US-Strafzölle: "EU soll mal die Klappe halten" - Dlf-Interview mit Heiner Flassbeck

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Dagegen72

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es gibt jemand, dessen Beiträge und Vorträge ich ab sofort mit hohem Interesse verfolgen werde: Heiner Flassbeck!
Darüber wollen wir sprechen mit dem Wirtschaftswissenschaftler Heiner Flassbeck. Er war fast zehn Jahre lang Chefvolkswirt der UNO-Organisation für Welthandel und Entwicklung, der UNCTAD, und zuvor unter anderem Staatssekretär im Bundesfinanzministerium unter der Leitung von Oscar Lafontaine damals noch, als er noch SPD-Mitglied war. Guten Morgen, Herr Flassbeck!

seine coole Meinung bezieht sich auf die Reaktion von Trumps Forderung nach Importzöllen für Lieferungen von Stahl und Aluminium in die USA.
Also, Türkei sind mit ihrem Rechtsruck der EU egal, es werden sogar Panzer rübergeliefert, u.ä.
- aber wenn es um ein paar Zölle geht, die erhoben werden sollen, dann, ja dann springt die EU drauf an ... dann geht es um Geld (und nicht mehr um Menschen) ... dann dreht die EU durch .. und das, obwohl bspw. Deutschland Export-Handelsüberschüsse hat. ÜBERSCHÜSSE! Das ist Kapitalismus in seiner Reinform.
Und die prophezeite Eskalation von Flassbeck ist auch schon eingetreten, nachdem Juncker, dem Wasserprivatisierung auch egal war, damit gedroht hat, Einfuhrzölle auf bestimmte USA - Produkte zu erheben, kontern die mit Auto-Import-Zölle.

Interview: Reaktionen auf US-Strafzolle - "Die EU sollte jetzt einfach mal die Klappe halten"

Es heißt auch, dass hier mal wieder EU-Arbeitsplätze ins Spiel gebracht werden, und da meint Flassbeck auch, dass die Verbraucher ja immer nur dann bedacht würden, wenn es den anderen um was geht. Also in meinen eigenen Worte: Arbeitsplätze werden instrumentalisiert um irgendwas zu erreichen. Und mit den US-Zollerhebungen seien angeblich EU-Arbeitsplätze in Gefahr.
Meines Wissens wurden und werden Arbeitspätze schon die ganze Zeit auch ohne US-Strafzölle abgebaut!

Flassbeck: Ja, das ist nun eine verbreitete, schöne Geschichte, die in Deutschland erzählt wird, die leider nicht stimmt. Natürlich sind nicht die Handelspartner daran schuld, dass sie Defizite haben, sondern es gibt immer auch einen auslösenden Faktor, und in Deutschland war das eindeutig die Lohnzurückhaltung, die vor 15 Jahren dazu geführt hat, dass Deutschland extrem wettbewerbsfähig geworden ist unter dem Schutz des Euro sozusagen, da war der Euro noch unterbewertet, also Deutschland hat da …

Heiner Flassbeck, wikipedia:
Im Mai 2013 schrieb Flassbeck, dass es unverantwortlich sei, die Möglichkeit eines Ausstiegs aus dem Euro aus der politischen Diskussion zu verdrängen, und dass Deutschland in einem Ausstiegsszenario zweifellos hart getroffen würde. Als Lösungsmöglichkeit für die Krise in der Eurozone forderte er, dass Deutschland seine Position radikal verändern müsse, um durch angemessene Lohnsteigerungen in Deutschland das Gefälle der Wettbewerbsfähigkeit in der Eurozone zu verringern.[11] Darüber, ob die Bundesregierung sich in der Eurokrise erfolgreich verhalte, äußerte sich Flassbeck in einem Interview mit n-tv wie folgt: „Bei der Binnenkonjunktur ist nichts passiert.
Die anderen Länder haben wir an die Wand gefahren, unsere Kunden sind auf dem Weg in die Pleite ... Ich weiß nicht, ob man das erfolgreich nennen kann.“[12]
fett von mir. Beim letzten Satz denke ich an Griechenland, Spanien und Portugal, bspw.
Heiner Flassbeck – Wikipedia

Wie sind eure Ansichten zu den Aussagen von Flassbeck?

Handelsüberschuss, beliebiger Link aus dem Netz: Nach dem Export-Rekord: Handelsuberschuss bereitet Okonomen Sorgen - Wirtschaft - Tagesspiegel Von der coolen SZ ist auch was im Netz. Ich finde die SZ cool, weil die Reporter dieser Zeitung viel auch an Recherche beteiligt sind, bspw. auch bei den Panama Papers und die Nachfolge-Paper-Entdeckung. (NDR u.ä. auch)
 
Zuletzt bearbeitet:

ZynHH

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bspw. auch bei den Panama Papers

Bei den Steueroasen, liegt Panama 5 Plätze hinter Deutschland.... ziemlich scheinheilig dorthin zu zeigen, wenn es im eigenen Land viel schlimmer abgeht.

Wer keine Steuern zahlen will, gründet einfach eine Stiftung in Deutschland. :popcorn:
 

Dagegen72

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na ja, da habe ich ja jetzt hingezeigt, um es schlicht nochmal zu erwähnen. Nach Panama kamen ja noch die Paradise Papers. Das ist also nicht von Flassbeck! Die Queen hat ja auch eine solche Briefkastenfirma - von den Reichen hat also niemand jemals genug, die bekommen den Hals niemals voll!

Projekt der SZ: Paradise Papers: Das ist das Leak cool "Paradise-Papers - die Schattenwelt des großen Geldes

@ZynHH: ich stimme dir vollkommen zu, dass auch Deutschland eine Steueroase ist. Und auch, dass das hier viel zu wenig kommunziert wird.
 

Dagegen72

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Gesine Lötzsch von Die Linke meinte, dass die BRD keine Angst vor Strafzöllen haben bräuchte, wenn sie wirtschaftlich den Binnenmarkt stärken würde, also innerhalb von Europa. Das kam gestern auf TV. Finde auf die Schnelle keinen Link dazu.

Ich vermute, dass damit auch gemeint ist, dass man Griechenlqand nicht länger schwächt, sondern auch was für die Wirtschaft tut. Mit Binnen-Wirtschaft meine ich ist schon ganz Europa gemeint, dass die Strafzölle ja ganz Europa treffen sollen.
 
E

ExitUser

Gast
Bei Strafzöllen gehts an den Export - deshalb ist das Geschrei hierzulande so groß - Trump hat richtig erkannt das innerhalb des Westblocks das deutsche EU-Reich der größte Konkurrent ist. Die blöde Linkspartei ist einfach nur mehrheitlich Regierungsgeil + deutschnational-antiamerikanisch.
 

Heidschnucke

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Wie jede Regierung, außer die unsrige hat eine Regierung die Aufgabe sich um das Wohl der Bevölkerung zu kümmern, und das macht Trump nur. Er meint die Probleme in den USA zu sehen und Versucht dagegen zu steuern, was ja auch sein Wahl versprechen war. Es sieht wie marode seine Wirtschaft ist und das versucht er zu ändern, und den Feind hat er schnell ausgemacht, unter anderen die Wirtschaftstrakte EU mit Deutschland an der Spitze. Sein Versuch ist eigentlich ganz einfach. Erstens erhöhte Zölle für China, damit sich China neue Absatzmärke sucht, und z.B. die EU und besonders Deutschland überschwemmt und hier die Arbeit verloren geht. Der zweite schritt ein Keil in die EU treiben, keine Zollverträge mehr mit der EU sondern mit den einzelnen Staaten, damit man die unter Druck setzen kann und gegeneinander ausspielen kann. Zwischenzeitlich ist die Industrie in der EU den Bach runter kein Handel mehr mit den USA, Sanktionen gegen Russland usw. In Gegensatz hat die Industrie in den USA genügend Zeit gehabt sich zu sortieren und neu aufzustellen, und wird dann den Weltmarkt bestimmen. Amerika first!
 

Dagegen72

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ich finde es einen Ego-Trip von der EU, die sagt: die EU möge man von den Zöllen ausschließen. (die anderen betroffenen Ländern sind wohl egal, Strafzoll-Solidarität mit anderen Ländern ist egal, gibt es nicht, interessiert nicht). Das ist "Europe first"

@293949:
Die blöde Linkspartei ist einfach nur mehrheitlich Regierungsgeil + deutschnational-antiamerikanisch.

ich glaube, du verwechselst da was. Die Linke sind nicht die sog. "Antideutschen".
https://de.wikipedia.org/wiki/Antideutsche
Antideutsche sind eine aus verschiedenen Teilen der radikalen Linken hervorgegangene politische Strömung in Deutschland. Sie wenden sich gegen einen spezifisch deutschen Nationalismus, der insbesondere im Zuge der deutschen Wiedervereinigung erstarkt sei. Weitere antideutsche Positionen sind Solidarität mit Israel sowie Gegnerschaft zu Antizionismus, Antiamerikanismus, Islamismus, bestimmten („regressiven“) Formen des Antikapitalismus und Antiimperialismus. Diese führten und führen zu Kontroversen innerhalb der linken Szene.

deutschnational ist Die Linke meine ich nicht und regierungsgeil - nun ja, in der Regierung kann man halt Gesetze erlassen. Sie ist aber stattdessen eine Mitmachpartei. https://christinebuchholz.de/2009/08/26/die-linke-ist-eine-mitmachpartei/
 
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