Umstrukturierung im Gesundheitswesen - welche Gegenwehr ist möglich?

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ethos07

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Hallo ihr lieben Kenntnisreichen für unseren ELo-Bereich Schwerbehinderte/Gesundheit/EU-Rente) :

Falls ihr die aktuellen Verschlimmbesserungen des Gesundheitssystem aus unserer Elo-Sicht kennt, bitte ich euch hier gern auch mal zu den Fragen, die uns im Hinblick einer Berliner Veranstaltung "Kopfpauschale, Verriesterung in der Pflege - die Krise" im Gesundheitssystem " gestellt wurden, Antworten zu suchen ...

... wir als Berliner Initiative "Keine/r muss allein zum Amt" sind zwar eingeladen, haben aber bisher nämlich dazu so gut wie Null Ahnung bzw. Ideen...
.... und ihr als direkt Betroffene oder seit Jahren dazu Aktive seid dazu möglicherweise um einiges besser gerüstet :wink::


- Was passiert gerade in Eurem Bereich, in Euren Organisationen in
Hinblick auf die schon erfolgten und geplanten Veränderungen im
Gesundheitsbereich?

- Was folgt für Euch daraus für mögliche politische Interventionen und
mit wem zusammen wollt Ihr dies tun?

- Und welches strategische Interesse hast Du/habt Ihr an diesem Thema?

Wir glauben, dass nach Hartz IV der Versuch der Umstrukturierung des
Gesundheitswesens mit den größten Angriff der Bundesregierung auf die
Sozialsysteme dar stellt. Der angestrebte Weg, den bei der letzten
Gesundheitsreform 2007 weite Teile der CDU schon umsetzen wollten, ist
eindeutig: die weitere Privatisierung des Gesundheits- und Pflegesektors
mit dem Ausbau einer Zwei-Klassenmedizin, in der nicht die Solidarität,
sondern der Geldbeutel über die Behandlung entscheidet.

Mit der geplanten Kopfpauschale, der vollständigen Auflösung der reste
von Parität stehen wir allerdings auch vor einem Systemwechsel. Dennoch,
dieser ist im Regierungslager hart umkämpft. Es gibt selbst Stimmen in
der FDP, die dem Kurs von Philip Rösler so (noch) nicht folgen mögen.
Die CDU steht gerade vor den Wahlen in NRW in Frage der Kopfpauschale
nach außen hin eher nicht hinter diesem Plan. Und ein Großteil der
Bevölkerung lehnt einen solchen Systemwechsel derzeit noch ab. Die
geplanten Wege der Umstrukturierung sind also auch herrschaftlich höchst
umstritten – eine Situation, die wir nutzen sollten und in die wir
intervenieren können.
 

plogom

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:icon_evil:Hallo erst einmal,:icon_daumen:
wenn man sich länger mit dem Thema befasst und verfolgt, ist das der genaue Hintergrund. Das Gesundheitssystem, wie auch die ganze Gesellschaft befindet sich in einem radikalen Umbruch, gefördert durch die sogenannte "Oberschicht"!
Das Thema Harz4ler in den Pflegedienst ist erst seit ein paar Wochen wieder aktuell hoch gespielt worden(SPD und Co). Der Hr. Rösler sieht dringenden Bedarf (der tatsächlich vorhanden ist) in den Landärzten. Was will er tun? Numerus-Klausus dafür abschaffen, besondere Anreize für die Barfuß-Ärzte schaffen! Als nächstes werden jüngere H4ler zu solchen ausgebildet (im Schnellverfahren), denn für Pflegebedürftige (die ja nichts mehr für die Gesellschaft tun) braucht man keinen "vollwertigen" Arzt. Für Menschen 2.Klasse braucht man auch nur Ärzte 3. Klasse!
Nur wer genug Geld hat kann sich in Zukunft noch eine vollwertige ärztliche Behandlung leisten. Gefördert wird das auch durch die Einführung der Kopfpauschale (erst mal 29 Euro, dann sehen wir weiter). Alles im Sinne der Konzerne. Hartz4ler werden dann nur noch einen "Basis-Vertrag" haben und notwendige weitere Behandlungen privat finanzieren müssen.
Deshalb sage ich, das Thema muß immer wieder öffentlich gemacht werden! Ist übrigens Thema auf unserer nächsten Montags-Demo. Und immer wieder die Leute darauf ansprechen!
mfg
plogom:icon_neutral:
 

Kerstin_K

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Vielleicht sollte man mal Beispiele für Verschwending im Gesundheitswesen sammeln und die esammelten Werke Herrn Rösler vorlegen.

Mir fiele da so einiges ein.

So gibt es z. B. Kassen, die von Mitgliedern, die einen E-Rolli benötigen, erstmal eine MPU verlangen, auch wenn diese schon jahrelang einen gültigen Führerschein besitzen.

Weiteres Beispiel: Allergiemedikamente wwerden nicht von der Kasse bezahlt. Ist es aber zu Egaenwechsel, also, Astma, Brochitis usw gekommen, die Behndlung zahlt die Kasse.

Warum muss Rollstuhlbereifung im Sanitätshaus teurer sein als Fahrradbereifung?
 

plogom

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Hallo Kerstin,
natürlich könnte man im Gesundheitswesen immense Summen einsparen. Wenn man davon ausgeht, das ein praktischer Arzt mehr Zeit für Papierkram als für den Patienten benötigt (Bürokratie), oder ein Arzt ein verschriebenes Medikament, gegenüber der KK begründen muss (er ist Arzt, hat studiert), kann man das Einsparpotential erahnen. Mit der Papierflut sind noch mindestens 4 "Beamte" beschäftigt (sorgt natürlich für Arbeitsplätze). Aber man will gar nicht "Einsparen", sondern privatisieren! Wer ist denn das Klientel dieser
Leute?
Man muss sich nur (wie die alten Römer) fragen:
cui bono (vielleicht schlechte Grammatik?), WEM NUTZT ES?
mfg
plogom
 
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