unbezahltes Praktikum im Altenheim

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Gast
Hallo,

ich wusste nicht so ganz wohin mit dem Thema, darum stelle ich es hier rein, wenn es nicht passt bitte verschieben :smile:

Also mein Problem ist, ich habe vor einiger Zeit ein Praktikum in einem Altenheim absolviert (selbstverständlich unbezahlt :rolleyes:) wie auch immer, ich wurde in diesem Praktikum massiv von einer Vorgesetzten unter Druck gesetzt. Sie hatte Sprüche mir gegenüber drauf, wie zum Beispiel: "Betten beziehen, das können ja 10Jährige besser als ich" :icon_dampf: aber mir zeigen, wie es besser geht, konnte sie auch nicht (ich kann hier jetzt nicht alles berichten, was passiert ist, das würde zu weit gehen...bei eventuellem Interesse bitte melden)

Wie auch immer, ich hab es dort nicht lange ausgehalten, diese Frau hat mich sehr unter Druck gesetzt. Nun hatte ich vor kurzem Rücksprache mit "meinem" JC, wo es seitens des Heimes dann hieß "sie hätten mich ohnehin gekündigt, da ich immer nur am Handy rumgespielt hätte" :icon_dampf: wozu ich sagen muss, dass das kein Handy (schon gar nicht mein eigenes) war, sondern ein Diensttelefon, und das hatten die ja sogar gesehen. Wundert mich sehr, dass die nicht unterscheiden konnten zwischen einem Handy und einem Diensttelefon...

Nun, ich hatte sowieso den Verdacht, dass es bei diesem Praktikum um Ausbeutung handelte, es sollte immerhin vier Wochen gehen (!) (6 Stunden täglich) und ich hatte leider gar nichts von denen, nicht einmal eine schriftliche Bestätigung. Nur mündlich. Das einzige was ich habe ist eine Bestätigung, dass ich da war. Ich muss dazu sagen, es nagt doch sehr an mir und ich möchte mich im Nachhinein gegen diese Sache wehren.

Auf welcher Grundlage kann ich versuchen, den Lohn im Nachhinein einzufordern?

MfG und danke für Antworten
 

HartzVerdient

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Nun, ich hatte sowieso den Verdacht, dass es bei diesem Praktikum um Ausbeutung handelte, es sollte immerhin vier Wochen gehen (!) (6 Stunden täglich) und ich hatte leider gar nichts von denen, nicht einmal eine schriftliche Bestätigung. Nur mündlich.

... der Nächste bitte!

Frage: Welche Lehren hast du daraus gezogen ? (Lessons-Learned) ?
 
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Gast
Niemand ist verpflichtet, ein unbezahltes Praktikum zu machen. Wer das freiwillig macht, darf sich dann aber auch nicht über "Ausbeutung" beklagen.
 

Annkathrin

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War das etwa so ein "Praktikum" aus der Reihe: "Wir nehmen jetzt JEDEN in die Pflege, weil dort niemand mehr arbeiten will"? :

https://www.elo-forum.org/weiterbil...numschulungen-altenpflege-jc-duesseldorf.html

Ich kann nur jedem empfehlen sich darüber nicht als billige Aushilfskraft
verheizen zu lassen. Und den Bewohnern tut man absolut keinen Gefallen mit derlei Aktionen. Ständig wechselnde Menschen im Zimmer stehen zu haben und sich von, beinahe wöchentlich wechselnden Personen z.B. waschen zu lassen ist das Allerletzte!!!!
 

SB Feind

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@gelibeh

Wenn Du nichts beweisen kannst, dann wird das nichts werden.


Das einzige was ich habe ist eine Bestätigung, dass ich da war.



Das ist ja so gesehen ein Beweiß wenn da die Unterschrift mit unter gesetzt ist

@IsabellaM

Warum hast du ein Praktikum gemacht? Dich kann nicht mal das Amt zwingen ein Praktikum zu machen.

Der AG hat nicht mal Steuern und Sozialabgaben gezahlt für dich.
 

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Nustel

Gast
Hallo,

ich wusste nicht so ganz wohin mit dem Thema, darum stelle ich es hier rein, wenn es nicht passt bitte verschieben :smile:

Also mein Problem ist, ich habe vor einiger Zeit ein Praktikum in einem Altenheim absolviert (selbstverständlich unbezahlt :rolleyes:) wie auch immer, ich wurde in diesem Praktikum massiv von einer Vorgesetzten unter Druck gesetzt. Sie hatte Sprüche mir gegenüber drauf, wie zum Beispiel: "Betten beziehen, das können ja 10Jährige besser als ich" :icon_dampf: aber mir zeigen, wie es besser geht, konnte sie auch nicht (ich kann hier jetzt nicht alles berichten, was passiert ist, das würde zu weit gehen...bei eventuellem Interesse bitte melden)

Wie auch immer, ich hab es dort nicht lange ausgehalten, diese Frau hat mich sehr unter Druck gesetzt. Nun hatte ich vor kurzem Rücksprache mit "meinem" JC, wo es seitens des Heimes dann hieß "sie hätten mich ohnehin gekündigt, da ich immer nur am Handy rumgespielt hätte" :icon_dampf: wozu ich sagen muss, dass das kein Handy (schon gar nicht mein eigenes) war, sondern ein Diensttelefon, und das hatten die ja sogar gesehen. Wundert mich sehr, dass die nicht unterscheiden konnten zwischen einem Handy und einem Diensttelefon...

Nun, ich hatte sowieso den Verdacht, dass es bei diesem Praktikum um Ausbeutung handelte, es sollte immerhin vier Wochen gehen (!) (6 Stunden täglich) und ich hatte leider gar nichts von denen, nicht einmal eine schriftliche Bestätigung. Nur mündlich. Das einzige was ich habe ist eine Bestätigung, dass ich da war. Ich muss dazu sagen, es nagt doch sehr an mir und ich möchte mich im Nachhinein gegen diese Sache wehren.

Auf welcher Grundlage kann ich versuchen, den Lohn im Nachhinein einzufordern?

MfG und danke für Antworten
Kein kAMPFGEIST UND ANSONSTEN NICHTS:
 

Muzel

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Ich hoffe wenigstens für dich, dass es für deine Ausbildung angerechnet wird. Sonst bist du ganz gekniffen. Ich hatte auch allerhand Ärger bei meinen Praktika fürs Studium. Gedroht wurde mir auch, aber meine Bescheinigung habe ich bekommen.

Sollte jemand einen Rechtschreibfehler finden, darf er ihn behalten.
 

blinky

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Hast Du ein Praktikumsvertrag abgeschlossen? Wie kam das Praktikum den genau zu stande?

Würdest Du ggf. den Weg vors Arbeitsgericht gehen wollen?
 
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Gast
Nein, ich hatte keinen Vertrag (das ist ja das dumme), nur eine mündliche Vereinbarung. Angerechnet wurde es mir nicht, da ich es selbst abgebrochen habe (die haben im Nachhinein allerdings beim JC behauptet, sie hätten es abgebrochen :icon_rolleyes:). Am Ende wollten die mir gar nix geben, ich habe nur diese Teilnahmebestätigung, weil ich darauf bestanden habe. Ansonsten hätte ich gar nix (also ist es halt leider wirklich sehr schwer, was zu beweisen).

Das Praktikum war eine Art Vorstufe zur Ausbildung zur Altenpflegerin, ich möchte das aber eigentlich sowieso nicht mehr machen. Dieser Beruf ist nix für mich...
 
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ExitUser12345

Gast
[...] Am Ende wollten die mir gar nix geben, ich habe nur diese Teilnahmebestätigung, weil ich darauf bestanden habe. Ansonsten hätte ich gar nix (also ist es halt leider wirklich sehr schwer, was zu beweisen).

Das Praktikum war eine Art Vorstufe zur Ausbildung zur Altenpflegerin, ich möchte das aber eigentlich sowieso nicht mehr machen. Dieser Beruf ist nix für mich...

Dürfte genügen.

Grundsätzlich ist nur ein Einfühlungsverhältnis, bei dem der AN nicht der Weisungsbefugnis des AG unterliegt, entgeltfrei. Einem AN steht jedoch eine Entlohnung zu, wenn er eine Arbeit verrichtet, die üblicherweise gegen Entlohnung zu erwarten ist. Dies ist der Fall, wenn der AN sich der Weißungsbefugnis des AG unterwirft. Davon ist i.d.R auszugehen, wenn der potenzielle AN bei einer Erprobung in den Betriebsablauf eingegliedert wird, da er so den Arbeitsanweisungen des AG unterworfen ist. Hinsichtlich dieser Umstände wird eine entsprechende Klausel im AV, die die Entgeltfreiheit regelt, aufgrund des vorliegenden Machtgefälles zwischen AG und AN unwirksam, da diese die Voraussetzungen der Sittenwidrigkeit erfüllt (AG Weiden, Urteil vom 7. Mai 2008, AZ: 1 Ca 64/08 C).
 

blinky

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Das LAG Hamm 29.11.2012 (Az. 11 Sa 74/12) hat entschieden das Praktikum vergütet werden muss. Nach Ansicht des LAG Hamm sei kostenloses Praktikum Sittenwidrig.

Das ArbG Berlin (vom 10.08.2007 – 28 Ca 6934/07) entschied 2007, das ein Praktikant € 10.000,00 zu zahlen sei, weil es sich um einS cheinpraktikum handelte.

LAG Schleswig Holstein vom 17.3.05, 4 Sa 11/05 setzte sichmit der Frage auseinander Probearbeitsverhältnis, Einfühlungsverhältnis, Arbeitsleistung, Zahlungsanspruch

Der Kläger suchte ab dem 1.7.02 eine Vollzeitbeschäftigung. Vorab wurde er zwischen dem 8.6.02 und dem 25.6.02 beim Beklagten beschäftigt. Eine schriftliche Vereinbarung existiert nicht. Der Kläger verlangt Vergütung seiner Arbeitsleistung mit der Begründung, er sei von vornherein weisungsabhängig beschäftigt worden. Einer Überprüfung seiner Befähigung habe es nicht bedurft. Über einen Praktikumstest oder eine Eignungsfeststellung sei nicht gesprochen worden. Vielmehr sollte er sofort mit seiner Arbeit anfangen. Der Beklagte trägt vor, es sei zu einer Vereinbarung über ein kostenloses Praktikum gekommen, welches gegen kein gesetzliches Verbot verstoße.

...
Insoweit ist darauf hinzuweisen, dass im Rahmen eines echten Arbeitsverhältnisses
– sei es auch nur in Form eines Probearbeitsverhältnisses – der Schutzzweck des
Arbeitsrechts es verbietet, mit dem Arbeitgeber Vereinbarungen zu treffen, wonach
der Arbeitnehmer sich zwar verpflichtet, für ihn weisungsabhängig tätig zu sein, der
Arbeitgeber allerdings keine Gegenleistung erbringt. Zwar schließt § 612 BGB nicht
aus, unentgeltliche Dienstleistungen zu vereinbaren. Die Vereinbarung eines Arbeitsverhältnisses
führt jedoch stets zu einer Vergütungspflicht (ErfK-Preis, § 612
Rdnr. 1 a. E.).

...

Nach alledem bestand zwischen den Parteien ein Arbeitsverhältnis. Wegen der weiteren
Begründung der Ansprüche des Klägers ist zur Vermeidung von Wiederholungen
zu verweisen auf die Entscheidungsgründe des angefochtenen Urteils. Ihnen ist
nichts hinzuzufügen.




https://www.sit.de/lagsh/ehome.nsf/9541A78A99FD3BD9C1256FEF003E2DEB/$file/U_4Sa11-05%2017-03-2005.pdf
 
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Gast
Also verstehe ich das richtig, dass man sich bei einem Einfühlungsverhältnis nicht an feste Arbeitszeiten halten muss und quasi kommen und gehen kann, wann man will ?

Und dass es sich um ein Arbeitsverhältnis handelt, sobald man sich an feste Zeiten halten muss? so war das bei mir der Fall...
 
E

ExitUser12345

Gast
@Indeclinabilis also meinst du, es besteht tatsächlich eine Chance, den Lohn nachträglich einzuklagen?

Ja. Solange die Verjährung nicht greift.
Ansonsten, ab zu einem Anwalt deines Vertrauens oder zum Rechtspfleger beim zuständigen AG.

Also verstehe ich das richtig, dass man sich bei einem Einfühlungsverhältnis nicht an feste Arbeitszeiten halten muss und quasi kommen und gehen kann, wann man will ?

Und dass es sich um ein Arbeitsverhältnis handelt, sobald man sich an feste Zeiten halten muss? so war das bei mir der Fall...

Das hängt streng genommen von der Art & Weiße ab, wie der AG sich äußert. Also ob sich die Erteilung einer Weißung erkennen lässt. Ein - Ja, komm Morgen halt mal so um 0700 vorbei - wird sicherlich anders erfasst, als ein - Du, Morgen 0700, bei XY, Betten abziehen und putzen.
Letztendlich geht es jedoch darum, glaubhaft darlegen zu können, dass du zur Erprobung in den Betriebsablauf eingegliedert wurdest, dann wird nämlich angenommen, dass du dich der Weißungsbefugnis des AG unterworfen hast.


m.A

:icon_pause:
 
E

ExitUser

Gast
@Indeclinabilis wurde ich schon, es gab feste Arbeitszeiten. Wenn ich mich nicht dran gehalten hätte, hätten sie Stress gemacht. Ich hatte mich regelmäßig an - und abzumelden. Deshalb gab es ja auch hinterher Stress, weil sie behauptet haben, ich hätte mich nicht abgemeldet und sei gekommen und gegangen wann ich wollte (was übrigens nicht stimmte) :mad:

Wenn ich an diese Sache denke, geht mir der Hut hoch :icon_dampf: könnte platzen vor Wut.
 

SB Feind

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@IsabellaM

Du hättest doch nur deine Arbeitszeiten und die Tätigkeiten dir aufschreiben brauchen. Und denen das zum Unterschreiben gegeben dann hättest du ja schon eine Bestätigung gehabt das ein Arbeitsverhältnis vorliegt.

Oder wenn eine Abmahnung bekommen hättest wo drauf steht das du dich nicht an die Arbeitszeiten gehalten hast das beweist das ja schon das Du feste Arbeitszeiten hattest.
 
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