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franzi

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Heute habe ich mit Schrecken festgestellt, dass ich schon 8 Jahre arbeitslos bin! :eek:
Meinen letzten "richtigen" Job hatte ich 2001.
Danach ging es weiter mit medizinischer Reha, Umschulung, 3 Weiterbildungen, Bewerbungstraining, Praktikum, eine selbst finanzierte weitere Berufsausbildung, gescheiterte Ich-AG, nebenbei zwei Kleingewerbe, mehrere weitere Versuche mit Selbstständigkeit, diverse ehrenamtliche und unbezahlte Tätigkeiten, hunderte Bewerbungen (mehrmals in der engeren Wahl gewesen, aber dann doch anderen Bewerber genommen).
Hobbys ausgebaut, in der Hoffnung, diese Fähigkeiten beruflich nutzen zu können. Selber Stellengesuche in der Zeitung inseriert (war auf Dauer zu teuer).
In dieser ganzen Zeit war mir also nicht langweilig. :icon_smile:
In den obgenannten Zeitraum fielen der Pseudo-Aufschwung und dann die Wirtschaftskrise.
Jetzt bin ich knapp Vierzig. Immer noch kein Land in Sicht.
Sind wir 70er die "Generation Krise"?
 

Sentina

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hi franzi....solch eine berechnung hatte ich auch schon vorgenommen, bei mir kamen 20 jahre arbeitslosigkeit raus :cool:!!!!
wie bei dir, auch bewerbungen ohne ende, schulungen, bewerbungstraining, und und und.
jetzt, gerade in der wirtschaftskrise, hat es mit einem vollzeitjob geklappt. und auch noch einer, der mir spaß macht :icon_klatsch:, musste aber dafür in ein anderes bundesland ziehen, alte heimat & family verlassen, ein großes opfer also.
im moment bin ich damit ganz zufrieden, was die zukunft bringt, wer weiß das schon??? bin 45 jahre und somit auch nicht mehr die jüngste. viell. hab ich nur glück gehabt????
liebe grüsse, sentina.
 

franzi

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hi franzi....solch eine berechnung hatte ich auch schon vorgenommen, bei mir kamen 20 jahre arbeitslosigkeit raus :cool:!!!!
wie bei dir, auch bewerbungen ohne ende, schulungen, bewerbungstraining, und und und.
jetzt, gerade in der wirtschaftskrise, hat es mit einem vollzeitjob geklappt. und auch noch einer, der mir spaß macht :icon_klatsch:, musste aber dafür in ein anderes bundesland ziehen, alte heimat & family verlassen, ein großes opfer also.
im moment bin ich damit ganz zufrieden, was die zukunft bringt, wer weiß das schon??? bin 45 jahre und somit auch nicht mehr die jüngste. viell. hab ich nur glück gehabt????
liebe grüsse, sentina.
Boah, 20 Jahre ist schon viel. Wenn ich ganz genau rechne, und auch frühere Zeiten hinzu zähle in den 90er Jahren, wo ich zwischen zwei Jobs mal kürzere Pausen hatte, wo ich auf Stellensuche war, dann kommen bei mir in Summe ca. 11 Jahre zusammen.
1991 war ich mit meiner Ausbildung fertig. Schon damals war es nicht mehr einfach, beruflich Fuß zu fassen. Damals tauchte das Thema "Arbeitslosigkeit" schon in den Medien auf ...
Richtig voll durchgearbeitet habe ich also "nur" 7 Jahre... Das wirkt sich natürlich schön auf die Rente aus ... :icon_party:
Meine ehemaligen Schulfreundinnen haben das Problem einfach so gelöst: geheiratet und 3 Kinder gekriegt. Die sitzen heute alle zuhause.
Da ich nie geheiratet habe und aufgrund beruflicher Interessen immer auf Familiengründung verzichtet habe, haftet mir seither der Makel der Arbeitslosigkeit an. - Meine Freundinnen, die heute Hausfrauen sind, haben dieses Imageproblem nicht.
 
E

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hi franzi....solch eine berechnung hatte ich auch schon vorgenommen, bei mir kamen 20 jahre arbeitslosigkeit raus :cool:!!!!
wie bei dir, auch bewerbungen ohne ende, schulungen, bewerbungstraining, und und und.
jetzt, gerade in der wirtschaftskrise, hat es mit einem vollzeitjob geklappt. und auch noch einer, der mir spaß macht :icon_klatsch:, musste aber dafür in ein anderes bundesland ziehen, alte heimat & family verlassen, ein großes opfer also.
im moment bin ich damit ganz zufrieden, was die zukunft bringt, wer weiß das schon??? bin 45 jahre und somit auch nicht mehr die jüngste. viell. hab ich nur glück gehabt????
liebe grüsse, sentina.
45 Jahre alt u. davon 20 arbeitslos. :eek: War das vorher eine strukturschwache Gegend oder so?

Glückwunsch zum neuen, spaßmachenden Job! :icon_daumen:

Gruß...
 

musiker01

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++++++++In den obgenannten Zeitraum fielen der Pseudo-Aufschwung und dann die Wirtschaftskrise.
Jetzt bin ich knapp Vierzig. Immer noch kein Land in Sicht.
Sind wir 70er die "Generation Krise"?++++++++++++++++++

Ja, Franzi, könnt ich Dir so unterschreiben!

Bin selbst mittlerweile 40, hatte deswegen dies Jahr so ne richtig schöne Midlife-Crisis :eek:. Da kamen mir halt so Gedanken hoch, wie: was hast Du denn? Alles verloren im Leben, Insolvenz, keine Rücklagen mehr, 1 1/2 gescheiterte Ehen, Geschäft läuft seit längerem so schlecht, das ALG II bezogen werden muß, alle Versuche dies mit zusätzlichen Tätigkeiten zu verändern haben mich nur noch weiter ins finanzielle Aus katapultiert (von 100-Std.-Wochen und aufkommenden Gesundheitsproblemen gar nicht zu sprechen), das Jugendamt hängt einem im Nacken (neuerdings mit Klage vorm AG) da man ja den KU nicht zahlen kann, obwohl man plackert ohne Ende (s.o.), Eigentumswohnung weg (hat Ex-Frau), Bewerbungen erfolglos (bzw. für 5-6 EUR/Std., wovon sich das Problem KU z.B. auch nicht gelöst hätte) usw. usw.

Kenne viele in unserem Alter/Generation, denen es ähnlich geht.

ABER: wenn ich dann Veranstaltungen mache (als selbständiger Musiker), dann seh ich andererseits genau DIESE Generation in Massen, die ALLES hat: dicke Autos, ebenso dicke Häuser, tolle Jobs (sonst könnten se sich solche Veranstaltungen ja auch nicht leisten), schöne Hobbys (Fliegen, Segeln, Golfen etc.), können sich tolle Urlaube leisten (z.B. Asien, Jamaica, USA-Rundreisen, Las Vegas-Trips, Südamerika-Rundreisen, Kreuzfahrten usw.) und anscheinend auch noch fürs Alter Vorsorgen und Sparen. Ja und dann..........................

........... betrachte ich wieder mich selbst und mein verkorkstes Leben...................................

Viele Grüße

P.S.: würde daher vielleicht eher sagen, das wir eine auffällig GESPALTENE Generation sind: auf der einen Seite gibts auffällig viele, die eigentlich nix im Leben mehr haben, mit steigender Tendenz, auf der anderen Seite gibts da auch wahnsinnig viele, die alles im Überfluß haben, und denen auch so ne aktuelle Wirtschaftskrise am Arxxx vorbei geht.
 

franzi

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Ich frage mich nun ernsthaft, was man mit diesem "angebrochenen" Leben noch anfangen soll.
Die Ü50-Leute können sich geistig schon auf Rente einstellen.
Die U30- bis U35-Leute haben noch reale Chancen auf einen Job.
Und die Ü30- bis Ü40-Leute sind nix Halbes und nix Ganzes.

Da kann man schon in eine Art Midlife-Crisis kommen.
Im privaten Bereich hat man schon so einiges hinter sich, ist natürlich aus dem Schaden schlauer geworden. Gleiches gilt für den beruflichen Bereich. Da hat man auch schon manches durch.
Bis zur Rente ist es noch weit.
Manches von dem, was man sich mal aufgebaut hatte, ist schon wieder verbraucht. Langsamer Rückbau statt Aufbau.

Ich hab mich auch verkleinern müssen. Das fängt schon beim Denken an. (Nein, mein Gehirn ist nicht geschrumpft :icon_mrgreen:, aber mein Denkradius hat sich eingschränkt. Wenn man all das weglässt, was nicht mehr möglich ist, bleibt auch für die Gedanken thematisch nicht mehr viel zu tun.)

Einige dieser mittleren Generation haben Familie mit Kindern (vermutlich die Mehrheit), andere sind zwar flexibel und unabhängig, aber das interessiert auch keinen ...

Seit einiger Zeit bemerke ich aber etwas Erfreuliches: die Vorwürfe, dass man arbeitslos ist und man sich daher ständig rechtfertigen muss, sind weniger geworden. Irgendwie ist die Lage nun etwas ruhiger.

Vielleicht schleift sich das Thema auch langsam ab, in den Medien und auch in den Köpfen der Menschen, weil es schon so viele persönlich betrifft. Auf der Straße zieht "man" nur noch den Kopf ein, man will nicht angesprochen werden: "Na, was macht die Arbeit?" - Ich kenn da einige, die mittlerweile auch arbeitslos geworden sind und einfach nur ihre Ruhe haben wollen. - Das ständige Outing ist auch nervig.

Mal schaun, wie es nach der Bundestagswahl weiter geht, welche Themen da aufs Tapet kommen ...
 

franzi

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++++++++In den obgenannten Zeitraum fielen der Pseudo-Aufschwung und dann die Wirtschaftskrise.
Jetzt bin ich knapp Vierzig. Immer noch kein Land in Sicht.
Sind wir 70er die "Generation Krise"?++++++++++++++++++

Ja, Franzi, könnt ich Dir so unterschreiben!

Bin selbst mittlerweile 40, hatte deswegen dies Jahr so ne richtig schöne Midlife-Crisis :eek:. Da kamen mir halt so Gedanken hoch, wie: was hast Du denn? Alles verloren im Leben, Insolvenz, keine Rücklagen mehr, 1 1/2 gescheiterte Ehen, Geschäft läuft seit längerem so schlecht, das ALG II bezogen werden muß, alle Versuche dies mit zusätzlichen Tätigkeiten zu verändern haben mich nur noch weiter ins finanzielle Aus katapultiert (von 100-Std.-Wochen und aufkommenden Gesundheitsproblemen gar nicht zu sprechen), das Jugendamt hängt einem im Nacken (neuerdings mit Klage vorm AG) da man ja den KU nicht zahlen kann, obwohl man plackert ohne Ende (s.o.), Eigentumswohnung weg (hat Ex-Frau), Bewerbungen erfolglos (bzw. für 5-6 EUR/Std., wovon sich das Problem KU z.B. auch nicht gelöst hätte) usw. usw.

Kenne viele in unserem Alter/Generation, denen es ähnlich geht.

ABER: wenn ich dann Veranstaltungen mache (als selbständiger Musiker), dann seh ich andererseits genau DIESE Generation in Massen, die ALLES hat: dicke Autos, ebenso dicke Häuser, tolle Jobs (sonst könnten se sich solche Veranstaltungen ja auch nicht leisten), schöne Hobbys (Fliegen, Segeln, Golfen etc.), können sich tolle Urlaube leisten (z.B. Asien, Jamaica, USA-Rundreisen, Las Vegas-Trips, Südamerika-Rundreisen, Kreuzfahrten usw.) und anscheinend auch noch fürs Alter Vorsorgen und Sparen. Ja und dann..........................

........... betrachte ich wieder mich selbst und mein verkorkstes Leben...................................

Viele Grüße

P.S.: würde daher vielleicht eher sagen, das wir eine auffällig GESPALTENE Generation sind: auf der einen Seite gibts auffällig viele, die eigentlich nix im Leben mehr haben, mit steigender Tendenz, auf der anderen Seite gibts da auch wahnsinnig viele, die alles im Überfluß haben, und denen auch so ne aktuelle Wirtschaftskrise am Arxxx vorbei geht.
Diejenigen aus dieser Generation, die heute super leben, die konnten bereits in den 90er Jahren ihre Weichen zum Positiven stellen. Wer´s damals nicht hingekriegt hat, der hängt heute in der Sch ...
 
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hallole,

jaja, wir sind die große generation des mittelmaßes und der "fluch der adenauer zeit", ihr wisst schon "kinder gibt es immer.....", also sind wir die große heerschar der geburtenstarken jahrgänge.

wir saßen zu 40 in der grundschule, selbst mit hauptschulabschluss war noch eine respektable lehre drin oder abendgymnasium, die etwas dümmeren nüsse gingen in die hauswirtschaftsschule........
wieder ein teil ist akademisch (man konnt es sich irgendwie besser leisten als heute, und mit dem geiste der 68er gingen viele auf die uni, wo papa malermeister war, eltern glaubten ja auch den stuß, "mein kind soll es besser haben...."

und heut sitzen wir da mit zuwenig lohn, guter ausbildung und hartz4.:icon_twisted:
erziehung und familie immer noch frauensache, frauen werden immer noch beruflich benachteiligt, für kinder heißt es auch immer noch: rasen betreten verboten! samstag ist wieder regulärer arbeitstag, nachtschicht normal, sonntags behördenkauderwelsch übersetzen (zwangshobby jura)

zu risiken und nebenwirkungen fragen sie adenauers und schmidts enkel...
kleine anfrage vielleicht noch beim steinewerfenden taxifahrer der vize wurde......

liebe grüße von barbara
 

franzi

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hallole,

jaja, wir sind die große generation des mittelmaßes und der "fluch der adenauer zeit", ihr wisst schon "kinder gibt es immer.....", also sind wir die große heerschar der geburtenstarken jahrgänge.

wir saßen zu 40 in der grundschule, selbst mit hauptschulabschluss war noch eine respektable lehre drin oder abendgymnasium, die etwas dümmeren nüsse gingen in die hauswirtschaftsschule........
wieder ein teil ist akademisch (man konnt es sich irgendwie besser leisten als heute, und mit dem geiste der 68er gingen viele auf die uni, wo papa malermeister war, eltern glaubten ja auch den stuß, "mein kind soll es besser haben...."

und heut sitzen wir da mit zuwenig lohn, guter ausbildung und hartz4.:icon_twisted:
erziehung und familie immer noch frauensache, frauen werden immer noch beruflich benachteiligt, für kinder heißt es auch immer noch: rasen betreten verboten! samstag ist wieder regulärer arbeitstag, nachtschicht normal, sonntags behördenkauderwelsch übersetzen (zwangshobby jura)

zu risiken und nebenwirkungen fragen sie adenauers und schmidts enkel...
kleine anfrage vielleicht noch beim steinewerfenden taxifahrer der vize wurde......

liebe grüße von barbara
Der Taxifahrer macht jetzt Beratung :icon_mrgreen:
 

Schmunsi

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Mensch, Mensch, Mensch,
wenn ich das hier lese. höre ich sofort auf, mir leid zu tun.
Ich bin 57 und nächstes Jahr droht Hartz IV, und ich mach mir echt Sorgen. Übrigens auch alleinstehend, was die Sache wirklich erschwert, da gebe ich Franzi recht. Ich hab auch schon oft meine Freundinnen beneidet, die in ihrem Reihenhäuschen sitzen und versorgt sind. Aber viele der Ehemänner sind jetzt auch arbeitslos und die Frauen haben NIE gearbeitet.
Aber für Euch ist es wirklich schlimm. Wie soll das denn mal gehen mit Rente?
Oha. Das ist bitter.
@musiker1: Diese Gespaltenheit gibt es auch in meiner Generation. Um mich herum sind nur Leute, die richtig gut Kohle haben. Frag mich immer, wie die das hingekriegt haben.
Ich drück Euch allen die Daumen, daß die Zeiten besser werden.
Für mich wirds nicht mehr reichen, aber für Euch vielleicht. Wer weiß...
Alles Gute
Christiane
 
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hallo schmunsi,

du sprichst da was an, was in dieser generation auch noch so vertreten ist: die hausfrauchen, mitte 45 welche auch an das rundumsorglos paket der 60er geglaubt haben und den dampfer in den 70ern voll verpasst haben. ich mach ne gute partie, kriege kinder, mach auf öko und selbstfindung....

und heute stehen sie da und stellen fest hätt ich was gelernt, mich wirklich intressiert als für mehr was die neueste frauenzeitschrift als hip propagiert, vielleicht wär mein leben ein wenig anders.

wohl nicht viel mehr kohle, dafür aber mehr durchblick und selbstbewusstsein. nee selbstmitleid gilt nicht.

liebe grüße von barbara
 
E

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hallo schmunsi,
du sprichst da was an, was in dieser generation auch noch so vertreten ist: die hausfrauchen, mitte 45 welche auch an das rundumsorglos paket der 60er geglaubt haben und den dampfer in den 70ern voll verpasst haben. ich mach ne gute partie, kriege kinder, mach auf öko und selbstfindung....
Ich wurde zwar nicht angesprochen, aber ich gehöre ich wohl zu der Gattung "Hausfrauchen", die mit dem Rundum-sorglos-Paket auf den falschen Dampfer gesprungen sein soll......Nur das ich nicht auf Öko machte, und mich auch auf keinen Selbstfindungstrip begab....aber ein kinder - und arbeitsreiches Leben mit viel Mühen und noch mehr Verzicht führte und führe.....
und heute stehen sie da und stellen fest hätt ich was gelernt, mich wirklich intressiert als für mehr was die neueste frauenzeitschrift als hip propagiert, vielleicht wär mein leben ein wenig anders.
Ich gebe zu, dass ich keinen Berufsabschluss habe, doch das lag nicht daran, dass ich irgendwelchen Modetrends von Frauenmagazinen folgte, sonders dass ich durch Irrungen und Irrtümer keinen Beruf lernte.
wohl nicht viel mehr kohle, dafür aber mehr durchblick und selbstbewusstsein. nee selbstmitleid gilt nicht.
Ob man durch einen Berufsabschluss automatisch mehr Durchblick und Selbstbewußtsein erhält, wage ich zu bezweifeln. Ich brauche mir ja nur die Dumpfbacken auf den Argen anzugucken, um diesbezüglich eines besseren belehrt zu werden......^^
Ich jedenfalls habe einen sehr anspruchsvollen und vielseitigen Beruf - ich bin Familienmanagerin und alleinerziehende Mutter von insgesamt sieben Kindern (vier noch zu Hause). Mir mangelt es weder an Weit - noch Durchblick. Ich bin selbstbewußt und verfüge über ein hohes Maß an Durchsetzungsvermögen. Ich kann Menschen leiten und anleiten, sie überzeugen und führen.
Meine Fähigkeiten beschränken sich nicht auf Haushalt und Kindererziehung. Ich bin eine Frau, die mitten im Leben steht, und damit alles andere als ein "Hausfrauchen".

Wie wäre es mal mit einer neuen Sichtweise über das Berufsbild der sog. Hausfrau????

LG :icon_smile:
 

Clopinette

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@Franzi
ich stimme dir vollkommen zu, was die Ü30-Ü40 betrifft (bin Ü30): Ich oute mich als Generation der Entscheidungslosen, habe viel versucht und bin oft gescheitert, und zahlreichen Bekannten scheint's nicht besser zu gehen. Ich habe eigentlich nicht wirklich die Möglichkeit gehabt, das zu tun, was mir am meisten lag, und jetzt versuch ich mich wenigstens während der Arbeitslosigkeit darin privat weiterzubilden. Vielleicht wird's noch was. Ich kenne auch einige Leute, die heute gut untergekommen sind, Familien gegründet haben, allerdings kamen viele auch aus reichem Hause. Ich kam aus der Mittelschicht und war ganz glücklich, aber seit Studienende ist's noch schlimmer als die ganze Zeit davor, in der ich gejobbt (da gabs noch gut bezahlte Jobs), gereist und einiges ausprobiert habe. Ich überlege ernsthaft, irgendwann, wenn es mir besser geht, ins Ausland, in eine Kommune zu ziehen bzw. mich einer autarken Lebensgemeinschaft anzuschließen statt täglich darüber sinnieren zu müssen, wie es weitergehen soll...

@Hamburgeryn
Ich finde auch nicht, dass eine Berufsausbildung oder ein Studium viel über die Intelligenz eines Menschen aussagt. Ich kenne etliche Absolventen, die nicht mal ihre Diplomarbeit eigenständig geschrieben haben. Es sei denn, der Mensch interessiert sich wirklich für diese Tätigkeit und brennt darauf, es zu lernen. Im übrigen bin ich heute immer noch der festen Überzeugung, dass die Schule in unserem System eine Zwangsanstalt darstellt und mir außer dem, was ich in der Grundschule gelernt habe, nur viel Ärger und Stress eingebracht hat. In anderen Ländern gibt es keine Schul-, nur Bildungspflicht, was ich persönlich am gescheitesten finde. Man soll seinen Interessen nachgehen und das tun, was man liebt. Wenn es Kinder sind, dann halt Familiegründung.

Wer kennt das nicht: Man geht auf eine Party, und die erste Frage, die gestellt wird: Und was machst du? (also beruflich gesehen). Hach, ich? Momentan tue ich dies und interessiere mich brennend für jenes und lerne immer mehr - Ach so, du meinst beruflich? Momentan bin ich arbeitsfrei!
Plötzlich wird man uninteressant. Ein Beruf mutiert zum Statussymbol, der Mensch ist nur noch Ware (Kennt jemand die Marketing-Orientierung nach Erich Fromm? IN: Kunst des Lebens) Keiner kann sich vorstellen, dass ein Richter einen Sinneswandel erlebt und plötzlich Eisverkäufer wird.
 

Eierbecher

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20 Jahre ohne Arbeit?

Das ist heftig.

In meinem Leben war ich 4 Jahre ohne Arbeit.
Dir ersten 2 Jahre wegen einer Kontaktallergie.

Dann 1 Jahr nach 8 Jahren im Fernverkehr.

Und jetzt weil ich gesundheitlich total fertig bin.

Das Problem ist eigentlich das jeder eine eigene Geschichte hat.

Daher kann man das auch nicht vergleichen.

Ich wünsche jedem das beste.

MfG
Eierbecher
 

FrankyBoy

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Liebe Leute,

es ist doch bei der Entwicklung, die der deutsche Arbeitsmarkt in den letzten 40ig Jahren genommen hat gar kein Wunder, dass immer mehr Menschen zum nichtstun verdammt sind - was meint ihr eigentlich warum diese unsäglichen 1,-- € Jobs kreiert wurden?

Macht euch ja keine Vorwürfe, dass Politik eben immer asozialer wurde dafür könnt ihr eigentlich nichts und das ist ja der Punkt der so bedauerlich ist.

Die ganze Sklaverei im Niedriglohnbereich, der Produktivitätszuwachs aufgrund von Automatisierung etc. bei gleichzeitigem Absenken der Reallöhne und Sozialleistungen sind eben die Hauptursachen für diese verfestigte Arbeitslosigkeit.

Dass jetzt die arbeitende Bevölkerung gegen die Erwerbslosen ausgespielt werden und umgekehrt ist doch der eigentliche Skandal der hier debattiert werden müsste und da sehe ich gerade mehr Konfrontation als Einigkeit und das bedaure ich sehr - wir haben halt nicht nur geschwätzige Volksverräter sondern auch noch welche, die durch vorspiegeln verzerrter Realitäten ihre Scheiße auch noch schön reden - dass ist der eigentliche Skandal!

Hat hier eigentlich mal jemand Einfluß darauf, dass ich bei den FDP/Union/Spezialdemokraten einmal ernsthaft öffentlich mitdiskutieren kann? Würde mich sehr freuen denn gegen derren Argumente fällt mir eigentlich immer etwas ein.
 

Daedalos

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Liebe Leute,

es ist doch bei der Entwicklung, die der deutsche Arbeitsmarkt in den letzten 40ig Jahren genommen hat gar kein Wunder, dass immer mehr Menschen zum nichtstun verdammt sind - was meint ihr eigentlich warum diese unsäglichen 1,-- € Jobs kreiert wurden?

Macht euch ja keine Vorwürfe, dass Politik eben immer asozialer wurde dafür könnt ihr eigentlich nichts und das ist ja der Punkt der so bedauerlich ist.

Die ganze Sklaverei im Niedriglohnbereich, der Produktivitätszuwachs aufgrund von Automatisierung etc. bei gleichzeitigem Absenken der Reallöhne und Sozialleistungen sind eben die Hauptursachen für diese verfestigte Arbeitslosigkeit.
Ich stimme der Kernaussage deines Beitrags durchaus zu, aber verwechselst du im letzten von mir zitierten Satz nicht Ursache mit Wirkung? Der wachsende Niedriglohnbereich, das Sinken der Reallöhne und die gekürzten Sozialleistungen sind doch viel eher Folgen der wachsenden Arbeitslosigkeit (besonders für Ungelernte) als Ursachen!

Durch die zunehmende Automatisierung, Internationalisierung und vor allem Spezialisierung der industriellen Produktionsprozesse wird es in Deutschland, insbesonders für ungelernte oder schlecht ausgebildete Menschen, wohl nie wieder genug Arbeitsplätze geben, die hinreichend gut bezahlt sind um damit die eigene Existenz, geschweige denn eine ganze Familie, alleine finanzieren zu können. Diese bittere Wahrheit wird noch immer von keinem der verantwortlichen Politiker und Parteien eingestanden. Da werden dann lieber 4 Millionen neue Jobs oder irgendwelche anderen Utopien versprochen, als sich endlich zu überlegen mit welchen Veränderungen, vor allem im Bildungssystem, Deutschland und seine Bürger fit gemacht werden können für diese veränderte Realität
 

franzi

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Jo Leuts, hab mir gestern die youtube-Videos als "Abendprogramm" reingezogen, die hier im Forum empfohlen worden waren.

Da sieht man Anfang-30-Jährige arbeitswillige nette junge Männer, mit Schulabschluss und Ausbildung, Familiengründer mit Kleinkind und Vollzeitjob mit 600 E netto.

Da ist der totale Kollaps vorprogrammiert!

Das Hartz IV wird massiv expandieren. Ich seh das in meinem Umfeld. Immer mehr Familien leben von der Stütze. Jedes Jahr betrifft es wieder mehr ... Alles junge Leute!

:icon_neutral:

Ich hab auch sehr lang gekämpft und echt gedacht, man könne sich selber aus dem Sumpf herausziehen, wenn man nur will.
Nun bin ich aufgewacht ...

Wenn wir in den nächsten 5 Jahren keinen Aufschwung kriegen, wird´s tatsächlich heftig. Da mach ich mir keine Illusionen.
 

franzi

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@Franzi
ich stimme dir vollkommen zu, was die Ü30-Ü40 betrifft (bin Ü30): Ich oute mich als Generation der Entscheidungslosen, habe viel versucht und bin oft gescheitert, und zahlreichen Bekannten scheint's nicht besser zu gehen. Ich habe eigentlich nicht wirklich die Möglichkeit gehabt, das zu tun, was mir am meisten lag, und jetzt versuch ich mich wenigstens während der Arbeitslosigkeit darin privat weiterzubilden. Vielleicht wird's noch was. Ich kenne auch einige Leute, die heute gut untergekommen sind, Familien gegründet haben, allerdings kamen viele auch aus reichem Hause. Ich kam aus der Mittelschicht und war ganz glücklich, aber seit Studienende ist's noch schlimmer als die ganze Zeit davor, in der ich gejobbt (da gabs noch gut bezahlte Jobs), gereist und einiges ausprobiert habe. Ich überlege ernsthaft, irgendwann, wenn es mir besser geht, ins Ausland, in eine Kommune zu ziehen bzw. mich einer autarken Lebensgemeinschaft anzuschließen statt täglich darüber sinnieren zu müssen, wie es weitergehen soll...
Bei mir lief es ähnlich. Ungünstige Startbedingungen. Ich hab in der Zeit der Arbeitslosigkeit einiges aufgeholt und "repariert", was früher schief gelaufen war und konnte dadurch meine Bewerbungsmappe optimaler aufbereiten. Hoffe auch immer noch, dass das irgendwann Früchte trägt. Zumindest sieht man daran meine hohe Motivation.
 

franzi

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hallo schmunsi,

du sprichst da was an, was in dieser generation auch noch so vertreten ist: die hausfrauchen, mitte 45 welche auch an das rundumsorglos paket der 60er geglaubt haben und den dampfer in den 70ern voll verpasst haben. ich mach ne gute partie, kriege kinder, mach auf öko und selbstfindung....

und heute stehen sie da und stellen fest hätt ich was gelernt, mich wirklich intressiert als für mehr was die neueste frauenzeitschrift als hip propagiert, vielleicht wär mein leben ein wenig anders.

wohl nicht viel mehr kohle, dafür aber mehr durchblick und selbstbewusstsein. nee selbstmitleid gilt nicht.

liebe grüße von barbara
Von meinen ehemaligen Schulkolleginnen, die heute als Hausfrau daheim sitzen, haben die meisten eine abgeschlossene Ausbildung, haben aber in dem Beruf höchstens 2 oder 3 Jahre gearbeitet und dann Familie gegründet. Manche wollen sogar wieder in den Beruf einsteigen. Ob dies allerdings Anfang Vierzig, mit fehlender Berufserfahrung und mangelnder Flexibilität (3 Kinder), so einfach funktionieren wird - man kann es ihnen nur wünschen.
Und wenn´s dann mal in der Ehe kriselt ...
 

kleine

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Und wenn´s dann mal in der Ehe kriselt ...
Sind das meistens die Frauen, die eine "Krise" aushalten. Sie stecken selber zurück. Für die "Haus-Frauen" wird eine Trennung schwieriger, und eine Wohnung mit 3 oder 4 Kindern zu bekommen, als alleinerziehende Frau ist glückssache. Dann haftet denen ein Makel an. Denn Deutschland mag keine alleinerziehenden Mütter mit mehreren Kindern. Das sehe ich in meinem eigenem Umfeld.

Es gibt Frauen, die können keine Kinder bekommen, haben einen ehrbaren Beruf erlernt, sind flexibel, verheiratet und trotzdem langzeitarbeitslos. Trotz sauberer Wohnung, ruhigem und korrektem Verhalten, werden diese Menschen dennoch als asozial angesehen.

Wer sagt eigentlich, dass eine Frau nur eine gute Frau ist, wenn sie Kinder zur Welt gebracht hat? Ansonsten soll sie schuften oder Karriere machen, weil sie zu etwas anderem nicht weiter zu gebrauchen ist?

Die Mädchen heute nehmen sich leider die falschen Frauen zum Vorbild. Sie denken, wenn ich heirate und Kinder bekomme, dann ist alles in Ordnung. Dann bin ich abgesichert. Und das ist schlichtweg falsch und nicht weit genug gedacht.

Der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen ist etwas, was mir besonders sauer aufstößt in diesem Land. Da ist es doch logisch, das es bei der klassischen Rollenverteilung bleibt. Frauen dürfen wählen gehen. Es gibt Fraueninitiativen und Frauenhäuser. Wir haben die erste Bundeskanzlerin. Toll! Das ist aber auch alles, was bislang erreicht wurde aus meiner Sicht. Traurig aber wahr.

Armes Deutschland.
 

franzi

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Es gibt Frauen, die können keine Kinder bekommen, haben einen ehrbaren Beruf erlernt, sind flexibel, verheiratet und trotzdem langzeitarbeitslos. Trotz sauberer Wohnung, ruhigem und korrektem Verhalten, werden diese Menschen dennoch als asozial angesehen.

Wer sagt eigentlich, dass eine Frau nur eine gute Frau ist, wenn sie Kinder zur Welt gebracht hat? Ansonsten soll sie schuften oder Karriere machen, weil sie zu etwas anderem nicht weiter zu gebrauchen ist?
Ähnlich sieht´s bei mir aus: sauber, ruhig, korrekt, flexibel, mehrere Aus- und Weiterbildungen, ohne Kinder. Trotzdem langzeitarbeitslos.
Vielleicht zu nett? :icon_smile:
 
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