Umzug/ Pflicht Mietangebot vorzulegen

bezi

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Hallo,


ich wohne in Berlin und habe eine Zustimmung zum Umzug vom JobCenter erhalten. Ich bin verpflichtet, ein Wohnungsangebot zur Prüfung vorzulegen, bevor ich eine Vertrag unterschreiben kann. Mit der Zustimmung wurde hierzu ein Fragebogen für den Vermieter zugesandt (Wohnungsangebot), in dem Angaben über Gebäudegröße., Heizkosten etc. erfasst werden.Der Wohnungsmarkt ist in der Hauptstadt bekannterweise sehr angespannt- bei etlichen Mitbewerbern ist die Praxis dieser Vorprüfung eine Katastrophe. Ich habe mir heute eine Wohnung angesehen, die im Satz liegt, die Bewerber sollen ihre Unterlagen per Mail an die zuständige Hausverwaltung schicken. Ich habe null Chancen, wenn ich nun vorab mit diesem Fragebogen zum Vermieter fahren muss !
Ist es denn nicht ausreichend, die Daten von der Wohnungsanzeige beim JobCenter vorzulegen, wenn klar ist, dass die Wohnung mit 312 Euro kalt und 417 Euro Warmmiete auf jeden Fall beziehbar ist ? Was sind eure Erfahrungen bezüglich der Vorlage eines Angebotes ?
 

hans wurst

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Grundsätzlich benötigt man keine Zustimmung zum Umzug, zur Wohnung. Wenn du es für richtig hältst, kannst du den Vertrag unterschreiben.

Wichtig ist nur, dass der Umzug notwendig/erforderlich ist, da nur dann höhere KDU übernommen werden.

Wenn du die Kosten für Umzug und Mietkaution bezahlt haben möchtest, ist hierzu ein vorheriger Antrag auf Zustimmung der Übernahme erforderlich. Hierbei kommt es jedoch nur auf die Notwendigkeit/Erforderlichkeit an, ein Mietangebot ist nicht erforderlich.
 

Seepferdchen 2010

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Hallo bezi,

die Bewerber sollen ihre Unterlagen per Mail an die zuständige Hausverwaltung schicken.
Ist der Vermieter eine Wohnbaugesellschaft?

die Daten von der Wohnungsanzeige beim JobCenter vorzulegen,
Steht in der Wohnanzeige welche Heizungsart hier eingesetzt wird z.B. Fernwärme oder Gasetagenheizung?

in dem Angaben über Gebäudegröße., Heizkosten etc. erfasst werden
Diese Angaben sind entweder im Mietvertrag bzw. in den Betriebskostenabrechnung.

Und schau bitte auch hier in diesen Link rein, alles zum Thema Umzug:

https://www.berlin.de/jobcenter/tempelhof-schoeneberg/leistungsservice/kosten_der_unterkunft.html

Wenn du die Kosten für Umzug und Mietkaution bezahlt haben möchtest, ist hierzu ein vorheriger Antrag auf Zustimmung der Übernahme erforderlich.
@Hans Wurst er hat die Zustimmung für einen Umzug vom JC.

habe eine Zustimmung zum Umzug vom JobCenter erhalten
 

hans wurst

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Ändert aber nichts daran, das man diese grundsätzlich nicht benötigt.
 

Seepferdchen 2010

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@Hans Wurst um den TE hier nicht zu verunsichern, sollte auch folgendes bedacht werden,
warum ein Mietangebot auch in Form von Wohnungsanzeige wichtig ist, du kannst nicht
einfach pauschal schreiben
das man diese grundsätzlich nicht benötigt.
Ist bereits bei einer gewünschten Neuanmietung erkennbar, dass die Miete unangemessen werden kann (z.B. durch eine für die konkrete Wohnung unrealistisch niedrige Betriebskostenvorauszahlung, Staffelmietverträge) wird eine Zusicherung oder Zustimmung zu den Aufwendungen für die neue Wohnung nicht erteilt.

Quelle:
Info 136: Hinweise zur Wohnung bei Arbeitslosengeld II (ALG II) | Berliner Mieterverein e.V.
 

hans wurst

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@Hans Wurst um den TE hier nicht zu verunsichern, sollte auch folgendes bedacht werden,
warum ein Mietangebot auch in Form von Wohnungsanzeige wichtig ist, du kannst nicht
einfach pauschal schreiben
Doch kann ich!
Ist bereits bei einer gewünschten Neuanmietung erkennbar, dass die Miete unangemessen werden kann (z.B. durch eine für die konkrete Wohnung unrealistisch niedrige Betriebskostenvorauszahlung, Staffelmietverträge) wird eine Zusicherung oder Zustimmung zu den Aufwendungen für die neue Wohnung nicht erteilt.
Ist doch überhaupt nicht erforderlich!
Sächsisches Landessozialgericht L 7 AS 315/12 B PKH
Das Erfordernis, die vorherige Zusicherung des kommunalen Trägers gemäß § 22 Abs. 4 Satz 1 SGB II einzuholen, ist lediglich eine Obliegenheit des Leistungsempfängers, stellt also keine Anspruchsvoraussetzung dar (BSG, Urteil vom 30.08.2010 - B 4 AS 10/10 R, zitiert nach Juris, RdNrn. 17, 18; BSG, Urteil vom 07.11.2006 - B 7b AS 10/06 R, zitiert nach Juris, RdNr. 27; SächsLSG, Beschluss vom 05.04.2012 - L 7 AS 425/11 B ER). § 22 Abs. 4 Satz 1 SGB II kommt nach der Rechtsprechung des BSG jedoch die Funktion zu, vor einem Umzug zu klären, ob die höheren Kosten der Unterkunft und Heizung übernommen werden (BSG, Urteil vom 30.08.2010, a.a.O., RdNr. 17). Die Regelung dient dem Schutz der Hilfebedürftigen vor den weitreichenden Konsequenzen des § 22 Abs. 1 Satz 2 SGB II, die in der nur gekürzten Übernahme der tatsächlichen angemessenen Kosten der Unterkunft und Heizung ohne Übergangsfrist bestehen (BSG, Urteil vom 30.08.2010, a.a.O.). Den Leistungsberechtigten steht jedoch auch bei fehlender Zusicherung nach § 22 Abs. 4 Satz 1 SGB II dem Grunde nach ein Anspruch auf Übernahme der angemessenen tatsächlichen Aufwendungen für Unterkunft und Heizung nach § 22 Abs. 1 Satz 1 SGB II zu (SächsLSG, Beschluss vom 05.04.2012, a.a.O.; SächsLSG, Beschluss vom 12.03.2012 – L 7 AS 985/11 B ER).
 

hellucifer

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Ist es denn nicht ausreichend, die Daten von der Wohnungsanzeige beim JobCenter vorzulegen, wenn klar ist, dass die Wohnung mit 312 Euro kalt und 417 Euro Warmmiete auf jeden Fall beziehbar ist ? Was sind eure Erfahrungen bezüglich der Vorlage eines Angebotes ?
Für Personen mit gesundem Menschenverstand wäre es ausreichend. Du hast es aber mit dem Jobcenter zu tun.

XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX

Übrigens: Für die Beurteilung der Angemessenheit einer Unterkunft bzw. der Kosten der Unterkunft spielen weder die Gebäudegröße noch die Heizkosten eine Rolle. (Vielmehr steht die Bruttokaltmiete bezüglich der Heizkosten in folgendem Verhältnis: Bei einer hohen Bruttokaltmiete dürften die Heizkosten niedrig liegen, bei einer niedrigen Bruttokaltmiete sind hohe Heizkosten zu erwarten.)

Ist der Umzug erforderlich, und wird die Erforderlichkeit vom Jobcenter anerkannt, und sind die Kosten der neuen Unterkunft niedriger als die der bisherigen Wohnung, würde ich den Mietvertrag ohne Zustimmung des Jobcenters abschließen.
 

Seepferdchen 2010

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hellucifer

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@hellucifer was soll das bitte keine unsachlichen Beitrag!
Das Jobcenter-Verlangen nach einem vom Vermieter ausgefüllten Vordruck "Wohnangebot" - zusätzlich zu einem Wohnungsinserat in einer Zeitung beispielsweise - ist eine unnötige Hürde und wird den Spielregeln auf dem Wohnungsmarkt nicht gerecht. Diese Praxis vereitelt das Zustandekommen eines Mietverhältnisses. Als Vermieter würde ich mir Mieter, die bürokratischen Aufwand verursachen, ablehnen und mir "pflegeleichtere" Mieter aussuchen.

Aber ich habe ja auch nur geantwortet, wie ich mich verhalten würde. Man muss meinen Rat nicht annehmen.
 

Seepferdchen 2010

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Aber ich habe ja auch nur geantwortet, wie ich mich verhalten würde. Man muss meinen Rat nicht annehmen.
Eben aber bitte keine Falschberatung in der Form "die Unterschrift vom Vermieter selbst tätigen" ............
 

hellucifer

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@hellucifer was soll das bitte keine unsachlichen Beitrag!



Es geht hier um Berlin, sprich um die WAV Berlin und hier wird die Gebäudegröße/Wohnkomplex siehe Tabelle

https://www.berlin.de/sen/soziales/berliner-sozialrecht/land/av/av_wohnen2015_11_anlage2.html
Die Kosten der Unterkunft auf der einen Seite und die Kosten der Heizung auf der anderen Seite, bzw. die Angemessenheit der Kosten, sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

Geht es um die Anmietung einer Wohnung, spielen für die Beurteilung der Angemessenheit der Wohnung die Heizkosten keine Rolle.
 

Seepferdchen 2010

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Geht es um die Anmietung einer Wohnung, spielen für die Beurteilung der Angemessenheit der Wohnung die Heizkosten keine Rolle.
Das habe ich auch nicht geschrieben, es ging um die Option Gebäudekomplex, mehr nicht.

Und nun sollte man erstmal abwarten was der TE schreibt.
 

hellucifer

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Auch wenn ich die Antwort des TE abwarten soll und ich außerdem davon ausgehe, dass die in Aussicht stehende Wohnung mittlerweile bereits anderweitig vergeben ist, möchte ich noch ergänzen, dass die Angaben in dem Vordruck "Wohnungsangebot" unmaßgeblich und unverbindlich sind. Theoretisch ist es möglich, dass die Angaben im Mietvertrag von den Angaben im Vordruck abweichen. Rechtlich verbindlich ist ein Mietvertrag.
 

bezi

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Ich werde nun am Montag das Mietangebot ( Zeitung) vorlegen und sehen, wie das JobCenter sich dazu verhält. Da die neue Wohnung teurer ist als die alte, kann ich den Mietvertrag wohl nicht einfach unterschreiben......
 

hellucifer

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Ich werde nun am Montag das Mietangebot ( Zeitung) vorlegen und sehen, wie das JobCenter sich dazu verhält. Da die neue Wohnung teurer ist als die alte, kann ich den Mietvertrag wohl nicht einfach unterschreiben......
Um hierauf eine Antwort geben zu können oder das bewerten zu können. müsstest du mitteilen, warum der Umzug erforderlich ist, dem das Jobcenter ja bereits zugestimmt hat.
 

bezi

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Dem Umzug wurde zugestimmt, da die derzeitige Wohnung (unsanierter Altbau mit Fertigdusche) minderwertig ausgestattet ist und nicht dem allgemeinen Standart entspricht. Hinzu kommt ein belastendes Wohnumfeld, dass aus gesundheitlichen Gründen unzumutbar ist.
 
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