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Umzug aus gesundheitlichen Gründen

thomas

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Ich bin zu 100% erwerbsgemindert (psychisch schwer krank, chronisch, EU-Rente seit Januar 2014 per LSG-Urteil) und bin nun aus gesundheitlichen Gründen von einer winzigen Kleinstadt in eine größere Stadt umgezogen.
Ich war nicht mehr in der Lage, die langen Wege zu meiner (noch sehr lange dauernden) Therapie zurückzulegen.

In der neuen Stadt hab ich eine Wohnung gefunden, die fußläufig 3 Minuten von der Uni-Klinik entfernt liegt.

Da die EU-Rente lächerlich gering ist, bin ich gezwungen, aufstockende Sozialhilfe zu beantragen.
Der SA erklärte mir dann, daß die Brutto-Kaltmiete allerhöchstens 345,- Euro für eine Person betragen dürfe.

Das sind Miete plus Betriebskosten.
Für diesen Preis bekomme ich höchstens eine unsanierte Wohnung irgendwo an der Peripherie, von wo aus ich dann mit öffentlichen Verkehrsmitteln wieder endlos lange bis zur Uni-Klinik unterwegs wäre.

Nun hab ich mit dem (zukünftigen) Vermieter gesprochen (den kenne ich so ein bißchen).
Der kam mir zwar sehr entgegen, aber verschenken kann er die Wohung ja nun auch nicht.

Habe ich als Schwerbehinderter nicht Anpruch auf einen etwas erhöhten "Satz" in Bezug auf die Wohnung?
Wie argumentiere ich mit dem SA?
Ich MUSS in diese Wohnung einziehen, denn ich MUSS in der Nähe der Uni-Klinik wohnen; ich weiß nicht, was sonst werden soll.

Ich hab dem SA gesagt, daß ich auch in meiner vorherigen Wohnung mehr zahlen mußte, al die vom Sozialamt festgelegte Obergrenze vorsah. Ich hatte die Differenz vom Regelsatz bestritten, wie anders sollte das auch gehen ...
Er meinte daraufhin, daß das nicht möglich wäre, denn wenn ich da eine Mietpreisdifferenz vom Regelsatz bestreiten würde, dann würde mein ganzer Antrag abgelehnt und das Sozialamt würde mir gar nichts zahlen.
Und auf keinen Fall die Miete ...

Soll das heißen, daß das Sozialamt (Lübeck) dann nicht einmal die Miete bis zur (von diesen Leuten selbst festgelegten) Mietobergrenze zahlt?


Kann mir bitte jemand helfen?
Ich krieg hier die Krise ... und ich darf mich eigentlich keinesfalls aufregen, sagen meine behandelnden Ärzte ...
 

Caso

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Ich bin zu 100% erwerbsgemindert (psychisch schwer krank, chronisch, EU-Rente seit Januar 2014 per LSG-Urteil) und bin nun aus gesundheitlichen Gründen von einer winzigen Kleinstadt in eine größere Stadt umgezogen.
Ich war nicht mehr in der Lage, die langen Wege zu meiner (noch sehr lange dauernden) Therapie zurückzulegen.
In der neuen Stadt hab ich eine Wohnung gefunden, die fußläufig 3 Minuten von der Uni-Klinik entfernt liegt.
Hast du jetzt diese Wohnung in Klinik-Nähe auch schon bezogen?
Oben schreibst du ja, daß du umgezogen bist.
Der SA erklärte mir dann, daß die Brutto-Kaltmiete allerhöchstens 345,- Euro für eine Person betragen dürfe.
Das mit "allerhöchstens" ist nicht korrekt.
Das ist der Richtwert. Also 345,- bruttokalt. Dazu kommen noch die Heizkosten.
Richtwerte können auch abweichen, hier bei dir nach oben.
Dafür muß es wichtige Gründe geben.
Wie hoch ist denn die Differenz??
Nun hab ich mit dem (zukünftigen) Vermieter gesprochen (den kenne ich so ein bißchen).
Der kam mir zwar sehr entgegen, aber verschenken kann er die Wohung ja nun auch nicht.
Wie groß ist die Wohnung?
Was kostet die als bruttokalt?
Wie hoch sind die Heizkosten?
Schwerbehinderte können einen höheren Wohnflächenanspruch haben, zB. Rollifahrer oder sonst aus wichtigem Grund.
Du müßtest als Argumentation anführen, daß du x-mal zu der Therapie in diese Klinik (und nicht woandershin) mußt und es dir aus gesundh. und finanziellen Gründen nicht zumutbar ist, x km mit ÖPNV durchs Land zu gondeln.
Daß das (??) genau kontraproduktiv zum Ziel deiner Therapie wäre...
Vielleicht unterstützt dich dein Therapeut oder Arzt mit einem entspr. Attest?
Oft hilft das bei den Ämtern.
Ich hab dem SA gesagt, daß ich auch in meiner vorherigen Wohnung mehr zahlen mußte, al die vom Sozialamt festgelegte Obergrenze vorsah. Ich hatte die Differenz vom Regelsatz bestritten, wie anders sollte das auch gehen ...
Er meinte daraufhin, daß das nicht möglich wäre, denn wenn ich da eine Mietpreisdifferenz vom Regelsatz bestreiten würde, dann würde mein ganzer Antrag abgelehnt und das Sozialamt würde mir gar nichts zahlen.
Und auf keinen Fall die Miete ...
Das hast du evtl. falsch verstanden.
Das Sozialamt würde jetzt ganz einfach deinen Umzug NICHT als erforderlich ansehen.
Deswegen keine Umzugskosten zahlen und dann (falls du "freihändig" umziehst), dir nur die 345,- + Heizkosten zahlen.
Den Rest müßtest du wieder selbst drauflegen.
Das Amt rechnet natürlich mit. Wenn die Differenz, die du drauflegst, sehr hoch ist, fragen die sich, von was du noch leben kannst.
Ich krieg hier die Krise ... und ich darf mich eigentlich keinesfalls aufregen, sagen meine behandelnden Ärzte ...
Bitte nicht hier---
ich würde zuerst den Arzt um ein entspr. Attest bitten.
Dann zusammen mit dem Attest einen Antrag ans SA stellen.
Bei der Formulierung kann man dir hier sicher helfen.

Man müsste aber die Daten (Preisunterschied), Entfernung usw. kennen, um gezielt argumentieren zu können.

Du hast den Mietvertrag noch nicht unterschrieben??

http://www.harald-thome.de/media/files/kdu,-ae,-but-rilis/KdU-L-beck---01.04.2014.pdf
Da steht übrigens 354,- als bruttokalt
 

thomas

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Thematiker*in
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Hat mir sehr geholfen!
Ganz dolles Dankeschön!
:smile:
 
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