Umzug aus kleinem Zimmer/Pension möglich? Umzugskosten vom Jobcenter möglich?

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eule4

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Hi,

ich wurde leider gekündigt. Und wohne lediglich in einer Art Pension, die halt vorübergehend gedacht war wegen der Arbeit (musste ja einen Monat ohne Lohn überbrücken bei der Arbeitsaufnahme, und Wohnung hab ich so schnell nicht gefunden - daher musste was billiges her -). Nun bezieh ich aber wieder ALG2.
Ich hab also nur ein kleines Zimmer von wenigen Quadratmetern (ca. 12-14m). Eine Küche ist dort nicht vorhanden, da ich ja Geld für die Speisen im angeschlossenen Gasthof hatte leisten können (oder dort für 2 € die Mikrowelle nutzen durfte - dürfen aber nur Leute, die Arbeit haben. Als Arbeitsloser wird mir das nun verweigert).

Muss mir das Jobcenter einen Umzug in eine größere Wohnung genehmigen? Habe den Leistungssachbearbeiter darauf angesprochen: Der meinte Würde es nicht geben, da ich ja eine Unterkunft hätte; zumindest würde nicht mehr bezahlt. (Zahle gerade mal 298 € ingesamt für das kleine Zimmer, das meiste noch in Koffern verpackt, die sihc hier stapeln.) Eine richtige Wohnung würde deutlich mehr kosten; und auch die angemessene Bruttokaltmiete wäre deutlich höher.

Wie sollte ich vorgehen? Habt ihr Tipps? [Nun überstürzen will ich nichts, erstmal will ich die Regelleistungen + die billige Mieter sicher haben, aber dauerhaft sollte man in so einer Unterkunft ja nicht hausen]
Werden Umzugskosten, etc. übernommen und ggf. Einrichtung mit wichtigsten Gegenständen? Bzw. wie stehen die Chancen?
[Ach ja, das Zimmer kann ich mit einer Frist von 6 Wochen kündigen, falls das relevant sein sollte]
 

RoxyMusic

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Schau mal hier:

https://www.haufe.de/oeffentlicher-dienst/tvoed-office-professional/sauer-sgbii-22-bedarfe-fuer-unterkunft-und-heizung-2252-angemessene-wohnflaeche-und-wohnstandard_idesk_PI13994_HI8194068.html

Angemessene Wohnfläche und Wohnstandard

"Die Angemessenheit von Wohnkosten beginnt mit der Feststellung der abstrakt angemessenen Wohnungsgröße in Quadratmetern, wobei die für Wohnberechtigte im sozialen Mietwohnungsbau anerkannte Wohnraumgröße zugrunde zu legen ist (Wohnungsgrößen nach § 10 WoFG, vgl. BSG, Urteil v. 16.5.2012, B 4 AS 109/11 R, Kurzwiedergabe in SGb 2012 S. 401), die durch Richtlinien der Bundesländer konkret festgelegt wird.
...
Der Beurteilung der Angemessenheit der Wohnfläche kann bei allgemeiner Betrachtung eine Grundgröße von bis zu 50 m2 für einen Alleinstehenden zugrunde gelegt werden;
...
Es ist auf die anerkannte Wohnraumgröße für Wohnberechtigte im sozialen Mietwohnungsbau abzustellen. Hinsichtlich der Überlassung von gefördertem Mietwohnungsraum gelten landesrechtliche Bestimmungen (vgl. §§ 27 Abs. 4, 10 WoFG). Im Ergebnis ist daher die Anzahl der Zimmer in der betroffenen Wohnung bedeutungslos."


https://openjur.de/u/298742.html

Hessisches LSG· Urteil vom 12. März 2007 · Az. L 9 AS 260/06

"Die Untergrenze folgt hingegen daraus, dass nach Einschätzung des Senats eine Wohnung mit einer Wohnfläche von weniger als 35 m² für eine Person nicht zumutbar ist."
 

Fairina

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Eine Pension ist keine Wohnung. Punkt und Basta. Derzeit bist du wohnungslos und dem Umstand ist schnellst möglichst Abhilfe zu verschaffen. Ich würde Terror schieben beim JC, beim Wohnungsamt und der Ordnungsbehörde. Als Einzelperson stehen dir bis zu 50 qm zu.

Arbeitslose dürfen die Mikrowelle nicht benutzen? Was ist das denn für ein Unsinn. Mach das öffentlich. Eine solche Diskriminierung ist ja wohl das Letzte.

Genau so etwas ist das, was ich immer wieder ankreide mit dieser Verschiffung von Arbeitslosen quer durch die Republik. Fast jeder Beruf ist überall an allen Orten vertreten. Warum also die Leute von A nach B verbringen.
 

eule4

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Nein wohnungslos bin ich ja nicht offiziell. Bin ja ordentlich beim Einwohneramt gemeldet. Sonst hätte meine Vermieterin ja noch Bettensteuer zahlen müssen und ohne Anmeldung hätte ich das Zimmer nicht bekommen.

Und ja, bis zu 50 m². Aber es dürften auch weniger sein, hieß es von meinem Jobcenter. Außerdem meinte mein Sachbearbeiter, dass er selbst auch nur ein Zimmer von 22 m² hätte, sich das Bad und die Küche mit anderen Leuten und so teilen müssen. Und mir würde es ja freistehen umzuziehen, aber müsste damit rechnen, das nicht mehr als derzeit bezahlt würde.

[Und: Ich hätte es ja, am liebsten der Vermieterin mit der Arbeitslosigkeit gar nicht mitgeteilt, aber das Jobcenter bestand ja auf so ein Formular, da der Mietvertrag nicht ausreichen würde. Daher wusste sie es nun halt]
 

Fairina

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Um es mal so zu sagen: Verarscht von hinten bis vorne. Was dein SB macht, ist seine Sache. Bei dir besteht ein Recht.

Und sorry, aber was da die Pensionsinhaberin macht, ist definitiv nicht in Ordnung und daher bist du wohnungslos. Oder hast du ein eigenes Bad oder eine eigene Küche in der Pension. Eine Wohnung ist genau definiert und das da ist keine. Ob deine Pensionswirtin Bettensteuer zahlen muss oder ob da ein Klüngel, besser gesagt Filz, mit der kommunalen Verwaltung besteht oder nicht, ist und muss dir egal sein.

Und du alleine hättest entscheiden können welche Papiere du dem JC vorlegst. Entweder MV oder Mietbescheinigung. Die MB hätte auch für ein Wohngeldamt sein können, daher wird hier mal wieder der Datenschutz gebrochen. Schlimmer sogar weil die DSVGO seit 24.0.52018 gilt.
 

Schmerzgrenze

Super-Moderation
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Willkommen im Forum. :welcome:Rezeption
Außerdem meinte :icon_laber: mein Sachbearbeiter, dass er selbst auch nur ein Zimmer von 22 m² hätte,
sich das Bad und die Küche mit anderen Leuten und so teilen müssen. Und mir würde es ja freistehen umzuziehen,
aber müsste damit rechnen, das nicht mehr als derzeit bezahlt würde.
Völlig egal was der meint. Nach Gesetz ist die KDU für eine angemessene Wohnung zu übernehmen.
§ 22 SGB II Bedarfe für Unterkunft und Heizung meinte:
(4) 2 Der kommunale Träger ist zur Zusicherung verpflichtet,
wenn die Aufwendungen für die neue Unterkunft angemessen sind.
Suche Dir eine Wohnung, welche laut ► Richtlinien zu Unterkunft, Heizung, Warmwasser und Wohnraumsicherung als angemessen gilt.
Dann beantragst Du schriftlich nachweisbar die Zusicherung der Übernahme der KDU für die neue Wohnung.
Ist die Wohnung angemessen, kommt das JC nicht um eine Zusicherung herum. :icon_wink:
 
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