Unterschied zwischen Privat und Regelinsolvenz (1 Betrachter)

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Piggylein

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Kann mir das jemand erklären, Ich ackere gerade für eine angeheiratet Kusine deren Schuldenunterlagen durch. Sie hat furchtbar viele Gläubiger, alles so kleine Sachen, wie Weltbild, Otto, Quelle, etc. pp.. Kein Betrag höher als ursprünglich ein paar Hundert Euro aber mittlerweile läppert sich das auf das vierfache pro Forderung und sind insgesamt ca. 40.000 Euro und mehr als 45 Gläubiger. Ich habe versucht, mich hier durch das Forum zu wühlen, was das betrifft, und ich habe einen Eintrag gefunden, in dem steht, dass ab 20 Gläubiger eine Regelinsolvenz greift, und nicht mehr die Privatinsolvenz.

Das ist die erste Frage:
Was ist denn der Unterschied?

Und nun geht es weiter,

meine Kusine hat neben den 45 "regulären" Gläubigern, auch noch einige Versandhäuser resp. Inkassounternehmen auf den Fersen, bei denen sie unter geringfügig geändertem Namen geführt wird. Also z.B. aus Lieschen Müller wird Elisabeth Müller oder Lisschen Müler oder so was. Oder aus dem Geburtsdatum wird anstatt dem 11.11.1911 der 22.22.1922 oder sowas in der Art.
Bei diesen Dingen gehe ich weiterhin davon aus, dass die nicht in der Insolvenz erfasst werden können, und ihr strafrechtliche Schwierigkeiten machen könnten (sie ist strafrechtlich auch schon mal wegen Betruges in Erscheinung getreten). Ich habe schon festgestellt, dass diese Forderungen nicht tituliert sind, vermutlich weil die Personen nicht existieren und deshalb solche Schriftstücke nicht eingeworfen werden wie normale Post, die manchmal eben falsch adressiert ist.

Das ist also die zweite Frage:
Was passiert mit solchen Forderungen?

Ich wäre für ein paar Tipps und Meinungen wirklich dankbar. Einen Termin bei der Schuldnerberatung hat sie erst in einem halben Jahr, von daher wäre es auf jeden Fall interessant da schon mal was zu wissen, um vielleicht schon vorher aktiv werden zu können.
 

Silvia V

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Deine Cousine könnte nur in die Regelinsolvenz gehen,wenn sie eine "ehemals Selbständige" wäre mit mehr als 19 Gläubigern oder mit Forderungen aus Arbeitsverhältnissen(von ehemaligen Arbeitnehmern) oder Sozialversicherungsbeiträge.
Ansonsten gehört sie auch mit den vielen Gläubigern in die Verbraucherinsolvenz.Ich gehe mal davon aus,das sie aktuell nicht selbständig tätig ist?

Die Regelinsolvenz erfordert keinen aussergerichtlichen Einigungsversuch,es kann sofort ein Insolvenzantrag gestellt werden.
Statt des Treuhänders wird ein Verwalter tätig,der noch weitergehende Befugnisse las der Treuhänder im Verbraucherinsolvenzverfahren hat.

Die strafrechtlich relevanten Forderungen könnten ihr die Restschuldbefreiung kosten.So das sich das Ziel der Insolvenz in Luft auflöst.
 
E

ExitUser

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Wenn ich das so lese............. einschlägig wg. Betrug vorbelastet, mit fiktiven Namen u. Geburtsdaten gearbeitet usw. usf.

Ganz schlimm!

Vielleicht kann sie sich eine Kaufsucht attestieren lassen?

Das könnte mildernd wirken...........

:icon_kinn:

.
 

Piggylein

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Wenn ich das so lese............. einschlägig wg. Betrug vorbelastet, mit fiktiven Namen u. Geburtsdaten gearbeitet usw. usf.

Ganz schlimm!

.
Ich finde das auch ganz schlimm, aber leider ist das eben nicht zu ändern, und es muss was passieren, denn jetzt steht sie immer noch unter Bewährung. Und die fiktiven Namen sind ein bisschen wie ein Pulverfass auf dem sie sitzt. Beim nächsten Mal könnte eine nicht unerhebliche Freiheitsstrafe dabei rauskommen.

Deswegen dachten wir, sollte einer der Gläubiger sie anzeigen, dann ist es vielleicht gut, das schon daran gearbeitet wird, das macht auf einen eventuellen Richter vielleicht einen positiven Eindruck.

Gut, es wäre also eine Privatinsolvenz. Immerhin das tönt ja schon mal besser als eine Regelinsolvenz.
 

Silvia V

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Ich finde das auch ganz schlimm, aber leider ist das eben nicht zu ändern, und es muss was passieren, denn jetzt steht sie immer noch unter Bewährung. Und die fiktiven Namen sind ein bisschen wie ein Pulverfass auf dem sie sitzt. Beim nächsten Mal könnte eine nicht unerhebliche Freiheitsstrafe dabei rauskommen.

Deswegen dachten wir, sollte einer der Gläubiger sie anzeigen, dann ist es vielleicht gut, das schon daran gearbeitet wird, das macht auf einen eventuellen Richter vielleicht einen positiven Eindruck.

Gut, es wäre also eine Privatinsolvenz. Immerhin das tönt ja schon mal besser als eine Regelinsolvenz.
Versucht das Beste draus zu machen,denn es könnte sein,das einer der besagten Gläubiger in der Insolvenz einen Antrag auf Versagung der RSB stellt und dann sieht es nicht so gut aus..:icon_sad:
 

Piggylein

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Versucht das Beste draus zu machen,denn es könnte sein,das einer der besagten Gläubiger in der Insolvenz einen Antrag auf Versagung der RSB stellt und dann sieht es nicht so gut aus..:icon_sad:
Na ja, also summa summarum sind die "krummen" Sachen nicht so wahnsinnig viel und es sind auch keine so hohen Forderungen. Wir haben also gestern abend noch mal überlegt, wie es wohl wäre, wenn wir einen Versuch starten und den Gläubigern was anbieten. So auf den Spuren von Peter Zwegat. Ein bisschen Geld würde die Oma geben, das ist aber nicht viel. Aber es sind sieben Gläubiger und insgesamt incl. Zinsen und Gebühren 2300 Euro. Die Hälfte des Geldes wäre ungefähr da. Ich werde heute mal ein paar Anfragen mit unverschämt niedrigen Angeboten wegschicken, zusehen was passiert.

Wenn es nicht geht, hat sie eigentlich auch bei einem Insolvenzverfahren nichts zu verlieren, oder? Ich meine sie kann es ja versuchen, entweder es geht durch, oder aber einer der Gläubiger stellt diesen Antrag. Die strafrechtlichen Konsequenzen mal aussen vor gelassen.
 

Silvia V

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Na ja, also summa summarum sind die "krummen" Sachen nicht so wahnsinnig viel und es sind auch keine so hohen Forderungen. Wir haben also gestern abend noch mal überlegt, wie es wohl wäre, wenn wir einen Versuch starten und den Gläubigern was anbieten. So auf den Spuren von Peter Zwegat. Ein bisschen Geld würde die Oma geben, das ist aber nicht viel. Aber es sind sieben Gläubiger und insgesamt incl. Zinsen und Gebühren 2300 Euro. Die Hälfte des Geldes wäre ungefähr da. Ich werde heute mal ein paar Anfragen mit unverschämt niedrigen Angeboten wegschicken, zusehen was passiert.

Wenn es nicht geht, hat sie eigentlich auch bei einem Insolvenzverfahren nichts zu verlieren, oder? Ich meine sie kann es ja versuchen, entweder es geht durch, oder aber einer der Gläubiger stellt diesen Antrag. Die strafrechtlichen Konsequenzen mal aussen vor gelassen.
Ich würde auch versuchen,eine Einigung herbeizuführen.
Bevor dann der Schritt in die Inso gegangen wird,wirklich nochmals genau prüfen,ob auch alle Forderungen erfasst wurden und nicht noch irgendwo ein faules Ei schlummert.
Menschen in der Situation Deiner Verwandten verlieren schon mal den Überblick und sind sich der Tragweite ihres Handelns ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr bewusst.
Du bist jetzt neben "Schuldnerberater" auch noch "Seelsorger"...viel Kraft wünsche ich Dir..:icon_smile:
 

unterchef

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Die Gläubiger sind nicht mehr so dumm wie am Anfang der Verbraucherinsolvenz.
Und bei über 40 wird einer zu 100% genauer nachforschen. Dann wirds ohnehin nichts mit der Restschuldbefreiung.
Ich würde dringend raten die "krummen" Sachen zu bezahlen, meinetwegen exklusive der Mahn-und Inkassokosten. Einfach die ursprüngliche Rechnungssumme.
Damit stimmt man den Gläubiger milde, und das Inkassobüro wird irgendwann einen Vergleich anbieten.
Bei der Zahl an Gläubigern + einschlägiger Vorstrafe ist das definitiv gewerbsmäßiger Betrug.
Und da gibts diesmal garantiert Haft.

LG

unterchef
 

Piggylein

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Die Gläubiger sind nicht mehr so dumm wie am Anfang der Verbraucherinsolvenz.
Und bei über 40 wird einer zu 100% genauer nachforschen. Dann wirds ohnehin nichts mit der Restschuldbefreiung.
Ich würde dringend raten die "krummen" Sachen zu bezahlen, meinetwegen exklusive der Mahn-und Inkassokosten. Einfach die ursprüngliche Rechnungssumme.
Damit stimmt man den Gläubiger milde, und das Inkassobüro wird irgendwann einen Vergleich anbieten.
Bei der Zahl an Gläubigern + einschlägiger Vorstrafe ist das definitiv gewerbsmäßiger Betrug.
Und da gibts diesmal garantiert Haft.

LG

unterchef
Es sind sieben krumme Gläubiger, und beim Rest sind es "reguläre" Schulden. Die gesamten Schulden stammen aus der Zeit vor der Freiheitsstrafe zur Bewährung. Bei den normalen Gläubigen kann ich keinen gewerbsmäßigen Betrug sehen, denn als sie das bestellt hat, hätte sie durchaus das Geld gehabt das zu bezahlen. Und gewerbsmäßig wäre es nur, wenn sie davon zumindest teilweise ihren Lebensunterhalt bestritten hätte. Das hat sie aber nicht.

Also wir werden auf jeden Fall Vergleichsangebote unterbreiten, bei den sieben fraglichen. Ansonsten wird sie wohl eine Privatinsolvenz anstreben.
 
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