Unterschied Tagesklinik zu Psychosomatischer Reha

Miksche

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Hallo ihr Lieben,

ich war letztens beim Dok wo er versuchte mir den Unterschied zwischen einer Tagesklinik (TK) und Psychosomatischer Reha zu vermitteln. Das beide unterschiedlich strukturiert sind und verschiedene Ziele haben! Als ich meinte, inhaltlich ist es doch im Prinzip das Gleiche (psychol. Stunden, Kreatives, Sportliches....) Verneinte er das.

Sinngemäß ist Folgendes bei mir hängen geblieben: Also grundsätzlich gibt es in der TK weniger oder sogar keinen Druck in Richtung unmittelbar wieder fit zu werden für den Arbeitsmarkt. Es soll erst mal um Stabilisierung, Unterstützung und so gehen. Aber wie könnte das genauer gemeint sein?


Wäre schön, wenn jemand was dazu weiß.
 

FrauRossi

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Du hast Recht:
Inhaltlich gibt es quasi gar keinen Unterschied.
In der Reha, wo ich, war waren Akutpatienten und Rehapatienten zusammen und man hat keinen Unterschied gemerkt.

Allerdings gibt es psychiatrische (Tages) Klinik und psychosomatische (Tages) Klinik.
Und da ist schon ein Riesen Unterschied, nämlich ersteres ist ein Krankenhausleistung und es sind auch Psychiater da, es gibt mehr Medikamente usw. Es ist mehr gedacht für Menschen mit psychischen Erkrankungen ( zb Schizophrene uä).
Das zweite ist eine Kassenleistung für Menschen die zb schon Erwerbsminderungsrente erhalten, ansonsten eben wie eine Reha.

Der Begriff „Tages“ bedeutet nur, dass es ambulant ist.

Du kannst also sagen, dass eine psychosomatische Tagesklinik das gleiche ist wie eine ambulante psychosomatische Reha..nur eben anderer Kostenträger und bei der Kassenleistung gibt es keine Begutachtung. Eine psychosomatische Klinikunterbringung gibt es für Erwerbsminderungsrentner, Beamte und Selbstzahler.
Teilweise aber auch für Berufstätige, als Vorstufe zur DRV Reha
 

Miksche

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Danke Frau Rossi,

aber ist das immer so dass dann nicht begutachtet wird?

Das wäre für mich auch ein entscheidender Unterschied zur Reha. Also wird nicht "geprüft", sondern der Patient/befristete Frührentner für eine Zeit vor Ort verwaltet damit seine (verschütteten/geminderten) Leistungen evtl. gebessert werden?
Nur weil die Kasse der Träger ist läuft es dann "lockerer"? Nehmen wir mal an, ein befristeter Frührentner geht in eine psychosomatische Tagesklinik, und die Befristung neigt sich dem Ende zu. Dann müsste doch der MDK sein Auge drauf haben, dessen Erkenntnisse haben weiteren Einfluss sofern man einen Verlängerungsantrag stellt. Also die DRV greift darauf zurück.
Und die nächste Begutachtung kommt bestimmt.
Ich versuche immer noch den Unterschied zu erfassen.
Danke an Alle, die hier noch was dazu wissen.
 

FrauRossi

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Hi, also....
wenn die Erwerbsminderungsrente auf das Ende der Befristung zugeht, dann wird die Kasse die Leistung vermutlich ablehnen und dir schreiben, du sollst bei der DRV beantragen.

Eben damit sich die DRV die Begutachtung sichert.

Ich kann dir nur sagen, dass bei einer Kassenleistung die DRV kein Anrecht auf die Unterlagen hast.
Du musst natürlich verdammt aufpassen, dass du nicht versehentlich die Schweigepflichtsentbindung unterschreibst.

Bei uns in der Reha waren einige Kassenpatienten.
Diese durchliefen gar kein Test- und Begutachtungsverfahren, so wie die DRV Patienten.
 

saurbier

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Hallo,

also ich hab in den letzten Jahren so einige Reha´s mit gemacht, ob KK oder DRV.

Zuerst einmal muß man hier immer den Kostenträger und den Grund für die Massnahme unterscheiden.

Die KK zahlt eine Reha - ganz gleich ob ambulante oder stationäre -, wenn sich dadurch der allgemeine Gesundheitszustand damit erheblich verbessern läßt, vor allem damit man auch ein mögliches KG einstellen kann. Meist versucht die KK zuvor die Sache an den Rententräger abzuschieben, was aber nicht immer klappt, vor allem dann nicht wenn schon im Vorfeld keine gravierende Gefährdung der Erwerbsfähigkeit vorliegt.

Eine psychosomatische Reha ist eher ein Standardprogramm für Patienten wo man seitens der Kostenträger schnell mal auf Psychische Hintergründe abzuschieben versucht. Nichts ist für die DRV anfänglich einfacher als die Probleme auf undifinierbare psychische Probleme abzuschieben und deshalb zuerst einmal einen Rentenantrag abzulehnen. Im besonderen weil man so auch für viele Schmerz verursachende Erkrankungen mit dem Skelett/Muskulatur auf diese Weise einen Ablehnungsgrund aufbauen kann (bei mir selbst erlebt und erst vom Gerichtsgutachter wiederlegt).

Der Unterschied ist dann allenfalls, daß bei einer DRV Reha eine arbeitsmedizinische Begutachtung und eine Anamnese (Teil 1+2) im Abschlussbefund mit aufgeführt wird, während bei der KK nur eine ausgiebige Anamnese (Teil 2) erstellt wird.

Der Teil 1 ist für die DRV sehr wichtig, weil dort alles für eine arbeitsmedizinische Leistungsfähigkeit des Patienten dann aufgeführt wird, was die KK ja nicht benötigt, weil es dieser fordergründig lediglich um die gesundheitliche Wiederherstelllung geht.

So ist das eben bei den unterschiedlichen Aufgaben der Versicherungsträger.


Grüße saurbier
 

Fairina

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Es gibt Akutkliniken in denen man erst mal für das Schlimmste aufgenommen wird; hier wird mit Ergotherapie, geregelten Mahlzeiten, Musiktherapie und Sport gearbeitet. Dann gibt es pschosomatische Kliniken in denen eine Behandlung und eine Beschäftigungstherapie erfolgt. Und dann gibt es die Tageskliniken in denen man morgens hingeht, Ergo, Musik und Gespräche mit anderen Mitpatienten oder einem Betreuer führen kann. Außerdem werden da Haushaltskunde, Backen/Kochen, Nachbearbeitung der vorigen Klinik angeboten. Um die Leute in einen normalen Tagesrhythmus zu bringen. Gerade bei Depri oder Burn out ist das wichtig Strukturen neu oder wieder zu lernen. Oder auch Abschied zu nehmen von Angewohnheiten die nicht gut tun. Trifft zwar nicht auf jeden zu, ist aber prinzipiell gut. Dort kann man auch später immer wieder hingehen, außerdem gibt es Patiententreffs, Angehörigentreffs.

In die Akutklinik kannst du jederzeit gehen im Notfall, in die Psychosomatische kann dich ein Arzt einweisen und die Tagesklinik ebenfalls bzw. wird dir empfohlen.
 

Miksche

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Danke, das sind super Antworten.
Ich kann den Sinn leider für mich nicht erkennen, außer das es ein "netter" Zeitvertreib über Wochen wäre. Ich möchte mich gar nicht ständig mit anderen Leuten auseinander setzen, und dann auch noch lauter Therapeuten um mich haben wo ich und mein Handeln immerzu bewertet werden.

Ich muss zu Haus meine Sachen regeln. Dafür brauche ich wegen der Depri viel mehr Zeit als sonst was. Wenn ich auch noch den ganzen Tag weg bin, komme ich k.o. nach Haus, und abnehmen würde keiner was für mich. Habe noch eine Pflegeoma zu Hause, also ich bin auch so schon bedient.

Wenigstens sagt der Arzt, das er mich nicht zwingen will, nur anbieten. Hm.
 

AsbachUralt

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Während der Wochen die man in einer psychosomatischen Reha verbringt, wird meist viel Wert darauf gelegt, den Patienten aus seinem häuslichen Umfeld heraus zu holen, Besuche sind deshalb meist in den ersten paar Wochen unerwünscht.
Bei der Tagesklinik verbleibt der Patient in seinem normalen Umfeld, das vielleicht zu seiner Krankheit beigetragen hat.
 

Kerstin_K

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Danke Asbach Uralt,

sagst Du das bitte auch mal der DRV?

meiner Bekannten, PTBS und Depressionen, mehrere Suizidversuche, wurde statt der vom MDK vorgeschlagenen und von ihr beantragten stationären REHA eine ambulante Reha bwilligt. Die von und angegeben WUnschklinik sei nicht entsprechend spezialisiert.:doh::icon_neutral:

Herausnahme aus dem häuslichen Umfeld wird eies unserer wichtiigsten Argumente im Widerspruch (sobald die Herrschaften mit der Akteneinsicht mal endlich rüberkommen).
 
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