unerlaubte Teilnahme an Schulausflug - was tun? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Status
Für weitere Antworten geschlossen.

im Grünen

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
26 Februar 2011
Beiträge
1.044
Bewertungen
188
Hallo zusammen,

bei Google konnte ich bislang nichts verwertbares finden, daher frage ich mal hier, vielleicht hat ja jemand eine Info für mich.


wir stehen hier grade vor folgendem Problem:

Seitens der Schule unseres Kindes wurde ein Schulausflug angesetzt, bei dem von vorne herein feststand, daß unser Kind, aus gesundheitlichen Gründen nicht daran Teilnehmen darf.
Schriftliche Informationen wurden hierzu nicht ausgeteilt, lediglich eine Einverständniserklärung, die noch immer ununterschrieben hier in der Schublade liegt. Zudem wurde die Nichtteilnahme noch einmal telefonisch besprochen.

Trotzdem hat das Kind die Aktivität mitmachen müssen. Ein Schaden ist hierbei glücklicherweise nicht entstanden.

Leider ist dies nicht die erste Verfehlung dieser Art, sonst würd ich mich nicht so drüber ärgern, so daß ich mich Frage:

Welche Konsequenzen hat es denn überhaupt für die Schule oder den Lehrer, wenn ein Kind unerlaubt an einer Aktion teilnimmt?
 

optimistin

Elo-User*in
Mitglied seit
31 Dezember 2008
Beiträge
1.572
Bewertungen
304
Ganz Wichtig: ärztliche Atteste müssen der Schule vorliegen.
Am besten von Fachärzten.
Dann kann bei Verfehlungen die Schule haftbar gemacht werden.

Bei meiner Bekannten hält sich die Schule dran ohne wenn und aber.

Ein Tip am Rande: die Atteste für sich selbst ablichten, da hast Du selbst immer genau was Dein Kind darf und was nicht. Meist gibt man die nur ab, und vergißt mit der Zeit durch den Alltag was da genau draufsteht.
 

im Grünen

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
26 Februar 2011
Beiträge
1.044
Bewertungen
188
Atteste existieren keine, es geht "nur" um das fehlende Einverständnis der Eltern, das hier (mal wieder) missachtet wurde.

Dann kann bei Verfehlungen die Schule haftbar gemacht werden.
Auf welcher Rechtsgrundlage kann die Schule hier haftbar gemacht werden?
 

Wutbuerger

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
21 August 2012
Beiträge
4.803
Bewertungen
2.356
Solange kein "Schaden " entstanden ist wird es relativ im Sande verlaufen , ich würde mal ein Gespräch mit dem Lehrer / Klassenlehrer / Direktor suchen .
Was hättet ihr alternativ gemacht ? Generell herrscht Schulpflicht , das Kind hätte also an dem Tag die Schule besuchen müssen und , zB , in der Parallelklasse am Unterricht teilnehmen.Oder ne Entschuldigung schreiben.
Aber ich verstehe wenn man sich in diesem Fall als Eltern übergangen fühlt
 

im Grünen

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
26 Februar 2011
Beiträge
1.044
Bewertungen
188
Für was? Welcher Schaden ist entstanden?
Wie schon geschrieben: glücklicherweise keiner. (Hmm, ggfls ein leichter psyschischer)

Ich habe aber ein großes Problem damit, wenn sich die Schule über Teilnahmeverbote von Elternseite einfach drüberwegsetzt. Ein "wird schon schief gehen" find ich nicht akzeptabel.

Es geht einzig darum, der Schule Ihr Fehlverhalten fundiert aufzuzeigen und spätesten bei der nächsten Wiederholung zu ahnden. Diese Einverständniserklärungen existieren ja schließlich nicht grundlos.



Wobei ich mich grad frage: welcher Schaden enstünde bei einer Teilnahme trotz Verbotes aus religiösen Gründen?
 

im Grünen

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
26 Februar 2011
Beiträge
1.044
Bewertungen
188
ich würde mal ein Gespräch mit dem Lehrer / Klassenlehrer / Direktor suchen
Daruf bereite ich mich hier grade vor ;-)


Generell herrscht Schulpflicht , das Kind hätte also an dem Tag die Schule besuchen müssen und , zB , in der Parallelklasse am Unterricht teilnehmen.
So wäre das gedacht gewesen und darauf hatten wir uns auch eingestellt

Aber ich verstehe wenn man sich in diesem Fall als Eltern übergangen fühlt
"Übergangen" ist ein wenig schwach.
"Entmündigt", "der Elternschaft beraubt", "betrogen" treffen es eher
 
E

ExitUser

Gast
Ein wenig mehr Input wäre toll.

Was war das für ein Schulausflug?
Warum sollte das Kind nicht mit?
Welche gesundheitlichen Gründe sprachen gegen den Ausflug?
Wieso wurde das Kind gezwungen, daran teilzunehmen?
Sind den Lehrern die gesundheitlichen Sachen bekannt?
 

ZynHH

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Juli 2011
Beiträge
15.624
Bewertungen
14.564
Vieleicht wollte das Kind ja unbedingt mit?

Wie alt ist denn das Kind?
 
G

gast_

Gast
Wie alt ist das Kind?

Meinen hatte ich eingetrichtert: Wenn ihr was nicht wollt, und man euch bedrängt, kommt sofort nach Hause.

Das ist 2 x passiert: Als ein Frosch seziert werden sollte und als sie nicht zum Schulzahnarzt wolllten.
 
G

gast_

Gast
Ein wenig mehr Input wäre toll.

Was war das für ein Schulausflug?
Warum sollte das Kind nicht mit?
Welche gesundheitlichen Gründe sprachen gegen den Ausflug?
Wieso wurde das Kind gezwungen, daran teilzunehmen?
Sind den Lehrern die gesundheitlichen Sachen bekannt?
Alles unwichtige Fragen...

das Einverständnis muß nicht ohne Grund eingeholt werden.
 

ZynHH

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Juli 2011
Beiträge
15.624
Bewertungen
14.564
Nr. 2: Sexualkundeurteil, Elternrechte

Sachverhalt: In Baden-Württemberg wandten sich Eltern gegen den von der Schule vorgesehenen Sexualkundeunterricht, u.a. weil im Lehrbuch neben der menschlichen Befruchtung eine tierische Begattung abgebildet war. Hamburger Eltern stritten der Schule das Recht ab, über die bloße Information hinaus eine Sexualerziehung vorzunehmen, weil die Sexualkunde nicht im Schulgesetz vermerkt war. Statt dessen wollten die Eltern die sexuelle Aufklärung selbst in ihrem Sinne vornehmen. Über mehrere Instanzen gelangten die grundsätzlichen Klagen bis vor das Bundesverfassungsgericht, das beide Verfassungsbeschwerden abwies.

Entscheidung: Das Erziehungsrecht der Eltern ist nicht stärker als das der Schule.

Gericht und Jahr: BVerfG E 47, 46, Urteil vom 21.12.1977

Kommentierung: Interessanter als die eigentliche Entscheidung, dass alle Kinder am Sexualkundeunterricht der Schule teilnehmen müssen, wenn es dafür eine gesetzliche Grundlage gibt, sind die Begründungen: Zum einen stellte das BVerfG fest, dass die Erziehung der Eltern keinen Vorrang vor der schulischen Erziehung habe, allerdings auch nicht umgekehrt. Der Staat dürfe folglich eigene und andere Erziehungsziele verfolgen, selbst wenn einige Eltern sie nicht billigten. Zum anderen wurde entschieden, dass schulische Unterrichtung und Erziehung (aufgrund der heutigen Massengesellschaft) in der Gemeinschaft zu erfolgen haben. Die Schüler besitzen also nicht das Recht, sich abzukapseln und sich dieser Gemeinschaftsaufgabe zu entziehen.
Mal sehen ob TE noch nähere Angaben bringt.
https://www.lehrersliebling.de/index2.php?option=com_content&do_pdf=1&id=81
 

im Grünen

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
26 Februar 2011
Beiträge
1.044
Bewertungen
188
Ein wenig mehr Input wäre toll.
Sei mir nicht böse, wenn ich mich hierzu ein wenig bedeckt halte..

Was war das für ein Schulausflug?
Es ging mit dem ÖPNV zu einem externen (=privatwirtschaftlichen) Veranstaltungsort.

Warum sollte das Kind nicht mit?
Welche gesundheitlichen Gründe sprachen gegen den Ausflug?
Das Kind hat eine Phobie im Zusammenhang mit der angeboten Aktivität. Diese besteht seit Jahren und das Kind möchte diese Aktivität auch nicht ausüben, weder in der Schule, noch im privaten Bereich.
Seis drum, ich habe mich nach meinem Kind zu richten und entsprechend die Teilnahme, in seinem Interesse, untersagt.


Wieso wurde das Kind gezwungen, daran teilzunehmen?
Diese Frage ist wohl noch zu klären :icon_dampf:

Sind den Lehrern die gesundheitlichen Sachen bekannt?
nur mündlich, es existiert nichts mit Zugangsnachweis (mach ich nicht nocheinmal)
 
E

ExitUser

Gast
Bedeckt halten ist ja schön und gut, aber was für eine Phobie ist das? Und was für eine Veranstaltung?

Vielleicht etwas im Sinne des Unterrichts, wo die Kinder halt "draußen" was lernen sollen?

Wegen der Sache was das Kind nicht will: Also Zahnarzt kann ich verstehen, aber ein Kind muss nunmal zum Zahnarzt und viele Eltern gehen ja mit den Kindern nicht hin und schaden dem Kind mehr als es nützt, denn wenn wirklich mal was ist, ist es noch viel schlimmer, als wenn sie einfach hingegangen wären.

Frosch sezieren, okay. Ist nichts für alle. Aber ich find sowas mal interessant, hab mal nen Fisch in den Ferien seziert. Wir durften das ja in der Schule nicht und ich wollte wirklich mal schauen, ob das so aussieht wie auf den Bildern.
 

ZynHH

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Juli 2011
Beiträge
15.624
Bewertungen
14.564
wenn ich allerdings den Kommentar lese wird mir übel, hoffe das wurde mitlerweile aufgehoben.
Naja, das wird gemeinsames Schwimmen lernen genauso abdecken.
Und man sollte nicht vergessen, das, wenn unsere Kinder in unserem Alter sind, die Wasserstände erheblich höher sein werden als heute....
 

TickTack

Elo-User*in
Mitglied seit
2 August 2012
Beiträge
243
Bewertungen
82
@ imGrünen

Leider hältst Du Dich mit Angaben sehr zurück, das macht es schwer den Sachverhalt seriös einzuschätzen.

Die Schule darf auch mündliche Hinweise auf Erkrankungen (die vielleicht zur Vorinfo geflossen sind) nicht einfach ignorieren - schon gar nicht, wenn auch keine schriftliche Zustimmung der Eltern zu einer Veranstaltung vorliegt, die ggf. eine Retraumatiersierung etc. auslösen kann.

Es ist nicht bekannt um welche Erkrankung es geht und ob gar bisherige Heilerfolge dadurch wieder zunichte gemacht wurden. Ggf. könnte hier schon eine (fahrlässige) Körperverletztung vorliegen. Um das einschätzen zu können fehlen leider einige Informationen.

Letztendlich sind die Eltern die Chefs im Ring und sonst niemand.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Oben Unten