Umzug bei ALG1, vor Ansuchen um ALG2 (nicht "notwendig", KdU nicht angemessen)

mittwoch

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Hallo,

ich hätte theoretisch Mitte nächsten Monat die Möglichkeit umzuziehen, praktisch gibt es da allerdings ein paar Hürden, zu denen ich einige Fragen hätte, bevor ich die Hoffnung auf dem Umzug ganz aufgebe...

Momentan wohne ich theoretisch in einer 1-Zimmer-Wohnung (unter 40m2) und beziehe neuerdings ALG1. Nun hätte ich die Chance Mitte nächsten Monats in eine 2-Zimmer-Wohnung (knappe 55m2, davon ist glaube ich ein Teil der m2 der Balkon) im selben Haus umzuziehen. Die beiden Wohnungen waren (bzw. sind noch) wegen eines Wasserschadens für einige Monate unbewohnbar, in dieser Zeit wurde die größere Wohnung dann wegen des Umzug des Mieters ganz frei.
Da ich längerfristig gesehen gerne Teilzeit arbeiten und den Rest durch selbstständige Arbeit von zuhause aus verdienen würde, wäre die größere Wohnung ideal für mich, da ich dann auch genug Platz hätte, mir einen kleinen Arbeitsplatz zuhause einzurichten.

Zwar strebe ich an, schnellstmöglich wieder Arbeit zu finden, allerdings sieht es momentan so aus als müsste ich mich zumindest zwischenzeitlich für ALG2 melden, da mein ALG1 sehr gering ist. Hierfür ist der fürs Amt angemessene Wohnbedarf mit der neuen Wohnung aber leider überschritten (sowohl die m2, die wie ich das bisher verstanden habe in Berlin 45-50m2 ausmachen dürfen, als auch finanziell, wo eine Bruttokaltmiete inkl. Nebenkosten ohne Strom in Berlin bei 364,50 € liegen.. zwar dürfte das im Juli erhöht werden, allerdings hab ich noch keine genaueren Angaben gefunden und würde vermuten es handelt sich nur um ein paar wenige €..).
Bisher habe ich unterschiedliche Infos bzw. Vermutungen zusammentragen können, jetzt hoffe ich, dass mir hier jemand weiterhelfen kann.

Wenn ich schon umziehe bevor ich mich beim Jobcenter für ALG2 melde, muss mir das JC den Umzug dann auch genehmigen bzw. muss ich den Umzug dann auch noch als notwendig rechtfertigen?
Zuschüsse für Umzug oder Kaution würde in so einem Fall selbstverständlich nicht erwarten, da ich ja aus Sicht des Amtes keine Notwendigkeit habe umzuziehen.
Wenn die Wohnung dann vom Amt als nicht angemessen eingestuft wird, können sie mir generell verweigern Kosten für die Unterkunft zu übernehmen, oder müsste ich nur die Mehrkosten die über 364,50 € liegen selbst tragen?
Nachdem ich voraussichtlich (aber leider noch nicht fix) bald einen neuen Job habe, wäre es für mich machbar zwischenzeitlich die Mehrkosten selbst zu tragen; bekäme ich allerdings gar keine Unterstützung bei der Miete, wäre das problematisch.

Mir ist klar, dass das im Vergleich zu vielen Fragen hier Luxusprobleme sind, es würde mich trotzdem freuen, wenn mir hier jemand mit Infos weiterhelfen könnte!
 

Texter50

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Wechselst Du die Wohnung, bevor Du ALG II beantragst, ist das alleine Deine Angelegenheit. :icon_stop:

Hast Du die Wohnung jetzt gewechselt und beantragst dann erst ALG II, dann übernimmt das JC die ersten 6 Monate die vollen Kosten.
Danach würdest eine Aufforderung zur Kostensenkung bekommen.
Schaffste es dann nicht, die Kosten zu senken, dann trägst Du halt den Rest der KDU, die nicht übernommen werden.

Wobei es hier mehr um die Kosten als um die QM geht, die soweit ich weiß, bis 50 QM / 1 Person betragen dürfen.
Da Du im selben Haus umziehst, wenn ich es richtig verstanden habe, würde es ja nicht einmal auffallen. :wink:
 

Wutbuerger

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Ist nicht mit dem Rechtsvereinfachungsgesetz vorgesehen bei Aufstockern alles vom ALG1 regeln zu lassen? Kann mal jemand die Änderungen der Bezugsberechtigten und der Leistungsträger ermitteln und im Forum einstellen?
 

mittwoch

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bisher bin ich nur für ALG1 angemeldet. Wenn der Mietvertrag ab Mitte Juli gelten würde, sollte ich mich wahrscheinlich erst für August für ALG2 melden, damit der (selbst finanzierte) Umzug keine Probleme darstellt, wenn ich das richtig verstehe..
 
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ExitUser

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Bevor Du weiter orakelst, wäre es vielleicht sinnvoll, die Wohnfläche zu überprüfen:
https://www.mieterschutzverein-frankfurt.de/fileadmin/user_upload/PDF/Merkblaetter/Wohnflächenberechnung.pdf

Da ich längerfristig gesehen gerne Teilzeit arbeiten und den Rest durch selbstständige Arbeit von zuhause aus verdienen würde, wäre die größere Wohnung ideal für mich, da ich dann auch genug Platz hätte, mir einen kleinen Arbeitsplatz zuhause einzurichten.
Das gewerblich genutzte Arbeitszimmer zählt, soweit abtrennbar, nicht zur Wohnfläche - die anteilig darauf entfallenden Kosten werden demnach auch nicht als KdU übernommen. Das wäre ein Weg, eine marginal zu große und zu teure Wohnung in die Angemessenheitsgrenzen zu bekommen. Zwar zahlt man dann den Rest auch selber, hat aber noch nicht die Verweigerung von NK-Nachzahlungen an der Backe, die die Kappung nach der Kostensenkungsaufforderung mit sich bringt.
Bedingung ist freilich, daß sich der Rest der Wohnung nach dem Abteilen des Arbeitszimmers noch zum Wohnen eignet.
 
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