Und täglich grüsst die Hetze

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Fortunatus

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Während in der BLIND-Zeitung mal wieder der Herr S. alle seine Kritiker niedermacht und von den genbeglückten Massen bei den Kommentaren hochgejubelt wird:
Nach dem Integrations-Streit: Thilo Sarrazin rechnet mit seinen Gegnern ab - SPD-Politiker übt scharfe Kritik an Merkel, Wulff und Gabriel - Politik - Bild.de

darf ein gutbetuchter Professor in der WÖLT den "Leistungsempfängern" dieser Gesellschaft einhämmern, dass sie sich gefälligst schamvoll ihrer Schuld an den ausgenutzten Leistungsträgern dieser Gesellschaft bewusst werden sollen und auch niedere Arbeiten Würde verleihen:
Hartz IV: Ein seltsames Recht, auf Kosten anderer zu leben! - Nachrichten Debatte - Kommentare - WELT ONLINE


Ich geh mich dann mal schämen in den Keller und zwar für ein Volk, dass in großen Teilen mittlerweile so leicht manipulierbar ist.
 

michel73

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AW: Manchmal möchte man kotzen...- Die WELT

Gerd Habermann ist Mitglied der FDP.......sagt doch schon alles.

Ach ja und „aus eigener Entscheidung auch liberal-humanistisches Mitglied der Katholischen Kirche :icon_neutral:

Und für das was er da schreibt sollte er sich in Grund und Boden schämen.

So ein A.......
 

Bambi_69

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AW: Manchmal möchte man kotzen...- Die WELT

Was bei den Zustimmern solcher Artikel immer wieder verloren geht ist die Tatsache, dass egal ob jemand erwerbslos oder erwerbstätig, alt oder jung, arbeitsfähig oder nicht arbeitsfähig ist, immer abhängig ist und bleibt. Die einen von ihrem Arbeitgeber, andere von irgendeinem Amt, die nächsten von ihren Kunden oder Auftraggebern und wieder andere von z.B. Aktionären oder Wählern. Selbständigkeit im Sinne von totaler Unabhängigkeit gibt es nicht, da kann man buckeln und arbeiten wie man will. Wir alle sind und bleiben voneinander mehr oder weniger abhängig.
Selbst ein mittelloser Mönch oder Eremit ist von bestimmten Gegegebenheiten abhängig.
Doch habe ich das Gefühl, dass die Forderung wächst, dass jeder irgendwas zur Gemeinschaft beitragen MUSS um überhaupt Leben zu dürfen. Natürlich ist eine Arbeit wie z.B. Schuheputzen keine Schande. Jede Arbeit die getan werden muss, sollte man aber auch würdigen bzw. denjenigen, der sie ausführt. Aber GENAU da hapert es doch. In dem man den Leuten für ihre Tätigkeiten noch nicht mal einen anständigen Mindestlohn zukommen lassen will und in dem man sie zusätzlich neben ihren Auftraggebern oder Arbeitgebern noch von Ämtern abhängig macht, weil die Löhne mittlerweile nicht mehr reichen um davon seinen Lebensunterhalt AUSREICHEND bestreiten zu können. DAS sollte in diesen Artikel hinein und auch, dass man wirtschaftlich momentan für Service (Dienstleistungen) oder Produktion gar nicht mehr soviele Menschen benötigt, wie in den letzten Jahrzehnten oder im vergangenen Jahrhundert.
 

*kampfpaar*radikal.A

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AW: Manchmal möchte man kotzen...- Die WELT

Wenn man Deinem Link nachgeht, gerät man auf ein Foto - 4 Leutz:
Stirnbandtragender Bartling / Kapuziner, gestützt / lederbewährter Oller mit Haarausfall / strähnig Backenvolliges /.

Nicht zu Gebrauchende. >Überflüssige.

So illustrer nicht unbedingt, vegetieren 100-Tausende, ohne so abgebildet zu sein, in ihren Gemächern.

Ja, es ist so:
Die Lebens-Geschichten derer, die hier ziemlich klar abgebildet sind, sollen verführen, bürgerliche Wut, zu erzeugen.

Ja, diese Kreaturen - sie sind, wie ICH, nicht arbeitsam - im Sinne des >Erforderten.

Sie sind nicht bereit, dem täglich Befohlenen, zu geben. Sie nehmen sich die SuppenSchüssel, verharrend und nicht Willens, ... zu kapieren, wer sie letztlich gibt:

Der/die Arbeitende.

Doch das ist nicht schlimm.
Unreflektiert, tuen sie bei, dem ansonsten gegebenen Auftrag des Staates, dem KAPITAL zu Willen zu sein - insofern eine lauselig & bisserl blutgierige Gegensätzlichkeit, ins Gewölb zu setzen.

So ist es besser aufgehoben, als Steuergelder abgeworfen, bombig auf afghanische Kinder.

Sei`s drum:
"Es gibt nicht's Richtiges ... im Falschen." ... oder wie sich das da so heißt.

Heißen soll es jedoch:
Wo immer das KAPITAL getroffen wird ...
legt nach - bombastig !

... und gebt Schutz und verzeiht den kleinen Armen ...


.
 

Scarred Surface

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Der Artikelautor wie viele der Kommentatoren haben nicht verstanden, dass der ausgleichende Sozialstaat die einzige Barriere ist, die die Verlierer dieser Wirtschaftsordnung davon abhält, sich von den Gewinnern das Lebensnotwendige mit Gewalt zu holen und ihnen die Schädel einzuschlagen.

Der Idiot sägt halt gerne an dem Ast, auf dem er sitzt ...
 

roterhusar

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Sarrazin und das sonderbare Recht, das 10000fache von dem, was ein einfacher Bürger verdient, zu verdienen.
 
E

ExitUser

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Man kann zwar ein relativ reicher Mann sein, aber doch im Vergleich zu Bill Gates als relativ arm erscheinen.
Man kann zwar relativ erfolgreich studiert haben, und trotzdem ein geistiger Armleuchter sein.

LG :icon_smile:

Quelle: Link #1
 

Nur so

Neu hier...
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Der Artikelautor wie viele der Kommentatoren haben nicht verstanden, dass der ausgleichende Sozialstaat die einzige Barriere ist, die die Verlierer dieser Wirtschaftsordnung davon abhält, sich von den Gewinnern das Lebensnotwendige mit Gewalt zu holen und ihnen die Schädel einzuschlagen.

Der Idiot sägt halt gerne an dem Ast, auf dem er sitzt ...
Sie testen, sie testen....
 

Klammer

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Hallo,

wenn der Professor es bis in die Welt schafft mit seinen bahnbrechenden und bisher noch niemals gehörten Geistesblitzen dann schafft er es irgendwann bestimmt auch nach Bielefeld! :icon_klatsch:

Mfg
Klammer
 

olivera

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Leider hab ich diesen thread erst jetzt gefunden und nicht schon vor heute morgen - da kam mir nämlich dabei fast mein frühstück wieder hoch: Hartz IV: Menschenwürdig ist, nicht auf Kosten anderer zu leben - Meinung - Gastbeiträge - Handelsblatt.com (selbiger Artikel - die boombastiker vom handelsblatt fanden den wohl toll genug für Zweitverwurstung...)

Ein Kommentar erübrigt sich fast - schließlich gibt es genügend gute kritische Einträge dazu online bei beiden "Pressererzeugnissen".
Frage mich nur, ob mit dieser Scham-Predigt ein Auftakt gesetzt werden sollte zu erneuter moralisierender Hetze. Demnächst zu Weihnachten: "Schämt euch, Hilfeempfänger, dass ihr keine teuren Geschenke machen könnt (schließlich brauchts den Konsum als Konjunkturstütze)". Welch Glück nur, dass ich dieses "Fest" (und ähnliche "Gesellschaftsteilhabe-Ereignisse) schon seit Jahrzehnten recht erfolgreich ignoriere...
 
E

ExitUser

Gast
Wir diskutieren derzeit im Rahmen der Hartz-IV-Reform lebhaft über das, was ein "menschenwürdiges" Lebensniveau ist. Ein Aspekt ist dabei bislang zu kurz gekommen: Zur Menschenwürde gehört auch, dass der Mensch zur Selbsthilfe und zur Selbstverantwortung fähig ist.
Und sich selbst zu helfen lernt er am allerbesten wenn er sich selbst überlassen bleibt. Nur so wird er in den Stand versetzt äußerste Not kennenzulernen, die ihn für unsere Bedürfnisse zurichtet. Auch wenn dieser Begriff ungute Gefühle hervorruft angesichts der besonderen Historie Deutschland, aber wir können uns keine Ballastexistenzen leisten. Wer es nicht schafft sich selbst zu helfen, weil er alt, krank oder erwerbslos ist, für den ist kein schlicht kein Platz mehr in dieser Gesellschaft.

Deshalb fühlt er sich beschämt (oder sollte sich so fühlen), wenn er auf Kosten anderer Leute, sei es auch über Staatsgeschenke, leben muss.
Ja, die Erwerbslosen sollten sich schämen, zutiefst schämen, dass sie einfach nicht bereit sind, sich für Hungerlöhne ausbeuten zu lassen. Das ist das mindeste, was man von ihnen erwarten dürfte. Schließlich leisten sie keinen noch so geringen Beitrag, der ihre Existenz auch nur geringfügig rechtfertigt. Dieser Mob sollte sich ein Beispiel an den Bankern nehmen, die es auf elegante Weise verstehen, Milliarden zu verzocken um sich dann vom Steuerzahler 1/2 Billion Euro zum weiterspielen schenken zu lassen. Vorbildlich auch die Vorgehensweise unserer Unternehmen, sich die Löhne in Milliardenhöhe aus Steuergeldern subventionieren zu lassen.
Deren Empfängern darf es nicht erspart bleiben, diese Situation als schmerzlich zu empfinden, namentlich verbunden mit einer "Bedürftigkeitsprüfung".
Selbstverständlich sollte die Bedürfnisprüfung für künftige Hilfeempfänger an schier unüberwindbare Hürden geknüpft werden. Sie sollen von Anbeginn ihres Almosenempfangs nicht vergessen, wem sie ihre Existenz verdanken. Dankbarkeit soll ihr täglich Brot sein. Bescheidenheit zur Tugend werden. Unterwürfig sollen sie am Rande der Gesellschaft verharren, um als Zaungäste einen Blick auf die Elite zu werfen, die es in großartigen Posen versteht, im Rampenlicht der Eitelkeiten ihr Parasitendasein als Stütze der Gesellschaft prachtvoll zu verkaufen.
Natürlich ergibt sich daraus ein gewisses Stigma. Aber ebendas spornt an, aus dieser unwürdigen Lage wieder herauszukommen!
Diesen Satz kann ich nur unterstreichen, denn gerade im Bereich der Stigmatisierung kann Deutschland auf großartige Erfolge verweisen. Mehrjährige Feldversuche spornten die Menschen an, mit aller Kraft ihrer unwürdigen Situation zu entrinnen. Allerdings konnten die Teilnehmer sich nur unzureichend zum Erfolg ihres Versuches äußern, da sie bedauerlicherweise einem Genozid zum Opfer fielen.
Ausgerechnet das Stigma der öffentlichen Unterstützung - eines Lebens auf Kosten anderer - empfinden unsere sozialkleptokratischen Politiker (auch Vertreter gewisser Sozialverbände) als unzumutbare "Demütigung", jedenfalls als unwillkommenes Hindernis ihres umverteilenden Ehrgeizes, der ihren Job sichert.
Es ist in der Tat ein Unding, wenn ordinäre Sozialschmarotzer für sich den Begriff der Menschenwürde beanspruchen. Wer auf Kosten anderer lebt, hat jede Demütigung wehrlos hinzunehmen. Sein Recht auf würdevolle Behandlung hat er am Tag der Antragstellung auf dem Amt verwirkt. Er muss endlich begreifen, dass es auschließlich der Wirtschaftselite zusteht angemessen behandelt zu werden, schließlich tragen die mit steuersubventionierten Lohnzuschüssen zum Erhalt von Arbeitsplätzen im Dumpinglohnbereich bei.
Sie suggerieren ihren Klienten: Du empfängst keine "Almosen", sondern bekommst nur "dein gutes Recht". Ein seltsames "Recht", dem Nächsten in die Tasche zu greifen!
Das Recht dem Nächsten in die Tasche zu greifen muss auf den Wirtschadtsadel beschränkt bleiben. Nur so kann die neofeudale Wirtschaftordnung erhalten werden, von der nur einige wenige Auserwählte profitieren dürfen. Ihnen allein gebührt durch ihren besonderen Stand in der Gesellschaft der Schutz durch das Grundgesetz. Es muss den Almosenempfängern deutlich klargemacht werden, dass sie als Transferempfänger niemals die Möglichkeit erhalten werden, dieses Recht zu erlangen, da sie es durch ihren Status verwirkt haben.
Die Einführung des Begriffs der "relativen Armut" schließlich hat alle Schleusen des Anspruchsdenkens geöffnet.
Diese Schleusen gehören unverzüglich geschlossen, um der Zügellosigkeit der Plebs ein Ende zu bereiten. Plebs müssen wissen wo ihr Platz ist und dass Ansprüche ausschließlich den Leistungsträger vorbehalten sind.
Man kann vielleicht ein "relativ" reicher Mann sein, aber doch im Vergleich zu Bill Gates als "relativ arm" erscheinen.
Geistige Armut muss ein besonderes Merkmal der Eliten bleiben. Sie gehört nicht in die Hände der Unterschicht, die es bis heute nicht versteht, angemessen damit umzugehen.
Es gibt weder für "Menschenwürde", gemessen am Lebensstandard, noch für "Armut" eine objektive Begriffsbestimmung - daher das unendliche Geschacher um die Regelsätze für Hartz-IV-Empfänger (um fünf Euro!).
Es ist in der Tat unerträglich, wenn unersättliche Erwerbslose in grenzenloser Gier um höhere Regelsätze schachern, während notleidende Banker Nachts vor Sorgen nicht mehr in den Schlaf finden, weil sie nicht wissen, wo sie das Geld für ihren nächsten Coup hernehmen sollen.
Gehört ein gelegentliches Bier oder eine Prise Tabak nicht auch zur "Menschenwürde"? Ist dies nicht auch ein Weg zur "menschenwürdigen" sozialen Teilhabe? Man sieht, wie "flexibel" dieser Begriff ist!
Wer zynisch ist, könnte meinen, die gewöhnlichen Leute bräuchten mehr Alkohol, damit sie nicht merken, wie übel ihnen mitgespielt wird. Doch in Wahrheit ist der Entzug der Alkohol -und Tabakrationen der Erwerbslosen nur eine logische Konsequenz der bisherigen Überversorgung. Es fehlt diesen Menschen einfach an der nötigen Disziplin, daher bedürfen sie der Anleitung und Führung, der pädagogischen Unterweisung. Sie müssen begreifen, dass es nicht mehr in ihrer Hand liegt, ihr Leben selbstverantwortlich zu gestalten. Auch wenn viele Gutmenschen es noch immer nicht glauben wollen, Erwerbslose haben bewiesen, dass sie nicht einmal einen Arbeitsplatz behalten können. Sie sind unzuverlässig. Unbrauchbar. Unnütz. Und von daher haben sie auch keinen Anspruch auf Sonderzuteilungen in Form von Tabak und Alkohol.
Die gegenwärtige Sozialhilfe hat den Ehrgeiz, Verarmung und Misserfolg vor den Augen anderer möglichst zu verbergen. Die Betroffenen sollen ein "normales" Leben führen können, ebendas, was man "menschenwürdig" nennt. Aber wenn diese Abhängigkeit von fremder Hilfe so "menschenwürdig" ist, gibt es dann noch einen Grund oder ein Motiv, sich davon freizumachen und wieder auf eigene Füßen zu stellen?
Sozialhilfeempfänger brauchen endlich eine eindeutige Kennzeichnung, damit jeder anständige Steuerzahler weiß, wie derjenige aussieht, den er als ungebetenen Gast an seinem Tische mitfüttert. Es muss der unzufriedenen Gesellschaft endlich die Möglichkeit gegeben werden, durch Kenntlichmachung der Erwerbslosen, ihrem Unmut gewaltsam Luft zu machen. Doch besser wäre es, würde man die graue Masse der anonymen Erwerbslosen endlich in Lagern zusammenziehen. Nur so könnte man endlich die Erwerbslosen effektiv bekämpfen, statt wie bisher nur an den Symptomen herumzulaborieren. Wir brauchen wieder Menschen die bereit sind durch Selbsterniedrigung und Demütigung über sich selbst hinauszuwachsen um ein anerkanntes Mitglied dieser Gesellschaft zu werden.
Zudem können sich die Betroffenen nach der geltenden "sozialen" Schuldtheorie einreden, dass ja nicht sie, sondern die "Gesellschaft" an ihrer bedauernswerten Lage schuld sei. Man fordert mit dem Recht auf öffentliche Unterstützung sozusagen nur eine soziale Wiedergutmachung!
Selbstverständlich haben die Erwerbslosen ihre Situation selbstverschuldet. Wer nicht begreift, dass Lohnverzicht, Überstunden und Streichung von Urlaubstagen notwendig sind, um den Firmen einen noch höheren Profit zu verschaffen, kann kein Mitleid mehr erwarten. Die Erwerbslosen selbst sind dafür verantwortlich dass ihre Arbeitsplätze ins Ausland verlagert oder gänzlich abgeschafft wurden. Es war ihr eigenes Anspruchsdenken nach sozialer Sicherheit und ausreichenden Löhnen das sie zu recht ins gesellschaftliche Aus beförderte.
Statt über sechs Millionen Bürger fortdauernd in staatlicher Abhängigkeit zu halten, wäre es wahrscheinlich zweckmäßiger und auch menschenwürdiger, nicht nur die Unterstützung vorsichtig zu dosieren, sondern ihnen den vom einem verkorksten Arbeitsrecht verschlossenen Arbeitsmarkt zu öffnen.
Wir brauchen einfach einen Paradigmenwechsel in der Sicht auf die Dinge. Bisher wurde es für menschenwürdig gehalten, dass Erwerbslose gleichermaßen auf einem Mindestmaß alimentiert wurden, doch eine neue Gesellschaftsordnung fordert neue Maßstäbe. Es sollte den Erwerbslosen die Möglichkeit gegeben werden, sich zu bewähren, zu beweisen würdig zu sein, ein monatliches Almosen zu erhalten. Wer bereit ist auf grundgesetzlich verbrieftes Recht zu verzichten; wer nachweist, dass er auf jegliches Arbeitsrecht -und schutz verzichtet, wer mit Kleinstlöhnen unterhalb des Lohnwuchers zufrieden ist, soll die Möglichkeit erhalten zumindest in den äußeren Kreis unserer Neogesellschaft aufgenommen zu werden.
Aber mit dem sich ausbreitenden "gesetzlichen Mindestlohn" und "unabdingbaren" Lohntarifen wird gerade der entgegengesetzte Weg beschritten.
Mindestlöhne sind Gift für den Profit. Sie sorgen für gesellschaftliche Frieden und sichern die Demokratie. Das aber steht diamitral unseren Plänen entgegen. Solange es keine Mindestlöhne gibt, solange können wir die unteren Gesellschaftsschichten zu unserem Vorteil gegeneinander ausspielen.
Dies alles ist natürlich kein Plädoyer gegen eine recht verstandene soziale Nothilfe für die wirklich Bedürftigen.
Und wer bedürftig ist entscheiden wir. Menschen ohne Einkommen und Einfluss gehören jedenfalls nicht dazu.
Nur sollte sie vorübergehend sein und nur unter strengen Konditionen gewährt werden. Sie sollte so bemessen sein, dass das Bestreben, möglichst bald aus der Situation wieder herauszukommen, stark bleibt.
Besser wäre es, den Menschen würde überhaupt keine Nothilfe in Aussicht gestellt. Doch da sich dieses Ziel gegenwärtig nicht ohne größere Aufstände zu befürchten durchsetzen lässt, bleibt nur die Möglichkeit, dass die Sozialunterstützung derart gering ausfällt, dass die Menschen unter dieser Prämisse endlich bereit wären ihre Arbeitskraft unter Wert zu verkaufen. Und das entspricht exakt dem von uns anvisierten Ziel.
Sonst schafft man unweigerlich eine "Armutsfalle", in der die Betroffenen sich einrichten. Die einzigen, die wirklich etwas davon haben, sind diejenigen, die diese Maßnahmen organisieren und auf den hilflos und mutlos gemachten Millionen ihre Karrieren bauen.
Die Menschen müssen endlich raus aus ihrem kuscheligen Sozialnest in welches sie sich geflüchtet haben. Rein in prekäre Arbeitsverhältnisse. Weg von Wohnstandsansprüchen und Sicherheit. Angst muss ihre Triebfeder sein. Nur so lassen sie sich zum willfähige Spielball unserer Interessen machen. Nur so können wir erfolgreich eine neue Gesellschaftsordnung aufbauen, für das wir unbedingt das Prekariat brauchen, bis wir uns seiner entledigen.

In diesem Sinne, Herr Habermann
Gerd Habermann ist Vorstandsvorsitzender der Friedrich-August-von-Hayek-Stiftung
Friedrich August von Hayek Stiftung
Deren Vorstand sich auch gern hier tummelt:
Stiftung Marktwirtschaft » Historie



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olivera

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Gütersloh! ?
ist wohl gemeint. Aber egal, ist beides bei Liz "umme Ecke"
 
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