Untersuchung Amtsarzt sowie Schweigepflichtentbindung der behandelnden Ärzte (1 Betrachter)

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Hallo

Mal angenommen der Sachbearbeiter möchte das ich von einem Amtsarzt untersucht werde damit man feststellen kann inwieweit ich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehe und weil die Erstuntersuchung schon einige Jahre her ist.

Meine Frage(n)

1.Kann der SB mit der obigen Begründung diese Untersuchung einleiten, ist er dazu überhaupt befugt?
2. Ist man verpflichtet diesen Termin wahrzunehmen?
3.Kann eine Schweigepflichtentbindung der behandelnden Ärzte verweigert werden?
- 3.1. Wie wird der Gesundheitszustand ermittelt - Frage/ Antwort Spiel?
- 3.2.Wie wirkt sich eine solche Untersuchung auf ein laufendes Reha-Verfahren aus?
4. Darf überhaupt eine solche erneute Untersuchung stattfinden obwohl ein Gutachten vorliegt?
5. Ist die Begründung statthaft wenn behauptet wird das man ziemlich oft krank war?

Danke
 

Caye

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Hallo

Mal angenommen der Sachbearbeiter möchte das ich von einem Amtsarzt untersucht werde damit man feststellen kann inwieweit ich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehe und weil die Erstuntersuchung schon einige Jahre her ist.

Meine Frage(n)

1.Kann der SB mit der obigen Begründung diese Untersuchung einleiten, ist er dazu überhaupt befugt?
Japp. Er kann und darf natürlich keine Diagnosen o.ä. stellen, aber er darf Vermutungen anstellen und danach handeln.

2. Ist man verpflichtet diesen Termin wahrzunehmen?
Ja, das gehört zu den Mitwirkungspflichten. Man muss es auch dem Arzt ermöglichen, zu einem Ergebnis zu kommen - also z.B. einfach nur hinsetzen und nicht mit dem Arzt reden geht auch nicht.

3.Kann eine Schweigepflichtentbindung der behandelnden Ärzte verweigert werden?
Ja. Man muss keinerlei Schweigepflichtentbindungen unterschreiben.

- 3.1. Wie wird der Gesundheitszustand ermittelt - Frage/ Antwort Spiel?
Kommt drauf an, was für eine Erkrankung man hat. Im Idealfall stellt man dem äD vor der Untersuchung schon medizinische Unterlagen zur Verfügung, die der Arzt nur lesen muss - oder man bringt sie zum Termin mit.
Theoretisch gibt es auch körperliche Untersuchungen, aber außer Angucken, Abtasten, Blutdruck Messen muss man nicht viel mit sich machen lassen (z.B. muss man einer Blutentnahme shon nicht zustimmen) - was natürlich die Diagnose der allermeisten chronischen Erkrankungen nicht gerade ermöglicht.
Der Arzt vom äD ist also eher auf Befunde bzw. deine Aussagen angewiesen.

- 3.2.Wie wirkt sich eine solche Untersuchung auf ein laufendes Reha-Verfahren aus?
Wenn das Reha-Verfahren über die DRV läuft, vermutlich gar nicht. Wenns über JC/AfA läuft, die kochen da ihr eigenes Süppchen. Vermutlich wird es da aber auch nicht viel ändern, wenn da keine großen Überraschungen (wie z.B. erwerbsunfähig oder voll erwerbsfähig) rauskommen.

4. Darf überhaupt eine solche erneute Untersuchung stattfinden obwohl ein Gutachten vorliegt?
Ja. Im Zweifel bekommt der anordnende SB eins auf den Deckel, weil eine Anordnung nicht wirtschaftlich ist, wenn schon ein Gutachten existiert.
Aber wenn das Gutachten schon einige Jahre alt ist, macht es Sinn, ein neues erstellen zu lassen. Der Gesundheitszustand kann sich ja ändern.

5. Ist die Begründung statthaft wenn behauptet wird das man ziemlich oft krank war?
Ich bin mir gar nicht sicher, ob SB das überhaupt begründen muss. Und viel mehr als AU-Bescheinigungen bekommt ein SB ja auch nicht - er hat also kaum ne andre Grundlage, um ein GA anzuordnen (es sei denn, der "Kunde" verlangt selbst danach oder sagt ihm, dass er dieses und jenes nicht kann).

Warum ist das Gutachten denn ein Problem für dich?
 
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Danke für die Info:)

Das alte Gutachten in mehr als 5 Jahre her und der Grund weshalb man ein solches Gutachten jetzt erstellen möchte ist die Änderung der Zuständigkeit, sprich man will mich an das Sozialamt verweisen, so eben meine Vermutung.

Das fällt dem SB natürlich relativ spät ein, aber damit will er einfach seine Untätigkeit überspielen.
Nun gut, natürlich gehe ich zum Amtsarzt und lasse mich gerne dort untersuchen, ein Problem habe ich damit nicht.

Wenn der SB mir einen Gesundheitsbogen und eine Schweigepflichtentbindung mitgeben will bin ich nicht verpflichtet dieses auszufüllen. Da ich eine Diagnose nach Aktenlage ablehne kann ich im Gegenzug den SB dazu auffordern eine ärztliche Untersuchung einzuleiten.

Kommt es zu dieser Untersuchung kann ich, muss aber nicht, irgendwelche Unterlagen mitbringen.


Also für mein Verständnis:

Ich muss keine Schweigepflichtentbindung unterschreiben.
Ich muss keinen Fragebogen ausfüllen.
Ich muss zur ärztlichen Untersuchung erscheinen und dem Amtsarzt Rede und Antwort stehen.
Ich muss keinerlei Unterlagen und Befunde mitbringen.
Ich muss mit keinerlei Sanktionen rechnen.
Ich muss von SB darüber informiert werden das alles auf einer Freiwilligkeit basiert (Fragebogen und Schweigepflichtentbindung)

Frage(n)

Wird mit dem neuen Gutachten das alte aufgehoben?

Was passiert wenn behandelnde Ärzte es nicht mehr gibt bzw.es auch keine Unterlagen mehr gibt wonach das erste Gutachten aufgebaut war?

Kann ich hierzu Anträge stellen nochmals von Spezialisten untersucht zu werden?

Wenn der Amtsarzt die Arbeitsfähigkeit feststellt, ist dann dienReha sofort beendet?
 

Caye

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Also für mein Verständnis:

Ich muss keine Schweigepflichtentbindung unterschreiben.
Ich muss keinen Fragebogen ausfüllen.
Ich muss zur ärztlichen Untersuchung erscheinen und dem Amtsarzt Rede und Antwort stehen.
Ich muss keinerlei Unterlagen und Befunde mitbringen.
Ich muss mit keinerlei Sanktionen rechnen.
Ich muss von SB darüber informiert werden das alles auf einer Freiwilligkeit basiert (Fragebogen und Schweigepflichtentbindung)
Letzteres musst du theoretisch, aber es ändert nichts an deinen Rechten und Pflichten, ob dein SB dich darüber informiert oder nicht. :wink:

Was die Sanktionen betrifft - manche SBs versuchen durchaus, mit Sanktionen zu drohen und sogar welche auszuteilen, wenn man nichts ausfüllt/unterschreibt. Die sind nicht rechtmäßig, dagegen kann man angehen, aber wenn man einen unbelehrbaren SB hat, kann es theoretisch passieren.

Frage(n)

Wird mit dem neuen Gutachten das alte aufgehoben?
Ja.

Was passiert wenn behandelnde Ärzte es nicht mehr gibt bzw.es auch keine Unterlagen mehr gibt wonach das erste Gutachten aufgebaut war?
Die Unterlagen vom ersten Gutachten sollte der äD noch haben. Darauf für das neue GA zurückzugreifen wäre aber nicht optimal, die Unterlagen sind ja 5 Jahre alt.

Für das aktuelle Gutachten wird man deinen aktuellen Gesundheitszustand beurteilen und nicht eine Veränderung zum letzten Gutachten oder sowas. Offiziell interessiert das alte Gutachten bei der aktuellen Erstellung gar nicht mehr.

Kann ich hierzu Anträge stellen nochmals von Spezialisten untersucht zu werden?
Nein, das leitet der äD ein, wenn es ihm nötig erscheint.

Wenn der Amtsarzt die Arbeitsfähigkeit feststellt, ist dann dienReha sofort beendet?
Ich habe keine Ahnung - würde ich aber mal annehmen.
 
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Danke

Ich werde definitiv keinen Fragebogen ausfüllen und auch keine Schweigepflichtentbindung unterschreiben. Und sollte der SB seiner Informationspflicht nicht nachkommen werde ich eine Beschwerde verfassen und mich in Nürnberg beschweren. Eine Androhung einer Sperre sehe ich gelassen denn es besteht keinerlei Pflicht diesem Wusch nachzukommen. Meine Mitwirkungspflicht ist es zur Untersuchung zu erscheinen und dem Amtsarzt seine Fragen zu beantworten.

Mal angenommen ich erscheine zu Termin ohne Befunde, die habe ich nach 5 Jahren nicht mehr und eine Schweigepflichtentbindung unterschreiben ich nicht zumal es behandelnde Ärzte nicht mehr gib und ich auch nicht mehr genau weiß wo ich überall war. In den vergangenen 5 Jahren habe ich einfach Abstand von Arztbesuchen gemacht da mein Leiden nicht weiter gemindert werden kann.

Während der Untersuchung beim Amtsarzt.....

Ich Teile dem Amtsarzt ich habe starke Schmerzen im HWS und LWS als Folge von mehreren Bandscheibenvorfälle sowie einen verengten Nervenkanal der ständig Schmerzen verursacht, dann muss mich der Arzt zu einem Spezialisten überweisen, oder befragt er seine Glaskugel?

Ich Teile dem Arzt ich hätte psychische Probleme " Burn Out", so muss er mich ebenfalls zu einem Spezialisten überweisen?

Ich Teile dem Arzt mit das ich eine Nervenerkrankung habe und dadurch eine Störung der Gliedmaßen, muss er mich zum Spezialisten überweisen?

Momentan bin ich in der Behandlung bei meinem Hausarzt zu welchem ich ein gutes Verhältnis habe. Ich möchte dieses Verhältnis nicht negativ beeinflussen und ihn über meine aktuelle Situation konfrontieren.
 

Caye

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Wenn der äD gar keine Informationen von dir bekommt, bleibt ihm nicht viel als in die Glaskugel zu schauen.

Was genau möchtest du denn bei dem Gutachten erreichen? Möchtest du als voll vermittelbar begutachtet werden? Möchtest du als mit Einschränkungen vermittelbar begutachtet werden? Oder möchtest du lieber eine Empfehlung zur EU-Rente bekommen?

Grundsätzlich kann der äD weitere Untersuchungen bei Fachärzten anordnen. Allerdings wollen die auch ihr Geld nicht zum Fenster hinauswerfen und "begutachten" lieber selbst. Für den Burn Out z.B. denke ich absolut nicht, dass man dich zur Diagnostik zu einem Psychiater überweisen wird.
Für Rücken und Nerven ist das schon eher möglich. Aber wenn ich mal meine Kristallkugel anwerfe... :wink: ... würde ich annehmen, dass der Arzt sich denkt: "Also wenn der komische Typ keinen behandelnden Facharzt hat, aber behauptet, dass er Schmerzen und Einschränkungen hat, dann kann da irgendwas nicht stimmen... Und ich krieg nicht mal Unterlagen vom Hausarzt? Na besten Dank, der simuliert doch nur."
 
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Was ich mit dem Gutachten erreichen will?
Antwort: Garnichts, ich werde schließlich dazu genötigt :icon_mrgreen:

Na besten Dank, der simuliert doch nur."
Dann habe ich bei der Erstuntersuchung beim äD ja schon gute Arbeit geleistet was mir eine Umschulung i.H.v. ca. 40.000€ beschert hat. Taktisch klug wäre es gewesen mich vor der eigentlichen Umschulung zum äD zu schicken evtl. wäre meine Simulation aufgefallen und man könnte die Reha, ohne einen Cent auszugeben, ablehnen. :biggrin: Wieso das alles jetzt erfolgen soll und welche Ziele verfolgt werden entzieht sich meiner Kenntnis.

Meine Vermutung ist die "Weitergabe" an das Sozialamt :wink:

Spaß beiseite:icon_frown:

Es gibt Erkrankungen die verschwinden nicht nur weil einige Jahre ins Land gegangen sind und wenn es keine Heilungschancen hierfür gibt dann arrangiert man sich eben damit. Man muss auch nicht ständig zum Arzt laufen damit die Krankenakte immer schön aktuell bleibt.

Nun, wenn mein SB mich zum äD schickt dann ist es eben so. Alles was er auf den Tisch bekommen wird ist mein Fragebogen wo alle meine "Leiden" und "Einschränkungen" aufgelistet sind. Eine Schweigepflichtentbindung werde ich ihm nicht geben da wie schon oben aufgeführt es Krankheiten gibt mit welchen man auch sterben wird und welche prozentual geringe Heilungschancen haben und die behandelnden Ärzte es teilweise nicht mehr gibt und demzufolge auch keine Akten mehr.

Wenn Zweifel bestehen sollten nach dem Motto "der simuliert doch nur" dann bitte Überweisung zum Facharzt oder Befunde der letzten Untersuchung heranziehen. Sollte mein Fragebogen ebenfalls angezweifelt werden ist dem Verdacht des simulieren gleichermaßen zu verfahren.

Einer Blutentnahme würde ich nur zustimmen wenn ein großes Blutbild gemacht wird mit allen Vitaminen und Mineralien denn sowas kostet i.d.R. mehrere Tausend Euro:icon_mrgreen: Allein schon ein Vitamin D3 Blutbild kostet an die 200€ je nach Labor auch etwas günstiger ( bezahlt auch nicht die Krankenkasse)

Einer Urinprobe würde ich ggf. auch zusteimmen evtl. gibt es einen Verdacht auf eine Nieren und Leber Fehlfunktion. Mit Drogen und Alkohol habe ich nichts zutun, wäre aber interessant zu wissen das alles in Ordnung ist.:icon_hihi:

Lassen wir uns überraschen und vermuten was die Zielsetzung des SB ist.
  1. Reha beenden
  2. Weitergabe an das Sozialamt
  3. Zeit schinden
  4. Untätigkeit überspielen
 
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