unberechtigter Unterhaltstitel - wie ändern lassen?

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hilschu

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hallo,
mein Sohn ist seit 1 Monat 18 und jetzt ist mir wieder mal eine Pfändungsankündigung von meiner Ex ins Haus geflattert. Ich bin seit über einem Jahr schwer krank und beziehe deshalb seit der Zeit Krankengeld. Dadurch wurde die Überweisung vom Arbeitgeber nicht mehr getätigt. Allerdings ist es so, dass mein Sohn jetzt im 2. Ausbildungsjahr ist und seit September 2018 ca. 1000 Euro netto monatlich verdient, das Jahr zuvor ca. 600 Euro.
Da hat er doch keinen Anspruch mehr auf Unterhalt. Was meine Ex nicht hindert, weiter Forderungen zu stellen.
Ich werde mich jetzt morgen an das Amtsgericht wenden und um Überprüfung und Löschung des Titels bitten, da die Voraussetzungen ja nicht mehr gegeben sind. Brauch ich dazu einen RA?

Meine Frage ist nun, kann ich die Forderung für die letzten 12 Monate noch abwehren, da nicht berechtigt, oder hab ich da keine Chance.

Für Ratschläge und Antworten vielen Dank
 

TazD

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Du könntest es zuerst auch über das Jugendamt versuchen, um somit eine außergerichtliche Lösung herbeizuführen. Siehst du dabei eh keine Aussicht auf Erfolg, kannst du dich auch direkt an das zuständige Familiengericht wenden. Allerdings herrscht dabei Anwaltszwang.
 

axellino

Super-Moderation
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Ich werde mich jetzt morgen an das Amtsgericht wenden und um Überprüfung und Löschung des Titels bitten,..........

So einfach funktioniert das leider nicht und es muss eine Abänderungsklage am Familiengericht her, um den bestehenden Unterhaltstitel zu ändern bzw. aufzuheben. (§ 238 FamFG und § 239 FamFG)
Brauch ich dazu einen RA?

Ja, denn grundsätzlich herrscht bei Familienstreitsachen Anwaltszwang.

Meine Frage ist nun, kann ich die Forderung für die letzten 12 Monate noch abwehren, da nicht berechtigt, oder hab ich da keine Chance.

Evtl. ja,
§ 238 Abs.3 S.4 FamFG
Für eine mehr als ein Jahr vor Rechtshängigkeit liegende Zeit kann eine Herabsetzung nicht verlangt werden.
 

Badener

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Ich bin seit über einem Jahr schwer krank und beziehe deshalb seit der Zeit Krankengeld.

mein Sohn jetzt im 2. Ausbildungsjahr ist und seit September 2018 ca. 1000 Euro netto monatlich verdient

Meine Frage ist nun, kann ich die Forderung für die letzten 12 Monate noch abwehren, da nicht berechtigt, oder hab ich da keine Chance.

Hallo,

soweit ich informiert bin, lässt sich RÜCKWIRKEND nix mehr ändern! Es wäre sinnvoll gewesen gleich nach Beginn Krankengeld/Verdienst Sohn (spätestens nach einiger Zeit) übers Jugendamt oder Gericht/Anwalt die Unterhaltshöhe zu reklamieren bzw. ändern zu lassen. Hier hilft jetzt nur so schnell wie möglich.

LG
 

Matt45

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Wenn dein Sohn nun 18 ist, darf deine Ex gar nicht mehr pfänden lassen. Die meisten Titel enden bei Volljährigkeit und beide EW(Mutter und Vater) müssen ihr Einkommen offen legen.

Anspruch auf Unterhalt hat dein Sohn, allerdings sollte der Titel nicht mehr gültig sein. Es sei denn du hast einen ganz anderen Titel. Jugendamt hat kein Interesse auf Gespräche, dort zählt nur das Kind.

Einen Titel abändern lassen ist in der heutigen Zeit sehr schwierig, es sei denn man ist Krank. >>> Nicht böse gemeint von mir, sondern Erfahrungen aus meinen "Kreis". Dort haben viele Probleme mit Titel, meistens müssen viele sogar aufstocken beim Amt.
Viele schaffen es nicht trotz Arbeit eine Lösung zu finden. >>> Lohn zu gering und der Unterhalt ist zu hoch.
 

Matt45

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@hilschu
Mir hat eine Anwältin mal gesagt: Grundsätzlich muss ein Unterhaltspflichtiger alles dafür tun Einkommen zu erwirtschaften, zumindest der Mindestunterhalt muss gedeckt werden.

Beispiel: Wenn ein "Maurer" den Rücken mit 54 Jahren kaputt hat und nur noch 10 Stunden in der Woche dadurch arbeiten kann, dann muss dies auf den Titel angepasst werden. .....dies macht es für mich als Anwältin einfacher eine vernünftige Begründung für das Familiengericht zu finden.

Wer gesund ist und sagt"Mein Einkommen ist zu niedrig oder....." der bekommt von der Gegenseite vielleicht noch ein müdes Lächeln.

Grundsätzlich halte ich Unterhalt für sehr wichtig. Aber: Dies in der heutigen Zeit zu erwirtschaften(durch den großen Niedriglohnsektor) ist schwieriger als gedacht.
 
E

ExitUser12345

Gast

Ergänzend möchte ich hinzufügen:

Man kann noch daran denken, zu viel gezahlten Unterhalt zurück zu verlangen, sofern es zu einer den Unterhalt mindernden Abänderung kommt und diese auch eine Wirkung für Vergangenheit beinhaltet. Denn eine solche Abänderung würde dazu führen, dass der Rechtfertigungsgrund für die (Über)Zahlung im Nachhinein entfällt (§ 812 I S. 2 Alt. 1 BGB).

Ob man das Geld am Ende wieder sieht, ist allerdings eine andere Geschichte.

m.M

:coffee:
 
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