Verhalten im Gespräch mit SB, Rechtfertigungen, Mitarbeit, zu Bewerbungen zwingen (1 Betrachter)

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Freak

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Hey,
ich war heute mal wieder bei einer Einladung im Jobcenter die nicht sehr entspannt ablief. Es war zum ersten Mal ein zweiter SB mit im Raum (wahrscheinlich um mich einzuschüchtern) und die Fragen und Reaktionen der SB werden immer dreister und unangenehmer.
Das Problem ist, ich bin mir immernoch unsicher darüber was genau mein Recht ist, worauf/wie ich Antworten muss usw. und hätte deswegen ein paar allgemeine Fragen in dem Zusammenhang und auch ein paar konkrete Fragen die im dem Gespräch aufkamen.

Kann man mir sagen wo ich mich privat zu Bewerben habe?
Ich habe ein nicht abgeschlossenes Studium und bewerbe mich bei Stellen die meiner Branche entsprechen aber kein abgeschlossenes Studium benötigen. Der SB weist immer wieder darauf hin, dass ich mich bei allen Tätigkeiten zu bewerben habe die für mich Gesundheitlich möglich sind, z.B.: auch als Produktionshelfer.
Bei VVs bewerbe ich mich natürlich immer.

Kann mir ein Fallberater aufgezwungen werden?
Der SB meinte ein Fallberater wäre das beste in meinem Fall. Ich habe dem nicht zugestimmt.

Muss ich bei den privaten Bewerbungen die Adresse Telefonnummer und Email des Arbeitgebers mit dazuschreiben?
Der SB will mit den Argbeitgebern Kontakt aufnehmen können. Ich habe bis jetzt nur Datum, Arbeitgeber, Stellenbeschreibung und Status aufgeschrieben.

Was mache ich mich wenn mir gesagt wird wie ich mich zu Verhalten habe?
Sachen wie: "Kritzeln sich nicht auf ihrem Blatt herum.", "Hören sie mir zu, schauen Sie mich an.", "Seien sie nicht so pampig." Ich sage dann: "Ich bin hier, höre zu und rede mit ihnen, was wollen Sie?" "Ja Herr **** so kommen wir hier nicht zum Gespräch." "Sie sind doch kein kleines Kind." usw.

Wofür muss ich mich rechtfertigen?
Es kommen immerwieder so Floskeln wie: "Ja, warum haben sie das nicht gemacht/ wollen das nicht machen?" "Darum/Keine Ahnung/Weis ich nicht" "Ja, Herr **** das ist aber keine Antwort." "Wir müssen ihnen ja helfen, es muss ein Gespräch stattfinden."

Keine Frage aber würde noch den Kommentar machen das mir wieder gesagt wurde "Sie können sich gern abmelden." und ich könne mit vielen weitern und regelmäßigen Einladungen rechnen. Auserdem kam noch umgangssprachlich der Spruch: "Kurz eine Stelle aus dem Internet suchen und Email senden ist kein Bewerbung." (Was ja offensichtlich quatsch ist...).

Generell wird mir vorgewurfen ich würde nicht mitarbeiten, obwohl ich jedes mal eine Liste der Stellen mitbringe bei denen ich mich beworben habe.

Und bevor es jemand vorschlägt: Eine zweite Person als Beistand habe ich leider zurzeit nicht zur verfügung. Ich mache aber Notizen.
Und ich gehe davon aus, dass eine Aufnahme des Gesprächs wohl nicht ganz rechtens wäre? :)

Gegen meine aktuelle EGV-VA wurde Widerspruch eingelegt (siehe Anhang). Also bin ich mir unsicher was davon nun gilt.


Ok, das wärs, ich hoffe der Post kommt nicht zu trivial/weinerlich rüber. :biggrin:
 

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Texter50

Super-Moderation
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Du darfst Dich auf die Stellen bewerben, die Du meinst ausführen zu künnen, bei denen die Anforderungen zu Dir passen könnten. Ich weiß von keiner Vorschrift, die dem widerspricht. :biggrin:

Ich schreib zum Namen des Arbeitgebers immer de PLZ und Stadt dazu, mehr passt eh nicht inne Zelle. Bisher hat sich keener bschwert. Möge sich Dein SBchen selber bemühen, wenn es Dich verfolgen will, was es - so meine ich - nicht generell darf?

Verhaltensansagen kontert man mit eigenen Fragen. :icon_stop:
Du solltest Dir vor jedem Termin Notizen machen, was Du fragen willst; diese Notizen werden abgearbeitt, damit das SBchen keine blöden Fragen stellen kann.
Vergiss bitte die Frage nach dem Fahrtkostenantrag nicht.
Dann findet auch ein Gespräch statt... :icon_mrgreen:

Du musst Dich nicht rechtfertigen - für gar nix. Will Dich Dein SBchen loswerden, soll es Dir auskömmliche Arbeit besorgen. :icon_stop:
Immer wieder drauf hinweisen, es sei seine Aufgabe, Dir eine Stelle zu besorgen, damit Du aus dem Bezug kommst.
Dreh den Spieß schlicht um... :biggrin:

Es gibt im Forum nen Bereich für Beistände, vielleicht findest da wen als Beistand?

https://www.elo-forum.org/suche-biete-begleitung-arge-jobcenter/

Gegen meine aktuelle EGV-VA wurde Widerspruch eingelegt (siehe Anhang). Also bin ich mir unsicher was davon nun gilt.
Das habe ich jetzt nicht verstanden. Verlinkt is doch der VA...
 

Pixelschieberin

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Wenn du auf eine Frage nicht antworten willst weil du dich u. U. erst schlau zu machen gedenkst, ob du die beantworten mußt:
"Eine interessante Frage, darüber werde ich in Ruhe nachdenken."

So muß nicht ausgesprochen werden: "Das geht Euch einen feuchten Kehricht an."
Der Fragende wird vorerst ausgebremst, weil die Reaktion nicht auf der im Schnellkurs ausgehändigten Liste auswendig zu lernender Manipulations-Sprüche stand.
 

obi68

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Ich schreib zum Namen des Arbeitgebers immer de PLZ und Stadt dazu, mehr passt eh nicht inne Zelle. Bisher hat sich keener bschwert. Möge sich Dein SBchen selber bemühen, wenn es Dich verfolgen will, was es - so meine ich - nicht generell darf?
Genau so. Wenn SB mehr Angaben benötigt, wird er/sie MIttel und Wege haben, sie herauszufinden.
Und hinterherschnüffeln ist wegen des Sozialdatenschutzes ohnehin nicht erlaubt. Wenn der/die SB es dennoch macht, sind sämtliche Kenntnisse, die sie aufgrund ihrer illegalen Recherche erhält, selbstverständlich nicht verwertbar.

Generell würde ich dir, Freak; empfehlen, aus einer eventuellen Demutshaltung herauszukommen. Du bist kein kleines Kind, dem man Verhaltensmaßregelungen geben darf. Dementsprechende herablassende Kommentare ("Ich rede mit ihnen!", "Kritzeln sie nicht rum, während ich mit ihnen spreche!" etc.) würde ich mir höflich, aber bestimmt verbitten.
 

DonOs

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Hallo NeueEGVneinDank


Wenn ich ein schriftliches Protokoll anfertigen möchte, ist das mein Gutes Recht, auch der Beistand kann dies tun. Es kann ja nicht schaden, gleich zu Beginn des Gespräches dem gegenüber zu erläutern, daß man gerne das Gespräch aufzeichnen möchte. Natürlich wird sowas verneint, dann zückt man eben den Stift hinaus und schreibt soweit mit. Der Sb weiß dann sogleich was Sache ist.

In Hinblick auf auf Konter, sind hier im Forum nützliche Tipps zu finden:

======

"Ihre Ansicht ist zur Kenntnis genommen!"

"Hochkomplexe Fragestellung! Eingedenk der Vielzahl an Variablen muss ich hier geraume Zeit drüber nachdenken und Informationen einholen, bevor ich eine eigenverantwortliche Entscheidung über die Beantwortung der Frage treffen kann!"

"Exotische Ansichten, die Sie da vertreten! Sehe ich anders und dabei belassen wir es!"

https://www.elo-forum.org/alg-ii/ge...sten-vorfindet-162262/index2.html#post2005469

======

In Hinblick auf den Zweiten Sb, ein ähnlicher Fall:

Zitat von Sonnenschein51 Beitrag anzeigen
"Das ist meine Nachfolgerin, ich werde bei Ihrem Termin heute dabei sein um ihr die Einarbeit zu erleichtern", meinte meine bisherige SB zu mir und bat mich Platz zu nehmen.

"Schön Sie kennenzulernen. Würden Sie bitte den Raum verlassen, da ich hier ein persönliches Beratungsgespräch mit meiner SB wahrnehmen möchte ?"

Sollte nun etwas passieren

"Sie werden verstehen, dass Sie sich einen Vorteil haben ?"

Sollte nun etwas passieren

"Schönen Dank für das Gespräch, gerne komme ich auf Ihr Angebot zurück, sobald es Ihnen möglich sein wird."

Das ist eine neue Masche in Jobcentren. Dich mit zwei Leuten dichtzumachen.

*Zitat:
Zitat von Sonnenschein51 Beitrag anzeigen
Meine neue SB fragte mich erst scheinheilig über meinen Lebenslauf aus.
Es gibt keine neue SB. Ich führe grundsätzlich nur Gespräche mit vorher angekündigtem Personal (Einladung). Wenn dieser nicht da ist dann sollen die sich verp!ssen.

Zitat:
Zitat von Sonnenschein51 Beitrag anzeigen
"Passen Sie mal auf, als Hilfebedürftige genießen Sie keinen Berufsschutz, seien Sie froh dass wir Ihnen die Chance geben, zur Tertia zu gehen, weigern Sie sich die EGV zu unterschreiben, können wir Sie auch sofort als Kloputzerin oder Spülkraft vermitteln, da habe ich sowieso gerade was frei, also entscheiden Sie sich!"
"Lecken Sie mich am Ar$ch!"

Selbst Schuld! Auch ohne Beistand würden die auf Granit bei mir knallen!


Nachtrag: *Würde ich so persönlich nicht handhaben, in Bezug auf die Kraftausdrücke
 

obi68

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"Hochkomplexe Fragestellung! Eingedenk der Vielzahl an Variablen muss ich hier geraume Zeit drüber nachdenken und Informationen einholen, bevor ich eine eigenverantwortliche Entscheidung über die Beantwortung der Frage treffen kann!"
Joa, danach dürfte dann ohnehin erst mal ein paar Minuten Funkstille herrschen, bis der Satz vom SB verdaut und evtl. verstanden ist. :icon_mrgreen:
 

AnonNemo

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Freak meinte:
Der SB will mit den Argbeitgebern Kontakt aufnehmen können.
Da freut sich bestimmt der Datenschützer ... deshalb wäre eine Möglichkeit: Sobald wieder solche Sprüche kommen, deine Ansage: "Jetzt ist es Zeit, dass der JC-Datenschützer dazu geholt wird, damit der mir den Sinn und Zweck vom Sozialgeheimnis erklärt." :icon_hmm:

Freak meinte:
Sachen wie: "Kritzeln sich nicht auf ihrem Blatt herum.", "Hören sie mir zu, schauen Sie mich an.", "Seien sie nicht so pampig." Ich sage dann: "Ich bin hier, höre zu und rede mit ihnen, was wollen Sie?" "Ja Herr **** so kommen wir hier nicht zum Gespräch." "Sie sind doch kein kleines Kind." usw.
Der Dep* soll Lehrer werden! In der (Grund-)Schule darf er Kinder belehren und erziehen ... aber einen erwachsenen Mann :icon_stop:

Freak meinte:
Es kommen immerwieder so Floskeln wie: "Ja, warum haben sie das nicht gemacht/ wollen das nicht machen?" "Darum/Keine Ahnung/Weis ich nicht" "Ja, Herr **** das ist aber keine Antwort." "Wir müssen ihnen ja helfen, es muss ein Gespräch stattfinden."
Der ist nicht dein Vormund! Der soll sich benehmen!
Wenn er wieder übergriffig wird; Ihn in die Schranken weisen und/oder den Raum - mit einer entsprechenden Bemerkung - verlassen.

Freak meinte:
"Sie können sich gern abmelden."
Er kann sich versetzen lassen oder sogar kündigen! Dann braucht er sich nicht mehr aufregen :wink:

Ich habe gerade sooo einen Hals, wenn ich lese wie überheblich sich der SB aufführt :icon_motz:
 

Princess!

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Es ist unglaublich, wie diese Maschinerie erwachsene Leute dazu bringt, darüber nachzudenken, wie sie auf Maßregelungen und Provokationen reagieren dürfen. Dieser SB benimmt sich wie Frl. Rottenmeier und noch schlimmer...aber dieses kranke System erwartet Buckeln und wohl noch Niederknien vor der Allmacht. Geht gar nicht...

Konkrete Ratschläge sind immer etwas schwierig, oft ergibt sich etwas aus der jeweiligen Situation. Manchmal hilft auch ein entsprechender Blick, um das Gegenüber ins Stolpern zu bringen. Oder eine bis zur Eiseskälte abgekühlte Höflichkeit. Signalisiere, daß der SB Dich mal kann, ohne dies mit Worten auszudrücken für den Anfang. Sitze aufrecht, sieh ihm unentwegt in die Augen. Bleibe dabei immer höflich. Wenn er ausflippt, kannst Du das Gespräch beenden.

So eine Type hat nichts im Kundenkontakt verloren...
 

Ah4entheater

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... Es war zum ersten Mal ein zweiter SB mit im Raum (wahrscheinlich um mich einzuschüchtern) ...
Merke: im Gespräch beim JC darf nur Dein Dich einladender SB, die Teamleitung oder/und die Geschäftsleitung anwesend sein. Es darf immer nur jemand mit Dir sprechen, der Deine Akte kennt und bearbeitet bzw. für Deine Akte verantwortlich ist.

Konstellationen könnten also sein:
Du, SB.
Oder: Du, SB, Teamleitung.
Oder: Du, SB, Geschäftsleitung.
Oder: Du, SB, Teamleitung, Geschäftsleitung.

Was aber gar nie nicht geht, ist, dass ein anderer SB (hierarchisch auf gleicher Ebene zu Deinem SB) zusätzlich zu Deinem SB auch noch im Gespräch im Raum ist. Der könnte ja sonst auch die Putzfrau ins Gespräch einbeziehen, verstehst :icon_hihi: Hier geht es immerhin ums SOZIALGEHEIMNIS, dass das JC Dir gegenüber zu ACHTEN und zu SCHÜTZEN hat.

Beim nächsten Mal frägst Du also, wer der andere SB ist, ob er Teamleitung oder Geschäftsleitung ist. Wenn nein, dann forderst Du diesen anderen SB höflich auf, den Raum zu verlassen, denn Du möchtest das Gespräch nur mit Deinem SB führen.

Ich hatte auch schon den Fall, dass ich einer Einladung gefolgt war, der SB mich dann zur Begrüßung im Beisein meines Beistands erstmal gefragt hat (immerhin, er hat gefragt!), ob ich einverstanden wäre, wenn die Geschäftsleitung mit beim Termin dabei ist. Ich habe prompt gekontert und ihm angesagt, "dass ich nur mit der Person spreche, die mich eingeladen hat. Und das sind nur Sie, Herr SB. In der Einladung wurde mir nicht bekannt gegeben, dass die Geschäftsleitung mit mir sprechen möchte." So war diese Frage schnell vom Tisch. Hat wunderbar geklappt :wink:

Nicht vergessen: Angeblich bist Du bei einem JC ja KUNDE :icon_mrgreen: Und Kunden, sind Könige und Königinnen :biggrin: Und das JC hat Dich demgemäß als König zu behandeln, verstehst.

DU sagst an, nicht Dein SB! Es geht um DICH. Entsprechend hat irgendein SB Dich nicht zu bevormunden. Suche danach, in Zukunft entsprechend selbstbewusst beim JC aufzuschlagen. Das lernt man im Umgang mit dem JC aber sowieso mit der Zeit.

DU stellst Anträge beim JC - nicht irgendein SB (die gerne auch mal versuchen, Dir forsch Anträge unterzuschieben, indem die Dir das "anbieten" und das dann in die EGV reinformulieren wollen). Wenn Du also nur von Deinem SB zum Gespräch eingeladen wurdest, dann führst Du das Gespräch auch nur mit ihm. Solltest Du aus irgendeinem Grund während des Gespräches feststellen, dass Du die Teamleitung dazuziehen willst, dann entscheidest DU, ob und dass DU das so haben willst - und forderst es ein.


Das Problem ist, ich bin mir immernoch unsicher darüber was genau mein Recht ist, worauf/wie ich Antworten muss usw. ...
Ging mir anfangs auch so. Mit der Zeit, wenn Du Dich mit Deinen Rechten im SGB II besser auseinandergesetzt hast (das empfehle ich Dir auch sehr, denn genau das verschafft Dir auch ein sehr solides Selbstbewusstsein im Auftreten gegenüber Deinem SB) wirst Du im Gespräch mit dem SB sicherer werden und Dich im Gespräch souveräner und besser fühlen.

Eine schöne Frage, mit der Du immer Aussagen kontern bzw. hinterfragen kannst, BEVOR Du dem SB überhaupt antwortest und Dir so gleichzeitig auch Zeit zum Nachdenken für eine passende Antwort verschaffst:

WO im SGB steht das geschrieben? Bitte zeigen Sie mir den/die entsprechenden §§.

Oder alternativ: Auf Basis welcher Rechtsgrundlage wollen Sie dies entscheiden bzw. mit mir vereinbaren? Zeigen Sie mir bitte die entsprechenden Rechtsgrundlagen.

Nach § 13, 14 und 15 SGB I ist Dein SB VERPFLICHTET Dir Auskunft auch über Deine RECHTE zu erteilen (also nicht nur über Deine Pflichten, was SBs natürlich bevorzugt tun). Fordere Auskunft ein! Erst mündlich, dann noch schriftlich hinterher.

Auf diese Weise übernimmst DU die FÜHRUNG des Gesprächs, verstehst :wink:

Lass Dich NIE verbal in die Ecke drängen oder Dich sonst irgendwie unter Druck setzen. Du könntest z.B. auch - wenn es Dir in einer Situation mal zu bunt werden würde - einfach aufstehen - ja, konkret aufstehen -, zum Fenster gehen und währenddessen sagen, "Es ist Ihnen doch recht, dass ich mal frische Luft hier rein lasse." Kein Scherz (na ja, doch ein bißchen :icon_hihi:). Einfach machen. Der SB wird dumm gucken, egal. DU brauchst gerade frische Luft! Außerdem verschaffst Du Dir so Zeit, Dein Gehirn wird wieder normal durchblutet, so dass Du wieder normal denken kannst und schon kann es weitergehen. Übrigens hilft es auch Wasser mit ins Gespräch zu nehmen.

DU bist der König, nicht vergessen.


Kann man mir sagen wo ich mich privat zu Bewerben habe?
Kurz gesagt musst Du gemäß § 2 SGB II, allerdings unter Berücksichtigung von § 10 SGB II (Zumutbarkeit), alle Möglichkeiten nutzen, um Deine Hilfebedürftigkeit zu verringern oder zu beenden.

Insofern darf Dein SB das hier sagen:

..., dass ich mich bei allen Tätigkeiten zu bewerben habe die für mich Gesundheitlich möglich sind, z.B.: auch als Produktionshelfer.

Kann mir ein Fallberater aufgezwungen werden?
Der SB meinte ein Fallberater wäre das beste in meinem Fall. Ich habe dem nicht zugestimmt.
Sehr gut, denn DU bist der König.

Allerdings hast Du kaum Möglichkeiten darüber zu bestimmen, mit welchem SB Du im JC kommunizieren musst. Selbst wenn Du mal einen Befangenheitsantrag stellen wollen würdest, liegt es im Ermessen des JC zu entscheiden, von wem Du zum Gespräch eingeladen wirst.

Außerdem lass Dich von dem Gedöns "ein Fallberater wäre das Beste für Dich" nicht erniedrigen. Frag nach, was der SB mit dieser Aussage bezwecken möchte: "Suchen Sie etwa gerade danach mich zu beleidigen?" Wenn ja, dann erklären Sie mir bitte ihre Gründe dafür." (Anmerkung: der Beistand schreibt natürlich fleißig mit).


Muss ich bei den privaten Bewerbungen die Adresse Telefonnummer und Email des Arbeitgebers mit dazuschreiben?
Der SB will mit den Argbeitgebern Kontakt aufnehmen können.
Und sonst gehts dem SB aber schon noch gut? Wie kommt der dazu zusätzlich zu Deiner Bewerbung noch Kontakt mit den Arbeitgebern aufzunehmen, bei denen Du Dich beworben hast? Das kann - und wird - Dein SB machen, wenn Du Dich auf Basis von VVs beworben hast. Aber bei allen anderen Bewerbungen hat Dein SB sich gefälligst herauszuhalten. Und selbst wenn der SB das tun würde, könnte er meiner Meinung nach die Daten nicht verwerten, da der SB sich immer noch an datenschutzrechtliche Bestimmungen zu halten hat. Ein Arbeitgeber ist nicht befugt Daten zu Deiner Bewerbung an Dritte herauszugeben - auch nicht an das JC!

Solltest Du da mal Ärger kriegen, dann dazu direkt die BfDI einschalten und das "über oben" datenschutzrechtlich klären lassen.

Außerdem liste NIE diejenigen Bewerbungen auf, die Dir so richtig wichtig sind. Davon sagst Du dem SB natürlich nichts. So einfach.


Was mache ich mich wenn mir gesagt wird wie ich mich zu Verhalten habe?
Sachen wie: "Kritzeln sich nicht auf ihrem Blatt herum.", "Hören sie mir zu, schauen Sie mich an.", "Seien sie nicht so pampig." Ich sage dann: "Ich bin hier, höre zu und rede mit ihnen, was wollen Sie?" "Ja Herr **** so kommen wir hier nicht zum Gespräch." "Sie sind doch kein kleines Kind." usw.
Ey, Dein SB hat echt'n Rad ab! Der ist nicht Dein Vormund! Was fällt dem ein, so übergriffig zu werden und Dich zu gängeln? Scheint ein Psychopath zu sein ... .

Dem würde ich was husten (nicht rechtfertigen!):

SB: "Kritzeln Sie nicht auf ihrem Blatt herum."
DU: "Warum irritiert Sie das? Warten Sie bitte einen Moment, bis ich zu Ende geschrieben habe."

SB: "Hören Sie mir zu, schauen Sie mich an."
DU: "Sie sehen das falsch. Ich höre Ihnen zu und denke über das nach, was Sie gerade gesagt haben."

oder je nachdem, in welchem Ton der das sagt, antwortest Du RUHIG und GELASSEN: "Mäßigen Sie Ihren Ton. Ich bin zu Ihnen freundlich, sind Sie es also auch." Und DABEI schaust Du ihm dann DIREKT und einige Sekunden in die Augen.

SB: "Seien Sie nicht so pampig."
DU: "Wovor haben Sie Angst?"

Diesen Satz einfach so im Raum stehen lassen.

SB: "Ja Herr **** so kommen wir hier nicht zum Gespräch." Sie sind doch kein kleines Kind."
DU: "Das haben Sie richtig erkannt, Herr ****. Ich bin ein erwachsener, mündiger Mann. Können wir nun in der Sache bitte fortfahren? Was ist ihr nächster Punkt?"

Übe, souverän zu bleiben. DU bist der König und führst das Gespräch (nachdem Dein SB das offenbar nicht kann).


Wofür muss ich mich rechtfertigen?
Es kommen immerwieder so Floskeln wie: "Ja, warum haben sie das nicht gemacht/ wollen das nicht machen?" "Darum/Keine Ahnung/Weis ich nicht" "Ja, Herr **** das ist aber keine Antwort." "Wir müssen ihnen ja helfen, es muss ein Gespräch stattfinden."
Rechtfertige Dich NIE!

Das Ziel des SB ist hier Dich zu provozieren, Dir massiv Druck zu machen, Antworten zu erpressen und nach Sanktionsmöglichkeiten zu suchen. Denke immer daran, die SBs sind auf diese Gangart GESCHULT. Nimm es NIE persönlich.

Die Dinge sind so wie sie sind. Punkt.

SB: "Ja, warum haben sie das nicht gemacht/ wollen das nicht machen?"
DU (willst natürlich immer!): "Zeigen Sie mir auf, was KONKRET Sie von mir hören/haben wollen/erwarten."
Sollte der SB weiterzicken, triffst Du die exakt gleiche Aussage nochmal:
"Zeigen Sie mir auf, was KONKRET Sie von mir hören/haben wollen/erwarten."
SB: "..."
Dann antwortest Du sachlich (oder gar nicht mit z.B. den Worten: "Gut, ich teile Ihnen das dann schriftlich noch mit." (warum? weil Du jetzt nichts sagen kannst/willst))


... "Sie können sich gern abmelden."
DU: "Danke für die Erinnerung. Das ist mir bekannt. Sollte ich mich dazu entscheiden, lasse ich Sie das fristgerecht wissen."


..."Kurz eine Stelle aus dem Internet suchen und Email senden ist kein Bewerbung." ...
DU: "Aber selbstverständlich ist es das. Wird täglich tausendfach in Deutschland so praktiziert."

Generell wird mir vorgewurfen ich würde nicht mitarbeiten, obwohl ich jedes mal eine Liste der Stellen mitbringe bei denen ich mich beworben habe.
Der will Dir Angst einjagen (Sanktion, Sanktion :icon_evil:).

Nicht darauf eingehen. Einfach ignorieren.

Für eine Sanktion braucht er BEWEISE. Mit einer reinen Mutmaßung, die nur seinem kleingeistigen Ausguss entspringt, hat er keinen Beweis in der Hand.


Und ich gehe davon aus, dass eine Aufnahme des Gesprächs wohl nicht ganz rechtens wäre? :)
So ist es. Ist strafbar. Notizen machen kann Dir aber niemand verbieten, auch wenn es dem SB natürlich nicht in den Kram passt. Kann Dir aber egal sein.

Am Ende des Gesprächs forderst Du freundlich, aber bestimmt den Beratungsvermerk ein, den der SB in Verbis erfassen muss. Du kündigst es mündich an und schickst ihm das als Schreibeschreiben noch per Post hinterher.

Je nachdem, was dann in dem Beratungsvermerk drinsteht, prüfst Du das nach datenschutzrechtlichen Bestimmungen und dem Inhalt und Hergang des Gesprächs. Sollte was nicht stimmen, dann schreibst Du eine Gegendarstellung, schickst die dem SB und forderst ihn auf, diese zu Deiner Akte zu nehmen. Wenn was datenschutzrechtlich nicht passen sollte (z.B. sind Sozialdaten Dritter, wie der Name Deines Beistands, in einem Beratungsvermerk tabu), dann schaltest Du die behördliche Datenschutzbeauftragte ein, schickst einen Antrag auf Datenkorrektur bzw. -löschung und forderst darin zur Korrektur / Löschung von unzulässigen Daten auf. Sollte das JC dann zicken, dann schaltest Du die BfDI ein, um die Angelegenheit zu klären.


...Manchmal hilft auch ein entsprechender Blick, um das Gegenüber ins Stolpern zu bringen. Oder eine bis zur Eiseskälte abgekühlte Höflichkeit. Signalisiere, daß der SB Dich mal kann, ohne dies mit Worten auszudrücken für den Anfang. Sitze aufrecht, sieh ihm unentwegt in die Augen. Bleibe dabei immer höflich. Wenn er ausflippt, kannst Du das Gespräch beenden.

So eine Type hat nichts im Kundenkontakt verloren...
Sehe ich auch so.
 

qwertz123

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Was mache ich mich wenn mir gesagt wird wie ich mich zu Verhalten habe?
Sachen wie: "Kritzeln sich nicht auf ihrem Blatt herum.", "Hören sie mir zu, schauen Sie mich an.", "Seien sie nicht so pampig." Ich sage dann: "Ich bin hier, höre zu und rede mit ihnen, was wollen Sie?" "Ja Herr **** so kommen wir hier nicht zum Gespräch." "Sie sind doch kein kleines Kind." usw.
Spätestens da wäre für mich Feierabend mit dem Gespräch, das ist ja wie ein Verhör mit der Polizei, was glauben die wer sie sind? guter Bulle, böser Bulle oder sowas?

Wofür muss ich mich rechtfertigen?
Es kommen immerwieder so Floskeln wie: "Ja, warum haben sie das nicht gemacht/ wollen das nicht machen?" "Darum/Keine Ahnung/Weis ich nicht" "Ja, Herr **** das ist aber keine Antwort." "Wir müssen ihnen ja helfen, es muss ein Gespräch stattfinden."

Für garnichts, bleib höfflich aber extrem distanziert und lass dir absolut keine Emotionen anmerken, dann reden die ins leere.
 
E

ExitUser

Gast
Ergänzungen zum Thema Manipulation:

An guten Tagen gelingt es mir mittlerweile, SB freundlich, aber distanziert darauf hinzuweisen, dass mir die Manipulation nicht entgangen ist.

Beispiele:

SB: Sie sind ja schon eine ganze Weile arbeitslos...
Ich: Das ist richtig. (Freundlich schweigen, gerade sitzen, SB in die Augen schauen.)
SB: Ihr Studium kann natürlich nicht mehr bei der Stellensuche berücksichtigt werden... Sie gelten quasi als ungelernt...
Ich: Dafür erinnere ich mich noch gut an die Inhalte. Ich bin froh, dass ich das damals gemacht habe. Man blickt ganz anders auf die Welt. Schaut genauer hin. Wird kritischer.

SB: Sie wirken angespannt.
Ich: Das ist möglich. Ich war in diesem Hause schon sehr häufig angespannt. Wie könnten wir das Gespräch denn gestalten, um die Anspannung auf beiden Seiten etwas herauszunehmen?

Variante: Ihre Bemerkung macht mich nicht ruhiger. Wollen wir nicht einfach beim Thema bleiben?

Nebenbei, dass er sich über "Dein Gekritzel" beschwert hat, machte mich doch schmunzeln. Bei uns ist es so, dass SB im Gespräch ständig nebenher auf ihrer Tastatur herumtippen, ohne zu erklären, was sie da eigentlich tun. So ganz sauber ist diese Kommunikation ja nun auch nicht. (Aber sie hat den Vorteil, sich von Dir abwenden zu können.)

Darum müsste in dem Fall auch die freundliche Anmerkung gestattet sein: Ich mache mir Notizen über das Gespräch, das wir gerade führen. Aber was machen Sie die ganze Zeit am PC? Das irritiert mich nicht weniger.

Ebenfalls zivil vorgetragen, folgende Sätze: Mit Verlaub, das geht mir jetzt zu nah / Ich muss das erst mal sacken lassen / Sie werden verstehen: Geballte Informationen in einem kurzen Zeitraum.

Oder ganz einfach die nüchternen Feststellungen: Das Thema Bewerbungsaktivitäten haben wir also abgehakt. Und nun möchten Sie mir eine Maßnahme anbieten. Bzw.: Und nun wechseln wir auf die verwaltungstechnische Ebene, denn Sie drucken mir, wie ich gerade sehe, eine EGV aus.

Klingt albern, kann aber Wunder wirken, wenn der Besucher ausstrahlt: Ich beobachte Dich genau. Und ich bin nicht willens, mich von irgendetwas überrumpeln zu lassen. Und von Dir schon gar nicht.
 

qwertz123

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Die können doch froh sein wenn man schon ne ganze Weile arbeitslos ist, man ist schließlich Kunde und das ist deren Job :D. Das ist ja gerade so als wenn man z.b. von seinen Internetprovider angerufen und mit leicht herablassenden fragenden ton angesprochen wird, Sie sind ja schon ne ganze Weile Kunde bei uns?. Ich denke da könnte man auch so ein zynisches Beispiel bringen.
 

Pixelschieberin

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:danke: @ Xao Seffcheque
[...]
SB: Ihr Studium kann natürlich nicht mehr bei der Stellensuche berücksichtigt werden... Sie gelten quasi als ungelernt...
[...]
Ich: Gut, daß Sie "berücksichtigen" gesagt haben...
Meistertitel und Gesellenbrief können SIE nicht aus der Handwerksrolle löschen, eine Handhabe, weitere staatliche Studiengangs-Abschlüsse und KK-Zulassungen abzuerkennen, steht IHNEN meines Wissens auch nicht zu.

Erläutern Sie bitte, WO SIE beim Rosinen-Rauspicken die klare Grenze ziehen.
Das "Erlernen" von Lesen, Schreiben und dem kleinen 1X1 liegt schließlich wesentlich länger zurück als die Abschlüsse, die Sie sich kraft Wassersuppe weigern, "zu berücksichtigen".
IHRER Logik folgend, können diese Fähigkeiten dann doch erst recht nicht "berücksichtigt" werden!
Oder wie jetzt?
SB: ........ Überanstrengt-in-den-Monitor-starr und Themawechsel-einleit.
 

AnonNemo

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Das "Erlernen" von Lesen, Schreiben und dem kleinen 1X1 liegt schließlich wesentlich länger zurück
Lesen, Schreiben und Rechnen muss ein Arbeitnehmer nicht können ... da könnte er ja auf die Idee kommen, die (Arbeitsrechts-)Paragrafen zu lesen oder den Lohnzettel nachzurechnen.

Aber, du hast den Führerschein vergessen!
Der ist für die SBs ja sooo wichtig.

Umgekehrter-Snob-Poker:
Das war mein Auto *Kfz-Schein wegzieh*, mein Führerschein *wegzieh*

Also raus mit dem Ding aus VerBIS ... natürlich soll SB nicht vergessen, den Tagespendelbereich der neuen Situation anzupassen!
VGs bei seinen Lieblingsfirmen werden sich dann aber auch reduzieren.
 

Hannes63

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Es wird ja in fast jeder EGV explizit erwähnt,dass man sich auch bei Zeitarbeitsunternehmen bewerben soll. (wieso eigentlich? ^^)

Gerade deshalb mache ich es nicht (und du ja wie es aussieht auch nicht).

Bewerbe dich einfach auf die Stellen, die du in der Lage bist auszuführen. Aber eben keine Zeitarbeit. Da kotzen die dann ab weil die ja wissen das die bei den ZAF fast jeden nehmen :biggrin:
 

qwertz123

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In der EGV steht meistens drin dass man Zeitarbeit nicht ausschließen sollte, aber es steht nirgends dass man sich da bewerben muss, das bleibt noch jeden seine Privatsache, wenn du im Monat 5 Bewerbungen schreiben musst und das auch tust an normale Firmen dann können die garnichts. Es sei denn du bekommst einen VV, das ist dann wieder was anderes.
 

Pixelschieberin

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[...] SB: Ihr Studium kann natürlich nicht mehr bei der Stellensuche berücksichtigt werden... Sie gelten quasi als ungelernt...[...]
Daraus folgt lt. SBs mit IQ=Zimmertemperatur:
[...] dass ich mich bei allen Tätigkeiten zu bewerben habe [...], z.B.: auch als Produktionshelfer.[...]
... trotzdem spätestens beim Vorstellungsgespräch IHK-Briefe, Studienabschlüsse, weiterbildende Qualifikationen vorgelegt werden.

Ich: Kennen Sie seriöse Arbeitgeber, die sich aus der Notlage eines potentiellen Mitarbeiters Vorteile verschaffen?!
Am Tonfall zu erkennen: Daß das bei IHNEN keinen unangenehmen Nachgeschmack hinterließe, wissen wir beide.
"Die da draußen" können es sich nämlich nicht leisten, das Gebot der Wirtschaftlichkeit mit Füßen zu treten - so wie hier, wenn es z. B. um Zwangszuweisungen von gut ausgebildeten HE in Feigenblatt-Maßnahmen auf Downgrade-Niveau geht.
Ich kenne keinen AG, der sich den Betriebsfrieden nachhaltig stören lassen wollte, indem er jemanden als "Helfer" einstellt, der ihm möglicherweise auf manchen Gebieten "über" ist - und - ihm vorm Arbeitsgericht gefährlich werden könnte.
Daß DIE JC-Rechnung schwer aufgeht, dürfte jedem mit etwas Voraussicht klar sein.
 

Freak

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Wow, dann bedanke ich mich erstmal für die vielen Antworten, echt super Hilfestellung in diesem Forum! Beim nächsten Treffen versuche ich soviele von den Tipps einzubauen wie möglich. :)

Ich hätte dann nur noch ein paar kleine Ungereimtheiten:

Also solange ich in der Lage bin eine Arbeit auszuführen und auch die Qualifikationen dafür habe, kann ich mich bewerben wo ich will.
Wäre das auch der Fall, wenn ich mich nur bei Stellen bewerben würde für die ich z.B.:keine Qualifikationen hab? Ich denke mal nicht?! Gibt es dazu vielleicht irgendeinen Paragraphen?

Merke: im Gespräch beim JC darf nur Dein Dich einladender SB, die Teamleitung oder/und die Geschäftsleitung anwesend sein. Es darf immer nur jemand mit Dir sprechen, der Deine Akte kennt und bearbeitet bzw. für Deine Akte verantwortlich ist.

Konstellationen könnten also sein:
Du, SB.
Oder: Du, SB, Teamleitung.
Oder: Du, SB, Geschäftsleitung.
Oder: Du, SB, Teamleitung, Geschäftsleitung.

Was aber gar nie nicht geht, ist, dass ein anderer SB (hierarchisch auf gleicher Ebene zu Deinem SB) zusätzlich zu Deinem SB auch noch im Gespräch im Raum ist.

Beim nächsten Mal frägst Du also, wer der andere SB ist, ob er Teamleitung oder Geschäftsleitung ist. Wenn nein, dann forderst Du diesen anderen SB höflich auf, den Raum zu verlassen, denn Du möchtest das Gespräch nur mit Deinem SB führen.
Also egal ob anderer SB, Teamleitung oder Geschäftsleitung, ich bin nie dazu verpflichtet ein Gespräch mit jemandem zu führen der nicht auf der Einladung notiert wurde?
Ich hatte das vor zwei Monaten schonmal wo mein SB nicht da war und ich dann informiert wurde das ich mit jemandem Anderes sprechen werde. Hätte ich in dem Fall sagen können: "Ich wurde zu einem Gespräch mit Person X eingeladen, wenn diese nicht da ist, dann ist gehe ich wieder." Würden die Fahrtkosten dann auch bezahlt werden?

Am Ende des Gesprächs forderst Du freundlich, aber bestimmt den Beratungsvermerk ein, den der SB in Verbis erfassen muss. Du kündigst es mündich an und schickst ihm das als Schreibeschreiben noch per Post hinterher.

Je nachdem, was dann in dem Beratungsvermerk drinsteht, prüfst Du das nach datenschutzrechtlichen Bestimmungen und dem Inhalt und Hergang des Gesprächs. Sollte was nicht stimmen, dann schreibst Du eine Gegendarstellung, schickst die dem SB und forderst ihn auf, diese zu Deiner Akte zu nehmen. Wenn was datenschutzrechtlich nicht passen sollte (z.B. sind Sozialdaten Dritter, wie der Name Deines Beistands, in einem Beratungsvermerk tabu), dann schaltest Du die behördliche Datenschutzbeauftragte ein, schickst einen Antrag auf Datenkorrektur bzw. -löschung und forderst darin zur Korrektur / Löschung von unzulässigen Daten auf. Sollte das JC dann zicken, dann schaltest Du die BfDI ein, um die Angelegenheit zu klären.
Ok cool, kriege ich den Vermerk dann direkt ausgehändigt oder kommt der per Post?
Ich hatte das schon einmal wo behaupted wurde ich hätte zu etwas zugesagt. Als ich dann korigiert hab, dass ich nie konkret zugesagt hab wurde mir gesagt: "Der SB hätts ja nicht aufgeschrieben, wenn sie das nicht so gesagt hätten!"
 

AnonNemo

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Freak meinte:
"Ich wurde zu einem Gespräch mit Person X eingeladen, wenn diese nicht da ist, dann ist gehe ich wieder."
... nöö, so pauschal darfst du es nicht machen!

Es könnte ja sein, dass die neue Person (zeitweise) berechtigt ist, aka Vertretung.

Wenn, dann müsstest du es schon so (ähnlich) machen:
"Ich wurde zu einem Gespräch mit Person X eingeladen. Wer sind Sie? ... Aha, die Kolleginn von gegenüber? Dann sind Sie nicht für mich zuständig? ... Ja, dann wahr ich umsonst hier ... Geben Sie mir bitte den Fahrtkostenantrag! ... Und; Auf Wiedersehen!!"
 

Ah4entheater

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Also egal ob anderer SB, Teamleitung oder Geschäftsleitung, ich bin nie dazu verpflichtet ein Gespräch mit jemandem zu führen der nicht auf der Einladung notiert wurde?
Siehe vorigen Beitrag von AnonNemo.

Mein Fall lag ja anders. Mein SB hatte mich eingeladen und war zum Gespräch auch persönlich da. Dann hat er mich gefragt, ob AUCH die GL zum Gespräch dazu kommen kann. Daraufhin habe ich gesagt, dass mir durch die Einladung vorab nicht mitgeteilt wurde, dass auch die GL im Gespräch dabei sein will. Da ich in dem Moment keinen Grund gesehen habe, dass die GL mit im Gespräch dabei sein soll, habe ich abgelehnt, denn der SB, der mich eingeladen hat, war ja da. War natürlich ein versuchter Schachzug seitens des JC, um mich kurzfristig zu überrumpeln und zu versuchen mich gleich von Anfang an einzuschüchtern. Da sieht man mal wieder, mit welchen Methoden die arbeiten.

Erst dann, wenn ich ein Problem mit dem SB bekommen hätte (übermäßige Unfreundlichkeit, versuchte Nötigung, etc.), dann hätte ich mir überlegt, ob ich im ersten Schritt die Teamleitung zum Gespräch dazuholen möchte. Heute weiß ich, dass man sich selbst das ersparen kann, denn die Teamleitung und Geschäftsleitung deckt meistens den/die SB. Daher ist es auch so wichtig möglichst immer mit Beistand zum Termin ins JC zu gehen.

Ok cool, kriege ich den Vermerk dann direkt ausgehändigt oder kommt der per Post? ...
Könnte auch sein, dass Du den Beratungsvermerk vor Ort noch mitnehmen kannst. Müsstest Du halt dann warten, bis der SB den Vermerk in Verbis (deren PC-Programm) geschrieben hat. Wenn der SB das so mitmacht. Aber in so einem Fall würde ich dann auch darauf bestehen, dass der SB das, was er im Vermerk schreiben möchte, Dir nochmal vorliest, bevor er es abspeichert und ausdruckt!

Ansonsten lässt Du Dir den Beratungsvermerk per Post zuschicken (betrifft Recht auf Akteneinsicht; dieses Recht hast Du immer) und schreibst im Zweifelsfall eine Gegendarstellung, wenn Du der Meinung bist, dass der SB die Dinge aber sehr anders sieht, als sie tatsächlich im Gespräch besprochen und chronologisch abgelaufen sind.
 
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