Umstrittene Pläne: Mit Datenbanken gegen Wechselkunden?

ZynHH

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Umstrittene Pläne: Mit Datenbanken gegen Wechselkunden?
Strom- und Gaskunden, die ihren Anbieter häufiger wechseln wollen, könnten schon bald systematisch davon abgehalten werden. Nach Recherchen des NDR und der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) haben die Schufa und die Münchner Wirtschaftsauskunftei CRIF Bürgel Datenbanken entwickelt, in denen offenbar branchenweit Vertragsdaten möglichst vieler Kunden gespeichert werden sollen. Verbraucher- und Datenschützer fürchten, dass damit Energieversorger wechselfreudige Verbraucher identifizieren und in der Folge ablehnen könnten. Anfang November wollen sich die Datenschutzbehörden der Länder und des Bundes zu diesem Thema abstimmen
.
Quelle: https://www.ndr.de/fernsehen/sendun...-gegen-Wechselkunden,energieversorger106.html

Ob das Verbraucherschutzministerium das im Sinn hatte, als es die Bundesbürger aufforderte, den Anbieter zu wechseln, um die Strompreise im Rahmen zu halten?
Sowohl das Verbraucherschutzministerium als auch die Datenschützer dürfen das nicht zulassen, sonst gibts das bald überall.
 

Nena

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Verstehe ich nicht. Warum sollte Energieversorger das stören? Die sind doch die, die Neukundenboni anbieten. Wenn wer nächstes Jahr immer noch attraktiv ist, bleibe ich doch eh freiwillig...
 

Nena

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Habe ich verstanden. Die provozieren doch aber die (ständigen) Wechsel mit ihren Angeboten. Meinte ich. Würden Neukundenrabatte weg fallen, hätte ich (in einem früheren Leben...) nicht immer jährlich mit meinem Partner abwechseln müssen beim Premiere-Abo. Zum Beispiel.
DAS ist das, was ich so dumm finde. Die wollen, dass ich wechsle. Aber nur einmal? Warum bieten sie dann nicht einfach dauerhaft sinnvolle Konditionen?
 

ZynHH

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Ich verzichte eh immer auf Boni, wichtiger sind mir niedrigere Preise. Sonst bezahle ich den Bonus ja darüber selbst...
Nichts desto trotz sollten solche Datenbanken nicht zugelassen werden. Obwohl, Versicherungen und Banken haben ja auch schon solche Datenbanken. Aber so hat sie dann bald jeder Supermarkt oder Tankstelle .....

Letztlich sind solche Datdnbanken das Gegenstück zu Chinas Punkte-System.
 

TazD

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Ich halte das für sehr bedenklich. Es ist mein gutes Recht, Verträge zu kündigen und wieder neue Verträge abzuschließen. Sollten die Versicherungen etwas derartiges tatsächlich umsetzen, hilft vermutlich nur der Klageweg, weil die Ablehnungsgründe mit Sicherheit an den Haaren herbeigezogen sein werden.
Sollte eine Ablehnung erfolgen, weil ich "zu oft wechsle", dann stellt das durchaus einen Eingriff in meine Vertragsfreiheit dar.
 

Woodruff

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Ich verzichte eh immer auf Boni, wichtiger sind mir niedrigere Preise. Sonst bezahle ich den Bonus ja darüber selbst...
Nichts desto trotz sollten solche Datenbanken nicht zugelassen werden. Obwohl, Versicherungen und Banken haben ja auch schon solche Datenbanken. Aber so hat sie dann bald jeder Supermarkt oder Tankstelle .....
Wenn sich Preise erhöhen wechsele ich meistens den Anbieter, oder frage nach, ob der Noch- Anbieter mir einen anderen günstigen Tarif anbieten kann.

Auf Boni verzichte ich eher auch.
 

Manni1976

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Sollte eine Ablehnung erfolgen, weil ich "zu oft wechsle", dann stellt das durchaus einen Eingriff in meine Vertragsfreiheit dar.
Wäre aber Ausdruck der Vertragsfreiheit des Energieversorgers. Soweit kein Kontrahierungszwang nach § 17 Abs. 1 EnWG besteht, kann der nichtstaatliche Energieversorgung abgesehen von den Gründen nach dem AGG nach Lust und Laune entscheiden, mit wem er Verträge abschließt und mit wem nicht.
 

TazD

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Wäre aber Ausdruck der Vertragsfreiheit des Energieversorgers.
Hab ich nur drauf gewartet, denn das ist mir bekannt. Trotzdem halte ich die Begründung "wechselt zu oft" für nicht haltbar. Warum macht der Energieversorger dann solche Angebote, wenn ein Kunde diese dann quasi nicht nutzen darf?
 

Kerstin_K

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Bei den Versicherungen gibt es schon ewig die sogenannte Malus-Datei. Darf eigentlich auch nicht sein, gibt es aber trotzdem.
 

Admin2

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Warum macht der Energieversorger dann solche Angebote, wenn ein Kunde diese dann quasi nicht nutzen darf?
Genau, und daher wäre das imho unter "unlautere Geschäftspraktiken" des Wettbewerbsrechts/Lauterbarkeitsrechts zu verbuchen.
Dann könnte Aldi Sonderangebote auch nur noch für "Neukunden" anbieten.

Es sind auch Stromanbietern nicht dazu gezwungen Boni auszukehren, insbesondere dann, wenn sie Verbraucher (ohne echte Not wie mangelnde Zahlungsfähigkeit) in ihrer Konsumfreiheit zu beschränken.


In Marktwirtschaften werden rechtliche Einschränkungen der Konsumfreiheit nur in den Ausnahmefällen als gerechtfertigt angesehen, wo individuelle Konsumentscheidungen gravierende negative Folgewirkungen für den einzelnen oder die Gesellschaft haben (z.B. Kauf oder Gebrauch von Drogen, Waffen, Medikamenten). Um Konsumfreiheit nicht nur formal-rechtlich, sondern auch faktisch sicherzustellen, gehört es zu den Aufgaben der staatlichen Wettbewerbspolitik, Monopolbildungen und Anbieterkonzentrationen mit wahlbeschränkenden Wirkungen zu verhindern.
 

Admin2

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Bei den Versicherungen gibt es schon ewig die sogenannte Malus-Datei. Darf eigentlich auch nicht sein, gibt es aber trotzdem.
Das ist doch nicht im Mindesten vergleichbar. Auf der einen Seite gilt es Versicherungsmissbrauch nach Schadensfällen zu verhindern, auf der Anderen darum Günstigere Angebote zu nutzen. Bei Versicherungen wurde bereits eine echte Leistung durch Schadensregulierung erbracht, auf der anderen Seite geht es darum ungestört die Möglichkeiten von Lockangeboten nutzen zu können. Des Weiteren ist ein Versicherer dazu verpflichtet einen versicherten Schaden zu regulieren, ein Stromanbieter muss hingegen keine Boni auskehren.
 

Manni1976

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Trotzdem halte ich die Begründung "wechselt zu oft" für nicht haltbar.
Sofern dem Grunde nach kein Kontrahierungszwang besteht und kein Merkmal des AGG betroffen ist, bedarf es keinerlei sachlichen Grundes für die Ablehnung. Insofern frage ich mich, woran "haltbar" gemessen werden soll.
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

Das ist aber sehr einseitig gesehen. Der darf sagen: ist zu wechselfreudig und der Verbraucher wird deswegen abgelehnt, weil er seine versprochenen Vorteile nutzen will.
Das ist für mich nicht akzeptabel.
Ja, natürlich darf er das sagen.
 

götzb

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Die Praxis wird von den Datenschutzbehörden nicht genehmigt werden. Denn alles andere wäre ein Skandal.
Unabhängig davon, jeder bekommt ein Basis Strom Kontingent zum günstigen Preis, und alles was darüber hinaus geht, muss mehr bezahlt werden.
Das würde motivieren, Strom zu sparen, und andererseits vor allen Niedriglöhnern und HIVern nützen.

PS: Inge H. ist aus der Linken ausgetreten.
 

Jan_aus_W

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Eine solche Datenbank taugt auch zur Preis- Rabattgestaltung.. Mittels Daten von der Konkurrenz. Also meines Erachtens sollte da auch das Kartellamt mal einen Blick drauf werfen.
 

Uhus

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Sollte eine Ablehnung erfolgen, weil ich "zu oft wechsle", dann stellt das durchaus einen Eingriff in meine Vertragsfreiheit dar.
Man wird dich nicht mit dieser expliziten Begründung als Neukunden ablehnen. Der Stromversorger schließt einfach keinen Vertrag mit dir ab. Fertig, aus. Warum, kannst du dann allenfalls vermuten.
 

Kerstin_K

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Unabhängig davon, jeder bekommt ein Basis Strom Kontingent zum günstigen Preis, und alles was darüber hinaus geht, muss mehr bezahlt werden.
Das würde motivieren, Strom zu sparen, und andererseits vor allen Niedriglöhnern und HIVern nützen.
Da muss man aber differenzieren. Wer mit Strom heizt, der barucht zwangsläufig mehr. Wer Behinderungsbeding aud zum Beispiel einen Wäschetrockner angewiesen ist, der braucht zwangsläufig mehr....

Da zu kommt, dass gerade langjährige Soziallleistungsbezieher nicht das Geld haben, um auf energiesparende Haushaltsgeräte umzustellen. Selbst bei einer vom JC finanzierten Erstausstattung wird das nicht berücksichtigt.

Dazu kommen weitere Faktoren, die man kaum beinflussen kann: wenn das gebüde schlecht gedämmt ist, dann steigen die Heizkosten, auch wenn man sich sparsam verhält. Wenn mir de Vermieter einen uralten Elektroherd in die Wohnung stellt, der zwar noch funktioniert, aber eben virl energie verbraucht, dann kann ch an eer Stelle nicht sparen, ausser ich verzichte auf Kochen und Backen .....
 

noillusions

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das ist ein Schwachsinn mit dieser Wechselei. Immer wieder das Gesuche nach nem günstigen Anbieter, neuen Vertrag klarmachen, absenden.
Auf der anderen Seite haben die ebenfalls mehr Aufwand die Unternehmen.

Aber da könnten sie sich ja mit so einem Ansinnen einseitig einen Vorteil verschaffen. Dann bleibt am Ende nur der Grundversorger übrig.

Früher: Bundespost, Stadtwerke, gesetzliche Rentenversicherung --> laufenlassen, kein Zeitaufwand.
Heute: Verträge machen, Verträge machen, Verträge machen --> gucken, kündigen, abschliessen - Zeit verballern. Macht mans nicht wird man abgezockt.
 

Elgaucho

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Ich denke ernsthaft drüber nach mit einem Stromwechselanbieter zusammenzuarbeiten. Also einem Unternehmen was mir immer den günstigsten für mich verfügbaren Stromtarif anbietet und wenn ein neuer wieder günstigerer zur Verfügung steht - das ich diesen dann nehme. Und ich nicht selbst immer nach Kündigungsfristen schauen muß und nach einem günstigen Wechsel dann am Ende teurer durch höhere Einstufung dastehe oder Fristen versäume. Das solch ein Gebaren den Stromanbietern natürlich ein Dorn im Auge ist - ist klar. Der Konsument soll möglichst einmal durch eine lukrative Provision oder attraktives Lockangebot vermeintlich günstig wechseln und danach teurer Strom bezahlen. Wer ständig durch einen zwischengeschalteten Unternehmensprofi immer automatisch professionell im billigsten Stromtarif schwimmen möchte - das ist nicht im Sinne großer Energiekonzerne.
Das diese hier den Datenschutz aushebeln wollen und wechselwillige Kunden vom Geschäft ausschließen wollen finde ich nicht ok.
Generell finde ich es höchst merkwürdig und ökonomisch überhaupt nicht nachvollziehbar das wir in Deutschland im europäischen
Vergleich und auch international betrachtet mit die höchsten Stromkosten haben. Warum ist das eigentlich so ???
 

hansklein

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Generell finde ich es höchst merkwürdig und ökonomisch überhaupt nicht nachvollziehbar das wir in Deutschland im europäischen
Vergleich und auch international betrachtet mit die höchsten Stromkosten haben. Warum ist das eigentlich so ???
Unter anderem wegen der "günstigen" Deutschen Steuer und EEGUmlage, Vorreiter dürfen "bluten":
. In Dänemark liegt der Staatsanteil mit 57 Prozent europaweit am höchsten. Auch deutsche Stromkunden zahlen mit rund 52 Prozent überdurchschnittlich hohe Steuern, Abgaben und Umlagen. Den Löwenanteil hierbei macht die EEG-Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien aus. Am unteren Ende der Skala befindet sich Großbritannien, wo nur etwa 16 Prozent des Strompreises für Haushaltskunden an die Staatskasse fließen.

.... Zwischen den Jahren 2005 und 2015 stiegen die Strompreise für Europas Haushaltskunden im Schnitt um 56 Prozent. Das größte Plus verzeichnete Griechenland mit 157 Prozent, gefolgt von Großbritannien und Spanien, wo der Kostentrend ebenfalls deutlich über dem deutschen Niveau lag.
 

hansklein

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Nicht unbedingt. Hier werden gerne, nach meiner Meinung, horrende Preise für alles mögliche,genehmigt und bezahlt, However. Gut für die Unternehmen.
 

iSlave

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Generell finde ich es höchst merkwürdig und ökonomisch überhaupt nicht nachvollziehbar das wir in Deutschland im europäischen
Vergleich und auch international betrachtet mit die höchsten Stromkosten haben. Warum ist das eigentlich so ???
Neben den bereits genannten
1) hohen Steuern
2) der Energiewende
3) haben auch Unternehmen vergünstigte Tarife und zahlen für Strom einen Fliegensch*ss.
 
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