Umzug in anderen Zuständigkeitsbereich vor ALG2 Bescheid?

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ichunddu

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Guten Morgen und allen ein sonniges Osterfest,
ich musste am 2.4. meinen ersten ALG 2 Antrag abgeben,
nachdem 1 Jahr ALG 1 rum ist.
Am 7.4. hatte ich dann Termin zur Abgabe.
Nach erster Durchsicht teilte mir die SB mit,
dass ich mit dem Bescheid eine Aufforderung
zur Kostensenkung meiner Unterkunftskosten erhalten werde.
Das war mir schon klar und unabhängig davon
wollte ich dieses Jahr sowieso vom Dorf in die Stadt ziehen.

Noch habe ich natürlich keinen Bescheid,
wo ich klare Angaben und Formulierungen zur angemessenen KdU,
Wohnungsgröße, Nebenkosten und Heizung (vielleicht) vorfinde.

Aber, ich weiß, dass die KdU in der Gemeinde
meines jetzigen Wohnorts 296 Euro beträgt,
in der Stadt, in die ich ziehen möchte,
beträgt die KdU 311 Euro bei 50 qm.
Ich bin alleinstehend.

Der zu erwartende Bescheid meines jetzigen Wohnorts wird sich ja
auf die dortige niedrigere KdU beziehen.
Wenn ich jetzt bereits zügig und ohne Genehmigung
in eine Wohnung in die Stadt ziehe,
wird mir dann nur die niedrigere KdU meines jetzigen Wohnorts bezahlt,
obwohl die KdU in der Stadt höher ist,
also 296 Euro statt 311 Euro?
Oder muss ich beim neu zuständigen JobCenter einen gänzlich neuen Antrag stellen?

Ich hoffe, mich einigermaßen verständlich ausgedrückt zu haben ...
Ansonsten bitte nachfragen.
LG.
 

Mario Nette

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Warte bitte die Senkungsaufforderung ab. Du hast nebenbei sicherlich auch gute Gründe, in die Stadt zu ziehen, als da wären: bessere Jobchancen. Wenn du die Aufforderung hast, suchst du dir für die Stadt Angebote heraus. Ob diese angemessen sind, wird dir die ARGE der Stadt mitteilen. Sofern sie angemessen sind, sollten sie dir - du solltest in der Stadt-ARGE die Senkungsaufforderung vorlegen - bestätigen, dass sie die Kosten übernehmen. Sodann stellst du deine Umzugskostenanträge etc.

@all
Bitte ebenfalls antworten, bin mir nicht ganz sicher.

Mario Nette
 

vagabund

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Wenn ich jetzt bereits zügig und ohne Genehmigung
in eine Wohnung in die Stadt ziehe,
wird mir dann nur die niedrigere KdU meines jetzigen Wohnorts bezahlt,
obwohl die KdU in der Stadt höher ist,
also 296 Euro statt 311 Euro?
Oder muss ich beim neu zuständigen JobCenter einen gänzlich neuen Antrag stellen?
Du kannst eine konkrete Wohnung (in der Stadt ) suchen, dann die Umzugsgenehmigung bei deiner jetzigen ARGE einholen und die Angemessenheit von der ARGE des Zuzugsortes bestätigen lassen.
Es zählen die angemessenen KDU am Zuzugsort!
Mit Genehmigung stehen die auch umzugsbedingte Kosten wie Umzugskosten, Kaution (darlehensweise) und Renovierungskosten zu - auf Antrag!
 

desmona

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Oder muss ich beim neu zuständigen JobCenter einen gänzlich neuen Antrag stellen?

Darüber hinaus mußt Du in einem neuen Zuständigkeitsbereich einen gänzlich neuen Antrag stellen (so ist es jedenfalls hier, und soviel ich weiß auch sonst)...bis hin zu Kopie PA und allem anderen.

Es werden keine Akten von einem JC zum anderen geschickt oder übernommen.
 

desmona

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Kopie PA - ist rechtswidrig, es darf nur die Vorlage des PA verlangt werden.

Ach echt?...ich faß es nicht, von mir/uns (meinen Kindern) haben die ne Kopie verlangt und soviel ich weiß sind die auch noch in der Akte.

Ich muß die Antrags-Forderungen nochmal rauskramen...ich bin mir aber ziemlich sicher, dass die das schrftl. von mir gefordert haben.
 

Mario Nette

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Ach echt?...ich faß es nicht, von mir/uns (meinen Kindern) haben die ne Kopie verlangt und soviel ich weiß sind die auch noch in der Akte.

Ich muß die Antrags-Forderungen nochmal rauskramen...ich bin mir aber ziemlich sicher, dass die das schrftl. von mir gefordert haben.
Davon abgesehen, dass der Datenschutzbeauftragte deines Bundeslandes sich zur Thematik eindeutig geäußert hat, findest du hier noch einige nützliche Informationen mehr: https://www.arbeitsagentur.de/zentr...Gesetzestext-37-SGB-II-Antragserfordernis.pdf (PDF) (von: Arbeitslosengeld II - www.arbeitsagentur.de)

Mario Nette
 

desmona

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Davon abgesehen, dass der Datenschutzbeauftragte deines Bundeslandes sich zur Thematik eindeutig geäußert hat, findest du hier noch einige nützliche Informationen mehr: https://www.arbeitsagentur.de/zentr...Gesetzestext-37-SGB-II-Antragserfordernis.pdf (PDF) (von: Arbeitslosengeld II - www.arbeitsagentur.de)

Mario Nette

Vielen Dank für die links. Ich mach es übrigens genauso wie du: schreib mir die Finger wund mit Widersprüchen und Klagen.
 

ichunddu

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Guten Morgen,
ich danke Euch für Eure Antworten.

Gern würde ich den Bescheid abwarten und dann mit der
Aufforderung zur Kostensenkung den Umzug in die Wege leiten,
zumal ich die Umzugskosten u. ä. wirklich gern beantragen würde,
da ich "blank" bin.

Aber, es gibt mehrere Probleme.
Ich schildere mal alles genau, da ich wirklich ein paar Tipps bräuchte,
wie ich am besten und schlauesten vorgehen könnte.

Ich war bereits ALG 1 Bezieherin, wurde dann unfallbedingt krank.
Folge meines Unfalls ist, dass ich in meinem Beruf nicht mehr werde arbeiten können,
dauerhafter GdB von 30 mittlerweile zuerkannt,
Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben bei der DRV ist gestellt.
Ich hatte gehofft, dass ich bis zur Entscheidung der DRV weiterhin krank geschrieben bleibe.
Nun hat aber mein Arzt dem Drängen der KK nachgegeben,
mich für gesund befunden.
Widerspruch meinerseits läuft, MDK-Untersuchung war letzten Donnerstag
und ich gehe davon aus, dass dieses GA im Sinne der KK ausfällt.

Ich wurde also ab dem 25.03.09 für gesund befunden und habe mich
bei der zuständigen AfA gemeldet.
Dort teilte man mir vorsorglich mit, dass ich nur noch 1 Woche ALG1 erhalten werde
und ich gleich einen Antrag auf ALG2 stellen sollte,
was ich dann ja auch tat.

Erst nächste Woche habe ich Termin, um meine Unterlagen für die Berechnung von ALG1 abzugeben,
dann werde ich irgendwann den schriftlichen Bescheid erhalten.
Der Antrag auf ALG2 kann erst weiter bearbeitet werden,
wenn der Bescheid von ALG1 vorliegt.

Ich warte also auf Bescheide ... -)

Jetzt aber zurück zum eigentlichen Thema.

Da ich ja sowieso in diesem Sommer vom Dorf in die Stadt ziehen wollte,
habe ich bereits angefangen, mir eine Wohnung zu suchen.
Meine jetzige Wohnung ist zu teuer, ich habe kein Auto mehr
und alle Wege wie z. B. Arztbesuche, Einkäufe etc. pp. führen in die Stadt.
Unabhängig davon, dass die vielen Busfahrten zu teuer sind,
sind auch die Wege zu weit, da ich wege meiner Gehbehinderung
immer nur kurze Wege laufen kann.
Es gibt also viele Gründe für meinen Umzugswunsch.

Ich habe jetzt bereits eine super tolle Wohnung in der Stadt gefunden.
Bekannte meiner Eltern würden mir eine Wohnung vermieten
und mir in vielem entgegen kommen, was Mietvertrag,
Renovierung und Preis betrifft.
Die Wohnung ist erdgeschossig (ich kann keine Treppen laufen),
ist zentral und trotzdem ruhig mit Grün
(ich habe einen alten dreibeinigen Hund),
wird gerade renoviert mit neuen Fenstern, neuer Elektrik,
neuen Bodenbelägen, neuen Türen, das Bad ist neu,
eine kleine Einbauküche kommt mit rein.
Es wird sogar auf meine Wünsche was Tapete, Fußboden u. ä. betrifft,
Rücksicht genommen.

Und, sie vermieten mir die Wohnung günstiger als eigentlich geplant.
Die Wohnung hat 56 qm, wird für mich 280 Euro kalt + 50 Euro
feste Nebenkosten, also 330 Euro kosten.
Dazu kommen dann noch Gasheizung + Strom.
Der Abschlag für Heizung dürfte so bei 50 Euro liegen
(ich zahle und verbrauche momentan 60 Euro/monatl. Heizung bei 70 qm).

Ich wäre also schön blöd, wenn ich diese Wohnung nicht nehmen würde.

Als Vergleich:
Meine jetzige Wohnung auf dem Dorf kostet bei 70 qm
370 Euro kalt + 94 Euro (!) feste Nebenkosten + 60 Euro Heizung.

Aber, die geplante neue Wohnung in der Stadt wird mir nicht genehmigt werden.
Die Stadt hat KdU von 311 Euro bei 50 qm,
also 6,22 Euro/qm, + Heizung.
Die neue Wohnung kostet 330 Euro bei 56 qm,
also 5,90/qm + Heizung.
KdU jetzt auf dem Dorf 296 Euro bei 50 qm,
also 5,92 Euro/qm + Heizung.

Obwohl ich mit der neuen Wohnung unter dem Quadratmeterspiegel liege
und sowohl Nebenkosten als auch Heizung enorm senken würde,
ist sie sowohl Miete als auch Größe "nicht genehmigungswürdig".
Ich glaube kaum, dass ich da mit individuellem Ermessenspielraum rechnen kann.

Klar, ich habe eine Menge gute Gründe.
Wenn ich wollte, könnte ich vielleicht sogar gut begründen,
dass mir die jetzige Wohnung auf dem Dorf über die 6 Monate hinaus
voll bezahlt werden würde ...
Als Beispiel, es gibt aktuell nur 8 frei Wohnungen in der Stadt
bei 100.000 Einwohnern, die der KdU von 311 Euro entsprächen
und erdgeschossig bzw. mit Fahrstuhl sind.
Aber ich will ja umziehen.

Und, ich muss mich bald entscheiden ...
Zwar kommen uns die Bekannten in vielem sehr entgegen,
aber irgenwann wollen sie ja auch vermieten.
Gut für beide Seiten wäre eine Anmietung ab 1.7.,
d. h., ich muss ja auch meine jetzige Wohnung kündigen.

Und wer weiß, wann ich die Bescheide mit der Aufforderung
zur Kostensenkung erhalte, siehe oben ...

Also, was tun ...???

Wie gesagt, gern würde ich versuchen, die neue Wohnung
nach Erhalt des Bescheids genehmigt zu bekommen,
da ich kein Geld mehr für Umzug und Folgekosten (wie z. B. Mietsicherheit) habe.
Auch würde ich gern vermeiden, die Differenz von KdU und tatsächlichen Kosten (19 Euro)
selbst bezahlen zu müssen, denn jeder hier weiß, dass jeder Cent weniger vom Regelsatz enorm weh tut ...
Aber wenn die Chancen auf Genehmigung sowieso so gut wie gleich Null sind?

Was passiert denn, wenn ich in den sauren Apfel beiße,
den Umzug ohne Genehmigung in die Wege leite
und der Bescheid vom JobCenter mit der Aufforderung noch gar nicht da ist,
da noch in Bearbeitung?
Wird dann das neu zuständige JobCenter,
wo ich ja nach Umzug einen neuen Antrag stellen muss,
auf Grund des Bescheids des "alten" JobCenters sofort nur die 311 Euro bezahlen,
oder müssen sie einen gänzlich neuen Bescheid
mit z.B. begrenzter Übernahme der vollen Mietkosten
mit Aufforderung ihrerseits zur Kostensenkung erstellen?
Ich hätte ja auch z. B. den neuen Mietvertrag bereits im März
unterschreiben können, als ich noch gar nicht wusste,
dass ich wegen meiner Gesundung und Wegfall das Krankengeldes
auf ALG2 angewiesen sein werde ...

Alles ganz schön blöd kompliziert.

Wäre für jeden Gedankengang dankbar.

LG.
 

Mario Nette

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Dein stärkstes Argument für das Überschreiten der Angemessenheitsgrenze ist deine körperliche Einschränkung. Hat die Stadt diesbezüglich Sonderregelungen? Beispielsweise in Berlin dürfen die KdU um bis zu 10 % höher ausfallen, wenn man gewisse Kriterien erfüllt. Ich sehe allerdings in der aktuellen AV Wohnen (Berlin) gerade, dass da nix (mehr?) von Behinderung steht.

AV Wohnen Berlin ab 2009: https://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-soziales/sicherung/umsetzung_sgb_ii/av_wohnen_2009.pdf (PDF)
AV Wohnen Berlin bis 2009: https://www.berlin.de/imperia/md/co...wohnen_stand__nderungsav_vom_30__mai_2006.pdf (PDF)

Mario Nette
 

ichunddu

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Dein stärkstes Argument für das Überschreiten der Angemessenheitsgrenze ist deine körperliche Einschränkung. Hat die Stadt diesbezüglich Sonderregelungen? Beispielsweise in Berlin dürfen die KdU um bis zu 10 % höher ausfallen, wenn man gewisse Kriterien erfüllt.
...
Mario Nette

Hallo,
ich weiß jetzt zwar nicht, ob die Stadt hier Sonderregelungen diesbezüglich hat,
aber generell betreffen diese Sonderregelungen nur Schwerbehinderte,
also mit GdB ab 50.
Kommt also für mich sowieso nicht in Betracht.
LG J.
 

ichunddu

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Hallo,
also nach dem, was ich über Gleichstellung gelesen habe,
denke ich nicht, dass das bezüglich Wohnung und KdU Auswirkungen haben könnte,
aber ich kann mich ja auch irren ...
Ju.
 
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