Verhalten bei Klageabweisung

sgrund

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
26 Februar 2009
Beiträge
150
Bewertungen
6
Hallo,

ich hatte im Februar eine Begutachtung im Rahmen eines Rechtsstreits vor dem Sozialgericht wegen einer Opferentschädigungsrente.
Es geht um sex. Missbrauch aus dem Jahr 1985, der Weisse Ring sagte mir 2004, es gäbe das OEG.
Das Gutachten hat nicht den erhofften Erfolg gebracht, da der Gutachter eine vorhandene PTBS sowie eine "Andauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung" zum Zeitpunkt der Antragstellung 2005 negierte. Er bescheinigte mir jedoch andere Krankheitsbilder, die auf eine Rente nach dem OEG jedoch keinen Einfluss haben.
Mein Anwalt sagte mir, es gebe die Möglichkeit ein eigenens Gutachten in Auftrag zu geben und dem Gericht einen Gutachter zu benennen. Das Gutachten zahlt meine Rechtsschutz.
Dieser Gutachter (Prof. Butollo aus München) bestätigte weitgehend das 1. Gutachten, das Ereignis wurde als solches nicht bezweifelt, doch die medizinischen Auswirkungen auf die Zeit heute wären nicht zweifelsfrei belegbar, bzw. nicht klar abgrenzbar von anderen schädlichen Ereignissen wie z.B. mein schwieriges Elternhaus. Man billigte mir auch nur Krankheitsbilder zu, die für eine OEG nicht entscheidend sind, das Gericht wird die Klage abweisen.
Mein Rechtsanwalt sagte mir, es wäre sinnvoller, ein schriftliches Urteil nicht abzuwarten, sondern die Klage zurückzuziehen. Dies hätte bei einer späteren erneuten Klage den Vorteil, dass die neuen Richter nicht schon in Form des Urteil eine komprimierte Zusammenfassung von Ablehnungsgründen hätten und neue Gutachter sich auch eher mit den einzelnen Pro und Kontras in Form der gesamten Aktenlage auseinandersetzen würden. Nichtsdesto trotz mache eine spätere Klage nur Sinn, wenn es neue Fakten oder eine geänderte Gesetzeslage zugunsten der Geschädigten gebe.
Was haltet ihr davon?

Gruß
Simon
 

Muzel

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
15 Dezember 2008
Beiträge
12.305
Bewertungen
1.892
Sgrund, steht denn überhaupt fest, dass du als Kind missbraucht worden bist?
 

Muzel

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
15 Dezember 2008
Beiträge
12.305
Bewertungen
1.892
sgrund, bist du oder dein RA mit den Gutachten einverstanden? Was sagen deine behandelnde Docs zu den Gutachten?
 

sgrund

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
26 Februar 2009
Beiträge
150
Bewertungen
6
Nein,ich und der RA sind nicht mit den Gutachten einverstanden.
Aber juristisch ist die Sache erst mal durch, wenn ein vom Gericht bestellter und ein von mir(!) bestellter Gutachter derselben Meinung sind.
Der RA wird von der Rechtsschutz bezahlt, bin aber noch im VdK Mitglied. Ob dessen Beauftragung in der nächsten Instanz was beweirken könnte? Mein Anwalt macht nichts anderes als Sozialrecht, und das schon über 20 Jahre...!:confused:
 

Muzel

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
15 Dezember 2008
Beiträge
12.305
Bewertungen
1.892
Ich kenne deinen Fall nicht, aber ich weiß, dass die 2. Instanz manchmal gründlicher prüft. In meinem Kündigungsschutzverfahren sollte ich auch in der 1. Instanz die Klage zurücknehmen. Auch mein Anwalt hat zugestimmt. Ich habe das abgelehnt und vor dem OVG und BVG gewonnen.
Bei dir hat ein Missbrauch stattgefunden und die Behörden und die Gutachter reden sich gern auf einen Vorschaden heraus. Ein Leidensgenosse von mir (gleichen Schaden) hat 16 Jahre gekämpft. Ihn hat sein Engagement für die Opfer und der Petitionsausschuss geholfen, damit sein Gesundheitsschaden anerkannt wurde.
 

Muzel

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
15 Dezember 2008
Beiträge
12.305
Bewertungen
1.892
Wenn ich an meine RAs denke, machen die alle nur das Nötigste. wenn man keine Eigeninitiative ergreift, ist man verraten und verkauft.
 

Muzel

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
15 Dezember 2008
Beiträge
12.305
Bewertungen
1.892
Ob der VdK besser oder schlechter ist, ist wahrscheinlich einzelfallabhängig. Die VdK Rechtsanwälte bekommen ein Gehalt und sind damit fast unabhängig vom Verfahrensausgang. Das hat positive und negative Seiten. Jedenfalls schicken sie in NRW auch die eigenen Schriftsätze nur unter Vereinbarung von Mehraufwandsentschädigung zu. Gutachten mit Sperrvermerk bekommt man auch nicht. Bei meiner Anwältin stehe ich mich auch nicht besser. Im Prinzip ist es eine Frage der Konnexion, ob der Anwalt einen gescheiten Gutachter kennt.
Warum der Prof. Butallo aus München dir so ein mieses Gutachten (er ist auch Traumatologe) geschrieben hat, verstehe ich nicht, besonders nicht, weil dein RA sich ihn ausgesucht hat. Eigentlich sollte doch dieser Prof. wissen, dass Kinder aus einem miesen Elternhaus auch leichter Opfer von Missbrauch werden können.
 

sgrund

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
26 Februar 2009
Beiträge
150
Bewertungen
6
Ich habe mir den Butollo ausgesucht, nicht der RA. Habe mich auch etwas über den Inhalt gwundert, von ihm stammt auch der Vermerk, die Wissenschaft könne nicht nach so vielen Jahren die einzelnen Folgen verschiedener negativer Ereignisse auseinanderklamüsern.
Der Anwalt hat routinemäßig seinen Job gemacht, mit der Erklärung der einzelnen Schritte war seine Vorgehensweise nicht immer optimal.
Trotzdem geht es mir jetzt um die Einschätzung der jetzigen Sachlage.
Jetzt in die nächste Instanz zu gehen habe ich zur Zeit nicht vor.
 
E

ExitUser

Gast
Wenn Butollo u.a. keinerlei Zusammenhänge zwischen a und b erkennen können, obwohl dsie Traumatologen sind, würde ich mal denken, dass sie keine wirklichen Wissenschaftler/ Ärzte sind.

folglich:
Traumatologe und Traumatolge, himmelweiter Unterschied.

Wie bist Du zu Deiner Gutachterwahl gekommen? Nur weil der RA ihn empfohlen hat?

Für mich klingt das alles nach: Filz.
 

Muzel

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
15 Dezember 2008
Beiträge
12.305
Bewertungen
1.892
Diesen doofen Spruch, den Butallo zu dir gesagt hat, hat mein Arzt auch in seiner Stellungnahme geschrieben, um mir die Leistungen abzuschmettern. Erst die Rentengutachter ein Jahr später haben bei mir Posttraumatische Störungen anerkannt, so dass ich einen Abhilfebescheid mit 40 bekam.

Wie bist du denn auf Butallo gekommen?
 

Muzel

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
15 Dezember 2008
Beiträge
12.305
Bewertungen
1.892
Brinat, woran erkennst du, dass Butallo eine geistiger Tiefflieger ist? Ich stehe wahrscheinlich demnächst auch vor dem Problem mir einen Gutachter aussuchen zu müssen.
 
E

ExitUser

Gast
von geistigem tiefflieger hab ich nix gesagt. würde ich auch nicht. passt nicht zu mir.

aber guckste hier:
Prof. Dr. Willi Butollo | Professor für Psychologie | Klinische Psychologie und Psychotherapie | München

kicherkicher...Franz Kafka: Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.
kicherkicher: Manche Wege sind mind. Umwege. Und manche Wege gehe ICH nicht.

Was immer hilft, ist sich Wissen bei Erfahrenen zu holen. Nicht unbedingt bei RA's.

Und das Wissen liegt heutzutage buchstäblich auf der Straße.

Braucht wer Hinweise, watt Traumatherapie ist und welche gut ist?
 

Muzel

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
15 Dezember 2008
Beiträge
12.305
Bewertungen
1.892
Brinant, danke für die Erklärung. Nach welchen Kriterien suchst du dir denn dann einen Gutachter aus?
 
E

ExitUser

Gast
Brinant, danke für die Erklärung. Nach welchen Kriterien suchst du dir denn dann einen Gutachter aus?
Na, aussuchen iss ja meist nich. Bin ja nen armes Schwein. Krieg den also frei Haus geliefert, mit Briefmarke druff und so.
Aber, wenn ich den hab, dann hab ich den, ganz schnell - ohral und so.
Da hefte ich mich an zuverlässige Fersen, studiere die Vita, die Ausbildungen, die derzeitige Tätigkeit und mit wem. Und dann wende ich mein Wissen an, über Trauma z.B.

Und wenn mir die Briefmarke mit Inhalt begründet mißfällt, ja dann sage ich "Nö, bitte nich! Ham Se nich ne Frau? Nee? Na, wen jibbet es denn so noch?" Damit habe ich meine i.d.R. weibliche Gesprächspartnerin vorsensibilisiert, natürlich in aller Ruhe und mit den entsprechenden Gesprächspausen. Wenn begründet, denn z.B.: "Befangenheit, bitte Gutachter auswechseln!"
Na ja, und denn jeht dett Spiel von vorne los - oder ich nehm ne Abkürzung..."Kann ich nicht ein paar km weiter fahren...???"

reicht dett?
 

Muzel

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
15 Dezember 2008
Beiträge
12.305
Bewertungen
1.892
Vor dem SG kann man sich aber nach § 109 SGG einen selbst aussuchen. Wen nimmt man dann? Den ersten Gutachter bekommt man vor die Nase gesetzt, so wie ich das gehört habe. Im Verwaltungsverfahren hat die Behörde mir auch einen Gutachter vor die Nase gesetzt. Das Zeitfenster (nur ein paar Tage) war zu kurz um ihn abzulehnen. Ich musste mir ja noch eine Begleitperson besorgen, die auch gern genau den Termin wüste.
 
E

ExitUser

Gast
Vor dem SG kann man sich aber nach § 109 SGG einen selbst aussuchen. Wen nimmt man dann? Den ersten Gutachter bekommt man vor die Nase gesetzt, so wie ich das gehört habe. Im Verwaltungsverfahren hat die Behörde mir auch einen Gutachter vor die Nase gesetzt. Das Zeitfenster (nur ein paar Tage) war zu kurz um ihn abzulehnen. Ich musste mir ja noch eine Begleitperson besorgen, die auch gern genau den Termin wüste.
Zeitfenster nur ein paar Tage??? :eek: Kann ja wohl nich wahr sein!
Muß ich oder wer anders überprüfen, schau gleich mal in mein DRV-Anschreiben. Nee, brauch ich nich. 14 Tage hatte ich.

Und WEN Du nimmst, tja, wie soll ICH das wissen? Frag mich direkt bitte! unsichtbar.....
 
E

ExitUser

Gast
würde mir auch so was zu stechen ich wurde Jahre lang im Gefängnis missbraucht.
 
Oben Unten