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UN-Konvention: Das Recht auf Regelschule für behinderte Kinder gilt sofort

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#1
Die UN-Konvention gilt bereits seit dem vergangenen Frühjahr. Die Bundesländer haben nun zügig die Forderungen der UN-Konvention in ihren schulrechtlichen Gesetzen und Vorschriften umzusetzen", erklärte Riedel. Gefordert sei ein inklusives Schulsystem, so Riedel, der auch Mitglied des UN-Ausschusses für die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte in Genf ist. Das bedeute die Aufnahme des Kindes mit Behinderung in die Regelschule, wobei die im Einzelfall notwendigen Vorkehrungen getroffen werden müssen.
UN-Konvention: Das Recht auf Regelschule für behinderte Kinder gilt sofort - bildungsklick.de
 

Arania

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#2
das gilt schon länger, aber es kümmert sich keiner darum
 

Erolena

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#3
Betroffene Eltern / Schüler können sich Beistand bei den Landesarbeitsgemeinschaften Gemeinsam leben - Gemeinsam lernen holen. Diese arbeiten auch mit erfahrenen Rechtsanwälten zusammen.

Adressenliste der Landesarbeitsgemeinschaften:
Link: BAG Gemeinsam leben-gemeinsam lernen
 

Kerstin_K

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#4
Das gilt nicht nur für die Schulgeschichten. Die Umsetzung der gesamten UN Konvention hängt in Deutschland. ich bin ja Mitglied bei www.mobil-mit-Behinderung.de, wir sind an dem Thema auch schon einige Zeit dran.
 

Mario Nette

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#5
Ich kenne ja beide Modelle aus meiner Biographie - also sowohl Integration als auch "Spezialschule"; und dann jeweils noch einmal Spezialbehandlung in der Integration sowie das Teilen der Klasse der "Spezialschule" in Leistungsstarke, Leistungsmittlere und Leistungsschwache wie auch das Zusammenführen aller in einer Klasse. Hat alles seine guten und schlechten Seiten. Was vor allem genervt hat, war die ständige Umstellung. Ich glaube, das ist auch für die Entwicklung pädagogischer Strategien nicht sonderlich förderlich. Es ist daher wichtig, dass es ein Recht auf Integration bleibt und nicht zur Pflicht wird.

Mario Nette
 

Kerstin_K

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#6
Hallo Mario,

sehe ich genauso.

Sicher ist Integration nicht bei jeder Behinderung der richtige Weg. Ich bin z. B.die ersten 5 Jahre auf eine Spezialschule gegangen und danach auf eine Regelschule. Das war vielelicht ein Kampf, bis meine Eltern mich da hatten. Dann war ich die einzige Behinderte in einer alles andere als barrierefreien Schule. Integrationshelfer, Assistenten...sowas gab es damals noch nicht. Und trotzdem habe ich es bis zumAbi geschaffft. Ins Landschulheim haben meine Eltern mir mein Spezialdreirad hingebracht, so konnte ich auch bei wanderungen oder so mit, auch die Studienfahrten in der Oberstufe haben wir hingekriegt. Vorraussetzung für sowas ist allerdings, das alle es wollen und nicht nur Gründe suchen, warum etwas nicht geht.
 

Erolena

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#7
Das sagen doch die "betroffenen" Schulen schon immer.
Es darf kein Zwang sein, alle Schüler unterrichten zu müssen.

Lustig, durch die eine Tür einen Schwerbehinderten integrieren und
durch die Hintertür 10 Lernschwache auf die Förderschule abgeben.

Jede Förderschule, die besteht, braucht auch Schüler.
Ganz realistisch gesehen. Das ist nicht anders als bei Maßnahmeträgern.

Es sei denn, man ändert etwas Grundsätzliches an der Struktur.
Es könnte ja bei Bedarf kleine Förderklassen/Gruppen geben.
Wozu müssen diese aber x-kilomenter entfernt in einem
anderen Schulgebäude sein? Warum ist es denn in Deutschland nur so undenkbar, die Förderung an die Regelschule zu verlagern?
 

Kerstin_K

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#8
Erolena,

Du hast sicher recht, und das heutzutage schon Grundschulen versuchen, sich "schwieriger" Schüler zu entledigen, halte ich auch für ein Unding.

Trotzdem gibt es aus meiner Sicht Behinderungen, da sind die Kinder auf einer Sonderschule einfacdh besser aufgehoben. An der Schule, wo ich die ersten Schuljahre war, sind heute fast nur noch geistig Behinderte. Meine Frühere Klassenlehrerin hatte in ihrer letzten Klasse vor der Pensionierung 6 Kinder. Sie war schon heilfroh, als alle ihren Namen Schreiben konnten und im Zahlentaim bis 10 mit + und - rechnen. mehr ging nicht bei diesen Kindern, weil sie immer nach den Ferien Alles wieder vergessen hatten und si von Vorne beginnen mussste. Also hat sie Wert auf ganz praktische Dinge gelegt: Viele Kinder kamen moregns aus dem angeschlossenen Internat an, ungekämmt und noch mir marmeladenverschmiertem Gesicht. Also wirde ein grosser Spiegel in der Klasse aufgehängt. Die Uhr Lesen, Schleife binden, wie komme ich sicher über eine Strasse, wie fahre ich Bus oder Strassenbahn, Wenigstens kleine Einkäufe bewältigen, den Weg nach Hause finden, sowas hat sie mit denen geübt.

In dieser Intensität kannst Du das in einer Regelschule ganz sicher nicht leisten.
 

Kerstin_K

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#9
Mario Nette,

ich würde Deine PIN gerne beantworten. kannst Du mich mal freischalten?

Danke.
 

Erolena

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#10
408.000 Schüler besuchen in Deutschland Sonderschulen. Nach ihrer Schulzeit erhalten sie kein qualifiziertes Zertifikat, sondern nur eine Art Teilnahmebestätigung. Wer nach der Förderschule keinen Abschluss an einer weiterführenden Schule erwirbt, gilt als Schulabbrecher. Acht von zehn Förderschüler gehen als Abbrecher in die Statistik ein.
Quelle Spiegel 11.März 2009: Behinderte Kinder: Das Ende der Sonderschule rückt näher - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL
Diese acht sind eben nicht der gehörlose Abiturient oder der Realschüler im Rollstuhl, sondern die Überzahl der Sonderschüler. Acht von Zehn! Diese sind auch nicht alle geistig behindert.

Es geht darum, die normale Schule fit für alle Schüler zu machen. Das ist eben in Deutschland nicht der Fall. Und das ist das Problem.

Ich verstehe Euch ja beide. Aber der Untergang der Sonderschulen ist das allerletzte, was in Deutschland droht.
Ich würde jedenfalls, wenn Behinderte die Intergration am Arbeitsmarkt fordern, doch auch nicht als erstes argumentieren, dass dann der Vierfachamputierte seinen Werkstattplatz verliert oder der Blinde Pilot werden muss.
Das ist gerade nicht das Problem in diesem Land, dass wir an einem Übermaß an Integration leiden.
 

Kerstin_K

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#11
Hallo Erolena,

klien Anmerkung noch von mir: Auf der Sonderschule, auf der er ich war, kann man auch den Hauptschulabschluss machen. Es gibt zwei Züge, einen für Körperbehinderte und einen anderen für Kinder mit geistigen Behinderungen, die nie auch nur in die Nähe eines Schulabschlusses kommen können. zwischen den jeweiligen Parallelklassen herrsch eine ziemliche Durchlässigkeit, d. h. es wird auch mal eine zeitlang ausprobiert, in welcher Klasse ein Kind besser zurechtkommt. Auch eine Teilnahme am Unterricht in beiden Klassen bei einem schwer lernbehinderten Kind mit einer Spezialbegabung in einem bestimmten Fach habe ich schon erlebt. Das finde ich gut.

Oder wenn ich z. B. an blind Kinder denke. Da kann ich mir z. B. gut vorstellen, dass die erstmal auf einer Blindenschule die Punktschrift erlernen und bestimmte Altagspraktiken und dass man sie dann in eine Regelschule integriert.

Ich denke, wir brauchen in Deutschland einen ganz anderen Ansatz. Es kann einfach nicht sein, dass "Problemkinder" abgeschoben werden. Ich habe mal etwas in so einer Auswandererdoku gesehen. Eine Familie ging nach Skandinavien. Der Sohn hatte ein Jahr wiederholt in Deutschland. Von den skandinavischen Lehrern wurde er kurzerhand in die seinem Alter entsprechende Klasse gesetzt und bekam Zusatzunterricht. Die Lehrer sagten: "Sitzenbleiben gibt es bei uns nicht. Wenn ein Kind das Klasenziel nicht erreicht, haben wir etwas falsch gemacht, nicht das Kind." Boah, ich finde diesen Ansatz einfach Klasse. Diese Einstellung fehlt uns in Deutschland. Und das ist ein ganz wichtiger Punkt, warum unser Schulsystem derar schlecht ist.
 

isabel

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#12
Ilja Seifert (Auszug):
Am späten Abenddes 4. Dezember 2008 ratifizierte der Bundestag die UN Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD, Die LINKe und den Grünen bei Stimmenenthaltung von FDP. Die Reden wurden zur Protokoll gegeben. Seit dem 22.März 2009 gilt die Konvention auch in der Bundesrepublik De.
Neue Pressemitteilung:
Pressemitteilung vom 25.01.2010

Die Bundesregierung will erst 2011 damit beginnen, Aufgaben und Herausforderungen der UN-Behindertenrechtskonvention zu identifizieren und konkrete Schwerpunkte und Handlungsfelder für ihren Aktionsplan festzulegen. Das geht aus der Antwort auf eine schriftliche Frage (Nr. 1/63) vom 20. Januar 2010 zu der Verankerung der in der UN-Behindertenrechtskonvention formulierten Rechte für Menschen mit Behinderungen in Bundes- bzw. Landesgesetzen hervor. Dazu erklärt Ilja Seifert, behindertenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE:
"Menschen mit Behinderungen werden von der Bundesregierung in der Warteschleife gehalten. Die Regierung verschanzt sich hinter Artikel 4 Absatz 2 der UN-Konvention, der ‚den Vorbehalt der progressiven Realisierung der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte’ zum Inhalt hat. Diese Rechte sind zwar subjektive Ansprüche, sie müssen aber erst in innerstaatliches Recht umgesetzt werden.
Menschen mit Behinderungen warten schon viel zu lange auf gleiche Teilhabechancen. Es ist nicht hinnehmbar, dass sich das zuständige Ministerium für Arbeit und Soziales sich jahrelang in ‚konzeptionellen Überlegungen zum weiteren Vorgehen’ aalt, anstatt endlich effektive Politik zu betreiben."
Die dazugehörige Antwort können Sie hier in ganzer Länge nachlesen: MEHR
MdB Dr. Ilja Seifert

Lesenswert!
MfG
Isabell
 

Kerstin_K

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#13
Da wird es dann zum Jahresende nochmal spannen. Die bundesregierung muss dann einen Bericht darüber abgeben, was die getan hat, um die UN-Konvention umzusetzen. Ich bin mal gespannt, was sie da reinschreiben wollen.

Wir hatten im Rahmen unserer Vereinsarbeit letztens mit einer Beraterin bei einem Integrationsamt zu tun. Die gute Frau kannte weder die UN-Konvention, noch hatte sie jemals etwas vom persönlichen Budget gehört. Und dafür wird sie auch noch bezahlt!
 
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