Unseren täglichen Fachkräftemangel gib uns heute!

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Paolo_Pinkel

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Wirtschaftslobbyisten müssen sich nicht sorgen, dass die Vierte Macht im Staat ihr Stoßgebet erhört. Deutschlands Medien streuen immer wieder kritiklos die Ergebnisse sogenannter Studien von INSM, IW, Bertelsmann Stiftung & Co. unters Volk
So allgegenwärtig wie die Fachkräfte ist auch der Mangel, der angeblich an ihnen besteht. Kaum ein Tag vergeht, ohne dass in den Medien irgendwelche Studien irgendwelcher “Experten” mit stets alarmierenden Zahlen veröffentlicht werden. Die Propaganda vom Fachkräftemangel ist eingebettet in eine große Erzählung, die lautet: “Deutschland geht es gut”, die Wirtschaft “brummt”, die “Vollbeschäftigung” steht vor der Tür. Wir gehen scheinbar goldenen Zeiten entgegen. Doch Unheil dräut am Horizont: der “demographische Wandel” und der unausweichlich damit verbundene “Fachkräftemangel”.
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Wenn z.B. ein hervorragend ausgebildeter Fachinformatiker gleich nach seiner Ausbildung vom zuständigen Jobcenter (nach 2 Wochen) vom zuständigen SB unbedingt in "Helfertätigkeiten und ungelernte Tätigkeiten" "vermittelt" wird - bei Zeitarbeitsfirmen selbstredend - dann haben wir in D keinen Fachkräftemangel.

Wenn hochqualifizierte und berufserfahrene Facharbeiter sofort in Sinnlosmaßnahmen gesteckt werden, dann haben wir in D keinen Fachkräftemangel.

Wenn Fachkräfte über 45 Jahren als zu alt für den deutschen Arbeitsmarkt befunden werden, dann haben wir keinen Fachkräftemangel.

Wenn Akademiker aller Alterstufen zu Probearbeiten für Wochen, zu Sinnlospraktika für Monate ... gesandt werden, dann haben wir keinen Fachkräftemangel in D.

Wenn deutsche Staatsbürger, sehr gut ausgebildet, nur deshalb keine anständig bezahlte Arbeit in ihren Berufen finden, weil deren Namen nicht "urdeutsch" klingen, dann haben wir in D keinen Fachkräftemangel, allerdings ein ganz anderes und altes Problem.

Wenn tolle Fachkräfte - gleich nach ihrer Ausbildung - aufgrund des Mangels an jahrelanger Berufserfahrung - ohh, welch ein Wunder - keine Arbeit bekommen ...

...

In D haben wir ein grundsätzliches anderes Problem und das heißt "überborderndes Wunschkonzert der Arbeitgeber".
Niemand wagt es an die Wurzel des Übels zu gehen, - an o.g. Wunschkonzert.

Es gibt keinerlei Fachkräftemangel, es gibt vor allem bornierte, faule, dumme, unnachgiebige, dreiste ... Arbeitgeber.

Es ist an der Zeit den Spieß einmal umzudrehen und die Arbeitgeber dauerhaft und überall zu fragen wie lange sie das noch so treiben wollen, es ihnen zur Verpflichtung zu machen mit den deutschen Fachkräften, welche samt und sonders ja vorhanden sind - ungeachtet ihres Alters, der Herkunft ihrer Eltern bzw. Großeltern, ihres Geschlechtes und ihres Familienstandes - die freiwerdenden Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen.

Oder mal ganz subtil gesagt, - die Arbeitgeber in D sollen sich gefälligst endlich mal wieder an das Grundgesetz halten.
 
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