Verloren im Dreieck zwischen AfA, Ärzten und Arbeitgeber (bei ruhendem Arbeitsverhältnis, nach längerem ALG I-Bezug) - Wie verhalten vor neuerlichem Ärztlichen Gutachten? Pflicht zur Bewerbung bei Konkurrenzunternehmen?

Remanebit

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Hallo liebe Foristen,

in einer verworrenen Lage bitte ich Euch herzlich um Rat:

Mein Anspruch auf ALG I nach Aussteuerung aus dem Krankengeld (Sonderfall des ALG-Bezugs) wird gegen Ende Februar 2021 auslaufen, und obgleich ich weiterhin in einem (verzögerten) Heilungsprozess stecke, habe ich im Zusammenwirken mit dem Betriebsarzt und meinem Arbeitgeber, welcher mir den Arbeitsplatz - noch! - "freihält", im Rahmen eines BEM-Gesprächs vereinbart, dass ich im Anschluss an eine weitere betriebsärztliche Begutachtung (geplant für Anfang/Mitte Januar 2021) mit einer Wiedereingliederung an meinem früheren Arbeitsplatz beginnen soll.

Bedauerlicherweise reicht meinem SB (welcher nach längerer coronabedingter Pause wieder 'aufgewacht' ist und mir ein verpflichtendes Telefonat auferlegte ...) die von mir angekündigte schriftliche Bestätigung meines Arbeitgebers über die getroffene Verabredung als Nachweis meiner Eigenbemühungen zur Rückkehr auf den Arbeitsmarkt nicht aus, vielmehr hat er ein neuerliches Gutachten beim ÄD in Auftrag gegeben.

Sein Unmut entzündet sich insbesondere daran, dass ich mich seinerzeit (vor ca. 8 bis 12 Monaten!) nicht auf Vermittlungsvorschläge (ohne RFB), die sich u. a. auf Stellen bei Konkurrenzunternehmen meines langjährigen Arbeitgebers bezogen, beworben hätte.

Dazu ist anzumerken, dass der ÄD in seinem Gutachten (nach Aktenlage) das Beharrungspotenzial der damals (d. h. relativ kurz vor meiner Beantragung von ALG I) zu der bereits bestehenden, AU-begründenden Erkrankung unglücklicherweise hinzugetretenen Gesundheitsstörung massiv unterschätzte ("Behandlungsleiden") und mich dementsprechend - mit gewissen aufgezählten Einschränkungen - als vollschichtig arbeitsfähig einstufte, selbst in dem von mir bislang (übrigens seit jeher nur in Teilzeit) ausgeübten Beruf; ALG I wurde nach § 136 (nicht: § 145 [Nahtlosigkeit]) SGB III gewährt. Ich ließ es seinerzeit darauf beruhen, um nicht etwa - durch zu starke Betonung meiner Einschränkungen - den weiteren Bezug von ALG I zu torpedieren.

Zu meinem Leidwesen zieht sich der Heilungsverlauf nun doch ziemlich in die Länge - wobei ich durch intensive Recherche und Überzeugungskraft bei meinem Facharzt die Verordnung von neuartigen Heilmitteln erwirken konnte, deren positiver Effekt auf die als erste versorgte Körperseite sich bereits abzeichnet (wenngleich nicht vollends Bahn gebrochen hat ...), wohingegen es hinsichtlich der noch zu versorgenden Seite voraussichtlich eine gewisse Zeit bis zum Eintreten einer spürbaren Verbesserung brauchen wird.

... Während ich trotz aller bereits erlittenen Rückschläge also eine recht gute Chance auf einen gestuften Wiedereintritt ins Arbeitsleben im Laufe des kommenden Frühjahrs sehe, demoralisierte mich genannter Facharzt anlässlich meines letzten Besuchs (nachdem er mir soeben noch das zweite Hilfsmittel verschrieben hatte ...) vollkommen überraschend mit dem Anwurf: "Sie glauben doch nicht, dass Sie im Januar oder Februar wieder anfangen werden zu arbeiten" - zudem deutete er noch an, dass er sich auch den Kollegen des ÄD gegenüber entsprechend äußern werde.

Ich war völlig vor den Kopf geschlagen ob solch unangebrachtem, zum gegenwärtigen Zeitpunkt doch sehr verfrühtem Pessimismus' gegenüber einer motivierten, durch Krankheit zwar temporär ausgebremsten, doch keineswegs unheilbar kranken Person (die Äußerung des Arztes, in dieser oder ähnlicher Form niemals zuvor getätigt, ist auf Grundlage der bisherigen Konsultationen in keiner Weise nachvollziehbar - ein totaler Bruch ohne jegliche Erklärung); mein Appell, unter beidseitiger Anwendung des neuen Heilmittels doch erst einmal abzuwarten und bei Nachfrage des ÄD im Sinne einer hinreichenden Wiederherstellung in absehbarer Zeit zu argumentieren, verhallte ohne Reaktion; das Thema wurde kurzerhand für beendet erklärt, jedes weitere Wort darüber abgeschnitten, so dass auch ein neuerliches Gespräch, sollte es aufgrund der desolaten Terminsituation (man denkt dort in Monaten, und eine telefonische Rücksprache mit dem Arzt selbst ist grundsätzlich ausgeschlossen) überhaupt zustande kommen, unweigerlich im Fiasko enden würde. --- Leider, leider lernt man Ärzte erst nach und nach 'richtig' kennen ...

Ergänzen möchte ich noch, dass weder von seiner noch von anderer Seite jemals eine Reha o. dgl. angesprochen wurde (und auch ich selbst sähe darin keinen Sinn), von Beginn meiner Erkrankung an war vorwiegend von der großen Geduld, die ich aufzubringen hätte, die Rede (doch leider sträuben sich Ärzte nicht selten, derlei 'weiche Fakten' zu verschriftlichen, die sie zuvor glasklar geäußert haben ...); in der Zwischenzeit jedoch habe ich jede erreichbare (auch auswärtige) diagnostische wie therapeutische Maßnahme, zum nicht geringen Teil auf eigene Kosten, zur Verbesserung meines Zustands ergriffen.

-------.

... Diese (recht ausführliche) Darstellung der Vorgeschichte tat m. E. not, um den Hintergrund für meine nun folgenden Fragen zu liefern:

(1) Sollte ich für das in die Wege geleitete, unausweichliche zweite Ärztliche Gutachten den erwähnten Facharzt, der sich als eher wenig kooperativ entpuppt hat und in dessen (von mir mittlerweile angeforderten) Unterlagen/Arztberichten ich ebenfalls mehr oder weniger versteckte "kontraproduktive" Äußerungen befürchten muss, von der Schweigepflicht entbinden?

Welchen Eindruck macht es - bzw. ist es zu empfehlen -, als Ansprechpartner für den ÄD "nur" den Hausarzt anzugeben, der nach wie vor die durchgehende Krankschreibung verantwortet und grundsätzlich wohlgesonnen ist, jedoch im Zweifel auch nicht alles lückenlos 'auf dem Schirm' hat - und seinerseits befürchtet, dass sein Votum allein beim ÄD nicht verfange, ein Facharzt müsse her (hier beißt sich die Katze in den Schwanz ...).

(Nicht erst) zu Coronazeiten ist die Bereitschaft von Fachärzten, die überweisenden Hausärzte mit aussagekräftigen Berichten zu versorgen, äußerst gering ausgeprägt. Was Termine angeht, sieht es noch schlechter, um nicht zu sagen: katastrophal, aus, so dass ich es nicht schaffen werde, überhaupt sämtliche Papiere - schon gar neuere, welche vonnöten wären - bis zum vorgegebenen Termin zusammenzubringen.

--> Kann ein solcher Termin Eurer Erfahrung nach mit Erfolg verschoben werden?

Für einen Facharztwechsel läuft mir natürlich erst recht die Zeit aus; auch sieht es kein Arzt gern, wenn ein Patient die Praxis gleich beim ersten Besuch mit dem Anliegen betritt, in einer amtlichen Angelegenheit unterstützt zu werden ...

(2) Muss ich in meiner Situation (nach 29 Jahren bei demselben Arbeitgeber; ausgesteuert; ALG I-Bezug gemäß § 136 SGB III - 'zwischen Baum und Borke' aufgrund von Krankheit, aber "dann doch wieder nicht" - der unbefriedigende Schwebezustand ist ja bekannt ...) tatsächlich, wie es der SB verlangt, Bewerbungen an Konkurrenzunternehmen meines - noch - langmütigen Arbeitgebers richten? Möchte dessen letzten Rest an Wohlwollen nicht verspielen, indem ich ihm AU-Bescheinigungen einreiche - und hinter seinem Rücken beim direkten Mitbewerber (oder auch anderswo), von der AfA erzwungen, ein weiteres Arbeitsverhältnis neben dem bestehenden begründe! Verletzt meines Wissens die Treuepflicht, die man als Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber zu wahren hat. Ein derartiges Verhalten wäre, nebenbei bemerkt, ebenfalls in Bezug auf den 'neuen' Arbeitgeber sehr unredlich - zu schweigen von der deutlich geringeren Vergütung (welche dem Vernehmen nach offiziell aber wohl zumutbar ist ...) - und zu schweigen auch davon, dass (s. o.) mein derzeitiger Gesundheitszustand die Aufnahme der vorgeschlagenen Tätigkeit bei den genannten Firmen momentan ohnehin nicht zulässt.

Sondierungen meinerseits hinsichtlich der 'Ringeltäubchen' von Stellen, die ich mit meinen derzeit noch vorhandenen Einschränkungen ausfüllen könnte, verliefen im Sande.

--> Läuft hier alles auf Fake-/Negativ-Bewerbungen (eigentlich nicht mein 'Stil') als einzig denkbare "Gegenwehr" hinaus? - Doch auch diese könnten mir (abgesehen von möglichen unliebsamen Konsequenzen seitens der AfA), kämen sie meinem 'eigentlichen' Arbeitgeber zur Kenntnis, zum finalen Verhängnis werden ...

(Eine EM-Rente oder ALG II/Grundsicherung kommen aus unterschiedlichen Gründen nicht "infrage".)

Vielleicht kann mir in der geschilderten, verzwickten Situation jemand von Euch helfen, wie ich die relativ kurze Zeit bis zum Inkrafttreten der Wiedereingliederungsvereinbarung überbrücken kann - würde mich sehr freuen!

Im Voraus herzlichen Dank und liebe Grüße

Remanebit
 

Kerstin_K

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Auf telefonische Beratungsgespräche musst du dich nicht einlassen. Du nusst nur postalisch erreichbar sein.

Ob di Vergütung bei der Konkurrenz zumutbar ist, kannst du selber prüfen. Paragraph 140 SGBIII gibt Aufschluss.
 

franzi

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In manchen Branchen ist ein Bewerben bei Konkurrenz-Unternehmen innerhalb einer gewissen Frist nicht erlaubt.
Das steht schon im Arbeitsvertrag.
Das bezieht sich aber auf den Fall, dass man das erste Arbeitsverhältnis durch Kündigung beendet hatte.
Ich erinnere mich, dass ich einmal 2 Jahre warten musste, bis ich mich bei einer ähnlichen Firma bewerben durfte wegen dieser Konkurrenz-Klausel.
Die genaue Rechtslage zu dem Punkt kenne ich aber nicht.

Dabei geht es in erster Linie darum, dass man Geschäftsgeheimnisse oder internes Wissen, das dem anderen Unternehmen Vorteile bringen würde, nicht im neuen Job nutzen darf.
 

saurbier

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Hallo Remanebit,

also so wie sich das hier für mich jetzt anhört, könnte es also durchaus passieren das du trotz aller medizinischen Bemühungen doch nicht Anfang 2021 wieder mit einer Arbeitseingliederung rechnen solltest (lt. Arzt).

Da frage ich mich jetzt doch schon, warum machst du dir selbst soviel Streß.

Warum bitte nimmst du nicht das komplette SGB in Anspruch und holst dir für eine ausreichende Genesungszeit die DRV mit ins Boot.

Z.B. hat mir (als Teil-EMR seit 1998) die DRV nach meinem gesundheitlichen Rückfall infolge eines Freizeitunfalles im Anschluss an einer Reha nach langer Überlegung die volle EMR für insgesammt 3 Jahre wovon 1 ½ Jahre Rückwirkend waren befristet bewilligt, da auch noch ein weiteres gesundheitliches Problem hinzu kam was eine weitere OP plus entsprechende Heilungs-/Genesungsphase erforderte um dann zu schauen wie es weiterhin ausschaut.

Warum nutzt du diese Möglichkeit nicht auch.

Niemand zwingt dich das du falls dir die DRV eine befristete EMR bewilligen sollte - kann ja auch eine Teil-EMR sein -, daß du diese nach der Heilung weiter in Anspruch nehmen mußt. Mir scheint das ist bei manchen so ein Irrglaube. Wenn du wieder soweit genesen bist das du deiner bisherigen Arbeit voll nachgehen kannst, kannst du der DRV dies jederzeit schriftlich mitteilen und man würde dann deinen EMR-Bescheid aufheben.

Allerdings hätte dies dann den Vorteil für dich, daß du damit vorerst mal die AfA los wärst.

Und ehrlich dazu gesagt, es ist leider auch nicht ganz so einfach heute eine EMR zu bekommen.

Nur wenn dein behandelnder Arzt noch Monate für deine Behandlung sieht, scheint mir dies der besser Weg zu sein, denn damit wärst du aus finanzieller Sicht auch abgesichert.

Das aber setzt dann auch voraus, daß dir dein behandelnder Arzt/Ärzte entsprechende medizinische Befunde schreibt/schreiben und du seitens der AfA auf eine äD-Begutachtung bestehst, in der Hoffnung das dich der äD-Gutachter dieses mal mit den aktuellen Befunden auch für mehr als 6 Monate unter 3 Std./tägl. leistungsfähig einstuft. Denn dann müßte dich die AfA schriftlich auffordern binnen 1 Monat bei der DRV einen Reha/Renten-Antrag zu stellen.

Das aber hängt wie gesagt alles von den medizinischen Befunden deiner behandelnden Ärzte ab und wie diese deine berufliche Zukunft sehen.
 

Remanebit

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Guten Abend/guten Morgen (alles eine Frage der Perspektive ...) liebe Foristen,

danke sehr für Eure Antworten.

Auf telefonische Beratungsgespräche musst du dich nicht einlassen. Du nusst nur postalisch erreichbar sein

Der SB teilte mir postalisch (!) mit, dass das (wieder mal fällige) Gespräch über meine "berufliche Zukunft" coronabedingt nicht vor Ort in der AfA, sondern ersatzweise in Form eines Telefonats stattfinden müsse und ich ihn anzurufen habe. Da dem Schreiben eine RFB beigegeben war, leistete ich dieser Aufforderung Folge.
Ob di Vergütung bei der Konkurrenz zumutbar ist, kannst du selber prüfen. Paragraph 140 SGBIII gibt Aufschluss.

In diesen Paragraphen hatte ich auch schon mal reingeschaut. Der Vergütungsaspekt steht jedoch momentan (!) eher weniger im Vordergrund als vielmehr die Tatsache, dass ich mich

a) auf Stellen mit vollem Stundendeputat bewerben soll(te), obwohl ich seit jeher in Teilzeit gearbeitet habe - und sich mein ALG I ja auch auf Basis des durch die Teilzeittätigkeit erzielten Entgeltes bemisst.

b) sogar bei direkten Konkurrenzunternehmen meines AG bewerben soll(te) - welcher während meiner langen, krankheitsbedingten Abwesenheit I im Rahmen eines ruhenden Arbeitsverhältnisses) Geduld bewiesen und mir bislang nicht gekündigt hat.

(Zwar war in den letzten Monaten an der VV-Front, nicht zuletzt durch Corona, Ruhe, doch nach Erstellung des neuen Ärztlichen Gutachtens könnte alles wieder von vorne losgehen.)


@franzi:

Wenn Konkurrenzklauseln für die Zeit nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses greifen, so meinem Verständnis nach doch wohl erst recht während eines noch bestehenden (lediglich ruhenden) Arbeitsverhältnisses ...

Wie auch immer: Mir geht es hier ohnehin mehr um das Problem des doppelten Vertrauensbruchs bei alten wie neuem Arbeitgeber (welch letzterem ich ja ein ernsthaftes Interesse vorgaukeln müsste - was mir in den letzten Wochen vor Beginn einer geplanten Wiedereingliederung beim alten Arbeitgeber besonders schwer fiele ...).


@saurbier:

Mit der Beantragung einer EMR hätte ich die AfA zwar erst einmal "vom Fell", doch was ist, wenn seitens der DRV eine Ablehnung erteilt wird? Würde dann die AfA rückwirkend eintreten (die Mühlen der DRV mahlen ja bekanntlich äußerst langsam ...)?

... Und, wie gesagt: Der plötzliche Sinneswandel meines Facharztes ist durch nichts zu erklären, am wenigsten wohl durch rein medizinische Gründe - zumal ja auch niemals zuvor von einer Reha o. dgl. (und schon gar nicht von dauerhafter Erwebsminderung/-unfähigkeit) die Rede war. Ich selbst sehe mich ebenfalls nicht im EMR-Bezug, brauche halt einfach noch die (vom SGB III ja "eigentlich", wenngleich unter Auflagen, auch vorgesehene) Zeit, bis das neue Heilmittel - hoffentlich - seine Wirkung entfaltet hat.

... Danke sehr für Deine Anregung, werde/muss mich mit der entsprechenden Thematik noch näher beschäftigen, doch höchstwahrscheinlich ist der von Dir vorgeschlagene Weg für mich derzeit eher nicht gangbar. Mag aber auch sein, dass ich die Stoßrichtung Deiner Ausführungen nicht vollends verstanden habe ...:unsure:

-----

Allgemein ging es mir ja auch eher um die Frage, was sich Eurer Erfahrung nach bei der (mittlerweile unmittelbar) bevorstehenden neuerlichen Inauftraggabe eines Ärztlichen Gutachtens für mich unvorteilhafter auswirken kann: einen Facharzt von der Schweigepflicht zu entbinden, der sich als eher "unsicherer Kantonist" entpuppt hat - oder aber sich in dieser Hinsicht auf den (natürlich mit allen relevanten Befunden gebrieften) Hausarzt zu beschränken, welcher es jedoch selbst für möglich hält, dass seine Aussage (als Hausarzt) allein für die AfA nicht hinreichend sein könnte?

... Und was sollte ich allgemein beim Ausfüllen des Gesundheitsfragebogens (nebst Anlagen, sprich ärztlichen Befunden) in Vorbereitung auf das zweite zu erstellende Ärztliche Gutachten der AfA beachten? Es kommt mir "blöd" vor, überwiegend Kopien (oder Abschriften) der damals übermittelten Unterlagen einzureichen, doch, wie im Anfangsbeitrag erläutert, unterliegt mein Gesundheitszustand "nur" einem verzögerten Heilungsverlauf; qualitativ, d. h. an den Diagnosen, hat sich nichts Wesentliches geändert. (Werde natürlich die ärztliche Dokumentation des vergangenen Jahres dem neuerlich geforderten Gesundheitsfragebogen beifügen.)

Greift ein zweiter Gutachter zwangsläufig auf Vorgutachten derselben Behörde zurück? Oder ist er vielmehr gehalten, unabhängig von einem solchen Gutachten zu urteilen? Von beidem habe ich in Bezug auf andere Institutionen bereits gehört. Doch keine Behörde gleicht der nächsten ...


Vielleicht fällt ja auch zu den genannten Themenkomplexen noch jemandem von Euch etwas ein ..., würde mich freuen!

Viele Grüße

Remanebit
 

Kerstin_K

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Der SB teilte mir postalisch (!) mit, dass das (wieder mal fällige) Gespräch über meine "berufliche Zukunft" coronabedingt nicht vor Ort in der AfA, sondern ersatzweise in Form eines Telefonats stattfinden müsse und ich ihn anzurufen habe. Da dem Schreiben eine RFB beigegeben war, leistete ich dieser Aufforderung Folge.
Sowas kannst du damit qittieren, dass du laut Gesetz nur postalisch erreichbar sein musst. Für eine telefonische Errichbarkeit odr gar eien Pflicht, anzurufen gibt es schlicht keine Rechtskrundlage.
a) auf Stellen mit vollem Stundendeputat bewerben soll(te), obwohl ich seit jeher in Teilzeit gearbeitet habe - und sich mein ALG I ja auch auf Basis des durch die Teilzeittätigkeit erzielten Entgeltes bemisst.
Solche ermittlungsvorschöäge kannst du zurückweisen. Wenn du nur für Teilzeit ALG I bekommst, musst du auch nur für Teilzeit zur Verfügung stehen.
Mit der Beantragung einer EMR hätte ich die AfA zwar erst einmal "vom Fell", doch was ist, wenn seitens der DRV eine Ablehnung erteilt wird? Würde dann die AfA rückwirkend eintreten (die Mühlen der DRV mahlen ja bekanntlich äußerst langsam ...)?
Auch glaube, das siehst du falsch. Auch wenn du EMR beantragst, muss die AfA erstmal weiterzahlen, längstens bis dein Anspruch erschöpft ist. Sollte die EMRrückwirkend bewilligt werden, holt sich die AfA das Geld aus deiner Nachzahlung zurück.
 

saurbier

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Ich selbst sehe mich ebenfalls nicht im EMR-Bezug, brauche halt einfach noch die (vom SGB III ja "eigentlich", wenngleich unter Auflagen, auch vorgesehene) Zeit, bis das neue Heilmittel - hoffentlich - seine Wirkung entfaltet hat.
Genau hier machst du leider den großen Fehler bei deinen Gedankengängen.

Die AfA ist mit nichten dazu gedacht dir solange ALG-I zu bewilligen bis das ggf. mal deine Behandlung anschlägt. Diesem irrglauben unterliegen leider so mache. Es gehört allerdings nicht zum Leistungsumfang der AfA den Antragsteller ein verlängertes sozusagen Krankengeld zu zahlen, sondern sie soll die Leute best- und schnellstmöglich in eine angemesse Erwerbsfähigkeit vermitteln.

Genau für sowas wie in deinem jetzigen Fall ist die DRV zuständig, wenn die KK kein KG mehr zahlt, denn es gehört zur Aufgabe der DRV dafür Sorge zu tragen das Leistungsgeminderte bestmöglich für den Arbeitsmarkt ggf. wieder hergestellt werden. Sollte ihr das mit all den zur Verfügung stehenden Mitteln (LTA etc. pp.) dennoch nicht gelingen, dann bliebe ihr zu guter letzt die Möglichkeit einer befristeten EMR.

In meinen Augen verschenkt du im Agenblick Zeit und zwar teure Zeit weil du deinen ALG-I Anspruch aufbrauchst, wenngleich dir die DRV anstelle dessen bis zur entgültigen Genesung eine EMR zu hätte. Endet die EMR wäre falls du dann nicht übergangslos eine neue berufliche Beschäftigung hättest die AfA mit ALG-I zuständig, dann aber für jemanden der voll Leistungsfähig wäre.

Das was jetzt bei dir mit äD etc. abläuft ist ja im grunde genommen nichts anderes wie bei den tausenden Fällen die aus 78 Wochen KG (warum auch immer) sich im Anschluss bei der AfA gem. § 145 SGB III und dann meist dort zu einem Reha-/Renten-Antrag bei der DRV schriftlich aufgefordert werden. Hier dann im Gegensatz zu dir allerdings meist nicht mehr von einer Genesung ausgehen. Diese Leute warten dann im laufenden ALG-I Bezug bis die DRV mal eine EMR-Entscheidung getroffen hat, was mitunter sehr lange dauern kann (Reha/Gutachter und wohlmöglich noch Widerspruch und Klage). Sollte dann die DRV eine EMR bewilligen, holt sich die AfA ihre verauslagte Leistung von der DRV über die Rentennachzahlung zurück.

Was bitte machst du denn jetzt, wenn der äD-Gutachter bei dir plötzlich feststellen sollte das du für mehr als 6 Monate unter 3 Std./tägl. leistungsfähig bist. Willst du dann immer noch keinen Reha-/Renten-Antrag bei der DRV stellen, weil du ja ggf. wieder Gesund wirst.

Nochmals,
... Und, wie gesagt: Der plötzliche Sinneswandel meines Facharztes ist durch nichts zu erklären, am wenigsten wohl durch rein medizinische Gründe - zumal ja auch niemals zuvor von einer Reha o. dgl. (und schon gar nicht von dauerhafter Erwebsminderung/-unfähigkeit) die Rede war. Ich selbst sehe mich ebenfalls nicht im EMR-Bezug, brauche halt einfach noch die (vom SGB III ja "eigentlich", wenngleich unter Auflagen, auch vorgesehene) Zeit, bis das neue Heilmittel - hoffentlich - seine Wirkung entfaltet hat.
es kommt nicht darauf an wo du dich siehst, sondern doch viel eher die dich behandelnden Ärzte, oder. Es scheint doch aktuell so zu sein das die jetzt der Meinung sind das du doch nicht so schnell wieder in Erwerbsfähigkeit kommst.
 
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