44

Darüber hinaus: Hat jemand sonst irgend einen Tipp? Außer umziehen, natürlich. Ich bin schon aktiv auf der Suche.

Wenn du eh umziehen willst, ist das Verhältnis zum Vermieter eigentlich jetzt wurst.
Da könntest du die Sache angehen und alle miteinander ansch..ei..ssen!
(Natürlich auch im stillen Kämmerlein mal mit deinem eigenen Kopf gegen die Wand klatschen, dass du das so mitgemacht hast und dich erst nach Jahren mal schlau machst!!
In etwa so :icon_neutral:... nix für ungut :icon_wink: )
 

vermieterchaos

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Hallo,

danke für den Link. Ich hatte vergessen zu erwähnen, dass ich die Nebenkosten aus genau diesem Grund nicht mehr überweise. Allerdings hat es eine ganze Zeit gedauert, bis deutlich wurde, dass die Abrechnungen nicht kommen, und in dieser Zeit habe ich die Differenz aus dem Regelsatz bezahlt.

Womit die Frage bleibt, ob, falls die Abrechnungen kommen, ich damit beim Jobcenter irgendwelche Chancen habe - selbstverständlich im Rahmen dessen, was man auf dem Planeten Jobcenter für angemessen hält.
 

gila

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Dies würde ich - nachdem du mal die Zahlen auf den Tisch legst und nach den Richtlinien sowie Angemessenheit etc. geschaut hast - SOWIESO versuchen, auch ohne Abrechnung, allein auf die Tatsache des Mietvertrages - den das JC ja mit seinen Zahlen anerkannt hat - und den TATSÄCHLICHEN Zahlungen, die du geleistet hast.
Darauf verweisen, dass du dieses Verhalten des Vermieters schon des öfteren angesprochen hast!
(Nebenbei könnte ja eine Vermieterbescheinigung auch mal einfach "fehlerhaft" sein, dann kann das JC nicht einfach sagen: die Zahlen gefallen uns besser - die nehmen wir!)

Nach diesem geschilderten Sachverhalt könntest du einen Überprüfungsantrag sicher selbst formulieren und das hier Gesagte aufführen.

Du könntest auch einen Beratungsschein beim AMTSGERICHT holen für eine Erstberatung bei einem Anwalt für Sozialrecht und ihm das vorlegen.

Nebenkosten/Heizkosten sind grundsätzlich erst einmal "angemessen"und zu übernehmen, solange nicht auffällig hoch ..
 

vermieterchaos

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Hallo,

@gila: Warum habe ich das mitgemacht? Ich hatte damals eine schwere Zeit, ich hatte von dem System überhaupt keine Ahnung, ich war glücklich, dass mir ein netter Mensch eine Wohnung vermietet (der übrigens bis heute so tut, als sei es super-nett von ihm gewesen, dass er mir eine Wohnung vermietet hat). Kurz: Ich war naiv.

"Geringer" bedeutet, dass die Nebenkosten, die das Jobcenter übernimmt, sich mit unter 50 Euro in einem Bereich bewegen, der jedem einigermaßen klar denkenden Menschen als zu niedrig erscheinen muss. 50 Euro habe ich, teils mit Hilfe von Dritten, selbst übernommen. Auch wenn es dämlich erscheint: Ich wollte mich lange Zeit gut mit ihm stellen, und mein Umfeld ist auch so gepolt, dass mir immer wieder gesagt wurde, dass ich bloß die Kündigung nicht riskieren soll, indem ich mich quer stelle. Im Rückblick war das ausgesprochen dämlich.

Für mich ist es auch nicht nachvollziehbar, warum das Amt nicht ein einziges Mal die Nebenkosten angesprochen hat, zumal denen ja auch aufgefallen sein müsste, dass keine Abrechnungen kommen. Und ich auch darauf hingewiesen hatte, dass ich noch keine Abrechnung habe. Wobei ich damals noch davon ausgegangen bin, dass sie irgendwann kommen wird.
 

Helga40

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Also zahlst du derzeit keine Nebenkosten? Und das JC berücksichtigt jetzt auch keine oder die aus den Mietbescheinigungen? Ich komm grad nicht (mehr) mit.
 

vermieterchaos

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Hallo,

nochmal @Gila: Vielen Dank für die Ratschläge. Die Größe der Wohnung ist nach den Richtlinien angemessen.

Zum Überprüfungsantrag: Wenn ich das richtig verstanden habe, gilt da allerdings nur noch eine Frist von einem Jahr für die rückwirkende Erbringung von Leistungen, was dann bedeuten würde, dass hier nur das Jahr 2012 umfasst wird.
 

vermieterchaos

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Hallo,

@helga40: Sorry. Das Jobcenter zahlt nach wie vor das, was es immer gezahlt hat - als das, was in den Vermieterbescheinigungen genannt wird. Ich überweise die Nebenkosten allerdings nicht mehr.
 
G

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Gast
Ich würde da mal ein Anwalt mit ins Boot holen. Außerdem kann dir der Vermieter bestimmt nicht kündigen, weil du einen Anwalt eingeschaltet hast. Ebenso steht, wie bei mir im Mietvertrag was an Nebenkosten anfallen, dies hat auch das Jobcenter zu übernehmen. Diese Auskunft, dieses Blatt, kann man ebenso gut auch fälschen. Was zählt ist der Vertrag.

hat der Vermieter sich schon gemeldet weil die Nebenkosten nicht mehr ankommen??
 

Helga40

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@helga40: Sorry. Das Jobcenter zahlt nach wie vor das, was es immer gezahlt hat - als das, was in den Vermieterbescheinigungen genannt wird. Ich überweise die Nebenkosten allerdings nicht mehr.

Nicht gut. Solche Mietminderungen bzw. -zurückhaltungen sind anzuzeigen und das JC bräuchte daher auch keine NK zu zahlen.

Was machst du mit den Nebenkosten, die das Amt zahlt?
 

gila

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"Geringer" bedeutet, dass die Nebenkosten, die das Jobcenter übernimmt, sich mit unter 50 Euro in einem Bereich bewegen, der jedem einigermaßen klar denkenden Menschen als zu niedrig erscheinen muss. 50 Euro habe ich, teils mit Hilfe von Dritten, selbst übernommen. Auch wenn es dämlich erscheint: Ich wollte mich lange Zeit gut mit ihm stellen, und mein Umfeld ist auch so gepolt, dass mir immer wieder gesagt wurde, dass ich bloß die Kündigung nicht riskieren soll, indem ich mich quer stelle. Im Rückblick war das ausgesprochen dämlich.

So ein KAPPES - es HAT doch keiner was davon!
Der Vermieter kriegt seine Kohle - ob vom JC oder von einem anderen "Dummen" - in diesem Falle leider von dir.
WOZU???
 

vermieterchaos

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Hallo,

@Helga40: Die Nebenkosten lege ich zurück, für den Fall, dass ich komplett daneben liege, und völlig im Unrecht bin. Das mit der Anzeigepflicht wusste ich nicht. Ich werde das am Montag nachholen.

@50GdB23: Der Vermieter hat sich noch nicht bei mir gemeldet. Im Mietvertrag steht bei mir übrigens nur die Gesamtsumme der Nebenkosten, die nicht einzeln aufgesplittet ist.
 

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Hallo

der Vermieter ist dir gegenüber doch verpflichtet die Nebenkosten abzurechnen.
Forder ihn uf dies Nachzuholen.
solange würde ich auch keine Nebenkoste mehr zahlen

Alternativ überweist du nur noch das was du vom Jokecenter bekommst
irgendwann wird er sich schon regen
 

vermieterchaos

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Hallo,

ich zahle meinen Strom selbst, und die Heizung und Warmwasseraufbereitung läuft zentral über Gas. Bleibt also nur der Strom, der dafür gebraucht wird, und der sonstige Hausstrom.
 
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