Unzumutbare Maßnahme? Wie abwehren, wenn per VA? FAW gGmbH

helddi

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Per EGV soll ich an einer 1/2 jährigen Eingleiderungsmaßnahme für geringfügig Beschäftigte teilnehmen.

Ich sträube mich nicht an sinnvollem mitzuwirken.
Immerhin arbeite ich ja, wenn auch noch nicht ausreichend. Ich bewerbe mich auf Vollzeitstellen.

Warum sehe ich diese Maßnahme für mich als nicht sinnvoll an?

- Wir unterstützen sie individuell und zeigen ihnen Hilfestellungen bei der Aufarbeitung von potentiellen Problemen im sozialen oder familiären Umfeld auf. (Was bitte möchte man dort mit mir "besprechen" und vorallem: Wer möchte darüber mit mir sprechen? Therapeut? Dozent?)

- Heranführung an den Arbeitsmarkt (was mache ich denn jetzt geringfügig?)

- Feststellung (ich arbeite doch, was soll festgestellt werden?)

- Beseitigung von Vermittlungshemmnissen (Wie denn? Psychogramme?, finde das zu unbestimmt)

- Nachbetreuung (bei Arbeitsaufnahme) - Bitte? Möchte ich ungern, ist schon im Forum behandelt worden

- Der FAW gGmbH wird in der EGV ein Zugriff auf meine selektiven Bewerberdaten (VerBIS) eingeräumt (warum wird das in der EGV "bestimmt", muß ich dem zustimmen (Datenschutz). Was wäre in einem VA? Wäre der damit angreifbar?

- Die FAW gGmbH hat wenn ich danach google einige typische, negative Rezensionen. So z.B. auch die Nähe zu einer quasie hauseigenen ZA.

- Im Prospekt zu dieser Maßnahme der gGmbH ist vieles aufgeführt, so auch:
An den Präsenztagen geht es um.
Gruppenarbeit
Arbeitsaufträge (muß ich das lernen?)
individuelle Zielvereinbarungen (oha. Kann ich da genötigt werden?)
und Module im Bereich
Gesundheitsorientierende Beratung (ich habe Probleme, aber möchte sie nicht mit einem privaten Träger "besprechen")

- Möglichkeit, ... betrieblichen Erprobungen Kenntnisse aufzufrischen (Praktika?, unbezahlt?, ich arbeite und brauche keine "Praktika", können die mich dann dazu trotzdem nötigen?)
Müßte ich meinen geringfügigen Job dann für dieses Praktika kündigen? Im Auftrag dieser gGmbH?

Ich sehe hier durchaus Potential, wenn denn die postiv dargestellen Punkte gemeinsam umgesetzt werden.
Was man aber vielleicht vermuten kann, gerade im Hinblick auf Erfahrungen Anderer mit dieser FAW gGmbH ist, dass:
man dumm rumsitzt
sinnlose Kurse machen muß/darf
auf Datenschutz gepfiffen wir
man genötigt/erpresst wird
man Praktika in hauseigenen/nahen Betrieben machen darf/muß
usw.

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Was also tun, wenn bei einem nächsten Termin mir die EGV mittels VA übergeben wird und ich ohne Verzug in die Maßnahme geschickt werde?

Meine Fragen dazu.

1. Wenn ich mich der Maßnahme einfach verweigere, und ich sanktioniert würde.
- Können die immer und immer wieder für dieselbe Maßnahme weiter sanktionieren bis 100 %? Bis in alle Ewigkeit oder der Gültigkeitsdauer des VA?
Ist nach einer Verweigerung (und Sanktion) dann diese spezielle Maßnahme "gegessen" irgendwann?

2. Wenn 1. nicht möglich und überhaupt las ich, ich solle zur EGV einen eigenen Vorschlag (Mitwirkung) einreichen.
- EGV ohne besagte Maßnahme als meinen Gegenvorschlag einreichen?
Hinweisen auf Defizite? Wenn ja, welche wären sinnvoll?

3. Ansonsten bleibt noch die Nichtunterschrift der Verträge bei der FAW gGmbH?
Scheint leider nicht risikolos zu sein.

4. Ich sehe schon in der EGV (demnächst wohl VA) einen Angriffspunkt (den ich hier jetzt taktisch ausspare) gegen den ich klagen könnte (gibt schon ein Urteil).
Aber das setzt den Vollzug des VA ja nicht außer Kraft, und ich muß trotzdem zur Maßnahme?
Oder könnte man mit Sanktion riskieren nicht teilzunehmen bis zur Klage und Feststellung der Gültigkeit des VA?
Ohne Sanktion wohl dann nicht "machbar"?


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Was wäre ersteinmal sinnvoll?
- EGV Gegenvorschlag?
Mit Begründung oder ohne? Ohne Maßnahme?

Und vorbereitend.
Was, wenn direkt ein VA in die Hand gedrückt wird und ich dann in der Maßnahme bin? Wie verhalten? Hingehen?


PS
Ich las, dass VA inhaltlich den vorher vorgelegten EGV entsprechen müssen.
Gilt das auch für z.B. ein Datum? Was ja dann in der Vergangenheit liegt? Kann ich mir nicht vorstellen.
 

gelibeh

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1. Wenn ich mich der Maßnahme einfach verweigere, und ich sanktioniert würde.
- Können die immer und immer wieder für dieselbe Maßnahme weiter sanktionieren bis 100 %? Bis in alle Ewigkeit oder der Gültigkeitsdauer des VA?
Ist nach einer Verweigerung (und Sanktion) dann diese spezielle Maßnahme "gegessen" irgendwann?
Die können Dich nur einmal deswegen sanktionieren. Und wenn Dir die selbe Maßnahme noch einmal angeboten wird, kannst Du, meines Wissen nach, nicht noch einmal sanktioniert werden.

Wie begründet denn der SB, dass Du diese Maßnahme machen sollst? Gerade, weil Du ja schon arbeitest. Arbeitest Du unter 15Stunden die Woche? Das würde dann nämlich aus Sicht des SB die Maßnahme erklären. Erst mit Maßnahme wärst Du raus aus der Statistik. Um etwas Anderes geht es denen doch nicht.
Ich sehe schon in der EGV (demnächst wohl VA) einen Angriffspunkt (den ich hier jetzt taktisch ausspare) gegen den ich klagen könnte (gibt schon ein Urteil).
Aber das setzt den Vollzug des VA ja nicht außer Kraft, und ich muß trotzdem zur Maßnahme?
Darum beantragt man auch zeitgleich zum Widerspruch gegen den EGV-VA die aufschiebende Wirkung beim Sozialgericht.
 

helddi

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Danke gelibeh.

Sollte ich denn ersteinmal einen Gegenvorschlag zur EGV einreichen (ich las hier, dass dies sinnvoll wäre, Mitwirkung ...)?

Und wenn, einfach die allgemeine (bisher von mir akzeptierte) EGV ohne die Maßnahme vorschlagen reicht?
Oder noch begründen warum ohne Maßnahme?
 

gelibeh

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Und wenn, einfach die allgemeine (bisher von mir akzeptierte) EGV ohne die Maßnahme vorschlagen reicht?
Oder noch begründen warum ohne Maßnahme?
Kannst Du machen. Du siehst keine Begründung, warum Dich diese Maßnahme nun im beruflichen Leben weiterbringen soll und der SB hat keine Begründung geliefert.
 

Buerosklave

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Eine Begründung wird es nicht geben,zumindest keine sinnvolle. Die meisten Vermittler verdonnern einen ausschließlich der Statistikschönigung wegen zur Teilnahme. Ich war selbst auch schon 2x "Gast" bei diesem Saftladen und kann nur jedem raten,sich mit Händen und Füßen gegen eine Zuweisung zu wehren. Ich hab meine Erfahrungen dort zwar schon mehrfach hier gepostet,aber ich tue es gerne nochmal:

Die erste Teilnahme 2005
Bei der üblichen "Selbstvorstellung" der Teilnehmer wurde ich gleich mit "Ach,wenn Sie aus der IT-Branche kommen,können Sie doch gleich mal unsere Computer in Gang bringen, der Herr S. (Admin aus der übergeordneten Geschäftsstelle) hat dafür keine Zeit!". Hab ich gemacht....da fand sich so alles an Fehlern,was man sich nur vorstellen kann: Falsche Bildschirmeinstellungen, die Virenscanner lieferten schon beinahe einen Dauerton,so verseucht waren die Rechner. Und daß keine einzige der Lizenzen dort echt war,muss ich sicher nicht erwähnen. Nunja. Einige Wochen (!) später kam dann der Admin und wollte seine Arbeit machen,doch die hatte ich ja auf Aufforderung der Maßnahmeleitung schon erledigt. Mit dem Ergebnis,daß es ein riesiges Donnerwetter gab und die Maßnahmeleitung von der Anweisung,die sie mir vor versammelter Klasse gab, nichts mehr wissen wollte. Ich kassierte dann ´ne Abmahnung als Dank für meine Gutmütigkeit.
Die ganze Maßnahme dort war mehr als ein schlechter Witz. Beim ersten Mal gabs noch ein paar Pseudo-Kurse (Autogenes Training, Rückenschule & Rechtsberatung auf einem Niveau,welches wir Laien hier im Forum spielend übertreffen). Nicht zu vergessen das obligatorische Praktikum mit den üblichen Versprechungen,daß die Firma gerade Personal sucht und man sich gefälligst anstrengen soll. Bla bla bla, man kennt das ja. Ich sag mal so: ich bin schon ein geduldiger Mensch,aber in diesem Praktikum war ich soweit,daß ich einem der "Kollegen" da fast die Fr*sse poliert hätte,hätten mich nicht 3 Leute festgehalten.

Bei der 2.FAW-Teilnahme 2010 wurde es noch schlechter,weil noch billiger. Die uralten Computern waren Laptops gewichen. Und die Pseudokurse waren ganz verschwunden,auch Dozenten gabs kaum noch. Stattdessen gab es nur noch virtuellen Unterricht,der aus einer Art Online-Quiz zu einzelnen Themen auf Stand von Mitte der 90er bestand. Alt, weil billig zu haben. Davon sollte man mind. 75% richtig haben und ggf. solange wiederholen bis man die 75% schaffte. War zumindest bei den IT-Themen gar nicht so einfach,denn nach heutigem Stand waren bei einem Großteil der Fragen alle Antworten richtig und das beantworten der Fragen war eher ein Ratespiel. Unnötig zu erwähnen,daß einem die Neuversuche als Unwissenheit angekreidet wurden und die Maßnahme daher doch sinnvoll sei. Da bleibt einem schonmal das Lachen im Halse stecken,wenn man solche "Verteidigungsmaschen" hört.

Was mich am meisten gestört hat,war die Neugier des Chefs dieses Ladens. Der hatte den ganzen Tag nichts weiter zu tun,als die Teilnehmer via VNC (ein Fernwartungsprogramm für Computer) zu beobachten. Das merkte man,wenn das Symbol in der Taskleiste seine Farbe von weiß zu schwarz änderte. Ich hab mir dann meist einen Spaß draus gemacht und hab in einem Editorfenster sinngemäß sowas reingeschrieben, daß ich auch gern einen Job hätte,bei dem ich dafür bezahlt werde, andere Leute heimlich zu bespitzeln und diese Zeiten doch eigentlich seit 1989 vorbei sein sollten. Es dauerte meist keine 5 Sek,dann klinkte sich der heimliche Beobachter aus. Später hab ich dann meine Kenntnisse genutzt, ein wenig mit dem Netzwerk zu spielen und das VNC-Tool in die Irre zu führen.

Noch was vergessen ? Ach ja..die Module "Lager" und "Werkstatt". Das Lagermodul bestand aus einem kleinen Zimmerchen, in dem ein Schwerlastregal mit den ganzen Abfällen der Werkstatt nebenan und ein Computer stand. Die "Lagerbesatzung" sollte dann die Ein- und Ausgänge der Werkstatt nebenan protokollieren...in einer Excel-Tabelle. Aber wie protokolliert man,wieviel Farbe aus einer vorher schon angebrochenen Farbbüchse verbraucht wurde,wenn sie ins Lager zurückkam ? Oder wie protokolliert man Bruchholz ?

Die Werkstatt war aber der Brüller. Es gab dort tatsächlich Maschinen...die meisten wurden aber selten bis nie benutzt,denn es war ja kaum ordentliches Material da. Wenn sie denn mal liefen, dann weil irgendwelche Teilnehmer private Arbeiten damit machten.
Apropos Teilnehmer: Als ich die Werkstatt zum ersten Mal betrat, fiel mir gleich die übermäßig hohe Zahl an Verbandskästen an den Wänden auf. Relativ schnell wusste ich auch,wozu die wohl da waren,denn ein großer Teil der Leute,die normalerweise dort in der Werkstatt arbeiteten (es liefen meist 3-4 verschiedene Maßnahmen parallel), hatte ein deutlich riechbares Alkoholproblem. Man schaut dann lieber weg,wenn diese Leute dann die Kreissäge anwerfen und hofft, keinen Schrei zu hören.
 
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