Unberechtigte Abmahnung - jetzt steht Sperrzeit im Raum! (1 Betrachter)

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Davila

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Hallo zusammen,

ich mache eine Umschulung und wurde letztens von dem Bildungsträger abgemahnt.

Mir werden als Fehlverhalten eine hohe Fehlstundenanzahl und die Nichtabgabe eines Praktikumszeugnisses vorgeworfen. Als Sanktion wird mir mit der Nichtanmeldung zur Abschlussprüfung gedroht, das Arbeitsamt erhielt eine Kopie dieses Schreibens. Das Lehrgangsziel sei in Gefahr, heißt es.

Die Abmahnung ist unberechtigt, denn für das fehlende Zeugnis kann ich nichts, ich habe den Betrieb mehrmals um Ausstellung desselben gebeten, aber die kamen nicht zu Potte. Das kann aber mir doch nicht vorgeworfen werden. Inzwischen haben sie es aber nachgeholt, dieser Punkt ist vom Tisch.

Die Fehlzeiten sind durch ärztliche Atteste entschuldigt, das kann mir also auch nicht vorgeworfen werden.

Es ist auch nicht erkennbar, inwieweit das Lehrgangsziel in Gefahr sein soll, denn meine Noten sind soweit gut.

Inzwischen habe ich eine Einladung meines Sachbearbeiters bim Arbeitsamt betreffs der Abmahnung erhalten. Darin heißt es: „möchte mit Ihnen über Ihre Leistungsangelegenheiten sprechen“ und ferner: „Ich möchte mit Ihnen über den Verlauf der Weiterbildung, Abmahnung, Sperrzeit aufgrund mangelnder Mitwirkung sprechen.“

Meine Fragen:

1) Wie ist die Rechtsgrundlage einer „Sperrzeit aufgrund mangelnder Mitwirkung“? Wo steht das, wie lange ist so eine Sperrzeit? Inwieweit könnte aus vorliegendem Sachverhalt mangelnde Mitwirkung konstruiert werden?

2) Kann das Arbeitsamt die Umschulung im schlimmsten Fall sogar abbrechen?

3) Wie soll ich mich auf das Gespräch vorbereiten, was soll ich beachten?

4) Meine Fehlzeiten, fast ausschließlich durch Kurzzeiterkrankungen bedingt, sind tatsächlich sehr hoch, sie betragen ca. 30% der Gesamtstundenanzahl. Könnte es schlimmstenfalls passieren, dass ich nicht zur Abschlussprüfung der IHK zugelassen werde?

5) Wenn der „worst case“ 4) eintritt, ist die Umschulung dann damit gescheitert oder verlängert sie sich schlicht um ein halbes Jahr bis zur nächsten IHK-Prüfung?

6) Meine Erkrankungen sind überwiegend auf die gleichen chronischen Krankheitsbilder zurückführbar. Kann ich eine Reha beantragen? Wenn ja, was muß ich dafür beachten?
 
E

ExitUser

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Hast du der Abmahnung schriftlich widersprochen? Wann kam denn die Abmahnung?

Nimm zum Amt einen Beistand mit.

Hast Du Kopien der AUs gemacht? Nimm die auch mit oder geh nochmal zum Arzt, der soll die nochmal für dich ausdrucken.

Dann schilderst du, dass du die AU beim Träger abgegeben hast und das Zeugnis vorliegt und es am Betrieb lag.

Mach das ganze auch nochmal schriftlich und geb das dem Sachbearbeiter und lass dir das quittieren.


Also das wäre mein Tipp, vielleicht weiß noch einer mehr oder kann dir bessere Tipps geben.



Bitte gehe nicht OHNE Beistand zum Amt.
 

warpcorebreach

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das mit der au ist egal. das ist völlig normal das man bei zu vielen fehlzeiten nicht zur prüfung zugelassen wird.
 
E

ExitUser

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„Sperrzeit aufgrund mangelnder Mitwirkung“

Gerade deswegen ist die Vorlage der AU Bescheinigungen wichtig.
 
G

gast_

Gast
Ich würde denen sagen, daß ich nur schriftlich Stellung nehme.
(Eine schriftliche Stellungnahme hätte ich dabei)

Wenn du mit Beistand hingehst, sollte der Protokoll schreiben.
 

turbodrive

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Ob du aufgrund der Fehlzeiten zur Prüfung zu gelassen wirst entscheidet die IHK und nicht das JC.10% darst du entschuldigt fehlen während der Umschulung durch Krankheits bedingte folgen usw.

30% sind wirklich etwas viel,aber da entscheidet dein Ausbilder zusammen mit der IHK ob das Ziel der Prüfung machbar ist und dein Wissen dazu ausreichen würde.Wird das Ziel durch die zulassung zur Prüfung nicht erreicht,kann es verlängert werden indem man ein halbes Jahr länger macht, im einverständnis mit dem JC.Doch hier kommt es darauf an ob das JC auch der Träger ( bezahler ) der Umschulung ist oder ob da jemand anderer mit drinnen hängt wie z.B. der ESF ( Europäische Sozialfond ),denn dann hätte das JC nichts damit zu tun.

Aufgrund der " nachgewiesenen Krankenscheine" beim AG,kannst du nicht Sanktioniert werden,da du ja nicht absichtlich dagegen verstossen hast oder sogar mit mutwillen die Umschulung abgebrochen hast indem du Unentschuldigt fehlst.

Jetzt könnte dein SB verlangen das du vorstellig wirst bei einem Amtsarzt,der sich ein genaues Bild über deine Gesundheit machen möchte,wegen der Entscheidung ob es sich lohnen würde dich weiterhin in der Umschulung zu lassen damit du es erfolgreich abschliessen kannst.
 

warpcorebreach

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das nicht das jc entscheidet wer zur prüfung zugelassen wird und bei entschuldigten fehlzeiten keine sanktion möglich ist versteht sich eigentlich von selbst. ich wollte nur anmerken das es im prinzip aber möglich ist das man mit vielen fehlzeiten tatsächlich probleme bekommen kann was die zulassung zur prüfung angeht.
 

Davila

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Hast du der Abmahnung schriftlich widersprochen? Wann kam denn die Abmahnung?
Die Abmahnung ist bereits etwa zwei Wochen her. Ich wollte etwas abwarten und nicht ggf. übereilt reagieren und habe daher bisher nicht widersprochen.

Ich habe vor, der Abmahnung zu widersprechen und diesen Widerspruch auch dem SB beim JC weiterzuleiten. Was sollte ich denn bei einem solchen Widerspruch beachten?

@ at all

Was soll eigentlich eine "Sperrzeit aufgrund mangelnder Mitwirkung" sein? M.e. gibt es das gar nicht. § 159 SGB III kennt nur eine "Sperrzeit bei Abbruch einer beruflichen Eingliederungsmaßnahme" und eine "Sperrzeit bei unzureichenden Eigenbemühungen", aber beides paßt hier nicht.

Erfindet der SB hier etwas, um einzuschüchtern? Oder gibt es noch andere Rechtsgrundlagen als den § 159 SGB III?
 

gelibeh

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Wenn man krank ist, kann man doch nichts dafür. Das kann nicht sanktioniert werden. Du kannst das ja beweisen, dass Du krank warst.

Ich habe vor Jahren mal eine Umschulung gemacht und auch eine Menge Fehlzeiten gehabt. Hatte dann ein ähnliches Schreiben bekommen. Hab dann meine Zeugnisse hin gesandt (Nur Einsen und Zweien) und dann war das Thema vom Tisch. Auch meine IHK-Prüfung konnte ich machen.
 

Davila

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Wenn man krank ist, kann man doch nichts dafür. Das kann nicht sanktioniert werden. Du kannst das ja beweisen, dass Du krank warst.
Rein vorsorglich: Was wäre denn, wenn sich doch unentschuldigte Fehlstunden eingeschlichen hätten (auch, wenn mir das jetzt nicht bewußt ist)? Welche Rechtsgrundlage hätte eine eventuelle Sanktion dann? M.E. greift § 159 SGB III auch dann nicht, sondern erst, wenn man aus der Maßnahme fliegt.
 
E

ExitUser

Gast
Die Abmahnung ist bereits etwa zwei Wochen her. Ich wollte etwas abwarten und nicht ggf. übereilt reagieren und habe daher bisher nicht widersprochen.

Ich habe vor, der Abmahnung zu widersprechen und diesen Widerspruch auch dem SB beim JC weiterzuleiten. Was sollte ich denn bei einem solchen Widerspruch beachten?
Widerspruch geht 2 Wochen seit Zugang.

Also wenn die Frist noch nicht verstrichen ist: SOFORT Widerspruch einlegen und Kopie des Widerspruchs beim JC gegen Empfangsbestätigung abgeben.

Einfach schleifen lassen ist nicht ratsam.

Sollten die 2 Wochen schon verstrichen sein, gabs ne Rechtsmittelbelehrung bei der Abmahnung?

Leg definitiv Widerspruch ein.

Möglicher Text:


Dein Name + Anschrift

Name und Anschrift des Abmahners (Firma)

Hiermit lege ich gegen die Abmahnung vom ... (Datum), mir zugegangen am ... (Datum) Widerspruch ein.

Begründung:

Es gibt keine unentschuldigten Fehlzeiten. Ich habe bei jeder Fehlzeit eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bei ... (Name/Bezeichnung, wo abgegeben) abgegeben.

Das Praktikumszeugnis habe ich sofort nach Erhalt durch die Firma ... am ... an Sie weitergeleitet.

Die Abmahnung ist daher unwirksam und zurückzunehmen. Ich bitte um schriftliche Bestätigung der Rücknahme binnen 14 Tagen seit Zugang des Widerspruchs.

Hochachtungsvoll
Unterschrift
 

KräuterHexer

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Allgemeine Frage an die Allgemeinheit:
LOHNT es sich denn schon, der 1. Abmahnung zu widersprechen, wenn diese doch noch keine Sanktion mit sich führt?
Würde es nicht reichen, bei der 2. Abmahnung der daraufhin folgenden Sanktion zu widersprechen und dann eben begründen, dass beide Abmahnungen ungerechtfertigt waren?
Oder gilt für die 1. Abmahnung auch, dass Widersprüche gegen sie nur 1 Monat gültig sind,
und man sie nach diesem Monat mit Versäumen des Widerspruchs die Abmahnung rechtlich anerkannt hat und sich dann nachher nichtmehr drauf berufen kann, dass sie unbegründet war?
 
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