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unserioeser Arbeitsvertrag

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Hawk321

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#1
Hallo Forum,

habe eine nette Story, wozu ich eure Meinung brauche.

Habe mich als Kfz-Mechaniker in einem grossen Autohaus beworben. Vorstellungsgespraech war ganz ok, es lief mit dem Meister ab, aber ohne dem Chef.

Nach einer Woche bekam ich einen Rueckruf vom Meister, dass die mich haben wollen. Der Meister meinte "kommen Sie vorbei wegen dem Vertrag"...bin direkt los...aber ein Vertrag...nichts. Der ware erst in ein paar Tagen fertig, ich solle nur klaeren wann ich anfangen koenne...ok, sagte "naechsten Montag und wenn der Vertrag vorher bei mir ist"...dafuer 42km gefahren...


...den Chef immer noch nicht kennengelernt (ausser ueble Geruechte), der Meister hatte auch keine Zeit mir den Betrieb zu zeigen geschweige den auf meine Fragen einzugehen....alles sehr komisch.

Nun gut, den Vertrag hab ich dann 3 Tage spaeter abgehollt...zuhause durchgelesen und es traf mich der Schlag.

Hier erst mal einige Passagen:

Loest der Arbeitnehmer das Arbeitsverhaeltnis rechtswidrig auf, oder endet das Arbeitsverhaeltnis aufgrund einer ausserordentlichen Kuendigung durch das Unternehmen, die durch den Mitarbeiter veranlasst ist, so hat der Mitarbeiter eine Vertragsstrafe in Hoehe eines Bruttomonatsentgelts an das Unternehmen zu zahlen. Die Moeglichkeit des Unternehmensm einen weiter gehenden Schaden geltend zu machen, bleicht davon unberuehrt.

Diese Firma bzw. dessen Chef ist bekannt fuer seine Cholerische und Menschenverachtene Art, d.h. hiesse, wenn ich nicht mehr kann und fristlos kuendige, dann kann der mich im erster Instanz zur Kasse beten oder es sogar z.b. durch mobbing einen zur fristlosen Kuendigung draengen? Aerger ist so mit vorprogrammiert. Uebrigens, diese Stelle ist alle 3 Wochen in der Zeitung!

Dem Arbeitnehmer ist es nicht gestattet, gegenwaertige oder zukuenftige Lohnforderungen ohne Einverstaendnis des Arbeitgebers an Dritte abzutreten. Solche Abtretungen sind gegenueber dem Arbeitgeber unwirksam.


HALLO??? Das ist doch meine Sache, an wen ich das abtrete!!!

...wird die Arbeitsunfaehigkeit des Arbeitnehmers durch einen Dritten verursacht, ist der Arbeitnehmer verpflichtet, die ihm gegen diesen Dritten zustehenden Schadensersatzansprueche in hoehe der ihm waehrend der Arbeitsunfaehigkeit gezahlten Verguetungen einschliesslich des darauf entfallenden Arbeitgeberbeitrages zur Sozialversicherung dem Arbeitgeber abzutreten oder geltend zu machen und and den Arbeitgeber anzufuehren.
Hmm, was soll ich davon halten? Faehrt mich nach der Arbeit ein Auto an und ich verlieren nen Bein und bekomme 100.000Euro Schmerzensgeld (einfach so gesagt), bekommt ein Teil der Kohle der AG?

Der Arbeitgeber behaellt sich das Recht vor, Forderungen gegenueber dem Arbeitnehmer mit seinen Lohnanspruechen zu verrechnen.


Aha, sehr pauschal formoliert...geht was in der Werkstatt kaputt (Ersatzteile usw,passiert staendig) dann muss ich je nach Lust und Laune vom AG dafuer bezahlen?

Es sind noch einige andere Absaetze enthalten u.a. das ich in jeder Niederlassung arbeiten muss (kenne nur 2 und spaeter hat sich herausgestellt, es sind in ganz Bayern welche). Weiter steht geschrieben, das ich alle zumutbaren arbeiten machen muss, auch wenn es nichts mit meinen Beruf zu tun hat...auch das finde ich sehr fragwuerdig. Das hiesse, ich koenne jeden Tag Toilletten putzen ohne Rechtsanspruch auf meine normale Taetigkeit?!
Dieser Vertrag wurde von 4 anderen Leuten durchgelesen, alles Leute die sich damit gut auskennen und jeder meint, dass dieser Vertrag einseitig geschrieben wurde mit teils sehr fragwuerdigen Inhalten.

Habe mein (vorher nie gesehenden) noch nicht Chef angerufen, mit der Bitte um einen Termin um den Vertrag mal durchzugehen und einige Dinge zu klaeren. Sein Kommentar "Sie haben nicht das Recht mit mir ueber einen Vertrag zu reden, Sie koennen froh sein eine Arbeitsstelle angeboten zu bekommen, Sie sind kein Arbeitgeber oder gar Chef sondern nur Angestellter"

Tolle Meinung, ich habe den Vertrag nicht unterschrieben und ihn nach ein paar passenden Worten den Hoerer aufgehaengt. Was noch interessant waere, ich hatte mich mit den Meister verstaendigt, das ich mein eigenes Werkzeug mitbringe und dafuer gerne eine Haftung seitens des Arbeitgebers haben will, sobald man nicht mehr da ist (Feierabend,Urlaub usw.)...davon steht nicht ein Wort im AV.

Was haltet ihr davon? Diese Firma ist unter den anderen Betrieben bekannt wie ein bunter Hund, besonders der Chef! Die Stelle ist nicht von der AfA angeboten worden.
 

claudiak

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#2
Du hast es nicht von der AfA angeboten bekommen, also lass die Finger davon. Hab schon viele Arbeitsverträge gesehen, aber der ist noch Milde ausgedrückt "unter aller Sau". Der Vertrag ist nur zu Deinen Lasten ausgelegt. Also vergiss es. Der will nur ausbeuten.
 

FrankyBoy

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#3
Der Arbeitsvertrag ist wirklich ein Fall für die Mülltonne aber: Im Urteil des Bundesarbeitsgerichts, vom 21.04.2005, Az.: 8 AZR 425/04 hat das Gericht solche Klauseln für unwirksam erklärt, selbst wenn es zu Straftaten kommt.

Vertragsstrafen in Formulararbeitsverträgen : Gansel Rechtsanwälte : Arbeitsvertrag, Rechtsanwalt, Vertragsstrafe, Kündigung, Formulararbeitsvertrag, Kündigungsschutzklage, Gehalt, Arbeitgeber, fristlose Kündigung, Schaden, Pflichtverletzung, Urteil,

Wenn du gut drauf bist, dann mache den Chef mal zur Flunder - mach ihn fertig, scheinst ein "pfiffiges Kerlchen" zu sein - können die Story ja dann veröffentlichen.:biggrin:
 

Borgi

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#4
Wie gut, dass ein Vertrag immer verhandelbar ist:

  • Sollte sich der Arbeitnehmer ungerecht behandelt fühlen, so steht ihm auf kosten des Arbeitgebers ein Rechtsanwalt zu
  • Für den Fall, dass der Arbeitgeber Mobbing gegenüber dem Arbeitnehmer ausübt, steht dem Arbeitnehmer ein sechswöchiger Urlaub auf Arbeitgeberkosten bei vollen Bezügen zu
  • Verletzt sich der Arbeitnehmer während der Arbeitszeit, so ist dem Arbeitnehmer ein Schmerzensgeld in Höhe von einem Bruttolohn netto zu zahlen
  • Bei fristloser Kündigung des Arbeitnehmers durch den Arbeitgeber, bezahlt der Arbeitgeber für alle Instanzen vor Gericht einen Anwalt für Arbeitsrecht
  • Kündigt der Arbeitnehmer fristlos, so wird es seinen Grund haben. Liegt der Grund beim Arbeitgeber, so ist dem Arbeitnehmer für die Dauer von 3 Monaten der vereinbarte Lohn nebst Lohnnebenkosten zu zahlen
  • Ist es dem Arbeitnehmer nicht möglich seine Speisen vor Ort zuzubereiten, kann der Arbeitnehmer einen Pizzaservice oder sonstige Lebensmittelbringdienste zu Lasten des Arbeitgebers beauftragen
  • Jedem Angestellten steht ein Dienstfahrzeug auch zu privaten Zwecken zur Verfügung
  • Sollte es nach Feierabend regnen oder schneien, so steht dem Arbeitnehmer bei Bedarf ein besuch im Sonnenstudio zu. Die Kosten dafür trägt der Arbeitgeber
  • Im falle des Eintretens des Todes des Arbeitgebers, geht das Unternehmen zu gleichen teilen auf die Belegschaft über
  • Für jede vom Arbeitgeber eingereichte Klage muss der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer einen Fachanwalt stellen. Das gilt auch für Körperverletzung und Veruntreuung von Geldern, sowie Diebstahl und Brandstiftung.
 
E

ExitUser

Gast
#5
Sei froh nicht unterschrieben zu haben!!!!!:icon_klarsch: :icon_daumen:
Ich habe langsam den Eindruck , es gibt nur noch bekloppte Firmen ,
mit noch bekloppteren Chefs.:icon_neutral:
 

Hawk321

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#7
Hallo Forum,

eine weitere Neuigkeit. Der AV sollte angeblich von der Kfz-Innung abgesegnet sein...hab den zustaendigen bei der Innung mal angerufen. Gespraech verlief freundlich...aber der Inhalt = 0.

Wollte den AV per email anonymisiert senden und nur wissen, ob die Kfz Innung diesen Vertrag wirklich so "abgesegnet" hat....keine Beratung,keine Meinung...nur eine kurzes Ja oder Nein. Immerhin geht es auch um den "guten":icon_party: Ruf der Innung.

Wie zu erwarten...nichts.

Sinngemaesse (nicht 1:1)Aussage "Wir sind ein Interessensverband fuer Arbeitgeber und nicht fuer Arbeitnehmer, ich kann keine Rechtsberatung und auch keine Meinung abgeben und den Arbeitsvertrag werde ich auch nicht mal anschauen, das ist eine Aufgabe fuer einen Anwalt.Guten Tag"

Tja...wie finde ich den das? Schein wohl modern zu sein...
 
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