Umzug Deutschland > Österreich gleichzeitiger Krankenstand

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Magdalena887

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Hallo,
ich bin Österreichische Staatsbürgerin und war 2017 bis 31.08. in Deutschland Arbeitnehmer. Das Dienstverhältnis wurde durch eine Auflösungsvereinbarung beendet. August bin ich von der Arbeit freigestellt und alle Urlaube sind abgegolten.
Eigentlich wollte ich September wieder nach Österreich umziehen und dort arbeit suchen.
Nun...
ich hatte Beginn August einen Unfall wodurch mein Seitenband gerissen ist - und weiß zum einen nicht WO (Österreich / Deutschland) und wie (TK oder Österreichische Versichung) ich versichert bin und zum anderen bin ich finanziell verängstigt, da ich nicht weiß wo ich die Bezüge erhalte ab 1.9..

Wenn ich mich beim AMS (österreich), Agentur für Arbeit, dzt. Arbeitgeber, Technikerkrankenkasse melde und meine Situation schilder, bekomme ich unterschiedliche Antworten.

Ich bin nicht wirklich vermittelbar in meiner jetzigen Situation mit dem Bein, aber habe natürlich auch bedenken wegen meiner Bezüge.

Vor allem, da ich mich physisch gerade in ÖSterreich aufhalte und plane dort meinen Lebensmittelpunkt wieder zu verlagern.

Vielen Dank für die Unterstützung und Beratung.

Mit freundlichen Grüen,
Magdalena F
 

Claus.

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Wenn ich mich beim AMS (österreich), Agentur für Arbeit, dzt. Arbeitgeber, Technikerkrankenkasse melde und meine Situation schilder, bekomme ich unterschiedliche Antworten.
Wundert mich leider nicht (mehr) ... da hat niemand eine Ahnung, aber gleich gar niemand.

Versuchen wir das mal aufzudröseln:

- hast du einen Anspruch auf dt. Alg I erworben? Dafür ist die dt. Agentur für Arbeit zuständig. xx.xx.2017 - 31.08.2018? Und nur gleich vorweg: durch den Aufhebungsvertrag hast du dir höchstwarscheinlich eine Sperrzeit beschafft - Länge weiß ich gerade nicht (entspr. müsstest du evtl. auch kurz ins Alg II gehen; zuständig dafür das dt. Jobcenter). Umgehende Arbeitslosmeldung nicht vergessen.

- Krankenversicherung: außer in ganz sonderbaren arbeitsvertraglichen Konstellationen bist du in D versichert. Steht auch auf den dt. Lohnabrechnungen droben. Wirst du nun zum 01.09. arbeitslos, bleibst du weiterhin bei deiner letzten KK; also wohl der TechnikerKK.

- woher weißt du daß dein Seitenband gerissen ist? Sagt ein Doc? Du bist gerade AU-geschrieben? Wie lange wird das wohl dauern? Auch schon von daher sollte klar sein^^ welcher KK du angehörst ... Ärzte arbeiten recht selten ohne vorherige Kostenfrageklärung. Übrigens ist reisen während des Krankenstandes leicht problematisch, sehen die KK´en nicht gern; du wirst dir wohl diesbezüglich auch keine Gedanken gemacht haben ob du dafür evtl. eine Genehmigung der KK gebraucht hättest /brauchen würdest.

- hast du überhaupt (noch) einen Anspruch auf österr. AMS-Leistungen? Oder würdest du dann eher in Notstandshilfe bzw. Mindestsicherung (kann mir den Unterschied nicht merken) rasseln? Die Frage sollte eigtl. das AMS beantworten können. Und für ausführlichere Infos habt ihr ja noch www.help.gv.at .

- wo willst du denn überhaupt hinziehen (ggf. BL, ungefähre Entfernung zur dt. Grenze, ehem. Zollgrenzbezirk ja/nein).


Du brauchst auf jeden Fall vorher die Entscheidung, wie du fahren willst; ob via dt. BA /AfA oder via österr. AMS. Ist natürlich auch davon abhängig, ob du Alg I oder Alg II -"Kunde" oder AMS-Bezüger oder sonstwas wärst. Dazu noch grob gesagt: als Alg II -Bezieher wärst du ohne Ende blockiert, als Alg I - Bezieher ginge deutlichst mehr, und mitm AMS kenne ich mich nur ungenügend aus. (Hab zwar vor 2 Jahren einen Umzug von D nach A begleitet, aber wir haben das damals dann absichtlich rein über dt. -Krankengeld- (?) sowie dt. Alg I gedreht).

Bei der Thematik gibt es fast so viele Möglichkeiten wie Stolpersteine. Weiterbezug von Alg I durch Niederlassung im österr. Zollgrenzbezirk ("Grenzgänger" - kennen die AfA-Leutchen nur erstmal nicht :biggrin:); Leistungsexport von D nach A zum dortigen AMS mittels PD U1 (allerdings ist dabei evtl. eine Zwischenbeschäftigung von 1 Tag in A erforderlich); Leistungsmitnahme zur Arbeitsuche im Ausland mittels PD U2 (allerdings nur für 3 Monate, welche um max. 3 weitere Monate verlängert werden können - ich hoffe zumindest das die Sonderregelung vonwegen nur 2 Monate ein anderes Land war). ... ein Link als erster Anhaltspunkt (aber wirklich nur als ersten Anhaltspunkt - die dt. BA verzählt regelmäßig neben jeder Menge Schrott auch immer allerhöchstens die Hälfte).

Gleich dazu noch eine Vorwarnung^^: in D herrscht KK-Versicherungspflicht. Heißt, solltest du Hals über Kopf nach A umziehen, blüht dir ggf. irgendwann ein böses erwachen in Form einer "supernetten" Rechnung von der dt. KK. Die berechnen die Versicherungsbeiträge einfach fleißig weiter; entsprechend brauchst du zum 01.09. entweder eine "Kundenkarte" von der AfA bzw. dem JC - oder eine Anmeldung bei der österr. GKK inkl. Abmeldung von der dt. KK (letzteres geht aber selbstverständlich erst zum Umzugstag).
Sowas muß man schlicht in Ruhe angehen ...

Und noch eine Idee: rufe evtl. doch mal bei der AfA in Lindau an, und dann noch beim AMS in Bregenz. Die kennen sich m.M.n. noch am ehesten mit dem Zeug aus; die managen die Arbeitslosenverwaltung im Dreiländereck D-A-CH "Europaregion" Bodensee überraschend gut ... von denen gibts auch einen vernünftigen Wälzer zu dem Thema (finde ich aber natürlich^^ grad nicht).
 

Magdalena887

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Hallo.
Herzlichen Dank für die umfassende Antwort!!
Vorweg die Firma hatte mir den Abwicklungsvertrag so geschrieben, dass es keine Sperrzeit geben sollte. Was ich jetzt weiß: in Österreich ist es wichtig sich bloß nicht zu früh arbeitslos zu melden und D kann es nicht früh genug sein. Kenne mich ja nicht aus, da ich 6 Jahre lang immer nur eingezahlt hatte gleich nach-, während- und vor meiner Ausbildung.

1. Leider hatte ich es verabsäumt mich in D arbeitslos zu melden mit meinem Abwicklungsvertrag weil ich mit 1.9. in Österreich gemeldet sein wollte (erstmal Elternhaus in Tirol) und da ich zum einen immerwieder in Österreich war und meine Heimat (Zweitwohnsitz) nicht aufgegeben hatte - wurde mir versichert, dass ich das über das AMS gut abwickeln kann.

2. Ich hatte tatsächlich Untersuchungen (MRT) bzw. habe ich jetzt mit Manualtherapien und Physiotherapien begonnen, Diagnostisch habe ich morgen einen Termin in der Knieamb, sodass ich dort eine Krankmeldung erhalte - dass ich voraussichtlich 6 wochen ausfalle (nehme ich mal an) - die TK hat telefonisch bestätigt, dass diese Kosten auch für Österreich übernommen werden.

3. Ich habe überlegt morgen oder am Montag über die deutsche Grenze zu fahren und mich dort arbeitslos zu melden - damit ich vlt dort auch eine zusage zu ALG1 bekomme ? läuft das so? (war noch nie in D arbeitslos gemeldet)- zumindest bis ich weiß ob die Tiroler GKK mich übernehmen wird (?)

Irgendwie alles einen riesen Haufen Sch***. dabei ist mein Fall ja banal und klein.
Ich bin froh dass ich gerade bei den Eltern sein kann und bin in Behörden-, Pflicht- und Rechtfragen entsprechend nackt...

Ich denke mal, da ich ja wirklich physisch bereits umgezogen bin, wäre es entsprechend richtig und auch offiziell wenn ich versuche wieder über Österreich gemeldet, versichert zu sein und Leistungen zu beziehen. Aber natürlich kann ich auch mit meinem Mitbewohner in Berlin reden und offiziell bin auch nocht nicht komplett umgemeldet, wenn es finanziell sinnvoll ist.
Ich habe natrürlich Angst nicht versichert, oder gar einer Kostenlawine gegenüber zu stehen und quite frankly - ich habe lange für eine riesen Corporation im Außendienst - für die ich eine Nummer war - gearbeitet, bin Steuerklasse I, finanziere die Kirche (aber jetzt räume ich auf)
und sehe es nicht ein, dass ich eventuell in einen Notstand gehen soll / muss - des Weiteren scheint jede Instanz mich für deren Interessen zu beraten und ich offensichtlich noch Geld für Rechtsberatung ausgeben müsste..?!!

Nochmal danke für die so weiterführenden Informationen!!!
Nach gefühlten 100 Telefonaten war das mal endlich informativ.

Beste Grüße aus Tirol....
 

erwerbsuchend

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Ich denke mal, da ich ja wirklich physisch bereits umgezogen bin, wäre es entsprechend richtig und auch offiziell wenn ich versuche wieder über Österreich gemeldet, versichert zu sein und Leistungen zu beziehen. Aber natürlich kann ich auch mit meinem Mitbewohner in Berlin reden und offiziell bin auch nocht nicht komplett umgemeldet, wenn es finanziell sinnvoll ist.

Leistungen des JC gibt es nur, wenn du dich auch tatsächlich an dem gemeldeten Wohnort aufhälst. Du musst dich also entscheiden, ob du wieder nach Berlin ziehst oder in Österreich bleiben willst.
 

Claus.

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Leistungen des JC gibt es nur, wenn du dich auch tatsächlich an dem gemeldeten Wohnort aufhälst.
Wenn wegen AlgI die AfA zuständig ist, reicht ´irgendwo´ in D oder in den daran anschließenden ehem. Zollgrenzbezirken.

Offiziell nennt sich das (bei AlgI), man muß der Vermittlung in Deutschland zur Verfügung stehen. Inoffiziell^^ bringt das mit sich daß man bei einem Aufenthalt im ~30km-Umkreis um D herum eben behaupten [und ggf. ein wenig nachweisen] muß, man würde wieder eine Beschäftigung in D suchen.


Mal noch eine ganz blöde Frage ans Forum: wie verhält es sich mit Krankengeld bei einem Aufhebungsvertrag?

Ich schätze mal, daß die österreichische Arbeitslosenverwaltung wenig begeistert sein wird wenn sie eine erkrankte Person übernehmen soll ...
 
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