Umzug eventuell ohne Genehmigung vom Sozialamt?

Larissa93

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Hi,

mein Verlobter und ich wollen umziehen, wir haben jetzt auch ne Wohnung gefunden, die würde ein klein Wenig mehr kosten als was das Sozialamt übernehmen würde (+40 Euro).
Ich hatte mit unserem Sachbearbeiter telefoniert und der meinte dass es okay ist wenn wir die 40 Euro halt selbst übernehmen vom Regelsatz (währen bei uns beiden ja nur 20 Euro für jeden, das ist okay).

Nächste Woche Montag treffen wir uns mit dem Vermieter wegen Mietvertrag und dem Wohnungsangebots-Zettel vom Sozialamt.
Wir würden dann Montag den Mietvertrag gerne gleich unterschreiben, da wir dann diesen Monat noch kündigen könnten und die Kündigung dann zum 31.08. hin währe und die neue Wohnung würden wir nämlich ab 01.08. bekommen, dann würde das gut passen.

Meine Frage jetzt ist: Wenn wir den Mietvertrag am Montag unterschreiben und dann am selben Tag das Wohnungsangebot an das Sozialamt schicken, die dem Umzug zustimmen würden, wir den neuen Mietvertrag dann aber schon unterschrieben, bekommen wir dann Probleme?
Ich frag nur weil ich mich einfach absichern will damit wir alles richtig machen.

Das Wohnungsangebots-Schreiben vom Sozialamt kann ich leider auch erst am Montag dem neuen Vermieter geben, der ist vorher nicht da. Und wenn wir dann warten bis das Sozialamt dem zustimmt oder nicht, ist es bereits Juni und dann wird es am ende mit dem Kündigen zu spät und wir müssten zum 30.09. hin kündigen und hätten dann 2 Monate lang doppelte Mieten (für alte + neue Wohnung) und das währ zu heavy, 1 Monat doppelte Mieten können wir gut bezahlen weil wir knapp 600€ beiseite gelegt haben dafür.

LG
Larissa
 
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Zeitkind

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Ich hatte mit unserem Sachbearbeiter telefoniert und der meinte :icon_laber: dass es okay ist ...
Dir sollte klar sein, daß SB dazu neigen, unter plötzlichem Gedächtnisschwund zu leiden.
Wenn wir den Mietvertrag am Montag unterschreiben und dann
am selben Tag das Wohnungsangebot an das Sozialamt schicken, die dem Umzug zustimmen würden.
Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Erst das Wohnungsangebot vorlegen und Kostenübernahme beantragen,
um mit der schriftlichen Zustimmung der Behörde zur Kostenübernahme dann erst einen Mietvertrag abzuschließen.
Solch wichtige Dinge sollten stets auf dem nachweisbaren Schriftweg erledigt werden. :icon_wink:
 

Seepferdchen

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Larissa93

Nächste Woche Montag treffen wir uns mit dem Vermieter wegen Mietvertrag und dem Wohnungsangebots-Zettel vom Sozialamt.
dazu mal eine Frage, was ist mit dem Wohnungsangebotszettel gemeint, soll das bedeuten
der Vermieter kann hier Angaben machen zur Wohnung?

Und war diese Wohnung öffendlich ausgeschrieben Zeitung oder Internet?
 
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Kessia

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dazu mal eine Frage, was ist mit dem Wohnungsangebotszettel gemeint
Ja das würde mich auch interessieren.

Ich habe z.B. von der Jobbörse eine schriftliche Bestätigung für eine Umzugsbeihilfe.
Ich soll dafür alle Wohnungsangebote vorlegen, damit diese "auf Angemessenheit" vom Jobcenter geprüft werden können.

Nun könnt ihr euch vorstellen, dass das überhaupt nicht klappt? Nach den Wohnungsbesichtigungen ist man angehalten, unverzüglich die Wohnungsbewerbungen beim Vermieter einzureichen, ansonsten ist es zu spät. Der Wohnungsmarkt ist total überlastet, es stehen lange Schlangen vor den zu besichtigenden Wohnungen (wenn man überhaupt einen Besichtigungstermin erhält!) und wer sich nach so einer Besichtigung nicht schnell genug bewirbt, hat Pech.

Wenn ich da das Jobcenter also vorher noch um eine Bewerbung fragen muss, vergeht wertvolle Zeit; die Wohnungen sind da alle schon vergeben. So meine Erfahrungen.

Aufgrund dieser Problematik und zur Lösung derselben habe ich das Jobcenter jetzt seit dem 15.04. schon 2 x gefragt, wie man diese Problematik am besten lösen kann, gerne komme ich auch zu einer persönlichen Besprechung. Bis heute keine Antwort… .

Larissa, marschiert ihr da beim Sozialamt ohne Termin ein und legt das Wohnungsangebot vor?? Beim Jobcenter geht das ohne Termin nur über die Anmeldung…. also mit Nummern ziehn und so…. aber da sitzt man oftmals so lange, da ist die Wohnung schon vergeben……. und was haben die SB in der Anmeldung mit meinen Wohnungsangeboten zu tun? Ich brauch ja eine unverzügliche Entscheidung von meiner zuständigen Stelle (also dem zugewiesenem Team). Läuft das beim Sozialamt anders?

Es geht in diesem Thread zwar um das Sozialamt, aber ich hoffe, ich durfte mich trotzdem zum Thema äußern. Wenn es nicht hierher passt, sry und bitte löschen.
 

Fabiola

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mein Verlobter und ich wollen umziehen, wir haben jetzt auch ne Wohnung gefunden, die würde ein klein Wenig mehr kosten als was das Sozialamt übernehmen würde (+40 Euro).
Frage vorab:
Wollt Ihr umziehen oder sollt Ihr wegen einer Aufforderung des Soz.Amtes die derzeitigen Kosten der Unterkunft (KdU) senken?

Wenn Ihr aus freiem Willen umziehen wollt, dann braucht Ihr keine Genehmigung des Amtes bzw. auch kein Mietangebot einreichen. Wenn die Miete der neuen Wohnung dann höher ist als die bisherige Miete (Ihr wohnt bereits zusammen?), dann müsst Ihr den Rest eben selbst aus dem Regelsatz beisteuern.

Wenn Ihr in einen anderen Zuständigkeitsbereich (anderes Sozialamt) umziehen möchtet, dann wäre diese Info auch wichtig, um Dir adäquat raten zu können.

Bleiben aber noch Umzugskosten, Kaution, Renovierung der alten Wohnung (?) ..., die dann auch nicht übernommen werden.
Auch dann eigentlich nicht, wenn die Wohnung 40€ über der Angemessenheit liegen.

Mit Wohnungsangebotszettel meinst Du einen Vordruck, in dem der Vermieter alle Daten der Wohnung eintragen soll? Ähnlich der gängigen Mietbescheinigung?

Im Übrigen: Ich hatte wegen Eigenbedarf seinerzeit umziehen müssen.
Da ich meinen Sozial-Status dem neuen Vermieter nicht offen legen wollte (was auch Euch aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht zugemutet werden darf), habe ich ein eigenes Schreiben aufgesetzt:

"Antrag auf Zustimmung zu einem konkreten Mietangebot
Die Liegenschaft befindet sich in - ORT, STRASSE -
Die Wohnfläche beträgt xx qm, die monatliche Bruttowarmmiete beträgt xxx €.
Diese setzt sich wie folgt zusammen:
xxx€ Kaltmiete
xx€ Vorauszahlung für kalte NK
xx€ Vorausszahlung für Heizkosten (Öl, Gas, Srom ??)
Einzugstermin: 01.08.2019"

Wie gesagt, das wäre aber bei einem freiwilligen Umzu nicht notwendig.

Wie Du siehst: Um Dir hilfreich antworten zu können, braucht es noch einiges mehr an Infos von Dir.
 

Birgit63

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Man darf auch nicht vergessen, dass, wenn die Wohnung nicht angemessen ist, die Nebenkostennachzahlungen nicht übernommen werden. Das würde ich mir überlegen. Im Moment sind 20,00 Euro pro Kopf nicht viel. Wenn dann aber plötzlich 300,00 Euro Nachzahlung kommen, sind es für jeden 150,00 Euro. Das ist schon eine Hausnummer.
 

Larissa93

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Dir sollte klar sein, daß SB dazu neigen, unter plötzlichem Gedächtnisschwund zu leiden.

Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Erst das Wohnungsangebot vorlegen und Kostenübernahme beantragen,
um mit der schriftlichen Zustimmung der Behörde zur Kostenübernahme dann erst einen Mietvertrag abzuschließen.
Solch wichtige Dinge sollten stets auf dem nachweisbaren Schriftweg erledigt werden. :icon_wink:
Larissa93



dazu mal eine Frage, was ist mit dem Wohnungsangebotszettel gemeint, soll das bedeuten
der Vermieter kann hier Angaben machen zur Wohnung?

Und war diese Wohnung öffendlich ausgeschrieben Zeitung oder Internet?
Das geht nicht. Wenn wir warten bis das Sozialamt bescheid sagt ob die Wohnung übernommen werden kann oder nicht, dann ist die Wohnung weg. Der Vermieter will ja auch sicher sein das wir die nehmen und deshalb nen Mietvertrag haben.

Der Wohungsangebotszettel da soll der Vermieter Kaltmiete, Nebenkosten, Heizkosten eintragen und unterschreiben.

Ja das würde mich auch interessieren.

Ich habe z.B. von der Jobbörse eine schriftliche Bestätigung für eine Umzugsbeihilfe.
Ich soll dafür alle Wohnungsangebote vorlegen, damit diese "auf Angemessenheit" vom Jobcenter geprüft werden können.

Nun könnt ihr euch vorstellen, dass das überhaupt nicht klappt? Nach den Wohnungsbesichtigungen ist man angehalten, unverzüglich die Wohnungsbewerbungen beim Vermieter einzureichen, ansonsten ist es zu spät. Der Wohnungsmarkt ist total überlastet, es stehen lange Schlangen vor den zu besichtigenden Wohnungen (wenn man überhaupt einen Besichtigungstermin erhält!) und wer sich nach so einer Besichtigung nicht schnell genug bewirbt, hat Pech.

Wenn ich da das Jobcenter also vorher noch um eine Bewerbung fragen muss, vergeht wertvolle Zeit; die Wohnungen sind da alle schon vergeben. So meine Erfahrungen.

Aufgrund dieser Problematik und zur Lösung derselben habe ich das Jobcenter jetzt seit dem 15.04. schon 2 x gefragt, wie man diese Problematik am besten lösen kann, gerne komme ich auch zu einer persönlichen Besprechung. Bis heute keine Antwort… .

Larissa, marschiert ihr da beim Sozialamt ohne Termin ein und legt das Wohnungsangebot vor?? Beim Jobcenter geht das ohne Termin nur über die Anmeldung…. also mit Nummern ziehn und so…. aber da sitzt man oftmals so lange, da ist die Wohnung schon vergeben……. und was haben die SB in der Anmeldung mit meinen Wohnungsangeboten zu tun? Ich brauch ja eine unverzügliche Entscheidung von meiner zuständigen Stelle (also dem zugewiesenem Team). Läuft das beim Sozialamt anders?

Es geht in diesem Thread zwar um das Sozialamt, aber ich hoffe, ich durfte mich trotzdem zum Thema äußern. Wenn es nicht hierher passt, sry und bitte löschen.
War noch nie beim Sozialamt :) Bekomm zwar das Geld von denen war aber noch nie persönlich da.

Frage vorab:
Wollt Ihr umziehen oder sollt Ihr wegen einer Aufforderung des Soz.Amtes die derzeitigen Kosten der Unterkunft (KdU) senken?

Wenn Ihr aus freiem Willen umziehen wollt, dann braucht Ihr keine Genehmigung des Amtes bzw. auch kein Mietangebot einreichen. Wenn die Miete der neuen Wohnung dann höher ist als die bisherige Miete (Ihr wohnt bereits zusammen?), dann müsst Ihr den Rest eben selbst aus dem Regelsatz beisteuern.

Wenn Ihr in einen anderen Zuständigkeitsbereich (anderes Sozialamt) umziehen möchtet, dann wäre diese Info auch wichtig, um Dir adäquat raten zu können.

Bleiben aber noch Umzugskosten, Kaution, Renovierung der alten Wohnung (?) ..., die dann auch nicht übernommen werden.
Auch dann eigentlich nicht, wenn die Wohnung 40€ über der Angemessenheit liegen.

Mit Wohnungsangebotszettel meinst Du einen Vordruck, in dem der Vermieter alle Daten der Wohnung eintragen soll? Ähnlich der gängigen Mietbescheinigung?

Im Übrigen: Ich hatte wegen Eigenbedarf seinerzeit umziehen müssen.
Da ich meinen Sozial-Status dem neuen Vermieter nicht offen legen wollte (was auch Euch aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht zugemutet werden darf), habe ich ein eigenes Schreiben aufgesetzt:

"Antrag auf Zustimmung zu einem konkreten Mietangebot
Die Liegenschaft befindet sich in - ORT, STRASSE -
Die Wohnfläche beträgt xx qm, die monatliche Bruttowarmmiete beträgt xxx €.
Diese setzt sich wie folgt zusammen:
xxx€ Kaltmiete
xx€ Vorauszahlung für kalte NK
xx€ Vorausszahlung für Heizkosten (Öl, Gas, Srom ??)
Einzugstermin: 01.08.2019"

Wie gesagt, das wäre aber bei einem freiwilligen Umzu nicht notwendig.

Wie Du siehst: Um Dir hilfreich antworten zu können, braucht es noch einiges mehr an Infos von Dir.
Wir wollen Umziehen weil die aktuelle Wohnung sehr hellhörig ist und wir laute Nachbarn haben, was mir auf die Psyche schlägt und ich wegen Depressionen Erwerbsunfähig bin.

Der Zuständigkeitsbereich bleibt gleich.

Umzugkosten haben wir (fast) keine, weil meine Mutter nen Sprinter hat und meine Family mithilft.
Kaution bekommen wir ja von der aktuellen Wohnung wieder ausgezahlt. Und bis dato kann uns meine Mutter ein Darlehen geben.
Renovierung hilft uns auch die Family und die kosten für Farbe können wir uns leisten.

Genau das meinte ich mit Wohnungsangebotszettel.

Man darf auch nicht vergessen, dass, wenn die Wohnung nicht angemessen ist, die Nebenkostennachzahlungen nicht übernommen werden. Das würde ich mir überlegen. Im Moment sind 20,00 Euro pro Kopf nicht viel. Wenn dann aber plötzlich 300,00 Euro Nachzahlung kommen, sind es für jeden 150,00 Euro. Das ist schon eine Hausnummer.
Da hat man mir gesagt das gilt nur wenn die Wohnung größer ist als erlaubt, also von m² her.
Das währe sie nämlich nicht.
 

Fabiola

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Umzugkosten haben wir (fast) keine, weil meine Mutter nen Sprinter hat und meine Family mithilft.
Kaution bekommen wir ja von der aktuellen Wohnung wieder ausgezahlt. Und bis dato kann uns meine Mutter ein Darlehen geben.
Renovierung hilft uns auch die Family und die kosten für Farbe können wir uns leisten.
In dem Fall braucht Ihr keine Zustimmung zum Umzug durch das Sozialamt. Die 40€, die über der Angemessenheit liegen müsst Ihr wie schon gesagt jedoch selbst tragen.

Ihr dürft demnach ohne Genehmigung vom Amt umziehen, da die Sozialgesetzbücher (SGB) den Umzug weder vorschreiben noch verbieten können. Laut Grundgesetz gilt das Prinzip der Freizügigkeit also die freie Wahl der Wohnung. So könnt Ihr den Umzug auch ohne Genehmigung vornehmen.

Beachten würde ich unbedingt:
Wenn ein Hartz-4-Empfänger den Umzug ohne Genehmigung hinter sich bringt, muss er dem Jobcenter rechtzeitig die neue Adresse mitteilen – also wenige Tage vor dem geplanten Umzug. Andernfalls kann dieses unter Umständen eine Rückzahlung fordern.
Ich könnte mir vorstellen, dass das auch bei Grundsicherungsempfängern (SGBXII) gilt.

Was mir noch einfällt:
Habt Ihr geprüft, ob die kalten Nebenkosten sowie Heizkosten im Angemessenheitsbereich liegen?

Noch ein Hinweis:
Es muss auf Dauer aber nicht so bleiben, dass Ihr die 40€ drauf legen müsst.
„Wenn ein Jobcenter die Angemessenheitsgrenzen erhöhe, müsse es auch den „Deckel“ für die ohne Zustimmung umgezogenen Hartz-IV-Empfänger entsprechend anheben, entschied das BSG.“
Das dürfte bei Grundsicherung nicht anders sein.

BSG lüftet Jobcenter-Deckel für Unterkunftskosten

Siehe hier:
Deckelung nach Umzug ohne Genehmigung „nicht statisch“ BSG Kassel Az: B 4 AS 12/15 R

Kaution bekommen wir ja von der aktuellen Wohnung wieder ausgezahlt. Und bis dato kann uns meine Mutter ein Darlehen geben.
Ganz wichtig: Hierüber unbedingt einen schriftlichen Darlehensvertrag mit Rückzahlungsmodalitäten machen!!! Nicht dass Euch das als Einkommen/Geldzufluss angerechnet wird.
 

Larissa93

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In dem Fall braucht Ihr keine Zustimmung zum Umzug durch das Sozialamt. Die 40€, die über der Angemessenheit liegen müsst Ihr wie schon gesagt jedoch selbst tragen.

Ihr dürft demnach ohne Genehmigung vom Amt umziehen, da die Sozialgesetzbücher (SGB) den Umzug weder vorschreiben noch verbieten können. Laut Grundgesetz gilt das Prinzip der Freizügigkeit also die freie Wahl der Wohnung. So könnt Ihr den Umzug auch ohne Genehmigung vornehmen.

Beachten würde ich unbedingt:
Wenn ein Hartz-4-Empfänger den Umzug ohne Genehmigung hinter sich bringt, muss er dem Jobcenter rechtzeitig die neue Adresse mitteilen – also wenige Tage vor dem geplanten Umzug. Andernfalls kann dieses unter Umständen eine Rückzahlung fordern.
Ich könnte mir vorstellen, dass das auch bei Grundsicherungsempfängern (SGBXII) gilt.

Was mir noch einfällt:
Habt Ihr geprüft, ob die kalten Nebenkosten sowie Heizkosten im Angemessenheitsbereich liegen?

Noch ein Hinweis:
Es muss auf Dauer aber nicht so bleiben, dass Ihr die 40€ drauf legen müsst.

Das dürfte bei Grundsicherung nicht anders sein.

BSG lüftet Jobcenter-Deckel für Unterkunftskosten

Siehe hier:
Deckelung nach Umzug ohne Genehmigung „nicht statisch“ BSG Kassel Az: B 4 AS 12/15 R



Ganz wichtig: Hierüber unbedingt einen schriftlichen Darlehensvertrag mit Rückzahlungsmodalitäten machen!!! Nicht dass Euch das als Einkommen/Geldzufluss angerechnet wird.
Hättest du für das Darlehen einen Tipp wie wir das am besten formulieren?

Ansonsten klingt das ganze ja schonmal gut.
Wegen kalten Nebenkosten und Heizkosten: In unserem Info-blatt was die Obegrenzen sind steht nur "Warmmiete inkl. Nebenkosten: XX€".
Kaltmiete oder Kaltnebenkosten werden nicht extra aufgeführt.

Unsere Wohnung kostet Kaltmiete + Kaltnebenkosten genau 40 Euro mehr als diese Obergrenze.
Die Heizkosten hatte das Sozialamt gesagt übernehmen se je nach Heizart, bei Gas z.b. bis ca 70€.

Unsere Heizkosten würden für den Anfang bei 40€ liegen, und dann halt mal schauen wieviel wir tatsächlich verbrauchen usw.

Da wir Mietvertrag ja bereits noch diesen Monat unterschreiben werden, würd ich dem Sozialamt dann halt auch danach mitteilen das wir ab August dann unter der neuen Adresse erreichbar sind.
 

Seepferdchen

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Burke

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Wenn die Miete der neuen Wohnung dann höher ist als die bisherige Miete (Ihr wohnt bereits zusammen?), dann müsst Ihr den Rest eben selbst aus dem Regelsatz beisteuern.
Das gilt nur wenn innerhalb des zuständigen JC umgezogen wird.

---Snipp---
Das Bundessozialgericht entschied in seinem Urteil (Az: B 7 AS 60/09 R vom 01.06.2010), dass Hartz IV Empfänger ihren Wohnort frei wählen dürfen. Auch wenn dadurch höhere Unterkunftskosten entstehen, darf die ARGE die Erstattung der Mietkosten nicht begrenzen, sofern sie nach dem örtlichen Mietspiegel angemessen sind.
Nur im Fall, dass ein Hartz IV Empfänger innerhalb einer Kommune in eine teurere Wohnung umziehen würde, könnte die Behörde die höheren Kosten verweigern.
---Snapp---
Quelle
BUNDESSOZIALGERICHT Urteil vom 1.6.2010, B 4 AS 60/09 R
 

Larissa93

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Jetzt hab ich noch ne Frage: Wir haben jetzt den Mietvertrag und da steht: Kaltmiete + Nebenkosten + Heizkosten = 450€
Nebenkosten + Heizkosten sind nur zusammengefasst aufgeführt, aber nicht einzeln. Müssen wir darauf bestehen dass der Vermieter uns die Einzeln gibt oder macht das Sozialamt dann einfach 50/50?
 

Larissa93

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Hey,

bei unserem neuen Mietvertrag sind die Nebenkosten + Heizkosten zusammengefasst.
Beides zusammen sind 70€.
Da das Sozialamt ja immer einzeln will, machen die dann 50/50, also 35€ Nebenkosten + 35€ Heizkosten oder wie sieht das aus?
Oder brauch ich beides einzeln und muss der Vermieter mir dass dann geben auf Nachfrage?

LG
Larissa
 

Fabiola

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bei unserem neuen Mietvertrag sind die Nebenkosten + Heizkosten zusammengefasst.Beides zusammen sind 70€.
Frage vorab:
Ist der Betrag von 70€ eine Nebenkostenpauschale oder eine Nebenkostenvorauszahlung? Schau mal in den Mietvertrag.
 

Larissa93

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Frage vorab:
Ist der Betrag von 70€ eine Nebenkostenpauschale oder eine Nebenkostenvorauszahlung? Schau mal in den Mietvertrag.
Also im Mietvertrag ist das bissl schwierig zu erkennen. An sich steht überall Vorauszahlung (vorgedruckt im Standard-Mietvertrag), also bei jedem Punkt der Nebenkosten. Aber der Vermieter hat dahinter ne geschweifte Klammer gemacht und 70€ hingeschrieben.
Zu mir meinte der Vermieter auch, das 70€ für alles immer fällig werden, im Mietvertrag ist sogar Strom mit angekreuzt.
Würde doch dann als Pauschale gelten, oder?
 

Larissa93

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In unserem neuen Mietvertrag sind Nebenkosten und Heizkosten zusammengefasst und nicht einzeln aufgeführt.
Benötigt das Sozialamt diese Angaben einzeln und wenn ja, ist der Vermieter dazu verpflichtet diese einzeln zu erstellen?
Und wie sieht es aus wenn das ganze ein Pauschalbetrag ist?

(und sorry noch das der Titel vorher wieder zu kurz war - vielleicht lern ich's ja noch mal *grins*)
LG
Larissa
 

IronFist

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Er muß nach dem Ende der Abrechnungsperiode eine ordnungsgemäße Betriebskostenabrechnung erstellen und vorlegen. Es reicht aus, wenn er die Heizkosten in einer separaten Anlage genau und nachvollziehbar abrechnet. Er kann aber auch jeweils für die kalten und warmen Betriebskosten eine getrennte Abrechnung erstellen.

Insofern ist sowohl die Variante die Vorauszahlung in einer Summe als auch die Variante aufgeteilt in warm und kalt festzulegen ok.
 

Larissa93

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Er muß nach dem Ende der Abrechnungsperiode eine ordnungsgemäße Betriebskostenabrechnung erstellen und vorlegen. Es reicht aus, wenn er die Heizkosten in einer separaten Anlage genau und nachvollziehbar abrechnet. Er kann aber auch jeweils für die kalten und warmen Betriebskosten eine getrennte Abrechnung erstellen.

Insofern ist sowohl die Variante die Vorauszahlung in einer Summe als auch die Variante aufgeteilt in warm und kalt festzulegen ok.
Und wie berechnet das Sozialamt das ganze? Weil wir haben 70€ Nebenkosten, da sind Heizkosten mit dabei. Berechnet das Sozialamt dann 35€ Heizkosten + 35€ sonstige Nebenkosten?

Ab 01.08. habe ich den Mietvertrag für die neue Wohnung, der Mietvertrag der alten Wohnung läuft bis 31.08.
Sollte ich bereits jetzt dem Sozialamt mitteilen das ich ab 01.08. an Ort X wohne? Und wenn ja, einfach schriftlich oder brauch ich da ein Formular?
Sozialamt bleibt dasselbe.

LG
Larissa
 

Seepferdchen

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Hallo Larissa93

Und wie sieht es aus wenn das ganze ein Pauschalbetrag ist?
und

Weil wir haben 70€ Nebenkosten, da sind Heizkosten mit dabei.
und

im Mietvertrag ist sogar Strom mit angekreuzt.
Ohne jetzt deinen Vertrag zu sehen, gehe ich jetzt von deinen Angaben aus, das es sich hier um
Pauschalmietvertrag handelt, heißt deine Miete wird als Gesamtbetrag geschrieben also
inclusive Nebenkosten?

Schau doch mal ob sich im Vertrag noch ein Satz befindet über die jährliche Betriebskostenabrechnung?

Sollte ich bereits jetzt dem Sozialamt mitteilen das ich ab 01.08. an Ort X wohne? Und wenn ja, einfach schriftlich oder brauch ich da ein Formular?
Das kannst du machen, da reicht es wenn du formlos und schriftlich dem Amt mitteilst und
bitte belegbar!
 
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