Verhindern, dass das Jobcenter an das ersparte geht?

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ikarus1

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Hallo allerseits.
Eine Freundin von mir hat erfahren, dass sie wahrscheinlich bald ihren Job verlieren wird (angeblich Auftragslage). Sie wird zwar nen Antrag auf ALG1 stellen (hat Anspruch), aber da sie sehr wenig verdient, wird sie mit ALG2 aufstocken müssen.
Sie war noch nie arbeitslos und hat sich etwas Geld angespart. Es liegt auf einem Bankkonto.

Frage:
Was kann man tun, damit das ALG2 nicht verweigert wird, weil sie noch erspartes hat?

Ja, ich weiß, dass das rechtlich nicht gerade korrekt ist. Aber ich unterstütze sie darin - sie ist halt eine wirklich sehr enge Freundin von mir. Wenn man hier nicht offen antworten will, geht's natürlich auch per PN.

Vielen Dank im Voraus und allen alles Gute.
 

Ron Taboga

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Sie darf 150€ x ihre Lebensjahre + 750€ behalten. Liegt das etwa drüber?

Falls es so sein sollte könnte sie noch bevor sie den Antrag auf ALG2 stellt das Geld von dem einen Konto einfach abheben und das Konto schliessen, wenn sie denn mehrere Konten hat.

Denn von einem geschlossenen Konto kann es auch keine Kontoauszüge geben und damit auch keine dummen Fragen, warum denn so viel auf einmal ausgezahlt wurde.
 

Spartakus Germanicus

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Deine Freundin hat wie jeder andere ALG2 empfänger auch einen Grundfreibetrag.Der setzt sich wie folgt zusammen.

150.00€ pro lebens Jahr
9.750.00€ Maximal

Das heisst wenn deine freundin z.b 25 Jahre alt ist,darf sie ein Vermögen von 3750.00€ maximal behalten.
Alles was darüber hinaus geht wird dem ALG2 gegengerechnet.

Allerdings kann deine freundin wenn sie noch ein paar Monate weiter Arbeiten kann,dass Geld ja auch bei Seite schaffen,Auszahlen o.ä.
Denn bei ALG2 antrag musst du nur die Kontoauszüge der letzten 3 Monate vorweisen.Und was man in bar hat,kann das Jobcenter zu gut wie gar nicht nachweisen.
 

JulieOcean

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Wenn das Ersparte deiner Freundin über dem Freibetrag liegt, kann sie auch hier und da noch etwas von ihrem Geld anschaffen und so die Summe mindern. Etwa einen energiesparenden Kühlschrank kaufen oder Ähnliches, also alles, was sinnvolle Neuanschaffungen sind.

Dabei darf allerdings nicht der Eindruck entstehen, dass sie das Geld verprasst, denn damit würde sie im ALG-II ihre Hilfebedürftigkeit vergrößern und dann müsste sie Ersatz leisten oder die Leistung würde gekürzt.
 

alexander29

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Vorsicht bei Ratschlägen wie Konto schließen, dann gibt es keine Kontoauszüge.
Sicherlich gibt es Kontoauszüge; und zwar bis zur Schließung.
Da im Antrag auch von kürzlich geschlossenen Konten die Rede ist, müssen die angegeben werden.
Bei Nichtbeachtung könnte dies Folgen haben.

Und richtig, bei automatischem Kontoabgleich bekommt das JC dies mit.
 

Ron Taboga

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hab gelesen, das eine Kontoschliessung 3 Jahre vermerkt wird. das bekommt doch das Jobcenter durch den automatischen Kontoabgleich mit?!

Ein Datenabgelich nach aktiven Konten des Antragstellers bringt also auch automatisch alle geschlossenen Konten der letzten 3 Jahre mit sich oder was? Oder muss das Jobcenter extra danach forschen?

Aber das Jobcenter hat doch keine rechtliche Handhabe, für geschlossene Konten die Auszüge zu verlangen oder? Schliesslich existiert das Konto nicht mehr und es ist auch Geld mehr drauf, welches für die Bedürftigkeit wichtig sein könnte.

Vielleicht wäre es tatsächlich das Beste für die Freundin des TE, einfach das Geld über dem Freibetrag für neuen TV, PC, Tablet, Kühlschrank und weiss der Geier was zu verprassen...
 

Erolena

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Sie sollte Kühlschrank, Waschmaschine auf Stromverbrauch prüfen. Und bei Bedarf neue stromsparende Geräte anschaffen.
 

Aras

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Konto schließen und erstmal keinen ALG2 Antrag stellen. Ggf. kann sie zum ALG1 einen Wohngeldantrag stellen. Evtl. zunächst auch mit dem eigenen Vermögen aufstocken (müsste sie bei H4 dann ja auch). Nur dann ist das ganze nicht so offiziell und man setzt hier nicht den Betrag an, der vom JC ausgerechnet wird. D.h. sie gibt mehr aus als das, was der JC monatlich vom Vermögen abziehen würde. Und dann halt wenn sie unterm Freibetrag liegt, die Differenz davon (oder am besten alles) unterm Kopfkissen.

Dann halt Antrag stellen, dass das Konto nicht mehr in die 3 Monate Auszüge-zeigen-Frist fallen würde.

Und beim JC im Zweifelsfall halt dumm stellen (Wohnung renoviert oder Sachen, die ohne Quittung laufen) Und: Ich dachte, ich muss erst mein Vermögen aufbrauchen etc. Geht die ja nix an, wie viel man im Monat verbraucht hat.
 

hartaber4

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"Rückwirkend" lässt sich da ohne weiteres nicht rauslesen:

§ 52 SGB II Automatisierter Datenabgleich

(1) Die Bundesagentur und die zugelassenen kommunalen Träger überprüfen Personen, die Leistungen nach diesem Buch beziehen, zum 1. Januar, 1. April, 1. Juli und 1. Oktober im Wege des automatisierten Datenabgleichs daraufhin, 1.ob und in welcher Höhe und für welche Zeiträume von ihnen Leistungen der Träger der gesetzlichen Unfall- oder Rentenversicherung bezogen werden oder wurden,
2.ob und in welchem Umfang Zeiten des Leistungsbezuges nach diesem Buch mit Zeiten einer Versicherungspflicht oder Zeiten einer geringfügigen Beschäftigung zusammentreffen,
3.ob und welche Daten nach § 45d Absatz 1 und § 45e des Einkommensteuergesetzes an das Bundeszentralamt für Steuern übermittelt worden sind,
4.ob und in welcher Höhe ein Kapital nach § 12 Absatz 2 Nummer 2 nicht mehr dem Zweck einer geförderten zusätzlichen Altersvorsorge im Sinne des § 10a oder des Abschnitts XI des Einkommensteuergesetzes dient,
5.ob und in welcher Höhe und für welche Zeiträume von ihnen Leistungen der Träger der Sozialhilfe bezogen werden oder wurden,
6.ob und in welcher Höhe und für welche Zeiträume von ihnen Leistungen der Bundesagentur als Träger der Arbeitsförderung nach dem Dritten Buch bezogen werden oder wurden,
7.ob und in welcher Höhe und für welche Zeiträume von ihnen Leistungen anderer Träger der Grundsicherung für Arbeitsuchende bezogen werden oder wurden.

(2) Zur Durchführung des automatisierten Datenabgleichs dürfen die Träger der Leistungen nach diesem Buch die folgenden Daten einer Person, die Leistungen nach diesem Buch bezieht, an die in Absatz 1 genannten Stellen übermitteln: 1.Name und Vorname,
2.Geburtsdatum und -ort,
3.Anschrift,
4.Versicherungsnummer.

(2a) Die Datenstelle der Rentenversicherungsträger darf als Vermittlungsstelle die nach den Absätzen 1 und 2 übermittelten Daten speichern und nutzen, soweit dies für die Datenabgleiche nach den Absätzen 1 und 2 erforderlich ist. Sie darf die Daten der Stammsatzdatei (§ 150 des Sechsten Buches) und der bei ihr für die Prüfung bei den Arbeitgebern geführten Datei (§ 28p Absatz 8 Satz 2 des Vierten Buches) nutzen, soweit die Daten für die Datenabgleiche erforderlich sind. Die nach Satz 1 bei der Datenstelle der Rentenversicherungsträger gespeicherten Daten sind unverzüglich nach Abschluss des Datenabgleichs zu löschen.
(3) Die den in Absatz 1 genannten Stellen überlassenen Daten und Datenträger sind nach Durchführung des Abgleichs unverzüglich zurückzugeben, zu löschen oder zu vernichten. Die Träger der Leistungen nach diesem Buch dürfen die ihnen übermittelten Daten nur zur Überprüfung nach Absatz 1 nutzen. Die übermittelten Daten der Personen, bei denen die Überprüfung zu keinen abweichenden Feststellungen führt, sind unverzüglich zu löschen.
(4) Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung das Nähere über das Verfahren des automatisierten Datenabgleichs und die Kosten des Verfahrens zu regeln; dabei ist vorzusehen, dass die Zuleitung an die Auskunftsstellen durch eine zentrale Vermittlungsstelle (Kopfstelle) zu erfolgen hat, deren Zuständigkeitsbereich zumindest das Gebiet eines Bundeslandes umfasst.
 
X

xyz345

Gast
Vorsicht bei Ratschlägen wie Konto schließen, dann gibt es keine Kontoauszüge.
Sicherlich gibt es Kontoauszüge; und zwar bis zur Schließung.

Sind weggeworfen, weil Konto eh erloschen. Sache erledigt, alle Unterlagen entsorgt. Aus. Ende. Was weg ist, weg. Pflicht zum Aufbewahren o.ä. gibt es nicht, also demnach auch keine Einrede dazu.

Da im Antrag auch von kürzlich geschlossenen Konten die Rede ist, müssen die angegeben werden.
Bei Nichtbeachtung könnte dies Folgen haben.

Quatsch mit Soße! :mad: Wo willst du denn das gesehen haben?! Zeige!

Und richtig, bei automatischem Kontoabgleich bekommt das JC dies mit.

Falsch! Geschlossene Konten tauchen nicht auf. Erzähl so was nicht!
 

Martin Behrsing

Redaktion
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Was sind denn alles für unvollständige Antworten.

Es gilt

ALG II Vermögenfreibeträge § 12 SGB II

1. ein Grundfreibetrag in Höhe von 150 Euro je vollendetem Lebensjahr

2. Altersvorsorge in Höhe des nach Bundesrecht ausdrücklich als Altersvorsorge geförderten Vermögens einschließlich seiner Erträge und der geförderten laufenden Altersvorsorgebeiträge, soweit die Inhaberin oder der Inhaber das Altersvorsorgevermögen nicht vorzeitig verwendet (Stichwort z. B. Riesterrente)

3. geldwerte Ansprüche, die der Altersvorsorge dienen, soweit die Inhaberin oder der Inhaber sie vor dem Eintritt in den Ruhestand aufgrund einer unwiderruflichen vertraglichen Vereinbarung nicht verwerten kann und der Wert der geldwerten Ansprüche 750 Euro je vollendetem Lebensjahr.

4. ein Freibetrag für notwendige Anschaffungen in Höhe von 750 Euro .

Wenn deine Freundinn z. B. 30 Jahre jung ist

kann sie behalten:

30 x 150 Euro = 4500 Euro
30 x 750 Euro = 22.500 Eruo
750 Euro

Summe: 27.750

22.500 darf sie allerdings nicht vor Renteneintritt ausgeben. Zusätzlich kann sie auch noch eine unter 2 aufgeführte staatl. geförderte Altervorsorge abschließen. Hier sollte aber unbedingt eine Beratung bei einer Verbraucherberatung stattfinden, da Banken und Versicherungen fast nie gut beraten.
 
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