Unter welchen Umständen ist für "Verdiener" ein "Aufwand" für BG-Partner absetzbar?

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Der Ratlose

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hallo,

folgende Frage:

Welche Vorraussetzungen müssen eigentlich genau vorliegen damit der Verdiener in einer BG oder generell in einer Partnerschaft den Betrag den er dem anderen zahlt, bei der Steuer geltend machen kann wenn die beiden nicht verheiratet sind.

Und wie hoch darf diese Zahlung sein?
 

gila

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AW: BG und Steuerfreibetrag.

Putzige Frage - ich glaube nicht, dass dir da ein "Anspruch" erwächst auf eine Erstattung über die Steuern - so wie es in der Einkommensteuererklärung für die "Unterstützung" bedürftiger Personen vorgesehen ist.

Lebt man als Verdiener in einer "BG", geht "Vater Staat" davon aus, dass Ihr Euch Euer Scherflein redlich teilt und der "Zuschuss" von Papa inkl. Verdienst für ein fröhliches Miteinander ausreicht.

Aber eine interessante Frage - der man mal nachgehen sollte!
Zumal es immer mehr "Zwangs-BGs" gibt!
 

axellino

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AW: BG und Steuerfreibetrag.

Da gibt es nix geltend zu machen bei der Steuer.
Im SGB als BG und nicht verheiratet....nunmal nix.
Heiratet doch,dann habt ihr eine günstigere Steuerklasse und habt Unterhaltsansprüche gegeneinander nach BGB.
 

schu83

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AW: BG und Steuerfreibetrag.

hallo,

folgende Frage:

Welche Voraussetzungen müssen eigentlich genau vorliegen damit der Verdiener in einer BG oder generell in einer Partnerschaft den Betrag den er dem anderen zahlt, bei der Steuer geltend machen kann wenn die beiden nicht verheiratet sind.

Und wie hoch darf diese Zahlung sein?
Voraussetzung ist alleine schon die BG bzw. eine "sozialrechtliche eheähnliche Gemeinschaft". Sofern diese vorliegt, können Unterstützungsleistungen nach § 33a EStG in der Steuererklärung des "Verdieners" geltend gemacht werden. Hierbei kommt es übrigens nicht auf die tatsächliche Zahlung eines "Unterhaltes" an, der "Unterhaltene" muss nicht einmal einen Antrag gestellt haben, es reicht aus, wenn von einer BG ausgegangen werden könnte und daraufhin Leistungen gekürzt werden würden.

Es gibt keinen Betrag der maximal zugewendet werden darf, es gibt jedoch einen Höchstbetrag, der maximal in der eigenen Steuererklärung als geleisteter Unterhalt abgezogen werden kann. Das Geld was der andere theoretisch oder praktisch (das spielt keine Rolle) erhält, muss nicht als Einnahme angegeben werden (Achtung: Steuerrecht, nicht SGB!)
 

schu83

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AW: BG und Steuerfreibetrag.

Auszug aus einem früheren Beitrag von mir zu dem Thema (dort ging es um Verwandte, § 33a EStG kann aber analog auch auf "eheähnliche Gemeinschaften" des SGB angewendet werden.)

Zusammengefasst lässt sich der steuermindernd abziehbare Betrag grob so ermitteln: Einkünfte der unterhaltenen Person (Einnahmen - Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben) + Bezüge der unterhaltenen Person (grob gesagt sind Bezüge all das, was nicht besteuert wird, z. B. auch Hartz 4). Abgezogen wird von der Summe der Einkünfte und Bezüge ein Karenzbetrag i.H.v. EUR 624,00, der übersteigende Betrag wird von der möglichen Unterhaltsleistung abgezogen.

Beispiel:
  • Der Sohn erzielt EUR 300,00 Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb im Monat (Einkünfte, das bedeutet es sind bereits alle Betriebsausgaben abgezogen).
  • Hartz 4 wird nicht bezogen, aber es besteht grundsätzlich ein Anspruch darauf.
  • Die Mutter zahlt Kranken- und Pflegeversicherung i.H.v. EUR 100,00 im Monat für den unterhaltenen Sohn.
  • Als ungekürzter Höchstbetrag für Unterhaltsleistungen ergibt sich EUR 8.354,00
  • Hinzurechnung der Kranken- und Pflegeversicherung EUR 1.200,00
  • Summe des ungekürzten Höchstbetrages + Erhöhungsbetrag EUR 9.554,00
  • Einkünfte des Sohnes (aus Gewerbebetrieb) 12 x EUR 300,00 = EUR 3.600,00
  • Summe der Einkünfte = EUR 3.600,00

  • Summe der Einkünfte = EUR 3.600,00
  • ./. anrechnungsfreier Betrag: EUR 624,00
  • = anzurechnende Einkünfte = EUR 2.976,00
  • = Höchstbetrag der Unterhaltsleistungen: EUR 6.578,00

Die Mutter kann einen Höchstbetrag i.H.v. EUR 6.578,00 in der eigenen Steuererklärung als außergewöhnliche Belastungen nach § 33a EStG absetzen. Daneben, sollten z. B. Arzt- oder Medikamentenkosten von der Mutter für den Sohn getragen worden sein, kommt ein Abzug dieser Kosten im Rahmen der normalen außergewöhnlichen Belastungen in Frage (§ 33 EStG).
 

biddy

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AW: BG und Steuerfreibetrag.

Aber eine interessante Frage - der man mal nachgehen sollte!

Das Thema und das das möglich ist, den Unterhalt steuerlich geltend zu machen, hatten wir schon öfter mal hier im Forum, z. B. diesen hier aus 2013 und auch davor gab's schon welche (2011):

*klick* https://www.elo-forum.org/allgemeine-fragen/113687-kv-beitraege-freundin-steuerlich-absetzbar.html


damit der Verdiener in einer BG

Ich meine, das ist eher dann interessant bzw. funktioniert das m. E. überhaupt nur, wenn einem der Partner Alg II verwehrt wird, weil der andere Partner in dieser "eheähnlichen Gemeinschaft" zu viel verdient und erwartet wird, dass der Verdiener den Nichtverdiener unterstützt - also überhaupt kein Alg II bezogen wird.

Was sollte ein Steuerfreibetrag bringen bzw. eine Steuererstattung, während man Alg II bezieht? Oder hab' ich das jetzt irgendZwie missverstanden? Geht's um einen möglichen "Ausstieg"?
 

schu83

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AW: BG und Steuerfreibetrag.

Das Thema hatten wir schon öfter mal, z. B. diesen hier aus 2013 und auch davor schon (aus 2011 hatte ich auch einen Beitrag aus dem Forum gefunden über Gockel):

*klick* https://www.elo-forum.org/allgemeine-fragen/113687-kv-beitraege-freundin-steuerlich-absetzbar.html




Ich meine, das ist eher dann interessant, wenn einem der Partner Alg II verwehrt wird, weil der andere Partner in dieser "eheähnlichen Gemeinschaft" zu viel verdient und erwartet wird, dass der Verdiener den Nichtverdiener unterstützt - als überhaupt kein Alg II bezogen wird.
Ob es sich lohnt, sollte man in der Tat selbst durchrechnen. Generell ist eine Unterstützung bis zum Höchstbetrag (ggf. erhöht um KV u. PV) abziehbar. Sofern bei demjenigen, dessen Gehalt bei dem anderen angerechnet wird, Lohnsteuer einbehalten wurde, lohnt sich ein Ansatz in der Regel schon. Ist ein gewisser Bonus dafür, dass in einer BG grundstäzlich davon ausgegangen wird, dass füreinander aufzukommen ist.

Was soll der Steuerfreibetrag bringen bzw. eine Steuererstattung, während man Alg II bezieht?
Hier bieten sich Gestaltungsmöglichkeiten. Mit LSt-Klasse I und ohne große Besonderheiten, ist man nicht verpflichtet seine Steuererklärung im Folgejahr abzugeben. Das kann man bis zu 3 Jahre nach Ablauf des Kalenderjahres nachholen, in dem die Steuer einbehalten wurde (u. U. sogar noch länger zurück). Sollte also die Sorge bestehen, dass eine Steuererstattung entsteht, diese ggf. auf die üblichen 6 Monate verteilt wird und der ALG II - Bezug der BG so lange abgeschnitten ist, wird die Steuererklärung ggf. einfach später eingereicht (kleines Bonbon: 15 Monate nach Ablauf des Jahres, in dem die Steuer entstanden ist, setzt die Verzinsung ein: 6% pro Jahr bzw. 0,5% pro Monat (welche Bank bietet soetwas schon?)).

Achtung: ob ggf. eine Pflicht zur Abgabe der Steuererklärung besteht, um mit zu erwartenden Steuererstattungen die Hilfebedürftigkeit der BG zu reduzieren, kann ich nicht einschätzen.
 

schu83

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AW: BG und Steuerfreibetrag.

Nachtrag:
Heute kam ein geänderter Einkommensteuerbescheid 2013 bei mir an. Nach Zugang des ursprünglichen Bescheides stellte ich einen Änderungsantrag / legte ich Einspruch ein.

Ich habe meine ursprüngliche Steuererklärung um die Unterhaltsleistungen ergänzt, die das Jobcenter durch Anrechnung meines Einkommens auf die 2. Person in der BG konstruiert. Es wird tatsächlich kein Unterhalt von mir gezahlt, es wurden auch keine Kontoauszüge oder der gleichen beigefügt. Lediglich die Tatsache, dass mein Einkommen bei einer zweiten Person (nicht verheiratet, verwandt, verschwägert) angerechnet wird, genügte, um Unterhaltszahlungen im Rahmen des § 33a EStG geltend zu machen.
 

biddy

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AW: BG und Steuerfreibetrag.

Ich habe meine ursprüngliche Steuererklärung um die Unterhaltsleistungen ergänzt, die das Jobcenter durch Anrechnung meines Einkommens auf die 2. Person in der BG konstruiert. Es wird tatsächlich kein Unterhalt von mir gezahlt, es wurden auch keine Kontoauszüge oder der gleichen beigefügt. Lediglich die Tatsache, dass mein Einkommen bei einer zweiten Person (nicht verheiratet, verwandt, verschwägert) angerechnet wird, genügte, um Unterhaltszahlungen im Rahmen des § 33a EStG geltend zu machen.

Interessant ist das schon, keine Frage und danke für die Info.


Nur: In Deinem Fall hast Du ja jetzt, da in Alg-II-Bezug und falls Du nun eine Steuererstattung bekommst, anrechenbares Einkommen. Deshalb verstehe ich nicht, warum Du es gemacht hast. Oder im Hinblick darauf, dass Du oder jemand anderer dies mal nutzt, wenn er die Steuererklärung hinauszögern kann, also sich dann planbar bei einer Erstattung nicht mehr in Alg-II-Bezug befindet?
 

schu83

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AW: BG und Steuerfreibetrag.

Interessant ist das schon, keine Frage und danke für die Info.


Nur: In Deinem Fall hast Du ja jetzt, da in Alg-II-Bezug und falls Du nun eine Steuererstattung bekommst, anrechenbares Einkommen. Deshalb verstehe ich nicht, warum Du es gemacht hast.
Ich befinde mich nicht im ALG 2 Bezug. Das Jobcenter dichtet mir zwar eine BG an und "erwartet" die Unterstützung der zweiten Person, tatsächlich zahlen tue ich meiner "Partnerin" jedoch keinen Cent. Durch die Einkommensanrechnung besteht jedoch für beide BG'ler kein Leistungsanspruch. Das makabere an der Sache: ich profitiere von der Anrechnung von theoretischem Unterhalt (wie bei einem Kinderfreibetrag), zahle aber tatsächlich nichts an sie und sie muss zusehen, wie sie ohne ALG 2 zurecht kommt. Ich bin natürlich schon versucht ihr etwas "abzugeben", aber dann wäre natürlich alles für die Katz.

Oder im Hinblick darauf, dass Du oder jemand anderer dies mal nutzt, wenn er die Steuererklärung hinauszögern kann, also sich dann planbar bei einer Erstattung nicht mehr in Alg-II-Bezug befindet?
Zur Theorie (in Richtung planbare Erstattung): mit Steuerklasse I und Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit, besteht grundsätzlich keine Verpflichtung zur Abgabe einer Steuererklärung (es gibt ein paar Besonderheiten die eine Abgabepflicht auslösen, aber das führt zu weit). Man kann jedoch freiwillig eine Steuererklärung abgeben (die sogenannte Antragsveranlagung) und das geht rückwirkend bis zu 3 Jahren (auch hier gibt es wieder Ausnahmen, die Regel sind aber 3 Jahre). Bis zum 31.12.2014 können also problemlos Steuererklärungen für 2011 abgegeben werden. Hat man beispielsweise ab Anfang 2015 einen Job und bislang für zurückliegende Jahre keine Steuererklärung abgegeben, kann es durchaus sinnvoll sein, dies nachzuholen. Da im SGB das Zuflussprinzip gilt und mit einer Bearbeitungszeit von gut einem Monat zu rechnen ist, lässt sich hier schon ein wenig steuern. Ich erinnere aber noch einmal daran: die Frage, ob die Abgabe einer Steuererklärung bei einer zu erwartenden Steuererstattung zu den Pflichten (Verminderung der Hilfebedürftigkeit) zählt, habe ich nicht abschließend geprüft. Bei zu erwartenden hohen Steuerrückzahlungen durch das Finanzamt, lohnt ggf. eine etwas umfangreiche Recherche, um Probleme zu vermeiden.
 

biddy

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AW: BG und Steuerfreibetrag.

Dann waren deine Angaben gegenüber dem Finanzamt falsch?

und er sagt ja auch durch die Steuererklärung, indem er den Unterhalt an die Partnerin angibt/absetzen lässt: "ich unterstütze meine Partnerin doch", auch wenn tatsächlich keine Unterhaltszahlungen erfolgen, weil es ihm "nur" darum geht, diese abzusetzen, weil das Jobcenter/SGB II es von ihm verlangt bzw. das JC davon ausgeht, dass er unterstützt und die Partnerin - bzw. BG - deshalb keine Leistungen erhält.
Das JC könnte aber nun sagen "ätsch, siehste, haste sogar in der Steuererklärung angegeben und wurde berücksichtigt" (falls es davon erfahren sollte - das sei jetzt mal dahingestellt).
 

schu83

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AW: BG und Steuerfreibetrag.

Ein ausgewiesener Steuerfachmann dürfte sich so einen Fehler nicht leisten.
Nein, meine Angaben gegenüber dem Finanzamt waren nicht falsch. In dem hier anzuwendenden Paragraphen 33a des EStG ist nicht von Zahlung die Rede, es geht allein um Satz 2 "Der gesetzlich unterhaltsberechtigten Person gleichgestellt ist eine Person, wenn bei ihr zum Unterhalt bestimmte inländische öffentliche Mittel mit Rücksicht auf die Unterhaltsleistungen des Steuerpflichtigen gekürzt werden". In den entsprechenden amtlichen Hinweisen wird noch einmal ausgeführt, dass es auf eine tatsächliche Zahlung nicht ankommt.

Aber ihr habt natürlich Recht: gegen eine BG argumentieren geht anders. Aber ganz ehrlich? Zum einen war 2013 nicht im Gespräch, da im Anspruchszeitraum Dezember der Lohn von 2 Monaten an sie von ihrem Arbeitgeber gezahlt wurde, sie hätte so oder so keinen Leistungsanspruch.
Ab 2014 sehe ich mittlerweile keine Möglichkeit mehr gegen eine BG zu argumentieren. Alles was eingebracht wurde, wurde (mehr oder weniger) kommentarlos abgetan (sie bekommt keine neue Wohnung, da das Jobcenter auf ihre Anfragen nicht reagiert und ich werde im Mittelhessischen vermutlich keine günstigere Wohnung finden und sehe es nicht ein auszuziehen - etc.).

Sollen die vom Amt machen was sie wollen, genau wie meine Partnerin. Im Endeffekt verhilft sie mir zum Steuern sparen, das war's aber auch schon. Ich habe es satt gegen Windmühlen zu kämpfen. Wenn ihr das Geld der Familie reicht und die Famile das mitmacht, soll's mir mittlerweile egal sein. Das klingt weder nach Partnerschaft, noch besonders nett einem "Dritten" gegenüber, ich möchte jedoch vom JC einfach nichts mehr wissen.
 

bla47

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AW: BG und Steuerfreibetrag.

Weiss jemand, ob für die steuerliche Berücksichtigung der reine Verhartzungsbescheid der BG reicht ¿
Oder muss die Partnerin arbeitssuchend oder sogar mit Bewerbungsbemühungen arbeitslos ohne Leistungsbezug [ dies steht dann ja auch so im Rentenversicherungsverlauf ] sein ?
Unverheiratet ohne Alg2 Leistungen bedeutet schließlich auch keine Krankenkasse und keine Anrechnungszeit wegen Alg2 - Bezug. Die KK - Kosten müssten dann doch auch steuerlich absetzbar sein, oder?
 

Purzelina

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AW: BG und Steuerfreibetrag.

Aber ihr habt natürlich Recht: gegen eine BG argumentieren geht anders. Aber ganz ehrlich? Zum einen war 2013 nicht im Gespräch, da im Anspruchszeitraum Dezember der Lohn von 2 Monaten an sie von ihrem Arbeitgeber gezahlt wurde, sie hätte so oder so keinen Leistungsanspruch.
Ab 2014 sehe ich mittlerweile keine Möglichkeit mehr gegen eine BG zu argumentieren. Alles was eingebracht wurde, wurde (mehr oder weniger) kommentarlos abgetan (sie bekommt keine neue Wohnung, da das Jobcenter auf ihre Anfragen nicht reagiert und ich werde im Mittelhessischen vermutlich keine günstigere Wohnung finden und sehe es nicht ein auszuziehen - etc.).

Sollen die vom Amt machen was sie wollen, genau wie meine Partnerin. Im Endeffekt verhilft sie mir zum Steuern sparen, das war's aber auch schon. Ich habe es satt gegen Windmühlen zu kämpfen. Wenn ihr das Geld der Familie reicht und die Famile das mitmacht, soll's mir mittlerweile egal sein. Das klingt weder nach Partnerschaft, noch besonders nett einem "Dritten" gegenüber, ich möchte jedoch vom JC einfach nichts mehr wissen.

Ihr seid die Sache nicht richtig angegangen. Du hast dich gewehrt, dabei hätte allein sie sich um ihre Leistung kümmern müssen. Aus allen Schriftsätzen erkennt man deine Sprache, dein Fachwissen vor allem in steuerrechtlichen Fragen. Das zählt für die Gegenseite auch als ein Indiz der gegenseitigen Unterstützung.

sie bekommt keine neue Wohnung, da das Jobcenter auf ihre Anfragen nicht reagiert
Wenn sie von dir keine Unterstützung bekäme, dann hätte sie aus lauter Not einen Weg in eine andere Bleibe ohne Mitarbeit des JC gefunden. Der Auszug ist nun mal der einfachste Weg aus einer BG.
 

Fairina

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AW: BG und Steuerfreibetrag.

Schuh, noch einmal, da es keine gesetzliche Pflicht gibt, wenn ihr nicht miteinander verheiratet siet, sie zu unterstützen, kannst du auch keine hypothetischen Unterhaltsleistungen geltend machen. Aber was sage ich euch, ihr wißt es ja besser. Immer wieder wird die eingetragene gleichgeschlechtliche Partnerschaft verwechselt mit 2 Menschen gleichen oder unterschiedlichen Geschlechts, die zusammen einfach leben. Egal ob sie gemeinsam ein Bett benutzen, 1 mal im Jahr die Couch, sich hin und wieder gemeinsam in der Öffentlichkeit sehen lassen oder sonst was. Wäre es so einfach, wieso gelten denn alle anderen Gesetze nicht gleich dem SGB? Erbschaftsrecht, KV, Gesundheitssorge und weitere Dutzende von Gesetzen.

Wenn du auch noch so tust, als wäre es eine Lappalie, bei der Steuer falsche Angaben zu machen, die du nötigenfalls nicht nachweisen kannst, dann nenne ich das vorsichtig ausgedrückt eine Steuerhinterziehung und eine Vorsätzlichkeit obendrein und dein Rat es dir gleich zu tun einfach falsch und sogar grottenschlecht. Aber du bist dein eigener Herr und ich kann die anderen nur dringend vor diesem Weg warnen. Sorry, aber ein paar deutliche Worte müssen mal sein.
 

biddy

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AW: BG und Steuerfreibetrag.

da es keine gesetzliche Pflicht gibt, wenn ihr nicht miteinander verheiratet siet, sie zu unterstützen, kannst du auch keine hypothetischen Unterhaltsleistungen geltend machen.

Da irrst Du und es muss auch keine "eingetragene Lebenspartnerschaft" bestehen. Wir hatten das Thema hier vor Jahren schon mal, dass diese "Kosten" im Rahmen von außergewöhnlichen Belastungen steuerlich absetzbar sind.
Dazu gibt's zig Infos im www.

Wundern tut mich allerdings, dass keine Nachweise nötig waren gegenüber dem Finanzamt und der Bescheid, dass der Partnerin Alg II verweigert wurde (wg. zu hohem Einkommen des Partners), anscheinend ausgereicht hat. Nachtrag: Und auch das ist wohl nicht mal nötig (Beantragung Sozialleistungen), wie ich eben in einem älteren Urteil gelesen habe.

Auf die Schnelle mal ein Urteil vom obersten Gericht für Steuer- und Zollsachen (Bundesfinanzhof): *klick* https://www.iww.de/quellenmaterial/id/35118
 

Curt The Cat

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AW: BG und Steuerfreibetrag.

Moinsen Ratloser,

auch Dir möchte ich die Forenregel #11 ...
11. Themen/Threads erstellen
Beim Erstellen neuer Themen/Threads ist darauf zu achten, eine aussagekräftige Überschrift zu wählen. Themen mit Überschriften wie z.B. Alle Reinschauen!!! oder Hilfeee!!! oder BG und Steuerfreibetrag., sowie Topics mit irreführenden Angaben werden von den Moderatoren i.d.R ohne Ankündigung entfernt!
... in Erinnerung bringen!

Unser TechAdmin hat sich die Mühe gemacht und den Editor für die Überschrift auf 85 Zeichen erweitert. Da passt deutlich mehr als ein bis drei Worte rein ...

Ich wünsche Dir weiterhin einen angenehmen Aufenthalt hier im Forum.


:icon_wink:
 

schu83

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AW: BG und Steuerfreibetrag.

Schuh, noch einmal, da es keine gesetzliche Pflicht gibt, wenn ihr nicht miteinander verheiratet siet, sie zu unterstützen, kannst du auch keine hypothetischen Unterhaltsleistungen geltend machen.
(...)
Vielen Dank für deinen Beitrag. Allerdings muss ich dir sagen, dass dies sehr wohl geht. Die Steuergesetze und die Rechtsprechung setzen hier zwei Dinge voraus: 1. es wird in einer Bedarfsgemeinschaft durch Einkommensanrechnung die zu gewährende Sozialleistung gekürzt, 2. es besteht grundsätzlich die Möglichkeit, ALG 2 zu erhalten. Im Übrigen muss nicht einmal ein Antrag gestellt werden, es muss lediglich ein Anspruch auf diese Leistungen bestehen. Beim Kindergeld ist es beispielsweise ähnlich: auch wenn tatsächlich keines erhalten wurde, es wird bei der Steuer angerechnet.

Des Weiteren gibt es im Bereich der Werbungskosten und der außergewöhnlichen Belastungen (AgwB) nahezu keine Steuerverkürzung / Steuerhinterziehung. Werbungskosten kannst du "erfinden", Aufwendungen die zum Erwerb, zur Erhaltung und zur Sicherung der Arbeit notwendig sind - da besteht schon Interpretationsspielraum. Bei den AgwB muss eine zwangsläufige Mehrbelastung bestehen, die der Mehrheit von Steuerpflichtigen gleichen Standes nicht entstehen wird. Nicht tricksen darfst du bei Einnahmen, da versteht das Finanzamt keinen Spaß. Da Werbungskosten, AgwB, Sonderausgaben etc. jedoch im Zweifel nachgewiesen werden müssen, ist die Gefahr einer späteren Streichung immer gegeben.

@Purzelina: Da hast Du natürlich Recht. Jedoch, wenn aus ihrer Sicht "alles so schön einfach ist", warum ändern? Für mich besteht im Moment kein akuter Handlungsbedarf: die Arbeit die sie leistet und wofür sie entlohnt wird, müsste ich mir in jedem Fall von jemand anderem zukaufen. Wen ich nun bezahle, ist mir egal. Unterstützt wird sie von mir nicht, Kosten für Lebenshaltung trägt sie selbst, woher sie das Geld bekommt, weiß ich nicht. Solange sie keinen Antrieb hat sich zu ändern .. mir ist es egal, die Kosten habe ich so oder so, zumindes bis nach dem Abschluss meiner Fortbildung.

@Topic:
Ich habe dem Finanzamt meine Bescheide von 2013 eingesendet, in 2013 war ich noch der Antragsteller (damals noch aufstockende Leistungen erhalten. Zusätzlich habe ich eine Berechnung nach § 33a ESt-G beigefügt. Kontoauszüge, ausgefüllte Anlagen etc. wurden nicht gefordert. Für 2014 wird es dagegen spannend und da bin ich auch mal sehr neugierig ob das so funktionieren wird: das JC stuft uns weiter als BG ein, hat ihr wohl auch Schreiben geschickt. Mir liegt keine Berechnung vor, ich könnte gegenüber dem Finanzamt also nur auf Basis der Vorjahreserklärung argumentieren. Da ich die BG jedoch ab 2014 angreife, würde ich dies lediglich tun, sofern definiiv keine Entschreibung zu meinen Gunsten zu erwirken ist.
 

Fairina

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AW: Unter welchen Umständen ist für "Verdiener" ein "Aufwand" für BG-Partner absetzba

Ich halte mich ab jetzt daraus raus, wenn die Frauen unbedingt Prostituierte mit dem Freund als Freier und dem Zuhälter Staat spielen wollen. Denn nichts anderes ist es. Gleich bedeutend mit Zwangsprostitution. Gepaart mit Steuerbetrug, und da kann mir einer erzählen was er will.
 

schu83

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AW: Unter welchen Umständen ist für "Verdiener" ein "Aufwand" für BG-Partner absetzba

(...) Gepaart mit Steuerbetrug, und da kann mir einer erzählen was er will.
Ich möchte dich doch bitten, mit solchen Aussagen vorsichtig zu sein. Weitgefasst könnte man auf die Idee kommen, dass du hier jemanden einer Straftat bezichtigst und das wäre sehr unschön (insbesondere wenn es eindeutige gesetzliche Vorgaben gibt, welche eingehalten wurden). Vielen Dank.
 

Fairina

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AW: Unter welchen Umständen ist für "Verdiener" ein "Aufwand" für BG-Partner absetzba

Ah, jetzt weiß ich, daß du Max & Moritz aus der Winkelgasse im Takatukaland auf der Pirateninsel im Zauberreich der Orks bist. Lachhaft! Sorry, aber das ist einfach nur voll daneben.
 
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