Verbot für 400€ Job??

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Einstein1982

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Hallo,

ich hoffe ich schreibe jetzt ins richtige Forum.

Ich bin 30 Jahre alt,und alleinerziehende Mutter von einem 7 jährigen Sohn.

Ich habe heute die Zusage von einem Minijob auf 400€ Basis bekommen,der einfach Super in mein Leben passt.

Ich habe Kinderpflegerin gelernt,und würde als solche in einer offenen Ganztagsschule arbeiten.

Ein Auto brauche ich nicht,da die Schule in der selben Straße ist,in der ich wohne.

Mein Sohn geht auf diese Schule,würde also auch in eben dieser OGS betreut werden.

Das eine Problem ist,ich müsste die Betreuungskosten von 120€ im Monat zählen,wie jeder andere halt auch.

Und grade heute hatte ich einen Termin bei meinem Sachbearbeiter,der leider wirklich nicht zur netten Sorte gehört.Dieser sagte mir dann,das ich den Job ja gleich vergessen könnte,da ich gefälligst einen Job auf Steuerkarte suchen soll.Ist ja auch soweit richtig,hätte ich ja mehr von,und das Amt natürlich auch.
Meine Chefin gibt mir aber sogar schriftlich,das ich in absehbarer Zeit in Teilzeit aufsteigen werde.

Hund zu meinen Fragen,kann mir das Jobcenter verbieten,diesen Job anzunehmen,und ist es möglich finanzielle Hilfe für die Betreuungskosten zu bekommen?Ich meine,ist ja fast egal wo ich arbeite,mein Kind muss ja betreut werden,und die Kosten wären immer die selben.

Lg Sandra
 
E

ExitUser

Gast
Verbieten können sie es Dir m. W. nicht. Viel wird Dir aber nicht übrig bleiben. Von 400 € (wenn Du soviel verdienst) darfst Du 160 € behalten, und davon gehen dann wieder die 120 € Betreuungskosten ab - netto hast du 40 € mehr. (ich glaube nicht, daß Du die Betreuungskosten anrechnen lassen kannst, aber dazu kommen bestimmt noch Aussagen).

Natürlich hast Du dann den Fuß in der Tür für den "Aufstieg" in einen sv-pflichtigen Teilzeitjob (bei dem Du vermutlich wirst aufstocken müssen, oder?). Gibt es da einen zeitlichen Rahmen, bis wann das kommen wird?

Andererseits hast Du dann diesen seltsamen SB im Nacken, der es Dir evtl. "zeigen" will und Dich mit mehr oder weniger passenden VV zuballern könnte. Oder Dich in eine Maßnahme zu zwingen versucht.


Da Du den Job aber offensichtlich machen möchtest: Mach et, Otze! Wenn's nicht hinhaut, hast Du es zumindest versucht.
 
E

ExitUser

Gast
Ich nehme an, daß du ALG II beziehst und bislang keiner Beschäftigung nachgehst.

Du bist verpflichtet, deine Hilfsbedürftigkeit soweit wie möglich zu vermindern, und auch so schnell wie möglich. Wenn du kurzfristig eine geringfügige Beschäftigung bekommen kannst, hat diese Vorrang vor einer (möglicherweise) in der Zukunft erreichbaren Vollzeittätigkeit. Falls du später mal eine bessere Stellung angeboten bekommen solltest, müßtest du jedoch die geringfügige Beschäftigung - wohlgemerkt immer unter Einhaltung der vereinbarten Kündigungsfrist - aufgeben.

Der SB kann also nicht verlangen, daß du die geringfügige Beschäftigung gar nicht annimmst. Du würdest dadurch sogar gegen die obengenannte Verpflichtung zur Minderung deiner Hilfsbedürftigkeit verstoßen und müßtest unter Umständen mit Sanktionen rechnen.

Außerdem kommt hier noch hinzu, daß du voraussichtlich in Kürze diese geringfügige Beschäftigung zeitlich und von der Bezahlung her wirst aufwerten können.

Mit der Lohnsteuerkarte hat das nichts zu tun, du kannst auch bei einer geringfügigen Beschäftigung "auf Lohnsteuerkarte" arbeiten, statt die Pauschalversteuerung zu wählen (lohnt sich aber nicht für dich, wenn der Arbeitgeber ohnehin die Pauschalsteuer übernimmt).

Auf die Sozialversicherungspflicht einer Beschäftigung kommt es im Bereich ALG II nicht an, sondern nur auf das erzielbare Einkommen.

Sollte der SB so etwas von dir fordern, dann verlange unter Hinweis auf den vorstehenden Sachverhalt eine schriftliche Aufforderung des JC dazu. Die wird man dir wahrscheinlich aus genau diesem Grund nicht geben wollen.
 

Einstein1982

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Hallo gurkenaugust,

ja,ich bekomme alg2,hätte ich vielleicht erwähnen sollen :icon_smile:

Das einzige,was mein Sachbearbeiter im Moment vorhat,ist mich in eine Maßnahme zu stecken,und ich soll mich bei einem Job bewerben,den ich rein organisatorisch wegen meinem Sohn gar nicht machen kann,aber mich natürlich trotzdem bewerben werde.

Lg Sandra
 
E

ExitUser

Gast
Auch die Maßnahmenteilnahme ist der in Aussicht stehenden Tätigkeit grundsätzlich nachgeordnet, darf also diese Tätigkeit zeitlich nicht unmöglich machen. Damit verdienst du schließlich Geld, das deine Hilfsbedürftigkeit mindert.

Ich kann dir nur empfehlen, alles schriftlich zu regeln (also insbesondere die beschriebenen Sachverhalte schriftlich zu schildern) und weiterhin solche unsinnigen Aufforderungen, eine angebotene Stelle nicht anzunehmen, auch immer schriftlich zu verlangen. Das wird dir der SB mit Sicherheit so nicht geben wollen, weil er nämlich ganz genau weiß, daß es so nicht zulässig ist.

Allerdings mußt du dich auch danach laufend nach einer besser bezahlten Tätigkeit umsehen (im Rahmen der Zumutbarkeit), bis du schließlich ganz aus der Hilfsbedürftigkeit herausfällst.

Geringfügige Beschäftigungen gehen seit Anfang der Jahres übrigens bis 450 € monatlich, falls noch nicht bekannt.
 

gelibeh

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Und grade heute hatte ich einen Termin bei meinem Sachbearbeiter,der leider wirklich nicht zur netten Sorte gehört
und nimm nächstes Mal einen Beistand mit. Und nie etwas sofort beim JC unterschreiben.
Nimm den Minijob an und schicke eine Änderungsmitteilung an das Jobcenter sowie die Einkommenbescheinigung des Arbeitgebers.
Formulare Arbeitslosengeld II - www.arbeitsagentur.de
 

biddy

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Wer ist denn Träger der OGTS - ein kirchlicher? e.V.?

Dein Grundfreibetrag wären nach § 11b Abs. 2 SGB II nicht 100 €, sondern 175 € (bald 200 € nach Gesetzesänderung) zusätzlich zum weiteren Freibetrag nach § 11b Abs. 3 (20 % von X € usw.) - viele Alg-II-beziehende Betreuer/Erzieher in Offenen Ganztagsschulen wissen das gar nicht.

§ 11b SGB II

...

(2) 1Bei erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, die erwerbstätig sind, ist anstelle der Beträge nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 bis 5 ein Betrag von insgesamt 100 Euro monatlich abzusetzen. 2Beträgt das monatliche Einkommen mehr als 400 Euro, gilt Satz 1 nicht, wenn die oder der erwerbsfähige Leistungsberechtigte nachweist, dass die Summe der Beträge nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 bis 5 den Betrag von 100 Euro übersteigt. 3Erhält eine leistungsberechtigte Person mindestens aus einer Tätigkeit Bezüge oder Einnahmen, die nach (mal anklicken - Anmerkung biddy -->) § 3 Nummer 12, 26, 26a oder 26b des Einkommensteuergesetzes steuerfrei sind, gelten die Sätze 1 und 2 mit den Maßgaben, dass jeweils an die Stelle des Betrages von 100 Euro monatlich der Betrag von 175 Euro monatlich und an die Stelle des Betrages von 400 Euro der Betrag von 175 Euro tritt. 4§ 11a Absatz 3 bleibt unberührt.
 

Einstein1982

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Guten morgen,

vielen Dank für eure hilfreichen Antworten.

Wie ist denn mit dem Beistand,muss ich immer Vorhersagen,das meine Begleitung einer ist?

Und der Trägerverein heißt OGS St.Johannes,hört sich schon so an als wäre er katholisch.Muss ich nochmal nachfragen:icon_smile:

Lg Sandra
 
E

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Gast
Als Beistand (§ 13 Abs. 4 SGB X) kannst du grundsätzlich jede Person deines Vertrauens mitnehmen, und bei Beginn der Besprechung stellst du ihn eben als deinen Beistand vor. Der SB wird schon wissen wollen, daß er in dieser Funktion da ist, weil ja ansonsten die Anwesenheit Fremder mit dem Datenschutz nicht vereinbar wäre. Ausweisen muß dein Beistand sich nicht, und ob er der Höflichkeit halber seinen Namen nennt, ist auch ihm selbst überlassen.

Es kann auch nichts schaden, wenn der Beistand wichtige Dinge notiert, die man später zeitnah zu einem kurzen Protokoll verarbeiten kann.

Wenn dein Beistand nichts von der Materie versteht, sollte er sich aus dem Gespräch raushalten und sich im wesentlichen auf das Protokollieren und Zuhören beschränken. Dies deshalb, weil dessen Äußerungen bei so einem Termin dir zugerechnet werden, wenn du ihnen nicht sogleich widersprichst.
 

biddy

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Dir steht dann auf jeden Fall der höhere Grundfreibetrag zu (175 statt 100 €), da es eine Einnahme nach § 3 Nr. 26 EStG ist.

Sagen wir mal, Du verdienst genau 400 € brutto (netto weniger, wenn Du - nach neuem "Minijobrecht" ab 2013 - eigene Rentenversicherungsbeiträge zahlen möchtest und nicht darauf verzichtest):

175 € € erhöhter Grundfreibetrag nach § 11b Abs. 2 SGB II
+ 60 € (20 % des Brutto ab 100 bis 400 €, also 20 % von 300 €) frei nach § 11b Abs. 3 SGB II
-------------
= 235 € Gesamtfreibetrag, der dann vom Netto vor Anrechnung auf Dein Alg II abgezogen wird.
Die 235 € hättest Du dann also mehr als andere Alg-II-Bezieher ohne jegliches Einkommen.

Bald wird der § 11b Abs. 2 SGB II geändert (entsprechendes Gesetz wurde bereits beschlossen; muss nur noch im Bundesgesetzblatt veröffentlich werden und gilt dann ab 1.1.2013) und der Grundfreibetrag erhöht sich von 175 auf 200 €, so dass dann (wie gesagt rückwirkend ab Januar) insgesamt 260 € frei sind (200+60 €) bei einem Brutto von - als Beispiel - 400 €.
 

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Hallo


nimm den 400 Eurojob an
denn damit verminderst du deinen Hiilfebedar so wie es vom SGB2 gewünscht wird.

Was dein SB darüber denkt sol dir am NoNo vorbeigehen.
Er kann dir den Job nicht verbieten.

Frage doch mal schriftlich nach der Rechtsgrundlage.
Selbst wenn eine Massnahme für dich vorgesehen ist steht dein 400 Eurojob vorne an

Nimm den Job alles andere wird dann geregelt
 

Holger01

Accountproblem bitte Admin informieren.
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Bin auch für den 450-Euro-Job.

Zumal du dann das JC an deinen Rentenbeiträgen beteiligen kannst.
Verzichte einfach auf dein Recht auf Versicherungsfreiheit.
Dann bekommst du Rentenbeiträge zwar vom Netto abgezogen, aber durch diese Verringerung des Netto verringert sich auch dein anrechenbares Einkommen, so dass das JC über dein Alg2 die Rentenbeiträge bezahlt.
 

obi68

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Bald wird der § 11b Abs. 2 SGB II geändert (entsprechendes Gesetz wurde bereits beschlossen; muss nur noch im Bundesgesetzblatt veröffentlich werden und gilt dann ab 1.1.2013) und der Grundfreibetrag erhöht sich von 175 auf 200 €, so dass dann (wie gesagt rückwirkend ab Januar) insgesamt 260 € frei sind (200+60 €) bei einem Brutto von - als Beispiel - 400 €.

Kurze Zwischenfrage, weil mich das betrifft:

Gilt die Änderung dann auch für den "normalen" Grundfreibetrag von 100 Euro und auf wie viel würde der sich erhöhen?
 

biddy

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Kurze Zwischenfrage, weil mich das betrifft:

Gilt die Änderung dann auch für den "normalen" Grundfreibetrag von 100 Euro und auf wie viel würde der sich erhöhen?

Nein, gilt nicht für den normalen Grundfreibetrag (100 €), sondern für Einnahmen nach § 3 Nr. 12, 26, 26a und 26b EStG (siehe § 11b Abs. 2 Satz 3 SGB II). Auch Bundesfreiwilligendienst und Jugendfreiwilligendienst, weshalb die Alg II-Verordnung geändert wird.

Die anstehenden Änderungen stehen im "Gesetz zur Stärkung des Ehrenamtes" unter Artikel 8 (betrifft SGB II) und Artikel 10 (betr. Alg II-Verordnung), welches wie gesagt bald rückwirkend zum 1.1.2013 in Kraft tritt

Artikel 8
Änderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch


In § 11b Absatz 2 Satz 3 des Zweites Buches Sozialgesetzbuch – Grundsicherung für Arbeitsuchende – (Artikel 1 des Gesetzes vom 24. Dezember 2003, BGBl. I S. 2954) in der Fassung der Bekanntmachung vom 13. Mai 2011 (BGBl. I S. 850 (2094)), das zuletzt durch Artikel 1a des Ge- setzes vom 22. Dezember 2011 (BGBl. I S. 3057) geändert worden ist, wird jeweils die Angabe „175“ durch die Angabe „200“ ersetzt.


Artikel 9
Änderung des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch


In § 82 Absatz 3 Satz 4 des Zwölftes Buches Sozialgesetzbuch – Sozialhilfe – (Artikel 1 des Gesetzes vom 27. Dezem- ber 2003, BGBl. I S. 3022), das zuletzt durch Artikel 13 Ab- satz 28 des Gesetzes vom 12. April 2012 (BGBl. I S. 579) geändert worden ist, wird die Angabe „175“ durch die Angabe „200“ ersetzt.


Artikel 10
Änderung der Arbeitslosengeld II/Sozialgeld-Verordnung


§ 1 Absatz 7 der Arbeitslosengeld II/Sozialgeld-Verordnung vom 17. Dezember 2007 (BGBl. I S. 2942), die zuletzt durch Artikel 1 der Verordnung vom 19. Dezember 2011 (BGBl. I S. 2833) geändert worden ist, wird wie folgt geändert:

1. In Satz 1 wird die Angabe „175“ durch die Angabe „200“ ersetzt.
2. In Satz 2 wird die Angabe „115“ durch die Angabe „140“ ersetzt.
Quelle
 
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