Umzug und Grundsicherung im Alter, welche Unterstützung kann mein Vater bekommen!

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

Juni

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
10 September 2014
Beiträge
8
Bewertungen
4
Hallo zusammen,

Ich bin zwar schon ewig hier angemeldet, war aber gefühlt 1000 Jahre nicht mehr hier! Also hoffe ich, dass ich alles richtig mache.

Mein Vater (71) bezieht Grundsicherung im Alter und ist von seiner Partnerin aus Ihrer Wohnung geschmissen worden, in der er sich gelebt hat.

Nun steht er hier mit nichts und wohnt bereits seit 2 Wochen bei uns! Wir haben selber 4 Kinder und auch wenn ich meinen Vater mag ist es auf Dauer nicht zumutbar!

Mit ganz viel Glück haben wir trotz des angespannten Wohnungsmarktes eine Wohnung gefunden, die in den Kostenrahmen des Amtes passt.

Allerdings liegen in dieser Wohnung weder Fußböden (nur estrich) oder gibt es Lampen und eine Küche müsste übernommen werden.

Er hat quasi nur das was er am Körper trägt + ein paar wenige Bekleidungsstücke.

Jetzt hat er beim Amt gefragt, ob sie seinen Umzug unterstützen und er für die Übernahme der Küche und für die Böden ein kleines Darlehen bekommt.

Die SB sagte, es gäbe keine Möglichkeit!

Wir können meinen Vater auch nicht finanziell unterstützen und hier wohnen kann er ebenfalls nicht ewig... wir können ihm zwar ein paar unserer Möbel geben und er kann auch weiter hier seine Wäsche waschen, aber er muss doch einen Fußboden haben. Und wie gesagt, zur Übernahme der Küche wäre er verpflichtet, mal abgesehen davon, dass er sonst halt auch keine hätte.

Er hat die SB gefragt, ob es irgendwo Unterstützung gäbe, weil er sonst die Wohnung ja nicht beziehen kann.

Sie sagte nur, sie wisse nichts und es wäre auch nicht ihre Aufgabe, da müsse er sich schon selber kümmern!

Wir sind echt verzweifelt!

Könnt ihr uns Tipps geben?

Mit freundlichen Grüßen
Juni
 

Seepferdchen 2010

Super-Moderation
Mitglied seit
19 November 2010
Beiträge
25.157
Bewertungen
18.368
Hallo Juni ,

eine Küche müsste übernommen werden.

Hier eine Verständnisfrage, handelt es sich hier um eine Abstandzahlung an den Vormieter, richtig?

aber er muss doch einen Fußboden haben

Also steht im Mietangebot, das die Wohnung ohne Bodenbelag ausgestattet ist, richtig?

In welchen Räumen ist kein Bodenbelag vorhanden?

Sie sagte nur, sie wisse nichts und es wäre auch nicht ihre Aufgabe, da müsse er sich schon selber kümmern!

Naja den SB kannst du auch "unter Ulk verbuchen" sorry aber dazu fällt mir nichts besseres ein, wie kann der SB so einen Satz von sich geben?


Bitte lies hier in dem § 31 SGB XII

(1) Leistungen zur Deckung von Bedarfen für

1. Erstausstattungen für die Wohnung einschließlich Haushaltsgeräten,

Hier bitte belegbar/nachweisbar einen Antrag stellen, wenn der Mietvertrag unterschrieben und auch ein Übergabeprotokoll der Wohnung gefertigt wurde, wichtig da Bestandteil vom Mietvertrag!!

Wichtig ist die Ausstattung der Wohnung, das dieser Punkt vermerkt ist im Protokoll!

Mit ganz viel Glück haben wir trotz des angespannten Wohnungsmarktes eine Wohnung gefunden, die in den Kostenrahmen des Amtes passt.

Eine schriftliche Zusicherung vom Amt liegt vor, zur Kostenübernahme?

Er hat quasi nur das was er am Körper trägt + ein paar wenige Bekleidungsstücke.

Und auch für Bekleidung bitte einen Antrag stellen, siehe den o.g §§ Abs.:2

Erstausstattungen für Bekleidung
 

Juni

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
10 September 2014
Beiträge
8
Bewertungen
4
Wow!

Vielen Dank für ausführliche Antwort!

Also die Küche gehört dem Vormieter! Aber es ist eine sehr alte Küche, wird nicht sehr teuer sein, und käme sehr gelegen, weil er ja eh eine bräuchte.

Im Wohnzimmer und Schlafzimmer liegen keine Böden!

Flur, Küche und Bad schon.

Einen Mietvertrag haben wir noch nicht, also keine Ahnung, was da genau drin steht.

Aber der Vermieter sagt, die Beläge müssen vom Mieter gelegt werden.

Hab ich was vergessen?

Ich hoffe nicht!
 

Seepferdchen 2010

Super-Moderation
Mitglied seit
19 November 2010
Beiträge
25.157
Bewertungen
18.368
Also die Küche gehört dem Vormieter! Aber es ist eine sehr alte Küche, wird nicht sehr teuer sein, und käme sehr gelegen, weil er ja eh eine bräuchte.

Gut auch das kommt in das Übergabeprotokoll. Bleibt die Frage, welcher Betrag wird vom Vormieter erhoben. Bitte nicht vergessen, hier bei zustande kommen vom Mietvertrag auch einen Kaufvertrag
mit dem Vormieter machen, wichtig!

Einen Mietvertrag haben wir noch nicht, also keine Ahnung, was da genau drin steht.

Darum meine Frage im Post 2 liegt ein schriftliches Mietangebot vor?

Aber der Vermieter sagt, die Beläge müssen vom Mieter gelegt werden.

Ist der Vermieter privat oder eine Wohnungsgesellschaft?

Und hier zur Info noch das:

Ob die Kosten der Einzugsrenovierung zu übernehmen sind, richtet sich danach, ob sie zur Herstellung der Bewohnbarkeit der Wohnung aus der vertretbaren Sicht des Hilfebedürftigen erforderlich sind. Insofern hat eine Orientierung am Ausstattungsstandard im unteren Wohnsegment zu erfolgen. Es ist mithin von einem lediglich einfachen Ausstattungsgrad auszugehen. Wenn - wie hier - eine Wohnung ohne Wand- und Fußbodenbelag bezogen wird, gehört eine Ausstattung mit einfachem Wand- und Fußbodenbelag zu den im Rahmen der Einzugsrenovierung erstattungsfähigen Kosten (BSG, Urteil vom 16.12.2008 - B 4 AS 49/07 R; vergl. auch BSG, Urteil vom 17.11.2006 - B 7b AS 10/06 R).

4. Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen L 1 AS 42/08 , Urteil vom 23.02.2010

Quelle:Rechtsprechungsticker von Tacheles KW 13 / 2010
 

Juni

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
10 September 2014
Beiträge
8
Bewertungen
4
Dankeschön!

Ich werde mich damit heute mal auseinander setzen.

Mein Vater hat jetzt schriftlich, dass er die Wohnung beziehen darf.

Die Sachbearbeiterin weigert sich weiter, ihn in irgendeiner Form beim Umzug zu unterstützen, weil in ihren Augen kein Umzug nötig wäre, er könne ja weiter bei seiner Expartnerin in der 2 Zimmer Wohnung auf der Couch schlafen! Das wäre zumutbar!

Als er dann zu ihr sagte: wie soll ich das denn bezahlen, vor Mittwoch (da müsste er den Mietvertrag unterschreiben) kann ich ja nicht mal mehr Lotto spielen, meinte sie tatsächlich zu ihm: „dafür haben sie ja eh kein geld“ - wie demütigend :(

Muss man sich das echt so gefallen lassen?
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten