Umzug in eine andere Kommune / Bundesland bei faktischer Wohnungslosigkeit?

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perspektivloser

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Hallo,

Ich bräuchte nun etwas Hilfe zu meiner rechtlichen Lage - mein Fall ist etwas kompliziert. Ich bin mir sicher, einige können mich hier rechtlich korrekt, im Gegensatz zu den meisten Sachbearbeitern im Jobcenter, beraten.

Also - ich bin U25 (genau genommen 23), nach Abbruch meines Studiums aus dem Elternhaus rausgeschmissen, zurzeit "wohnungslos". Besitze eine postalische Adresse / Meldeadresse, schlafe aber faktisch bei unterschiedlichen Bekannten und Freunden - seit ca. 2 Monaten. Von meinem derzeitigen Jobcenter habe ich eine schriftliche Zusage zum Umzug (jedoch mit der Floskel ungefähr "die entgültige Zusage kann erst erteilt werden, wenn eine Wohnung die im Rahmen liegt gefunden ist"). Ich beziehe Regelsatz 399€ seit diesen 2 Monaten.

Ich finde hier in meiner Stadt trotz intensiver Suche keine Wohnung - als ich doch mal ein Mietangebot einer Gesellschaft mit guten Aussichten in der Hand hatte, hatte ich trotz meiner derzeitig mißlichen Lage nur eine menschenunwürdige Abschmetterung dieses bekommen, da sie 2,37€ über dem Satz lag. Vorher kam es gar nicht erst zum Mietangebot, sondern direkt oft zu Ablehnungen.


Also: Ich plane nun meinen Radius auch extrakommunal auszuweiten, ggf. auch in andere Bundesländer - um meine Chancen zu erhöhen, aber auch weil ich den Entschluss gefasst habe so weit weg wie möglich von meiner Familie zu sein. Geht das so einfach? Was wäre die rechtliche Grundlage, und wie wäre das weitere Procedere?

Meine Integrationsbeauftragte meinte ja telefonisch zu mir, das ginge, da ich gerade wohnungslos sei und die Finde einer Bleibe somit Vorrang hat. Es ist gut, dass sie das so sieht, aber ich brauche nun wirklich kein Hellseher zu sein um zu wissen, dass wenn ich in einem in einer anderen Kommune zuständigen Jobcenter mit einem Mietangebot von dort auftauche, erstmal Unfreundlichkeiten im Zuge einer Beratung kommen werden in Form von "was wollen sie hier? wir sind nicht für sie zuständig" "wir können keine Kosten für Sie übernehmen" "sie verursachen Kosten für uns, daran haben wir kein Interesse", etc. pp., da ich zwar wohnungslos / ofW bin, aber zumindest meine Postadresse ja gerade nicht in ihrer Kommune liegen würde und auch das bisherige ALG2 von einem anderen Jobcenter gezahlt wird.

Wie handle ich das richtig / bereite mich darauf vor, worauf berufe ich mich, wie ist meine rechtliche Lage? Wie verfahre ich jetzt?

Hilfe wäre sehr, sehr geschätzt. Vielen Dank. :)
 

Onkel Tom

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Wenn Du Lust hast, kannst Du im Prinzip auf Reisen gehen, um woanders neue Wurzeln zu schlagen.

Dazu müsstest Du sicherstellen, das Du im neuen Ort postalisch erreichbar bist..

Hast Du in einem anderen Ort (Bundesweit) einen "Sozialdienst" gefunden, wo Deine Post und Erreichbarkeit bewerkstelligen kannst,
steht der Wohnungssuche im neuen Ort nichts im Wege.

Unabhängig von der polizeilichen Meldeadresse sind die Behörden in dem Ort für Dich zuständig, in dem Ort, wo Du dich aufhälst.

Das mit "wir sind für sie nicht zuständig.." ist reine Abwimmelungstaktik und ich meine, das dazu auch was positives zu deinem Gunsten
was im SGB steht, weiß jedoch nicht mehr den entsprechenden Paragraphen..

Wäre dem nicht so, wäre Deine Obdachlosigkeit endgültig, nur weil Du nicht mehr in der Ortschaft Deiner Eltern wohnen willst.

In Zukunft suche im neuen Ort bitte vorher eine "Sozialberatungsstelle" auf, damit solche Gemeinheiten, wie Du sie erlebt hast,
nicht mehr funktionieren.

@ Cerberus.
Dein Beitrag war überflüssig, weil nicht über Differenzbeträge zur KdU entschieden wird, sondern nur in Ja / Nein, ob KdU
angemessen ist oder nicht..
Verbohrte SB`s lehnen schon Einzug und Übernahme der KdU ab, weil die KdU Ein Euro über die Angemessenheitsgrenze liegt..

Geht Betroffener nun her und bahnt ein Mietverhältnis "eigenmächtig" an, kann es passieren, das es keinen Cent für die
KdU gibt, nur weil sie über die Angemessenheitsgrenze liegt..

Mensch schadet sich nur selbst, den SB vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Das der Amtsschimmel so gallopiert, finde ich genau so zum :icon_kotz:
 
E

ExitUser

Gast
Hier im Forum gab es schon eine Reihe von Usern, die minimale Differenzbeträge selbst aus ihrem Regelsatz zahlen u. die Wohnung aus diesem Grunde vom JC genehmigt wurde.
 

Rotator

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Da bist`e ja Obdachlos! Kannst an jeden Ort Reisen und dich im örtlichen Sozialamt melden. Die sind für deine Unterbringung verantwortlich. Das kann sehr spartanisch sein. Aber warm ist es und nicht windig um die Ohren.

Jedenfalls geht man seiner Familie nicht auf den Geißt, oder anders herum.
 

gizmo

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Also - ich bin U25 (genau genommen 23), nach Abbruch meines Studiums aus dem Elternhaus rausgeschmissen, zurzeit "wohnungslos". Besitze eine postalische Adresse / Meldeadresse, schlafe aber faktisch bei unterschiedlichen Bekannten und Freunden - seit ca. 2 Monaten. Von meinem derzeitigen Jobcenter habe ich eine schriftliche Zusage zum Umzug (jedoch mit der Floskel ungefähr "die entgültige Zusage kann erst erteilt werden, wenn eine Wohnung die im Rahmen liegt gefunden ist"). Ich beziehe Regelsatz 399€ seit diesen 2 Monaten.

)

Halte mich mal an dem hier fest.

Schnack mal ein wenig.

Du bist gemeldet, das heist das dir auch eine KDU zusteht, es sei denn du hast dem JC es gemeldet das du dort umsonst wohnen kannst.

Hier bitte mal Absprechen ob diese Mitspielen das du KDU beantragst.
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Die Ablehnung weil 2,37€ über den Satz ist eine reine Ermessenheitsfrage, hier solltest du wenn der Wohnraum noch zu haben ist eine EA beim SG stellen
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Ich gehe mal davon aus das du sowohl keine Kohle für den Umzug, Kaution und Hausrat hast, das weis das SBchen und lehnt somit jeden Wohnraum ab der nicht in die KDU Grenze passt. Dich auf die Füsse zu stellen ist dem zu teuer.
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Sollte es für dich zu muckeln sein die Kosten selber zu stemmen, würde ich ein Wohnraum der geringfügig über der KDU Grenze liegt den Mietvertrag unterschreiben, vorher alle Anträge schreiben und dann über Widerspruch, Klage die KDU und eventuelle Kosten des Umzuges und Erstausstattung durchzusetzen
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Eine Ablehnung eines Wohnraumes bitte Schriftlich verlangen damit du was fürs Amtsgericht, Beratungsschein, EA hast.
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Natürlich darfst du in jedes Bundesland/Landkreis ziehen wie du möchtest, dort bitte die KDU Genze erfragen.
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Eine dauerhafte Bedarfsunterdeckung darf das JC nicht fördern, sollte SB hier ein Auge zudrücken und das fördern, solltest du den Wohnraum anmieten und im nachhinein die Übernahme fordern.

Bei der Geringfühgigkeit von von 2,37€ über der KDU Grenze wird das JC hier voraussichtlich zahlen, sollte es sich jedoch um ca. 30€ handeln wird das JC dann gezwungen sein dir nach der Berantragung der vollen KDU eine Kostensenkungsaufforderung zuzusenden.

Wenn du danach nicht in der Lage bist wenigstens bis zu einem Urteil eines SG`s nicht den fehlenden Betrag der KDU zu stemmen wirdst du wiederrum Umziehen müssen.
--------------

Noch mal, einer dauerhaften Bedarfsunterdeckung seitens des JC ist nicht zuzustimmen, bei Mangel an Wohnraum zum Preis der KDU Grenze sind in diesem Ermessen die einzelnen KDU Grenzen zu der Bedarfsgemeinschft zu erhöhen, das gleiche gilt für die m² eines Wohnraumes zur Bedarfsgemeinschft. --------------- Das machen die JC aber nicht, weil sich nur die wenigsten wehren, so kommen sie durch.
 

perspektivloser

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Vielen Dank für Eure Antworten.

Warum bietest Du in so einem Fall denn nicht an, diese Wahnsinnssumme selbst zu berappen?

Hallo, dies habe ich natürlich angeboten, auch schon vor so einem Angebot, mir wurde jedoch gesagt dass das nicht ginge da "der Regelsatz bereits das Existenzminimum darstelle", und deswegen die Mietdifferenz nicht davon abgezogen werden darf. Es würde auch nicht gehen, wenn z.B. ein Onkel von mir es anbietet, diese 2,37€ zu übernehmen. Ohne wenn und aber. So wurde es mir im Gespräch gesagt, ich hatte sogar einen Zeugen dabei.

Wundert mich aber trotzdem nicht dass es dann einige gab bei denen das gemacht wurde, man findet ja irgendwie zu allem 10 verschiedene Umsetzungen ... Gesetze sind schwammig oder nicht vorhanden ... komisch.



Sozialamt = Sozialdienst, also sprecht ihr vom Gleichen?

Onkel Tom: Ich habe das noch nicht so erlebt, wie ich es formuliert habe - denn ich habe meinen Plan ja noch nicht aktiv umgesetzt - ich stelle es mir nur als sehr wahrscheinlich vor, dass es so kommen würde, wenn man unvorbereitet da auftaucht. Ich werde auf jeden Fall mal zu so einer Sozialberatung gehen, falls diese dort vorhanden ist.
 

Onkel Tom

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Vielen Dank für Eure Antworten.
...
Sozialamt = Sozialdienst, also sprecht ihr vom Gleichen?

Onkel Tom: Ich habe das noch nicht so erlebt, wie ich es formuliert habe - denn ich habe meinen Plan ja noch nicht aktiv umgesetzt - ich stelle es mir nur als sehr wahrscheinlich vor, dass es so kommen würde, wenn man unvorbereitet da auftaucht. Ich werde auf jeden Fall mal zu so einer Sozialberatung gehen, falls diese dort vorhanden ist.

Ich habe von einer reinen Beratungsstelle gesprochen. Damit sind weder Grundsicherungsamt noch sonstige staatlich beauftragte
im Bereich Soziales gemeint.

Weiter, hast Du nun erlebt, das wegen 2,37 Euro die KdU beziehungsweise die Anmietung der Wohnung verweigert wurde oder nicht ?

Zudem sind nicht alle SB`s verbohrt.. Es kann auch anders laufen und gizmo`s "Schnack" ist so gut, das es wert ist es so zu
versuchen, wie von gizmo vorgeschlagen.

:wink:
 

perspektivloser

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Ich habe von einer reinen Beratungsstelle gesprochen. Damit sind weder Grundsicherungsamt noch sonstige staatlich beauftragte
im Bereich Soziales gemeint.

Weiter, hast Du nun erlebt, das wegen 2,37 Euro die KdU beziehungsweise die Anmietung der Wohnung verweigert wurde oder nicht ?

Zudem sind nicht alle SB`s verbohrt.. Es kann auch anders laufen und gizmo`s "Schnack" ist so gut, das es wert ist es so zu
versuchen, wie von gizmo vorgeschlagen.

:wink:

Ach so - ja. Das mit den 2,37€ ist mir natürlich in der Tat widerfahren. Sehr niederschmetternd, in so einer akuten Notsituation deswegen die gute Aussicht auf eine dezente Wohnung verwehrt zu bekommen.

@gizmo:

Ne, der Wohnraum ist längst vergeben. Das ist ja oft ne Sache von 1-2 Tagen, da muss man schnell sein. :/

Vielen Dank für die Info. Die KDU der 2 Orte die für mich noch in Frage kommen ist mir bekannt.

Witzig: Bei meiner jetzigen Kommune spielt die Bruttokaltmiete die Rolle bei der Berechnung der KDU, bei den anderen die Nettokaltmiete. Willkür? :D
 
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