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"Ungeeignet"

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E

ExitUser

Gast
  Th.Starter/in  
#1
Heute erhielt ich eine schriftliche Absage der Volksbank Staufen eG. Ich nenne den Namen der Bank an dieser Stelle ganz bewußt.

Auszug aus dem Schreiben:

Bitte sehen Sie in dieser Absage keinen Zweifel an Ihrer grundsätzlichen Qualifikation.

Im Gegensatz dazu eine Randnotiz auf dem Deckblatt meiner Bewerbung. Denn dort notiert der Personaler handschriftlich, mit Bleistift:

M. E. ungeeignet.

Danach folgt das Handzeichen.

Zumindest hätte der Personalsachbearbeiter darauf achten sollen seine Notiz wieder auszuradieren.

Nach dieser weiteren negativen Erfahrung schätze ich meine Chancen auf dem 1. Arbeitsmarkt als verschwindend gering ein.
 

ofra

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#2
früher, vor langer langer zeit, als wir alle noch arbeit hatten (klingt wie ein märchen, gell!), da waren wir alle geeignet. man war mit uns zufrieden. wir waren fleißig und gewissenhaft. und das bescheinigen uns auch unsere guten arbeitszeugnisse.

und jetzt plötzlich sind wir zu wenig qualifiziert oder überqualifiziert, zu jung, zu alt, zu wenig erfahren, zu vielseitig, und so weiter ....

das ist der punkt, den ich einfach nicht verstehen kann!

man müsste den arbeitgebern mal drastisch vor augen führen, wie man sich psychisch fühlt, wenn man 200 und mehr absagen pro jahr im briefkasten hat!
es ist ein SCHEISS gefühl!

:kotz:
 

ofra

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#3
ich hasse das gefühl, wenn man von morgens bis abends rumläuft und sich "ungeeignet" fühlt. und nachts kann man nicht schlafen weil man "ungeeignet" ist.
 
E

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Gast
  Th.Starter/in  
#4
Guten Abend ofra,

ungeeignet ist ein hartes Urteil eines Menschen über einen anderen. Diese negative Wertigkeit meiner Person muß ich erst einmal richtig verarbeiten.

Vielleicht sollte ich eine Entschuldigung von der Volksbank Staufen eG verlangen?
 

Arania

Elo-User/in

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#5
Aber hier geht es nur um UNGEEIGNET für die Stelle für die Du Dich beworben hast und das ist nicht eine Bewertung für Dich als Mensch.

Niemand hat gesagt Du bist als Mensch ungeeignet, man sollte das doch versuchen so zu sehen :hug:
 
E

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Gast
  Th.Starter/in  
#6
Arania sagte :
Aber hier geht es nur um UNGEEIGNET für die Stelle für die Du Dich beworben hast und das ist nicht eine Bewertung für Dich als Mensch.

Niemand hat gesagt Du bist als Mensch ungeeignet, man sollte das doch versuchen so zu sehen :hug:
Für mich geht diese handschriftliche Notiz auf meinen Bewerbungsunterlagen einen Schritt weiter: Ich habe nun die Empfindung, daß ich nicht nur als Arbeitnehmer, sondern auch als Mensch ungeeignet bin.
 

Arco

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#7
Catweazle sagte :
Arania sagte :
Aber hier geht es nur um UNGEEIGNET für die Stelle für die Du Dich beworben hast und das ist nicht eine Bewertung für Dich als Mensch.

Niemand hat gesagt Du bist als Mensch ungeeignet, man sollte das doch versuchen so zu sehen :hug:
Für mich geht diese handschriftliche Notiz auf meinen Bewerbungsunterlagen einen Schritt weiter: Ich habe nun die Empfindung, daß ich nicht nur als Arbeitnehmer, sondern auch als Mensch ungeeignet bin.
.... also Thomas :hug:

da kann ich mich aber Arania anschließen und ich gehe mal davon aus das du mit diesen Damen und Herren keinen direkten Kontakt hattest, somit können die deine Person als Mensch auch nicht beurteilen (wenn man es in so einer kurzen Zeit überhaupt kann)...


Also mache es dir nicht schwerer wie es schon ist, der Personaler hat deine Bewerbung ( wie alle Anderen auch ) innerhalb von 2 Minuten gelesen und festgestellt das er sowieso keinen Arbeitslosen benötigt. Punkt ! ! Und so hat der den hirnlosen Kommentar geschrieben......
 
E

ExitUser

Gast
  Th.Starter/in  
#8
Guten Abend Arco,

hätte der Personaler nur den Radiergummi benutzt, so müßte ich mich jetzt nicht mit seinem hirnlosen Kommentar beschäftigen.

Auch meine Ehefrau hat sich über diese handschriftliche Notiz maßlos geärgert.
 

Arania

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#9
Versuch es doch zu sehen wir wir geschrieben haben, er hat einen INTERNEN Kommentar geschrieben der nicht auf Deine menschlichen Qalitäten gemünzt war, mach es Dir doch nicht schwerer als es ist.

Es hat nichts mit Dir als Person zu tun
 

silkem

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#10
Hi,

ich habe - auch ohne handschriftliche Kommentare auf der Bewerbung - diese allgemeinen und nichtssagenden Phrasen in den Absagen auch mehr als satt. :( :(

Wenn die wenigstens ehrlich schreiben würden, was denen nicht gefallen hat, dann hätte man wenigstens was davon und könnte dies bei zukünftigen Bewerbungen berücksichtigen. :idee:

Leider hat dies wohl mit einem gesetz zu tun, dass es leicht macht, Unternehmen auf Grund von Aussagen in Absagen zu verklagen - genaueres weiß ich jedoch nicht.

M. E. ungeeignet.
Solche Notizen würden mich jedoch auch tierisch aufregen - auch wenn es nichts bringt. :motz: :motz:

man müsste den arbeitgebern mal drastisch vor augen führen, wie man sich psychisch fühlt, wenn man 200 und mehr absagen pro jahr im briefkasten hat!
es ist ein SCHEISS gefühl!
genau :dampf: :dampf:

Da reichen bei mir auch wesentlich weniger :( :(

LG

Silke
 
E

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Gast
  Th.Starter/in  
#11
Jedenfalls werde ich meine Eigenbemühungen bis auf Weiteres einstellen. Ich habe keinen Bock mehr Bewerbungen zu schreiben - das macht in diesem Land sowieso keinen Sinn.

Ungeeignet ist doch gleichbedeutend mit endgültig aussortiert!
 

ofra

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#12
etwas ähnliches hab ich vor kurzem erlebt. ich bekam eine absage, mit folgender begründung: "glücklicherweise konnte die stelle intern besetzt werden".
dieser satz hat mich in mehrfacher hinsicht aufgeregt.
erstens: GLÜCKLICHERWEISE
wäre es so ein unglück gewesen, wenn man mich eingestellt hätte?
ist jeder bewerber ein unglück, das über einen arbeitgeber hereinbricht wie ein unwetter?
warum schreiben sie nicht gleich: welch ein glück, dass wir Sie nicht gebraucht haben!
der satz hat etwas spöttisches an sich.
zweitens: INTERN besetzt
was soll das denn heissen? wozu wurde die stelle dann überhaupt ausgeschrieben? hätten sie doch vorher gekuckt, ob intern humankapital zur verfügung steht!
hätt ich mir die ganze bewerbung sparen können.
:tonne:
 

ofra

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#13
einige von euch werden jetzt wieder sagen: ich höre das gras wachsen.
aber es ist auf die dauer schon sehr frustrierend, wenn es wieder mal heisst: "bitte sehen Sie diese absage nicht als wertung Ihrer persönlichkeit"
natürlich fühlt man sich bewertet. besser gesagt ENTwertet!
und mit der zeit kriegt man halt eine dünne haut. man steckt es nicht mehr so einfach weg.
oder der satz: "zu unserer entlastung senden wir Ihnen die unterlagen zurück."
das sagt doch schon alles.
die fühlen sich belastet durch meine bewerbung.
die wollen lästigen ballast abwerfen.
als sei jeder bewerber eine last, von der man sich möglichst rasch entlasten muss.
ich will jetzt nicht weiter ins detail gehen. es bleibt einfach nur eine miese stimmung zurück, mit der man fertig werden muss.
:kotz:
 

ofra

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#14
dass nun den ALG II-lern die bewerbungskosten nicht mehr erstattet werden, sagt ja schon vieles aus.
dadurch gibt die behörde indirekt zu, dass es sinnlos ist, stapelweise bewerbungen zu schreiben.
die wollen unnötige kosten einsparen. die haben schon längst gesehen, dass hunderte bewerbungen mit absagen beantwortet werden.
wenn ein arbeitsloser pro jahr im schnitt 200 bewerbungen schreibt und das multipliziert mit 5 millionen arbeitslosen, und jeder will seine kosten erstattet haben, da kommt schon einiges zusammen.
nur die wirtschaft verdient daran, die papierindustrie, die post, die copyshops, die fotogeschäfte.
irgendwo hab ich mal gehört, es gibt eine bestimmung, wonach der arbeitslose 8 stunden am tag bewerbungen schreiben soll (also der selbe zeitaufwand, als ob er berufstätig wäre).
woher sollen diese stellenangebote kommen? man kann doch nix erfinden?
oder die neue regelung: bei neuantrag auf ALG II wird ein sofort-angebot unterbreitet um die arbeitswilligkeit zu testen.
warum kriegen wir nicht gleich ein sofort-angebot? (dann könnten wir uns die vielen bewerbungen sparen).
ich hab in den letzten 3 jahren nur 2 angebote gekriegt.
ich persönlich hab langsam auch keine motivation und energie mehr, so eifrig wie bisher bewerbungen zu schreiben. nicht, weil es mir zuviel aufwand wäre, oder wegen der kosten. sondern weil es seelisch auf die dauer echt an die substanz geht, wenn man immer nur absagen kriegt.
als arbeitsloser kriegt man ohnehin nur noch wenig post. weil die sozialkontakte immer mehr verloren gehen. als nicht arbeitender mensch ist man einfach von vielem ausgeschlossen.
und dann hat man als einzige post jede woche 3 absagen im briefkasten. das kränkt ungemein!

:cry:
 
E

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Gast
  Th.Starter/in  
#15
Ich erhalte bis einschließlich 06.02.2007 keine Bewerbungskosten mehr von der ArGe erstattet! Ergo: Warum sollte ich jetzt noch weitere Bewerbungen schreiben?

Vielleicht gibt's die nächste Bewerbung von mir erst wieder am 07.02.2007?

Außerdem bin ich ja ungeeignet.
 
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#16
@Catweazle

Hallo Thomas,

ich kann verstehen, daß Du wegen dieser Randnotiz sauer bist. Laß dich aber bitte deswegen nicht entmutigen! Ich möchte folgendes zu bedenken geben:

1. Ob jemand in den Augen eines Personalmenschen für eine Stelle geeignet oder ungeeignet ist, ist in hohem Maße subjektiv, hängt z.B. von der Zahl der eingehenden Bewerbungen ab. Ich hatte z.B. mal einen Chef, der Frauen im gebärfähigen Alter grundzätzlich für ungeeignet hielt!

2. Die Randnotiz sagt mehr über die Eignung des entsprechenden Personalmenschen für seine Stelle aus, als über Deine Eignung für die ausgeschriebene Stelle. Daß Du überhaupt Kenntnis von einer solchen internen Notiz bekommen hast, ist ein Zeichen mangelnder Sorgfalt und unprofessionellen Arbeitens. Wäre der Notizenverfasser mein Untergebener, würde der erst einmal einen "Einlauf" bekommen. Ein derartiges Verhalten schadet nämlich dem Ansehen des Unternehmens ganz erheblich. Unter diesem Gesichtspunkt finde ich es auch gut, daß Du den Namen des Unternehmens hier genannt hast.

Außerdem stellt sich die Frage, ob nicht eine Beschwerde beim Vorgesetzen des Notizverfassers (das dürfte der Vorstandsvorsitzende der Bank sein) sinnvoll ist. Auf den Widerspruch zwischen der Notiz und dem Text der Absage wäre dabei hinzuweisen. Ob Du diesen Weg gehen oder die Sache auf sich beruhen lassen willst, mußt Du selbst entscheiden. Wichtig ist nur, daß Du diesen Schlag unter die Gürtellinie schnell verarbeitest und wieder Mut und Zuversicht schöpfst!

Beste Grüße
Christian
 

Syndrom

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#17
Ähnliche Erfahrungen

Mit solchen Erfahrungen schlage ich mich seit Jahren rum.

Als ich das letzte Mal (vor 2 Jahren) zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wurde, hat eine Bekannte die dort angestellt war und über die ich überhaupt so weit "vorgedrungen" bin, erzählt, der Chef dort habe ihr danach im Vertrauen mitgeteilt: "Der ist ja viel zu alt!".
Stimmt wohl, denn ich war damals immerhin "schon" 44.

Bei früheren Gelegenheiten mußte ich mir schon während dem Bewerbunsgespräch anhören ich sei "überqualifiziert" und deswegen für die ausgeschriebene Stelle ungeeignet, da "mir die Arbeit dort sicher nach kurzer Zeit keinen Spaß mehr machen würde..."

Interessanterweise wurden meine Bewerbungsunterlagen vom Amt und von erfahrernen "Coaches" als "Top!" und "in keiner Weise mehr zu verbessern" beurteilt. Meine Arbeitszeugnisse sind erste Klasse ("Note" 1).
Nach meiner Einschätzung gefragt, warum ich wohl immer schon im Vorfeld abgelehnt werde habe ich geantwortet: "Das liegt wohl an dieser kleinen Zahl dort" und deutete auf mein Geburtsdatum auf dem Lebenslauf.
Kommentar des "Coaches": Betretenes Schulterzucken...

Mein Fazit und wie ich mit diesen Niederlagen umgehe:
Ich sage mir: Es liegt nicht an mir, dass mich niemand haben will. Ich bin überaus fähig und kompetent, habe eine ordentliche Portion Erfahrung. Meine Bewerbungen sind perfekt. Aber wenn "die" mich nicht wollen, sind sie selber schuld. Ich kann nicht mehr tun, als meine Fähigkeiten und Erfahrungen anzubieten, aber die Wirtschaft (zumindes in meiner Branche) will mich nicht.
 
E

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  Th.Starter/in  
#18
Mein Empfinden, daß ich sowohl beruflich als auch menschlich ungeeignet bin, ist natürlich auch subjektiv. Dieses Gefühl ist nun mal verstärkt da - ausgelöst durch die Randnotiz des Personalers. Ich kann diese Emotion nicht einfach wegdiskutieren.

Ich werde mich bei der Volksbank Staufen eG über diese Notiz nicht beschweren - dazu fehlt mir im Moment die Kraft. Denn die Summe dieser Nackenschläge raubt mir diese so sehr benötigte Energie. Mutlosigkeit macht sich breit.

Das Endresultat dieser Geschichte: Ich werde mich in mein Schneckenhaus zurückziehen und feste Mauern drum herum aufbauen.
 

Peppone

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#21
Ich hatte mich kürzlich auf einen Posten beworben.
Ich wurde dann zum Vorstellungsgespräch geladen. Dort sagte man mir ich sei unter 80 Kandidaten ausgewählt worden.
Das Gespräch verlief für meinen Eindruck sehr gut. Nun

2 tage später bekamm ich einen Anruf ob ich denn Zeit hätte dem Team vorgestellt zu werden.
Na super dachte ich, den Job hast du. Ein paar Tage später dann ging ich zu diesem Termin,
hab mir dann angeschaut was die soch machen und hatte dann ein Gespräch mit dem Team. Alles Sozialpädagogen. Ich lange Jahre selbstständiger Baulöwe.

Quintessen. Nächsten Tag bekam ich einen Anruf man hätte sich für eine Junge Sozialpädagogin entschieden aufgrund Sympathie
Somit war ich also Unsympathisch ..... Ich habs immer gewusst. :mrgreen:

Der Job..... Es ging um den Posten des Arbeitgebermanagers. Also der Schittstelle zwischen Arbeitsvermittlung und Arbeitgebern.
 
E

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Gast
  Th.Starter/in  
#22
Hallo Catweazle,

vielleicht hilft es Dir ein bißchen, wenn Du Dich einmal in die Position dessen versetzt, der eine Stelle vergibt und dem man in Deinem Fall eigentlich nur vorwerfen kann, daß er seinen internen Vermerk „M.E. Ungeeignet“ nicht wieder ausradiert hat.

In welcher Lage befindet sich ein „Personaler“ der Herr über Einstellung oder Ablehnung in einem Betrieb ist?

Nach der Ausbildung und Übernahme meiner beiden ersten Auszubildenden in feste Arbeitsverhältnisse habe ich Ende der siebziger Jahre eine Anzeige in die Zeitung gesetzt, um die beiden vakanten Stellen neu zu besetzen. In Grenznähe zu Holland waren auch damals Lehrstellen Mangelware.

Auf die beiden offenen Lehrstellen bewarben sich schließlich alles in allem 48 (i.W. achtundvierzig) junge Menschen.
Vielleicht ist das bei Banken anders – für mich war die Entscheidung für 2 und gegen 46 ein Alptraum (und daran hat sich auch in späteren Jahren nichts geändert!).

Ich habe mir im Papierladen gegenüber 48 auf einer Seite offene, stabile Plastikhüllen gekauft, auf zwei davon einen grünen Aufkleber gepappt, wie man sie zur Markierung von Leitz-Ordnern braucht, auf vier einen gelben Punkt, auf den Rest rote Punkte (also das „M.E. Ungeeignet“).

Danach habe ich ein Wochenende damit verbracht, Lebensläufe, Familienschicksale und Zukunftserwartungen ( =Träume) zu bewerten. Daran kann ein verantwortungsvoller Mensch beinahe verzweifeln.

Vielleicht hilft es Dir in Deiner gegenwärtigen Situation, wenn ich Dir erzähle, daß ich (und das gilt jetzt nur für mich ganz persönlich) die Bewerber erstrangig unter dem Aspekt betrachtet habe, wer wohl am besten in mein damals ziemlich lustiges Team hineinpassen würde, nicht danach, wer die besten Noten hatte.

Syndrom schreibt in seinem Post # 17

Interessanterweise wurden meine Bewerbungsunterlagen vom Amt und von erfahrernen "Coaches" als "Top!" und "in keiner Weise mehr zu verbessern" beurteilt. Meine Arbeitszeugnisse sind erste Klasse ("Note" 1).
Aber das weiß der Einser-Kandidat nach seiner Ablehnung ja leider nicht!

Eine zweite Voraussetzung war für mich, daß die potentielle Auszubildende aus der Ortschaft stammen sollte, in der ich damals praktizierte. Wenn mir die Dorfbewohner schon ihre Krankenscheine brachten und sich bei mir behandeln ließen, so wollte ich auch deren Kinder ausbilden, nicht die vielleicht „M.E. etwas besser geeigneten“ aus der nahegelegenen Kreisstadt.

Aber auch in dieses Auswahlkriterium hatte der Einser-Kandidat ja keinen Einblick.

Am Ende war es immer so, daß ich mich bei der Entscheidung für den ersten Kandidaten auf meine Intuition verlassen habe – Ausstrahlung des Lichtbildes und allgemeiner Eindruck der restlichen Bewerbungsunterlagen.
Damit war der erste grüne Punkt im Prinzip bereits vergeben.
Die vier nächstbest geeigneten Bewerber kamen in die Mappen mit den gelben Punkten.
Damit waren aber natürlich 43 Bewerber bereits ausgeschieden!
Tragisch, aber nicht zu ändern!

Die 1 + 4 ausgewählten Bewerber habe ich dann zum Interview eingeladen, meistens um die Mittagszeit, so daß auch meine Helferinnen „en passant“ einen Blick auf die Damen werfen konnten. Schließlich würden sie für die nächsten drei Jahre auf Gedeih und Verderb mit ihnen zusammenarbeiten müssen.

Nach der endgültigen Entscheidung, an der das ganz Team mehr oder weniger beteiligt war, wanderten die Unterlagen der beiden „Auserwählten“ in deren persönliche, neue Personalakte.

Die Absagen mußten jetzt zurückgeschickt werden an deren enttäuschte Absender.

ofra, deren (dessen) Posts ich außerordentlich schätze, schreibt dazu:

mit der zeit kriegt man halt eine dünne haut. man steckt es nicht mehr so einfach weg.
oder der satz: "zu unserer entlastung senden wir Ihnen die unterlagen zurück."
das sagt doch schon alles.
die fühlen sich belastet durch meine bewerbung.
Daß Du so empfindest, kann ich nachfühlen. Aber natürlich weißt Du, daß das mit der Entlastung anders gemeint ist, nämlich so: Diese Unterlagen gehören Ihnen, liebe Bewerberin, lieber Bewerber, und deshalb schicken wir sie Ihnen unbeschädigt und ordentlich zurück. Täten wir das nicht, bekämen wir einen Prozeß an den Hals!“

Obwohl ich mit Ausscheidungsverfahren wie oben beschrieben heute nichts mehr zu tun habe, würde ich mich freuen von Dir, liebe(r) ofra, zu hören, mit welchen Worten Du die Erwartungen und Träume junger Menschen abschlägig bescheiden würdest, und mit welchen Worten die Erwartungen und Träume eines über Fünfzigjährigen.

Vielleicht simulieren heute Software-Programme meine damals so zeitaufwendige und nervenaufreibende Auswahlprozedur. Aber bei jeder Stellenausschreibung werden auch heute noch Bewerber auf der Strecke bleiben, und die Auf-der-Strecke-gebliebenen werden beileibe nicht immer die für die ausgeschriebene Stelle „Ungeeignetsten“ gewesen sein.

Ist ein bißchen lang geworden. Aber erstens ist heute Sonntag (ist heute Sonntag?) und zweitens hilft mein Post Catweazle vielleicht dadurch, daß er sieht, daß sich andere „Südländer“ mit seiner belastenden Situation sogar am Sonntag beschäftigen (ist heute eigentlich Sonntag?).

Allen noch ein schönes Wochenende!

wünscht Phil, der Elefant
.
 
E

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Gast
  Th.Starter/in  
#23
Euklid,

vielen Dank, daß Du Dich an einem Sonntag mit meiner Person und dieser schwer verdaulichen Materie beschäftigst: Wie bringe ich einem Menschen unbeschadet bei, daß er eigentlich nicht ungeeignet ist.

Ich war lange Jahre Vorgesetzter und Ausbilder. Bei meinen "Untergebenen" war ich anerkannt, weil ich bei meiner Arbeit zum großen Teil ohne Befehle und Dienstanweisungen ausgekommen bin.

Aber meine direkten Vorgesetzten haben mein Verhalten stets als Schwäche ausgelegt.

Durch diesen ständigen Drahtseilakt zwischen meinen Vorgesetzen und meinen "Untergebenen" die Balance zu halten war ich innerhalb von zehn Jahren seelisch ausgepowert.

Schlußendlich habe ich wegen dieser "Schwäche" keine großen beruflichen Erfolge verbuchen können.

Menschen, die über Menschen urteilen dürfen (müssen) verstehe ich einfach nicht, weil ich mich in meinem bisherigen beruflichen Leben erfolgreich davor gedrückt habe.

Ein Personaler wird mir wohl deswegen mangelnde berufliche Kompetenz vorwerfen.

Meine "Ellenbogen" sind nämlich nicht besonders ausgeprägt. Vielleicht sieht man mir dies auch schon von Weitem an...
 
E

ExitUser

Gast
  Th.Starter/in  
#24
Humane Menschen sind heute die grottenfalschen Arbeitnehmer, zum grottenfalschen Zeitpunkt und überall am grottenfalschen Ort.

Aber - kirchlicher Trost winkt uns allenthalben:

Sarkasmus ein! :psst:

Nach unserem absehbaren Ableben werden wir sein:

Die richtigen Engerln, auf der richtigen Wolke und bis in alle Ewigkeit! Halleluja! :party:

Sarkasmus aus! :cry:

Phil
.
 
E

ExitUser

Gast
  Th.Starter/in  
#25
Euklid,

zunächst: Ich bin kein gläubiger Mensch.

Humanismus ist in Deutschland allenthalben auf dem Rückzug. Stichwort: Soziale Kälte.

Nun gehöre ich halt zu den Menschen, die das letzte Hemd für andere hergeben.

Aber dadurch entziehe ich mir jegliche Chance im Kapitalismus menschenwürdig zu leben.

Also ist demzufolge jeder human eingestellte Mensch ein ungeeigneter Mensch?

Nach den Mechanismen des Kapitalismus zu urteilen träfe dies eindeutig auf mich (und viele andere Menschen) zu.

Diese Menschen werden in Deutschland aussortiert.
 
E

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Gast
  Th.Starter/in  
#26
Im Juni habe ich mich bei einer Zeitarbeitsfirma vorgestellt. Sie befindet sich in der Erasmusstraße.

Mein erster Gedanke war: Wie paßt eine Zeitarbeitsfirma (Sklaventreiber) zu Erasmus von Rotterdam, Philosoph und Humanist?

Dieser Widerspruch ließ mich über den gesamten Verlauf des Vorstellungsgesprächs gedanklich nicht mehr los.
 
E

ExitUser

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  Th.Starter/in  
#27
@ Catweazle,

sich mit Erasmus von Rotterdam zu beschäftigen, ist heute nicht mehr zeitgemäß.

Für alle anderen zum Nachlesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Erasmus_von_Rotterdam

Wenn Du den"Personaler" bei der Zeitarbeitsfirma nach Erasmus von Rotterdam gefragt hättest, hätte er Dich selbstsicher beschieden:

Libero bei Feyenoord!

Als Fußball-Tifoso, der Du nach eigener Aussage ja bist, brauche ich das nicht weiter ausführen.

Tschüß und führ' Dir meine Signatur einmal zu Gemüte!

Phil
.
 

Marcel

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#29
Catweazle sagte :
Auszug aus dem Schreiben:

Bitte sehen Sie in dieser Absage keinen Zweifel an Ihrer grundsätzlichen Qualifikation.

Im Gegensatz dazu eine Randnotiz auf dem Deckblatt meiner Bewerbung. Denn dort notiert der Personaler handschriftlich, mit Bleistift:

M. E. ungeeignet.

Danach folgt das Handzeichen.
Naja,
es hätte statt ungeeignet:
fehlende Weiterbildung (fehlende Seminare) stehen können.

Ich kenne welche, die haben mit Realschulabschluss bei der Bank eine Lehre gemacht, aber die die befristet übernommen, müssen sich ständig nebenbei weiterbilden (Seminare). Versicherungen verkaufen und so weiter, denn die Neuen müssen dort in der Bank hauptsächlich Versicherungen verkaufen.

:pfeiff:
 
E

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  Th.Starter/in  
#30
noch mal @ Catweazle

Wofür bin ich dann Mensch - um dem anderen eine in die Fresse zu hauen?
Richtig! Das wird von Dir heute im Berufsleben erwartet! Aber, vergiß nicht, unsere elende Situation bereitet uns auch darauf vor, gutgerüstet und motiviert zu sein, wenn es soweit ist, den richtigen Leuten eine in die Fresse zu hauen.

Beruflich ist mir im Laufe meines Lebens auch so ziemlich alles daneben gegangen, was hatte schief gehen können. Deutsches Gesundheitswesen (nach meiner Ansicht eher ein Krankheitsunwesen) war höchst zufrieden, auf meine Dienste langfristig verzichten zu können. Im Ausland ist den Headhunters dann die Kohle ausgegangen und ich bin schließlich nach Deutschland zurückgekehrt, wo ich für die letzten sechs Jahre meiner beruflichen vita den wenig anspruchsvollen Job eines Nachtportiers im Hotel zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligten absolviert habe (wenn auch etwas überqualifiziert).
Beruflich war ich für den Durchschnittsdeutschen (i.e. meine Umwelt) eher ein Versager (neuhochdeutsch: Loser), wenn auch fachlich und ethisch ein As! – Aber mit mir selbst blieb ich immer im Reinen, und auf meine Bude trifft heute in abgewandelter Form das zu, was man früher über Ungarn gesagt hat, nämlich:

Daß Ungarn die fröhlichste Baracke im ganzen Ostblock sei.

Müllemann hat im „Lachsammlung-Thread", Post # 16 gerade gesagt,

... auch mit kleinen Sachen, kann man Großen eine Freude machen, ...
Wenn mich nicht alles täuscht ist das aus Loriots etwas seltsamem Weihnachtsgedicht: „Es naut die Blacht!"

Don’t postpone joy!, habe ich Dir in meinem vorangegangenen Post ans Herz gelegt.

Am Freitag habe ich im Handelshof eine gute, alte Freundin aus grauer Vorzeit getroffen. Meine Lebensumstände (die ja ganz offensichtlich auch die Deinen sind) haben sie völlig aus dem Gleichgewicht gebracht (eben! Freundin aus grauer Vorzeit!). Am Samstag ist sie bei mir vor der Tür gestanden mit einem Netzchen Kartoffeln, 3 Karotten, einem Zucchino und einer Flasche Olivenöl – Olivenöl!, mein Lieber. Damit ich nicht die restlichen Tage des Monats auch noch nur von Spaghettis mit Tomatensoße leben müsse! Gute, alte Freunde sind ein großes Geschenk und große Freude! Ein Freßkörbchen sind daneben ein kleines Geschenk aber auch eine große Freude!

Gerade eben habe ich meine erste Pfanne „Krummbeere un Gelleriewe“ verdrückt (kann sogar nachgegoogelt werden),

http://forum.senioren-online.net/23/957/

zubereitet mit Olivenöl, einem Schuß meiner immer vorrätigen Tomatensoße und, zur Feier des Tages und zum Kummer meiner lieben Schwester, einer ganzen Knolle Knoblauch. Welche Freude!

Wenn Du nicht im Sumpf aus Depression und Aussichtslosigkeit versinken willst, Catweazle, Carpe diem! und vor allem Don’t postpone joy!

Das gilt für alle mitlesenden Catweazles weltweit!

Liebe Grüße

Phil
.
 
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#31
Marcel sagte :
[Naja,
es hätte statt ungeeignet:
fehlende Weiterbildung (fehlende Seminare) stehen können.
Nee, Marcel, das hätte da nicht stehen können! Aus folgenden Gründen:

1. Den wahren Grund für die Notiz kennen wir nicht. Vielleicht hatte der Notizschreiber kurz vorher Ärger mit einem Kollegen und Catweazles Bewerbung lag zufällig oben auf dem Stapel. Die Notiz hätte dann wirklich nichts mit Catweazles Qualifikation zu tun.

2. Durch Weiterbildung werden keine Arbeitsplätze geschaffen, auch wenn uns das immer wieder eingeredet wird.

3. In der Wirtschaft wimmelt es nur so von instinktlosen Menschen. Aber da gilt ja offensichtlich mittlerweile: alles ist erlaubt! Ich verweise noch einmal auf mein Beispiel mit den Frauen im gebärfähigen Alter.

Gruß
Christian
 
E

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Gast
  Th.Starter/in  
#32
Euklid,

ich bin so wie ich bin.

Durch äußere Einflüsse (z. B. Notiz eines Personalers) werde ich mein Ich und meine innere Überzeugung nicht ändern.

Auch auf die Gefahr hin, daß ich immer und immer wieder in meinem Leben die "Arsch-Karte" ziehen werde.

Ein ehemaliger Arbeitskollege hat das Leben mit einem Kartenspiel verglichen: Ober sticht Unter! - Das ewige Spiel der Menschheit.
 
E

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  Th.Starter/in  
#33
Provokation: Sind wir denn nicht alle (langzeitarbeitslosen Menschen) beruflich oder gar menschlich ungeeignet?

Das ist doch die allgemeine Meinung der Politik und der Wirtschaft.
 

Marcel

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#34
Christian51987 sagte :
2. Durch Weiterbildung werden keine Arbeitsplätze geschaffen, auch wenn uns das immer wieder eingeredet wird.
Das hat doch keiner hier gesagt :!:

Aber die Auszubildenden haben es schon schwer,
die Voraussetzung Realschule ist nicht zu hoch für eine Banklehre,
wenn du den Test bestehst,
nur wirst du nur übernommen, wenn du wirklich gut bist,

und dich auch noch nebenbei qualifizierst.

Ich kenne einige aus der Branche,
die die Seminare (Weiterbildungen) nebenbei gemacht haben,
durften bleiben. Die anderen durften gehen.

Es schafft keine Arbeitsplätze, aber die Chancen sind größer.

So ist das nun mal im realen Leben :!:
 

Marcel

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#35
Catweazle sagte :
Provokation: Sind wir denn nicht alle (langzeitarbeitslosen Menschen) beruflich oder gar menschlich ungeeignet?

Das ist doch die allgemeine Meinung der Politik und der Wirtschaft.
Ja sonst gäbe es ja nicht so viele arbeitlose Ingenieure,
die keiner mehr einstellen will,
da ihr Studium schon veraltet ist.

Das ist wie mit der Technik,
jedes Jahr kommt was neues auf den Markt und wird weiter entwickelt.

Je frischer die Ausbildung und Weiterbildung um so größer die Chance.

Leider ...

Die Ausbildungen unterliegen einem gewissen Alterungsprozess.

Ein Rechtsanwalt der sich nicht weiterbildet,
kann auch nicht helfen, da sich eben auch Gesetze schnell ändern.

Ein Autoschlosser kann zwar Traktoren reparieren,
aber keine Elektronic an Autos, wenn er keine Ausbildung dafür hat.

In der Computerbranche ist es ebenso und und und

Bei Gross-Konzernen werden meist nur Leute
mit Wirtschaftsstudium für den Bürobereich gesucht.

Also nicht verzagen :?
 

ofra

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#36
@ peppone:
komisch, auch ich wurde vor einiger zeit als eine von 80 kandidaten ausgewählt. kann zufall sein, oder eine neue masche!
die haben mich dann erwartungsvoll angekuckt und gedacht, dass ich gleich in freudentränen ausbrechen werde.
ich bin aber völlig ruhig und besonnen geblieben, weil für mich gilt: mündliche zusagen sind noch kein arbeitsvertrag!
ich habe früher öfter mal den fehler gemacht, mich in vorfreude hineinzusteigern, aus der dann eh nix wurde.
und so war es auch in diesem fall.
zuerst viel lärm gemacht. dann war es still. meine unterlagen hab ich bis heute nicht zurück bekommen.
 
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#37
Marcel sagte :
Ich kenne einige aus der Branche,
die die Seminare (Weiterbildungen) nebenbei gemacht haben,
durften bleiben. Die anderen durften gehen.
Ja, genau, "die anderen durften gehen". Die anderen mußten sogar gehen! Das Spiel haben wir schon als Kinder gespielt. Es hieß "Reise nach Jerusalem".

In den 60er und 70er Jahren wurde bei der Einstellung nicht groß nach der Qualifikation gefragt. Die Ausbildung mußte halbwegs passen. Den Rest hat man sich durch die Arbeitspraxis erworben. Heute wollen die Unternehmen die Weiterbildung, die sie früher selbst finanziert haben, eben nicht mehr bezahlen. Dies können sie sich erlauben, weil so viele Bewerber vorhanden sind. Vielleicht erhöht man durch Weiterbildung die Wahrscheinlichkeit, daß ein anderer als der Weitergebildete rausgeworfen wird (um Dein Beispiel aufzugreifen). An der Anzahl der Rausgeworfenen ändert das überhaupt nichts!

Gruß
Christian
 

ofra

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#38
@ syndrom:
mir geht es ähnlich: bewerbungsmappe perfektioniert. da lässt sich nix mehr verbessern. zeugnisse gut bis sehr gut.
verhalten im bewerbungsgespräch: perfekt (laut aussage meiner dozentin in der letzten weiterbildung, wo man im rollenspiel bewerbungsgespräche geübt hat).
und: bin erst 34!
also woran liegt es??
arschkarte
arschkarte
arschkarte
:kotz:
 
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#39
@ofra

Es liegt nicht an Dir! Es bewerben sich einfach zuviele! Verständlicherweise.

Gruß
Christian
 

Marcel

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#40
Christian51987 sagte :
In den 60er und 70er Jahren wurde bei der Einstellung nicht groß nach der Qualifikation gefragt. Die Ausbildung mußte halbwegs passen. Den Rest hat man sich durch die Arbeitspraxis erworben. Heute wollen die Unternehmen die Weiterbildung, die sie früher selbst finanziert haben, eben nicht mehr bezahlen. Dies können sie sich erlauben, weil so viele Bewerber vorhanden sind. Vielleicht erhöht man durch Weiterbildung die Wahrscheinlichkeit, daß ein anderer als der Weitergebildete rausgeworfen wird (um Dein Beispiel aufzugreifen). An der Anzahl der Rausgeworfenen ändert das überhaupt nichts!

Gruß
Christian
Meine Oma,
die kannte auch noch eine Anlernzeit.
Wenn jemand z. B.
von der Friseuse zur Verkäuferin oder Köchin wechseln wollte,
dann gab das absolut keine Probleme.

Nur das sie halt weniger Geld als ein Facharbeiter (mit Ausbildung) bekamen.
Wenn ihnen die neue Tätigkeit gefiel,
dann konnten sie auch ohne Probleme
ihren Abschluss im neuen Beruf
kostenlos auf der Abendschule nachholen.
Und somit bekamen sie das gleiche Geld.

Aber das ist heut aufgrund der hohen Arbeitslosenzahlen
nicht mehr notwendig.

Heute wird gesiebt.

Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins ...

Jung, flexibel und gute Ausbildungen (und Weiterbildungen)

Selbst investieren um die Arbeitskraft gut zu verkaufen.

Aber den meisten fehlt das Geld dafür ...

eine wirklich gute Weiterbildung in Anspruch nehmen zu können.
 

silkem

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#41
Hallo Euklid,

Carpe diem! und vor allem Don’t postpone joy!
Kannst du mir den Unterschied zwischen diesen beiden Mottos erklären - komme nicht drauf... :kinn:

LG

Silke
 

silkem

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#42
@ofra

mir geht es ähnlich: bewerbungsmappe perfektioniert. da lässt sich nix mehr verbessern. zeugnisse gut bis sehr gut.
verhalten im bewerbungsgespräch: perfekt (laut aussage meiner dozentin in der letzten weiterbildung, wo man im rollenspiel bewerbungsgespräche geübt hat).
und: bin erst 34!
also woran liegt es??
Vielleicht ein bißchen zu perfekt?
Wichtig ist doch, wie du rüberkommst, was dich gegenüber anderen Bewerbern heraushebt. :kinn:

LG

Silke
 
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#43
Hallo Silke,

zu "Carpe diem!" findest Du hier was:

http://de.wikipedia.org/wiki/Carpe_diem

Die Schlußzeile des Gedichtes ist eine Aufforderung, die knappe Lebenszeit heute zu nutzen und nicht auf den nächsten Tag zu vertrauen.
Das „Carpe diem!“ hat für mich eine unüberhörbare, utilitaristische Komponente.

Das „Don’t Postpone Joy“ der Flower-Power-Bewegung erscheint mir eher fatalistisch: Nimm mit, was auf Dich zukommt!

Der Unterschied ist kaum meßbar, noch viel weniger beweisbar. Vielleicht fällt Dir ja noch etwas dazu ein.

Einen „Don’t Postpone Joy“ Button habe ich mir irgendwann in den Siebzigern aus den USA mitgebracht und zum letzten Mal auf der Kölner Demo vom 26. Juni 2006 angesteckt.

Liebe Grüße

Phil
.
 

silkem

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#44
Hallo Euklid,

Danke für deine Erläuterung - ich denke ich habe den Unterschied verstanden :mrgreen: :mrgreen:

LG

Silke
 
E

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#45
Hallo Silke,

nachdem ich eine Nacht über Deine Frage geschlafen habe, lege ich noch etwas nach, auch dieses Mal keinesfalls dogmatisch sondern bezweifelbar und nach allen Seiten hin offen:

Das "Carpe diem!" ist eher ein Lebensmotto für Eroberer, für Menschen also, die requirieren. Freude als Ziel des Postulats ist hier noch nicht einmal implizit erkennbar.

Das "Don't Postpone Joy" dagegen ist ein Motto für Träumer und Genießer, für Menschen also, die akzeptieren. Hier geht es schon explizit vor allem um Freude.

Jetzt ist mir der Unterschied klar. Wie steht's mit Dir?

Tschüß und einen schönen Tag

Phil
.
 

silkem

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#46
Hallo Phil,

es ist lieb, dass du noch einen Nachschlag lieferst. Für mich war es nach deiner ersten Erläuterung schon klar, da ich die Herkunft von "Don't Postpone Joy" schlicht nicht kannte. Schließlich muss der Deutsch-Leistungskurs doch für was gut gewesen sein. 8) :pfeiff:
Ich enstamme nunmal nicht mehr der FlowePower-Generation und meine Eltern hatten damit auch nicht allzuviel am Hut.

LG

Silke
 

alpha

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#47
Mhh.. das mag jetzt doof klingen, aber ich bin doch fast froh, dass ich nur befriedigende Zeugnisse habe (d.h. 1 gutes, Rest 3). Wenn ich überall einser hätte und dann doch abgelehnt würde, glaube ich, würd eich das auch persönlich nehmen.

Sprach heute noch mit einem Personalchef, der meinte "also ihre Bewerbung können Sie noch einreichen, aber viele Chancen sehe ich nicht mehr, wir wurden von der Resonanz auf unsere Anzeige förmlich erschlagen und haben schon mehrere gute Kandidaten im Auge"...von Kumpel habe ich erfahren, dass die Personaler bei der Firma S04 Fans sind, evtl. sollte ich darauf eingehen in meiner Bewerbung :mrgreen:
 
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