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Verfällt ALG-1 ?

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eisbaer

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#1
Hallo,
ich habe zur Zeit noch einen restlichen Anspruch von 12 Monaten ALG-1. Nun flatterte mir am Freitag ein Schreiben ins Haus, dass ich einen Vermittlungsgutschein bekomme (kam heute mit der Post) und mit diesem bei einer Jobbörse für 18 Monate befristet als AD-Mitarbeiter einer Unternehmensberatung tätig werden soll.
Nun, das Nettogehalt liegt allerdings deutlich unter meinem derzeitigen ALG-1, sogar sehr deutlich! - aber damit könnte ich noch leben, Hauptsache Arbeit.

Dann sind die zwei Jahre um, was ist dann? Kann ich meinen alten ALG-1 Anspruch weiter erhalten, oder mache ich jetzt rundherum Minus ?
 

donnervogel

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#2
Der AlgI-Anspruch verfällt 4 Jahre nach anspruchsentstehung, sofern kein Neuanspruch erworben wurde. Da Du länger als 12 Monate beschäftigt sein wirst, erwirbst Du jedoch einen Neuanspruch.
Sollten aber seit dem letzten AlgI-Bezug noch keine zwei Ja´hre verstrichen sein, so wird die Höhe des AlgI nach Deinem jetzigen Anspruch berechnet, wenn das höher sein sollte, als bei einer Neuberechnung nach der letzten tätigkeit.
§131 Abs. 4 SGB III: "Hat der Arbeitslose innerhalb der letzten zwei Jahre vor der Entstehung des Anspruchs Arbeitslosengeld bezogen, ist bemessungsgeld mindestens das Entgelt, nach dem das Arbeitslosengeld zuletzt bemessen worden ist."
 

eisbaer

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#3
das klingt erstmal dann gut, vielen Dank. Dann könnte ich ja - wenn ich das bekommen würde - das annehmen. Ich bin aber auch nicht fernab von der Realität - übergewichtige, hinkende Außendienstler, jenseits der 55, kann ich mir nämlich auch nicht vorstellen. Aber warten wirs mal ab, das AA tat zumindest so, als ob ich den Job nicht nur kriegen würde, sondern ihn auch annehmen müsste, anderenfalls würde man mir das ALG-1 für die restlichen 12 Monate um 33 Prozent kürzen. Wahrscheinlich ist der Job auch nur frei, weil die keine 1100 Euro brutto zahlen. anders kann ich mir das nicht erklären.

Mal angenommen, ich habe jetzt noch 12 Monate 1500 Euro ALG-1-Anspruch, erwerbe dann in den 18 Monaten weitere 12 Monate, die aber wahrscheinlich nur mit 500 Euro (viel mehr netto kommt ja bei 1100 Euro brutto nicht raus) - kriege ich dann 12 Monate mit 1500 Euro weiter oder machen die dann 24 Monate mit 1000 Euro draus . . . ?

Vor allem, man hört ja wieder, dass die schon wieder an den Harzt-4-Gesetzen basteln und an allem Möglichen - was passiert, wenn die Regierung diese 4-Jahres-Bestandsklausel abschaffen würde? Beträfe das dann die folgenden Generationen oder wäre ich dann über Nacht auch davon betroffen? Ich traue diesen Herrschaften dort in Berlin nämlich absolut nicht mehr übern Weg. Dort hat sich nie etwas verbessert, wenn die Verbesserung oder Veränderung sprachen.
 
E

ExitUser

Gast
#4
eisbaer sagte :
das klingt erstmal dann gut, vielen Dank. Dann könnte ich ja - wenn ich das bekommen würde - das annehmen. Ich bin aber auch nicht fernab von der Realität - übergewichtige, hinkende Außendienstler, jenseits der 55, kann ich mir nämlich auch nicht vorstellen. Aber warten wirs mal ab, das AA tat zumindest so, als ob ich den Job nicht nur kriegen würde, sondern ihn auch annehmen müsste, anderenfalls würde man mir das ALG-1 für die restlichen 12 Monate um 33 Prozent kürzen. Wahrscheinlich ist der Job auch nur frei, weil die keine 1100 Euro brutto zahlen. anders kann ich mir das nicht erklären.

Mal angenommen, ich habe jetzt noch 12 Monate 1500 Euro ALG-1-Anspruch, erwerbe dann in den 18 Monaten weitere 12 Monate, die aber wahrscheinlich nur mit 500 Euro (viel mehr netto kommt ja bei 1100 Euro brutto nicht raus) - kriege ich dann 12 Monate mit 1500 Euro weiter oder machen die dann 24 Monate mit 1000 Euro draus . . . ?

Vor allem, man hört ja wieder, dass die schon wieder an den Harzt-4-Gesetzen basteln und an allem Möglichen - was passiert, wenn die Regierung diese 4-Jahres-Bestandsklausel abschaffen würde? Beträfe das dann die folgenden Generationen oder wäre ich dann über Nacht auch davon betroffen? Ich traue diesen Herrschaften dort in Berlin nämlich absolut nicht mehr übern Weg. Dort hat sich nie etwas verbessert, wenn die Verbesserung oder Veränderung sprachen.
@ Eisbaer, Donnervogel hat ja sehr schön erklärt, dass dein jetziger Alg-1-Anspruch 2 Jahre (bisher 3 Jahre) so erhalten bleibt, d.h. du bekommst, wenn du die Bedingungen erfüllst, nämlich nicht länger als 2 Jahre + 0 Tage, dein jetziges Arbeitslosengeld für die Restzeit und die dann neu entstandene gleichermaßen.

Wenn in der Zwischenzeit Veränderungen in den gesetzlichen Regelungen eintreten, werden die knallhart auch auf dich angewendet. Nimm doch nur die Beispiele Renteneintrittsalter, 58er Regelung, Arbeitslosenhilfebezug usw.

Vertrauensschutz ist ein Fremdwort in den Kreisen der Gesetzgeber. Nebenbei, die sitzen nicht nur in Berlin. Und sich dagegen stemmen, kann man auch woanders.
 

eisbaer

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#5
gibt es bei der ganzen Aktion irgendwo eine Schmerzgrenze, d.h. wo man eine solche Arbeit wegen der Gefahr des eigenen Ruins ablehnen kann?

Ich habe heute erfahren, dass ich für diesen Außendienst-Job meinen privaten PKW verwenden muß !! :(
Und genau das will ich nicht! Was nutzt es mir, wenn der potentielle Arbeitgeber 16 Cent pro Kilometer zahlt? Ich habe mich mit meinem "Vorgänger" unterhalten. Er hat in 11 Monaten befristeten Einsatz für das gleiche Unternehmensberaterbüro in einem Terrain, das etwa die gesamte ehemalige DDR umfasste, etwas mehr als 84.000 Kilometer verfahren und die Kilometerrückerstattung deckte beiweitem nicht die kompletten Kosten (Kraftstoff, Durchsichten, Reparaturen, Versicherung und einen Unfall, daraus resultierend eine höhere Versicherungsprämie). Abgesehen davon wurden ihm nur für 60.000 Kilometer Kilometergeld gezahlt, weil man ihm unterstellte, während der Dienstfahrten private Einkäufe und Erledigungen mit abgewickelt zu haben. Die etwas mehr als 9.000 Euro, die er als Rückerstattung gesehen hat, deckten die Kosten und den Wertverlust nicht ab. Seine monatliche Netto-Auszahlung betrug übrigens 713 Euro, davon vertankte er manchen kilometerstarken Monat gleich wieder um die 400 bis 450 Euro. Auch er war ursprünglich für 18 Monate angeheuert worden, flog aber nach 11 Monaten ohne Angebe von Gründen wieder raus. Ich bin offen gesagt fassungslos.:shock: Da er keinen neuen ALG-1-Anspruch erwerben konnte, hat er jetzt ALG-2 und meint, er lebe jetzt besser als vorher mit diesem Job. :uebel:

Muss man solche Arbeit unter diesen Bedingungen annehmen ? Wenn ich das unterm Strich ausrechne, verdiene ich doch gar nichts, sondern zahle drauf! :dampf:
 
E

ExitUser

Gast
#6
Muss man solche Arbeit unter diesen Bedingungen annehmen ? Wenn ich das unterm Strich ausrechne, verdiene ich doch gar nichts, sondern zahle drauf!
Eisbaer, so wie du das Angebot schilderst, kann es unmöglich eins mit einer Rechtsfolgebelehrung sein. Bitte schau genau nach. Fehlt diese Rechtsfolgebelehrung kannst auch du diesen Job ablehnen.

Außerdem, glaube mir, du bist nicht der einzige, der dieses Angebot bekommen hat. Es ist doch gar nicht sicher, dass du den Job überhaupt bekommst.

Mach dir bitte vorher nicht solchen Streß.
 

gelibeh

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#7
WAr das nicht so, dass ein ALG1-Empfänger Arbeit nicht annehmen muss, wenn der Verdienst weniger als sein ALG1 ist?
SGB III § 121 Zumutbare Beschäftigungen
(1) Einem Arbeitslosen sind alle seiner Arbeitsfähigkeit entsprechenden Beschäftigungen zumutbar, soweit allgemeine oder personenbezogene Gründe der Zumutbarkeit einer Beschäftigung nicht entgegenstehen.

(2) Aus allgemeinen Gründen ist eine Beschäftigung einem Arbeitslosen insbesondere nicht zumutbar, wenn die Beschäftigung gegen gesetzliche, tarifliche oder in Betriebsvereinbarungen festgelegte Bestimmungen über Arbeitsbedingungen oder gegen Bestimmungen des Arbeitsschutzes verstößt.

(3) Aus personenbezogenen Gründen ist eine Beschäftigung einem Arbeitslosen insbesondere nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Arbeitsentgelt erheblich niedriger ist als das der Bemessung des Arbeitslosengeldes zugrunde liegende Arbeitsentgelt. In den ersten drei Monaten der Arbeitslosigkeit ist eine Minderung um mehr als 20 Prozent und in den folgenden drei Monaten um mehr als 30 Prozent dieses Arbeitsentgelts nicht zumutbar. Vom siebten Monat der Arbeitslosigkeit an ist dem Arbeitslosen eine Beschäftigung nur dann nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Nettoeinkommen unter Berücksichtigung der mit der Beschäftigung zusammenhängenden Aufwendungen niedriger ist als das Arbeitslosengeld.
(4) Aus personenbezogenen Gründen ist einem Arbeitslosen eine Beschäftigung auch nicht zumutbar, wenn die täglichen Pendelzeiten zwischen seiner Wohnung und der Arbeitsstätte im Vergleich zur Arbeitszeit unverhältnismäßig lang sind. Als unverhältnismäßig lang sind im Regelfall Pendelzeiten von insgesamt mehr als zweieinhalb Stunden bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden und Pendelzeiten von mehr als zwei Stunden bei einer Arbeitszeit von sechs Stunden und weniger anzusehen. Sind in einer Region unter vergleichbaren Arbeitnehmern längere Pendelzeiten üblich, bilden diese den Maßstab. Ein Umzug zur Aufnahme einer Beschäftigung außerhalb des zumutbaren Pendelbereichs ist einem Arbeitslosen zumutbar, wenn nicht zu erwarten ist, dass der Arbeitslose innerhalb der ersten drei Monate der Arbeitslosigkeit eine Beschäftigung innerhalb des zumutbaren Pendelbereichs aufnehmen wird. Vom vierten Monat der Arbeitslosigkeit an ist einem Arbeitslosen ein Umzug zur Aufnahme einer Beschäftigung außerhalb des zumutbaren Pendelbereichs in der Regel zumutbar. Die Sätze 4 und 5 sind nicht anzuwenden, wenn dem Umzug ein wichtiger Grund entgegensteht. Ein wichtiger Grund kann sich insbesondere aus familiären Bindungen ergeben.

(5) Eine Beschäftigung ist nicht schon deshalb unzumutbar, weil sie befristet ist, vorübergehend eine getrennte Haushaltsführung erfordert oder nicht zum Kreis der Beschäftigungen gehört, für die der Arbeitnehmer ausgebildet ist oder die er bisher ausgeübt hat.
 

eisbaer

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#8
DANKE :D :D
Das habe ich mir ausgedruckt.
Mein "Vorgänger" - wenn ich dort überhaupt "Nachfolger" in Betracht ziehen würde - war übrigens vorher in ALG-2, nicht wie ich noch in ALG-1. Er hoffte dort einen neuen ALG-1-Anspruch zu erwerben. Er behauptet, dass vonseiten des AA an den Unternehmensberaterdienst der Wunsch herangetragen wurde, ihn einen solchen Anspruch nicht wieder erwerben zu lassen, deshalb der Rausschmiß nach 11 Monaten und nicht nach 12 oder 18 Monaten. Wenn dem so wäre, wäre das wirklich ein Hammer und eine Schlagzeile für die Presse - Arbeitsamt verlangt vorzeitige Entlassung von Zeitarbeitsnehmern um erneuten ALG1-Anspruch zu verhindern. Einen Beweis hat er natürlich dafür nicht - er vermutet das nur.

Naja, ich halte mich aber da raus und betone hier nur seine Ansicht geschildert zu haben, nicht die meine. Mir erscheint das nämlich auch zu sehr unwahrscheinlich. Das hieße ja, dass ARGE und AA gegeneinander arbeiten würden, denn die ARGE kann ja kaum dran interessiert sein, ihn baldmöglichst wieder auf der Tasche zu haben.
 
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