Umstellung in der Handhabung von Überstunden

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bigbear467

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Hallo erstmal!

Ich wende mich heute mit einem doch sehr speziellen Thema an das Forum. Ich versuche mich neutral aber so präzise wie möglich auszudrücken.

Das Szenario sieht folgendermaßen aus: Ich arbeite für eine ZAF und bin an einen Betrieb ausgeliehen. Wir machen jeden Tag eine halbe Überstunde und auch der eine oder andere Samstag ist von der Arbeit in Beschlag genommen (also mein Stundenkonto ist gerammelt voll). Nun ist es ebenfalls so, dass wir übertariflich bezahlt werden. Der normale Grundlohn kommt quasi durch die Arbeit für die ZAF und den Rest welcher unseren endgültigen Lohn ergibt kommt nur weil wir einem bestimmten Betrieb zugeteilt wurden. Soweit so gut.

Bis zuletzt wurde es so gehandhabt dass wenn eine Überstunde aufs Zeitkonto geht lediglich der Betrag den uns die ZAF bezahlt aufs Z-Konto geht und der Zuschlag ausbezahlt wird (entsprechend wenn wir Stunden abbummeln wird uns auch nur dieser Betrag ausbezahlt). Dies soll sich nun ändern.

Erstmal sollen alle Überstunden ausbezahlt werden (die dürfen nicht mehr als 70Std. pro Ausgleichszeitraum auszahlen und auch nicht ohne Vereinabrung, das weiss ich) um das Konto glatt zu machen. Dann möchte man fortan diesen betriebsbedingten Zuschlag auch auf das Zeitkonto übertragen, mit der Begründung andere ZAF machen das ja auch so und Kollegen hätten sich über zu große Lohnschwankungen beschwert wenn sie mal eine Woche auf Stunden abfeiern. Ich kann mir erlich gesagt kaum vorstellen dass der Entleiherbetrieb irgendjemanden von uns einfach so Stunden abbummeln lässt, dafür ist die Personaldecke schlicht zu dünn (man versicherte mir aber dass es diese Fälle geben würde). Davon abgesehen gibt es ein Abbausystem im Betrieb bei dem auch die Leiher berücksichtigt werden, bedeutet aber im besten Fall 2-3 Tage (und 3 sind eher selten) auf Stunden abbummeln und das wenns gut läuft alle 2 bis 3 Monate.

Eigentlich will ich darauf raus dass in der Regel mehr Stunden aufgebaut werden als abgebaut und somit unterm Strich weniger Lohn ausgezahlt wird, zumindest für die Leute die nicht so viele Stunden abbauen können (aber wiegesagt, ich habe Zweifel dass es viele gibt die es können). Nun habe ich mir den MTV-BZA zu Gemüte geführt der für uns gelten soll und bin aber nicht sehr weit gekommen da dieser sich natürlich nicht auf soeine explizite Situation anwenden lässt. Meine Befürchtung ist schlussendlich einfach dass ich mich dagegen garnicht groß wehren kann, vielleicht gegen die Auszahlung meiner bisherigen Stunden aber da müsste man auch sehen wie lange das geht.

Liege ich da denn ungefähr richtig? So eine Umstellung ist doch Sache der ZAF nehme ich an...Somit wäre Widerstand zwecklos oder nicht?

Vielen Dank an jene, die sich die Zeit nehmen sich das alles durchzulesen und eventuell sogar einen Beitrag leisten können!

Mfg
 
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Wenn du willst kannst du dich wehren ( Gewerkschaft, Arbeitsgericht etc.)
Die Zuschläge das kann ich dir sagen die müssen sie laut Tarifvertrag auszahlen.
Und wenn dein Arbeitszeitkonto voll ist dann müssen sie von dem Zeitpunkt an alle deine Stunden bezahlen, von daher verstehe ich da mit den 70 Stunden gerade nicht?
 

AnonNemo

Super-Moderation
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Hallo,

das mit den 70h habe ich so verstanden:
Die ZAF sagt, das jeden Monat maximal 70h vom AZK ausbezahlt werden dürfen.
Im Normalfall sollte es kein Problem geben
(151,67h + 70Über-h = 221,67h / 4,33Wochen/Monat / 5 Tage/Woche [Samstagsarbeit habe ich mal ignoriert] = ...)
entspräche einer täglichen Arbeitszeit von 10,24h, was laut Arbeitszeitgesetz so nicht erlaubt ist.
Ein Problem könnte es geben, wenn ein LAN auf seinem AZK 150h hätte und vom Disponenten verlangt, dass davon 100h ausbezahlt werden sollen. Ich vermute, da würde die ZAF auf die Vereinbarung verweisen.

Bei der Geschichte, von den Zuschlägen auf das AZK "auszahlen" könnte ich mir vorstellen, dass das für die LANs sein soll, die im Entleihbetrieb nur 35h-Wochen haben. Diese "armen" LANs können so nie ein AZK aufbauen und zum abgleiten nutzen :wink:.
Deshalb geht die "faire" ZAF her und sagt;
für 4 geleistete Überstunden(zuschläge) bekommst der LAN 1 Arbeitsstunde auf dem AZK gutgeschrieben, ähnlich bei Schicht-, Branchen- und sonstigen Zuschlägen.
Sollte die ZAF die ganze Berechnung so kompliziert aufbauen, das der LAN diese nicht nachvollziehen kann ... eine gute Gelegenheit da bei den Zuschlags-AZK-Stunden zu be$cheißen :icon_evil:
Und als willkommener Nebeneffekt bei beiden Sorten LANs; es ist ein gefülltes AZK vorhanden, das bei Nichteinsatzzeiten geplündert werden kann.

Das ist jetzt die Version, in der - in erster Linie - die ZAF einen Nutzen hat ... es soll auch ZAFs geben die es ehrlich mit ihren LANs meint :)icon_lol:), aber das muss jeder für sich entscheiden, ob er mit dieser Anpassung einverstanden ist.

@bigbear467:
Es wäre nett, wenn du uns in diesem Thema weiter auf dem Laufenden halten würdest :danke:.
Als Tipp: Sobald da etwas von der ZAF geändert wird lass dich beraten!
Hier im Forum, vom Anwalt oder (tritt nötigenfalls ein in) einer Gewerkschaft.

AnonNemo
 

bigbear467

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Im MTV/BZA ist verankert dass nicht mehr als 70Std. ausbezahlt werden dürfen, die ZAF will jetzt einmal das Zeitkonto komplett auszahlen (eben zur Not über 2 oder mehr Monate hinweg) und ab dann diesen Zuschlag mit auf das Konto hauen. Passt mir einfach nicht weil für mich dabei unterm Stirch weniger bei raus kommt da ich meine Stunden nicht so abfeiern kann wie die ZAF behauptet dass es einige können. Selbst wenn es diese geben sollte liege ich in der Annahme dass dieser Teil ein kleiner der Gesamtüberlassung im Betrieb ist und ich absolut nicht einsehe warum ich auf Geld verzichten soll oder mir regelmäßig Überstunden auszahlen lassen soll (was mir tatsächlich als Alternative angeboten wurde) um auf das zu kommen was schon seit langem normal bei uns ist. Ich vermute da irgendeine Eselei hinter, welche weiss ich auch nicht. Aber für mich bedeutet das erstmal eine umständliche und sinnlose Umstellung.

Ich bin mir eben unsicher was den Aufwand/Nutzen-Faktor betrifft. So einen Aufriß möchte ich nicht einfach so veranstalten. Wenn man jetzt mal ganz großzügig rechnet und einen Monat mit 4 Wochen (á 5Tage Arbeitswoche) + einen Samstag zu Grunde legt käme man gesamt auf ca. 17 Überstunden, die Zuschläge für diese Stunden würden dann eben nicht auf meine Konto gehen sondern aufs Zeitkonto, entsprechend wiurd dieser erst beim abbummeln ausbezahlt.

Im Laufe der Woche wird sich mehr ergeben, spätestens in der nächsten. Ich werde dann nochmal berichten!
 
G

Gelöschtes Mitglied 41016

Gast
Im MTV/BZA ist verankert dass nicht mehr als 70Std. ausbezahlt werden dürfen, die ZAF will jetzt einmal das Zeitkonto komplett auszahlen (eben zur Not über 2 oder mehr Monate hinweg) und ab dann diesen Zuschlag mit auf das Konto hauen.
Weise die ZAF mal höflich auf den Tarifvertrag hin.

BAP-Tarifvertrag (Auszug):
§ 13 Entgeltvorschriften
§ 13.1 [...]
§ 13.2 Das Monatsentgelt setzt sich aus den festen Entgeltbestandteilen des laufenden Monats (das jeweilige tarifliche Entgelt nach §§ 2 und 3 des Entgelttarifvertrages einerseits sowie die Zuschläge nach §§ 4 und 6 des Entgelttarifvertrages in Höhe der tatsächlich geleisteten zuschlagspflichtigen Arbeitsstunden andererseits) und den variablen Entgeltbestandteilen (z.B. Zuschläge und sonstige schwankende Entgelte) zusammen. Zuschläge und Zulagen werden jeweils mit dem Entgelt für den Monat ausgezahlt, in dem sie anfallen und werden nicht in das Arbeitszeitkonto übertragen. Die Auszahlung der Stunden aus dem Arbeitszeitkonto erfolgt stets nur in Höhe der tariflichen Stundenentgelte ohne Berücksichtigung von Branchenzuschlägen und sonstigen Zulagen und Zuschlägen.

Ich vermute da irgendeine Eselei hinter, welche weiss ich auch nicht.
Sieh dir mal das rotmarkierte oben an, vielleicht kommst du dann drauf.
 

bigbear467

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Ahaaaa...und genau deswegen wende ich mich gerne an dieses Forum: Ich wusste nicht, dass dieser BAP auch gilt bzw. dass sich diese zwei Verbände zusammengeschlossen haben, ist auch im AV nicht die rede. Ich werde weiter informieren...
 
G

Gelöschtes Mitglied 41016

Gast
Was früher der BZA-Tarif war ist jetzt der BAP-Tarif, das haben einige ZAF wohl in den Arbeitsverträgen noch nicht geändert.
Den alten AMP-Tarif gibt es nicht mehr.
 

bigbear467

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So, man konnte mir in einem Gespräch nicht erklären warum dieser Paragraph in diesem Fall keine Anwendung finden soll. Man verwies lediglich darauf dass dies ja von der Rechtsabteilung abgesegnet worden wäre. Ausgemacht haben wir jetzt erstmal dass die Rechtsabteilung doch mal bitte schriftlich Stellung nehmen möchte um dies zu klären. Ich werde parallel auch einen Rechtsbeistand konsultieren.
 
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