Unmögliche/Unzumutbare Vermittlungsvorschläge → Stellengesuchsänderung?

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Lindenbaum

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Hallo zusammen,

ich bin neu hier und habe ein Frage zu meiner morgen beginnenden Arbeitslosigkeit.

Hintergrund:
Ich bin formal korrekt innerhalb der Probezeit gekündigt worden, habe mich fristgerecht beim Amt gemeldet und habe Anspruch auf ALG I. Die Stelle die mir gekündigt wurde war in der Gastronomie (ich nahm sie wegen der Arbeitszeiten an) und bin eigentlich Bachelor in Germanistik und Philosophie mit mehreren Jahren Erfahrung im Büro. Ich habe mich im August erstmalig beim Amt gemeldet, da ich innerhalb einer Probezeit erkrankte und gekündigt wurde. Es kam zu keiner Arbeitssuchendmeldung über das Amt, da ich im Anschluss an die Krankheit meine jetzt gekündigte Stelle annahm. Ich hatte noch keinen persönlichen Kontakt zu meiner Vermittlerin (also bisher auch kein kein Profiling, der Termin dazu ist am 26.11.) und die Herrschaften haben keine Informationen zu meinen weiteren Hintergründen wie Gehaltshöhen etc.. Ich war noch nie im Leistungsbezug beim Arbeitsamt oder dem Jobcenter und kenne den Ärger mit denen nur über meinen Ehepartner.

Bei der Selbstregistrierung beim Amt im August habe ich meine Vorerfahrungen bezüglich Büro etc. hinterlegt und auch, dass ich zwar einen Führerschein, aber kein Auto besitze.
Nun wurde für mich ein Stellengesuch erstellt, mit dem ich nicht nach Bürostellen suche sondern nur nach Stellen als Helfer in der Gastronomie. Seit dem 06.11. habe ich nun drei Vermittlungsvorschläge online bekommen, von denen mich bisher einer postalisch erreicht hat. An diesem hing eine Rechtsfolgebelehrung an. Diese Stelle ist für 15-20h/kw ausgeschrieben und wird nur ca. 650€ abwerfen. (Statt benötigten und bisher verdienten 1300€, was das Amt aber natürlich nicht weiß). Die Zweite war im Nachbarort wo ich schlecht hinkomme, da ich dort nicht den Stadtbus nehmen kann, sondern die Überlandlinien nutzen muss. Die dritte Stelle ist beim Lokal mit dem goldenen M an einem Autobahnkreuz, wo ich ohne Auto nur mit 1:47h Wegezeit einmal täglich hinkomme und eine Stunde später mit einer Wegezeit von 2:17h wieder zurück. Ich müsste dort quasi übernachten um am nächsten Tag wieder nach Hause zu kommen.


Daher habe ich überlegt ob ich nicht eine Änderung der Stellengesuche beantrage und habe folgenden Text formuliert:

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit beantrage ich eine Stellengesuchsänderung.

Das Stellengesuch „Helfer/in - Gastgewerbe 10000-1166520069-B“ ist für mich, aus Gründen die sich mir nicht erschließen, angelegt worden. Die einzige Vorerfahrung, dich in der Gastronomie habe, sind zwei Monate als Zimmermädchen. Ich habe nie gekellnert und ich habe nie in der Küche geholfen o.ä.. Bei der Selbsterfassung am 23.08.2018 habe ich angegeben, dass mein Berufsabschluss ein Bachelor in Germanistik und Philosophie ist, und ich bisher ausschließlich im Büro gearbeitet habe. Zudem benötigt mein Ehemann aus gesundheitlichen Gründen, dass ich feste Arbeitszeiten habe, was Schichtdienst, wie er in der Gastronomie üblich ist, ausschließt. Daher bitte ich darum, dass das Stellengesuch „Helfer/in – Gastgewerbe 10000-1166520069-B“ durch „Helfer Büro“ ersetzt wird.

Darüber hinaus möchte ich darum bitten, dass bei Vermittlungsvorschlägen die Erreichbarkeit der Stellen für mich gegeben sein muss. Ich habe, wie in der Selbsterfassung vom 23.08.2018 angegeben, zwar einen Führerschein, aber keinen PKW, das heißt, dass ich auf Bus und Bahn angewiesen bin. Da ich in Wohnort wohne ist es mir möglich regelmäßig mit dem Stadtbus in fast alle Stadtteile nach Großstadt zu gelangen, besonders gut sind die Stadteile aaa, bbb und die Innenstadt. Die Überlandbusse nach Nachbarort 1, Nachbarort 2, Nachbarort 3 und anschließend andere Stadt, sind für mich, da die Busse inkl. Anschlüsse teils nur 1-2 stündig fahren, sehr schlecht erreichbar, gerade am Wochenende.

Da ich der Haupverdiener bin, sollte eine potentielle Stelle mindesten 1300€ brutto ermöglichen, wie ich sie bisher auch verdient habe. Zur Anschaffung eines PKW muss der Bruttolohn allerdings weit höher liegen.

Mit freundlichen Grüßen

Ich würde mich sehr über Einschätzungen freuen, ob dieser Antrag gangbar und sinnvoll ist, denn ich bin mir unsicher wie ich vorgehen soll, da ich mir keine Sperre erlauben kann.

Lieben Dank im Voraus
Lindenbaum
 

BerndB

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Ich geh davon aus, dass einfach ohne zu prüfen etwas verschickt wurde. Und das nicht einmal vom verantwortlichen Vermittler.

Bevor geschrieben und wieder auf schriftliche Antwort gewartet wird, kann es dann Wochen dauern. Die muss man dann nervlich durchhalten. Und es können weitere Angebote der falschen Richtung (Gastronomie) kommen. Deshalb würde ich am Montag die Hotline anrufen und mich ggf. mit dem Vermittler verbinden lassen oder der soll zurückrufen. Und das wird dann ohne Streit ausgehen, denn bei so einem Vorschlag muss sich der Vermittler erst mal entschuldigen.

Lass dir das von dir erstellte Bewerberprofil zuschicken, falls du es nicht im Internet hast veröffentlichen lassen. <Der Satz ist quatsch, du hast ja noch kein Bewerberprofil.>

Übrigens: Falls jemand über 4 Jahre in un- oder angelernter Tätigkeit gearbeitet hat, gilt er als "wieder ungelernt". Nach § 81 SGB III besteht meines Erachtens ein Anspruch auf Umschulung. Sofern du so etwas machen willst.

Nachtrag: Der Anspruch auf Umschulung m. E. besteht nur im Alg I. Und eine Umschulung geht auch in einem bestehenden Arbeitsverhältnis bei viel besseren finanz. Bedingungen für dich. Programm WeGebAU. Der Arbeitgeber erhält, wenn die Voraussetzungen stimmen, bis zu 100% seiner Kosten als Arbeitslentgeltzuschuss erstattet.
 
Zuletzt bearbeitet:

HartzVerdient

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Kleiner Tipp am Rande!

Nicht zuviel mit Formalitäten beim ALG1 aufhalten. Allerdings würde ich diese Sache schon richtigstellen.

Danach zusehen, dass du aus dem ALG1 Bezug wieder in eine Arbeit findest. Das Gehalt kann dir erstmal zweitrangig sein, denn du willst garantiert nicht in den Bezug von ALG2 fallen.

Im ALG2 ist dein Abschluss nix mehr Wert. Nach 4 Jahren aus deinem alten Beruf heraus, wird man dich als ungelernt hinstellen und dir irgendwann im Gespräch mitteilen, dass du Flaschen sammeln gehen kannst.

Vollkommen unabhängig, ob du Akademikerin bist, Gelernt, Ungelernt, Reich, Arm usw...

Das halbe Forum ist voll von Akademikern... und viele sind schon ganz unten angekommen...
 

Lindenbaum

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@ Kerstin_K: Danke sehr, den Paragraphen kenne ich bereits :)

@ BerndB: Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Ich hatte auch schon überlegt, dass es sich vielleicht um einen Automatismus handeln könnte, nur die Rechtsfolgebelehrung irritierte mich doch ziemlich. Ein Anspruch auf Umschulung wird denke ich nicht vorliegen, da ich im Büro schon so gearbeitet habe, wie es für einen Germanisten passt. Aber vielen Dank für den Tipp mit der Umschulung, das werde ich mir im Hinterkopf behalten.
Dann werde ich mich, glaube ich, versuchen an die Hotline zu wenden und sicherheitshalber den Antrag in Briefform einreichen, damit ich einen Nachweis habe.

@ Hartzverdient: Vielen Dank für die Tipps. Es geht mir selbstverständlich ausschließlich darum den Kontakt mit dem Amt möglichst kurz zu halten. Das Problem ist nur, dass die 1300€ eigentlich schon so wenig sind, dass mein Mann und schon ALG2 zuschussbedürftig wären. Mir ist auch egal was ich arbeite, die Stelle die ich (wahrscheinlich betriebsbedingt) verloren habe war bloß eine Putzstelle, die Zeit verschaffen sollte um mir wieder was „richtiges“ zu suchen, und ich würde auch mit Freude Flaschen sammeln, solange ich davon meine Miete bezahlen kann und dafür Ruhe vorm Amt hätte.

@ sabattical: Danke für den Link, da stöbere ich mich mal durch :)
 

AnonNemo

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Lindenbaum meinte:
Daher bitte ich darum, dass das Stellengesuch „Helfer/in – Gastgewerbe 10000-1234567890-B“ durch „Helfer Büro“ ersetzt wird.
Warum verkaufst du dich freiwillig unter Wert?
Du bist Bachelor Germanistik und Philosophie.

Deine Bürotätigkeit kann als Alternativberuf im System berücksichtigt werden (weil ich deine Tätigkeiten und Erfahrungen in dem Bereich nicht kenne, würde ich dich zumindest als) z. B. Bürofachkraft einstufen.

Lindenbaum meinte:
Zur Anschaffung eines PKW muss der Bruttolohn allerdings weit höher liegen.
Streichen! a) interessiert die SBs eh nicht, und b) ist und bleibt es deine Entscheidung, ob, wann und welches Auto du dir kaufst.

Lindenbaum meinte:
Statt benötigten und bisher verdienten 1300€,
Nicht vergessen, mit wie vielen Wochenstunden du die 1,3TEUR bekommen hast.

Du willst sicherlich keine 40h/Woche arbeiten um wieder 1,3TEUR zu bekommen.
1.300EUR/Monat / 174h/Monat = 7,47EUR/h
1.300EUR/Monat / (ZAF:) 151,67h/Monat = 8,57EUR/h

ZAF-EG1-Ost: 9,27EUR/h x 151,67h/Monat = 1.405,98EUR/Monat, bzw.
ZAF-EG1-West: 9,49EUR/h = 1.439,35EUR/Monat.

HartzVerdient meinte:
Vollkommen unabhängig, ob du Akademikerin bist, Gelernt, Ungelernt, Reich, Arm usw...
Löst du den (jetzt fett markierten) Widerspruch, was den ALG2-Bezug angeht, auf? :icon_pfeiff:

Noch so ein Widerspruch (diesmal nicht von dir):
HartzVerdient meinte:
Das halbe Forum ist voll von Akademikern... und viele sind schon ganz unten angekommen...
... und trotzdem heulen die Arbeitgeber wegen Fachkräftemangel und dadurch entgehenden (gesamtwirtschaftlich gesehen) Millionenaufträgen.

Was hat mir mein Bänker erklärt, als ich ihm die Ohren wegen fallenden Aktienkursen vollgeheult hatte:
Dein Geld ist nicht verloren ... das hat jetzt nur jemand Anderes.
Trifft auch auf die Aufträge zu; entweder hat die Konkurrenz den Auftrag, oder der Auftraggeber hat weiterhin sein Geld.
 

Lindenbaum

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Danke für die Tips, in der Erstberatung wurden die Stellengesuche angepasst, u.a. in Arbeitvermittlerin und Empfangskraft (für Bürostellen, nicht für die Gastronomie)
 
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