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wolliohne

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„Franziska Augstein (Süddeutsche Zeitung) blamierte sich, als sie ein Argument aus der Financial Times vorbrachte (deutsche Exportabhängigkeit und -stärke aufgrund Lohndumpings) und dem völlig unterirdischen Gegenargument von Tichy („Viele Ausländer würden sich gerne in Deutschland ausbeuten lassen.“) nichts anderes erwidern konnte als: „Dieser Meinung bin ich auch.“ Maybrit Illner fügte noch ein „Deutschland geht es gut“ hinzu. Im Beisein der deutschen Medienelite wird hier uneingeschränkt eine pervertierte Form des Wettbewerbs der Nationen ohne Einspruch als gegeben hingenommen, obwohl jedem Verfechter der sozialen Marktwirtschaft und des Wettbewerbs bei solchen Äußerungen das Grausen kommen müsste. Der Aufschrei bleibt aus, obwohl längst klar ist, dass diese Entwicklung ins Verderben führt. Diese Sendung war in einem Ausmaß ekelerregend, dass man sie nicht vergessen sollte.“ …
Ich glaube, viele merken schon gar nicht mehr, dass in den deutschen Talkshows, die seit Ausbruch der Eurokrise in der Größenordnung von sicher hundert Stunden Smalltalk zum Thema gesendet haben, nicht ein einziges Mal die fünfzehn Minuten zur Verfügung standen, die man braucht, um eine logische Argumentation zu den Ursachen der Krise aufzubauen. Sie merken vermutlich auch nicht mehr, dass sie monatelang Griechen-Bashing betrieben haben und in 98 Prozent aller Sendungen die deutsche Position vollkommen unkritisch dargestellt wird.
Quelle: flassbeck-economics Dazu: Ein Nachtrag zur Einseitigkeit der öffentlich-rechtlichen Medien
In der Berliner Runde am Sonntag Abend, die von den beiden Chefredakteuren von ARD und ZDF moderiert wurde, kam es gleich zu Anfang zu einem Lapsus Linguae, der zeigt, mit wes Geistes Kindern wir es hier zu tun haben. Thomas Baumann richtete sich in seiner ersten Intervention nach Minute eins an die Bundeskanzlerin an und sprach von einem „großartigen großen Erfolg der CDU“. Die kleine Pause, die er dabei zwischen den Worten großartig und großen macht, zeigt, dass er mitten im Satz gemerkt hat, dass er als Journalist eigentlich nicht von einem „großartigen“ Erfolg sprechen darf und schiebt schnell ein „großen“ hinterher…
Damit schafft es das öffentlich-rechtliche Fernsehen, zwei Chefredakteure aufzubieten, die eindeutig konservativ sind und das in ihren Fragen auch immer wieder durchklingen lassen. Peter Frey wird uns lange in Erinnerung bleiben als der Journalist, der ein historisch tendenziöses Interview mit Oskar Lafontaine geführt hat, das man auf YouTube schön zusammengeschnitten anschauen kann. Es ist zu wünschen, dass der Versprecher von Herrn Baumann auch ein Klassiker auf YouTube wird und mehr Menschen beginnen zu verstehen, mit welcher Art von Journalismus sie es auch bei den Medien zu tun haben, die von ihrem Auftrag her eigentlich gehalten sind, alle Strömungen in der Gesellschaft angemessen zu repräsentieren.
Quelle: flassbeck-economics
 
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