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Unterstellung einer Bedarfsgemeinschaft bei WG-Leben (Mann/Frau) von Anfang umgehen ETC.

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baumbart

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Hallo zusammen,

jetzt kommt viel Text, da kompliziert gelagert, aber ich hoffe dennoch auf Eure Unterstützung! Besten Dank schon einmal!
Hintergrund: Ich komme aus einer Familie mit Sozialpädagogen und Therapeuten und wir unterstützen immer wieder Menschen, die in Deutschland neu Fuß fassen (müssen) und vor diesem Hintergrund informiere ich mich für meinen WG-Mitbewohner, der EU-Bürger ist. Er spricht kaum Deutsch, dafür muttersprachlich Englisch und ist seit Oktober in Deutschland, erste Meldung in Deutschland letzten Dezember. Er arbeitet fast in Vollzeit in einem Möbelhaus, das Geld reicht aber hinten und vorne nicht und daher habe ich ihm empfohlen einen ALG II Antrag zu stellen. Im Vorfeld möchte ich mich für ihn informieren, damit er nichts übersieht, das wichtig für ihn ist und auch mich "raushält".

Zunächst: Er hat nach Ankunft hier erst einmal bei gemeinsamen Freunden gelebt, über diesen Hintergrund kennen wir uns. Im November bin ich selbst überraschend wohnungslos geworden (möbliertes Zimmer im Haus des Vermieters mit nur 2 Wochen gesetzlicher Kündigungsfrist, das nur am Rande) und musste mich kurzfristig wieder bei meinen Eltern wohnen. Da mein jetziger WG-Mitbewohner bei den gemeinsamen Freunden keine Möglichkeit hatte sich zu offiziell anzumelden, dies aber in meinem Elternhaus möglich war, habe ich ihm angeboten dies mit meinen Eltern zu besprechen und die stimmten zu. Ich habe ihn zur Anmeldung begleitet und mich bei der Gelegenheit selbst umgemeldet im Dezember 2018 (datiert auf selben Tag).

Da ich nun eine kostspielige Ausbildung im Anschluss an mein Studium mache, war für mich von Anfang an klar, dass ich wieder in eine WG ziehen möchte oder eine solche gründen will. Im Januar habe ich dann überraschend eine Wohnung gefunden und diese war von Anfang an so gedacht, dass nicht nur ich, sondern auch mein jetziger WG-Mitbewohner unterkommt. Ich habe das ein bisschen auf Risiko getan, denn bis dahin hatte er noch keinen Job, aber dadurch dass er eben muttersprachlich Englisch spricht, studierter Englischlehrer ist, dachte ich mir "okay der wird schon bald was finden". Er hatte schon viele Bewerbungen geschrieben und ist sehr motiviert. Er hat dann auch was gefunden 6 Wochen später zum 1. März nach WG-Neugründung. Ich stehe gerade nicht sooo schlecht finanziell dar und wir haben vereinbart, dass er mir die Miete, die er bislang nicht aufbringen konnte in Raten zurückzahlen wird. Warum habe ich das gemacht? Weil das meine politische Überzeugung war: Ich bin in diversen Helferkreisen aktiv und auch überzeugt, dass man ja erstmal Wohnraum braucht, um sich nur im Ansatz etwas aufbauen zu können.

Nun berate ich ihn also in Sachen ALG II. Wichtig(!): Der Hauptmietvertrag läuft auf mich und meinen Vater mit selben Nachnamen, auf Letzteres bestand die Vermieterin zu ihrer eigenen Absicherung. Den WG-Mitbewohner wollte sie nicht im Hauptvertrag aufnehmen, dem Einzug stimmte sie jedoch zu und stellte das entsprechende Formular für das Einwohnermeldeamt aus.
Folgende Fragen:

1) Ich werde nun einen Untermietvertrag aufsetzen. Theoretisch könnte den auch meinen Vater unterschreiben, der ja auch im Hauptmietvertrag steht, der hier jedoch nicht hier gemeldet ist. Damit würde man vielleicht von vorne herein Aufwendungen und Fragen zum Thema Bedarfsgemeinschaft umgehen, das wird ja primär bei Frau-Mann-Wohngemeinschaften unterstellt. Mir ist natürlich bewusst, dass wir ja erst kürzlich zusammenwohnen, aber ich plane langfristig. Ich weiß nicht, wie lange er hier wohnen wird, aber wenn länger als ein Jahr, dann ist man spätestens in einem Jahr mit der Frage konfrontiert. Macht das also Sinn? Wenn wirklich ein Besuch hier stattfindet würde der Nachname auf Klingel und Briefkasten übereinstimmen, da ich den selben Nachnamen wie mein Vater habe. Diese Option wäre mir am liebsten, wenn da nicht Probleme mit dem Abgleich von Daten über das Einwohnermeldeamt entstehen könnten..

2) Zu Frage 1 ist wichtig: Wie stark gleicht das Jobcenter denn Einwohnermeldedaten der Antragsteller ab? Und noch viel wichtiger, inwieweit werden die anderen Menschen, die auf diese Adresse gemeldet sind vom Jobcenter angefragt bzw. dürfen sie das überhaupt? Denn dann wäre ersichtlich, dass hier kein "Michael Bauer", sondern eine "Michaela Bauer" hier gemeldet ist neben dem Antragsteller.

3) Darüber hinaus interessiert mich, ob der Abgleich mit dem Einwohnermeldeamt soweit reicht, dass das Jobcenter erfragen kann, wo er denn vor dem aktuellen Wohnort gemeldet war? Denn dann würde herauskommen, dass er gemeinsam mit mir in meinem Elternhaus gemeldet war. Diese könnte dann als "partnerschaftlicher Zusammenzug" ausgelegt werden. Ich fände es ziemlich krass, wenn so umfangreiche Daten eingeholt werden könnten und bitte um Eure Einschätzung.

4) Miete kann er mir jetzt für April überweisen, nachdem er sein erstes Gehalt März ausgezahlt bekommen hat. Jetzt wieder die Frage: Wenn sie über das Einwohnermeldeamt im Detail erfragen können, seit wann er auf diese Adresse gemeldet ist, dann würde unweigerlich die Fragen aufkommen, weshalb der Untermietvertrag erst auf 1.4. datiert ist. Das macht aber meines Erachtens mehr Sinn, diesen auf 1.4. zu datieren. Die Miete ist jetzt auch so angelegt, dass die Miete, die er mir für Mitte Januar bis Ende März geben muss miteingerechnet ist. Ich würden ihn dahingehend briefen, dass der Einzug zwar erst zum 1.4. möglich war, aber die Vermieterin zugestimmt hat, dass er sich schon Mitte Januar auf diese Adresse melden darf.

5) Da die Miete, die er mir nun geben muss inkl. eingerechneter nicht gezahlter Miete liegt diese nun höher für die nächsten 12 Monate. Kann ihn das Jobcenter zur Vorlage des Hauptmietvertrages zwingen, in dem er gar nicht drinsteht, sondern ich und mein Vater und darüber hinaus den Mietpreis als ungerechtfertigt anfechten. Ich mache jetzt sozusagen "Gewinn" mit ihm, wenn man nicht weiß, dass er 2,5 Monate keine Miete gezahlt hat... Versteht ihr? Ich brauche mein Geld zurück, insofern liegt es in meinem Interesse die Miete höher zu regele in dem Untermietvertrag, zumindest so lange bis sie zurückgezahlt ist.

6) Abseits von all diesen Themen: Er hat eine EU-Staatsbürgeschaft und eine Nicht-EU-Staatsbürgeschaft (Doppelstaatsbürgerschaft sozusagen). Er arbeitet fast in Vollzeit, hat also den Erwerbstätigenanspruch erworben. Muss er dennoch befürchten, dass er wegen der Nicht-EU-Saatsbürgerschaft kein ALG 2 bekommt? Ich kann es mir nicht vorstellen, diese Frage war jedoch sein Anliegen.

7) Zu 4) und 1) noch ein Nachtrag. Die Miete könnte er mir jetzt überweisen, wenn wir aber meinen Vater als Untermietvertragsgeber angeben machte es natürlich Sinn, wenn er auch an "Michael Bauer" überweist, statt "Michaela Bauer". Meines Wissens würde bei einem verkehrt geschriebenen Vornamen dennoch das Geld ankommen, da die IBAN entscheidend ist, richtig? Dann würde der Untermietvertrag mit den Mietzahlung übereinstimmen. Das geht natürlich alles nur auf diesem Wege, wenn ein Abgleich der Einwohnermeldeamtdaten aller Angehörigen dieses Hauses nicht abgeglichen wird...

8) Fallen euch noch weitere Fallstricke ein, die es zu berücksichtigen gilt in diesem etwas spezielleren Fall?

Vielleicht bin ich auch etwas paranoid, aber ich denke, es macht Sinn all das zu klären, bevor ich ihn dort hinschicke.

Besten Dank im Voraus!
 

Kerstin_K

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Der Hauptmietvertrag geht Deinen Untermieter nichts an und den musst Du im auch nicht geben zur Vorlage beim Jobcenter.
 
Zuletzt bearbeitet:

Caye

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Huhu!

Bzgl der Miete ist es sehr sinnvoll, deinen Vater als Vermieter auftreten zu lassen. Dann tauchst du selbst nämlich gar nicht namentlich im ALG II-Antrag deines Mitbewohners auf.

Diese Konstellation hatte ich hier auch lange Zeit, meine Eltern sind Hauptmieter der Wohnung und haben an mich und Mitbewohner weiter vermietet, das lief beim JC problemlos und ohne einen einzigen Versuch, eine BG zu konstruieren.

Das JC weiß zwar auch dann, dass eine weitere Person in der Wohnung lebt, und könnte sicherlich herausfinden, wer das ist, aber die Hürde ist so größer und bei uns hat das ausgereicht, damit es gar keine Probleme gab.
 
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