Umschulungsrückgang : Hintergründe ...

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helmes63

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Guten Tag,

... weshalb sind die ARGEN bei Umschulungsmaßnahmen immer noch so reserviert. Ich denke dass bei Langzeitarbeitslosen mit Entwicklungspotential eine spezialisierte Umschulung durchaus eine Alternative zu den Angeboten im Niedriglohnbereich darstellt.

Es sieht jedoch so aus als ob die ARGEN dieses Arbeitsmarktinstrument wegen der schlechten Übernahmechancen weitgehend verweigern bzw. verwerfen. Wie stichhaltig ist diese Annahme bzw. dieser Eindruck wirklich ?!
 

hartz5

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Es sieht jedoch so aus als ob die ARGEN dieses Arbeitsmarktinstrument wegen der schlechten Übernahmechancen weitgehend verweigern bzw. verwerfen. Wie stichhaltig ist diese Annahme bzw. dieser Eindruck wirklich ?!

Solange es preiswertere Mittel zur Statistikfälschung gibt, wird nur sehr ungern zur teuren Variante des Förferns gegriffen.
 

JulieOcean

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Es sieht jedoch so aus als ob die ARGEN dieses Arbeitsmarktinstrument wegen der schlechten Übernahmechancen weitgehend verweigern bzw. verwerfen. Wie stichhaltig ist diese Annahme bzw. dieser Eindruck wirklich ?!

Es fehlt uns an Arbeitsplätzen, nicht an Qualifikation. Auch wenn im großen Stil umgeschult würde, kämen die Leute danach nicht unbedingt in Lohn und Brot.

Und wenn Arbeitskräfte doch nur im ausufernden Niedriglohnsektor verheizt werden, braucht es vorher keine teure Umschulung.
 
G

Gast1

Gast
Die Uschi von der Leyen hat doch Kraft Gesetz letztes Jahr die Gelder für fördernde Maßnahmen im SGB II und SGB III erheblich gestrichen.

Über das JC ne Umschulung bewilligt zu bekommen ist deswegen fast aussichtslos.

Versuche es lieber über die Deutsche Rentenversicherung, die hat mehr Schotter. Da musste aber gewisse Voraussetzungen erfüllt haben, um von denen eine Umschulung bewilligt zu bekommen.
 
G

Gast1

Gast
Nachtrag: laut meinem Reha-Berater bewilligt die Deutsche Rentenversicherung Umschulungen nur bis zum einem Alter von 42 Jahren. Falls Du älter bist, müsstest Du bei Ablehnung durch die DRV auf Umschulung klagen.
 
E

ExitUser

Gast
ARGE heißt schon lange Jobcenter.
Naja wie es auch beim Marketing ist, hat etwas mal nen schlechten Ruf wird es halt einfach umbenannt doch das "Produkt" bleibt das selbe :icon_wink:



Wenn man sich vor Augen führt, dass jeder Langzeitarbeitslohse während einer Umschullung für einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren aus der Statistik viele, entbärt die Annahme jeden Stichhalts.

ja aber diese Art von "Statistikfälscherei" wäre weitaus teuerer erkauft als über den üblichen Weg.
Da die Umschulungen nen haufen Geld kosten und zudem derjenige der daran teilminnt die 2 Jahre weiterhin seine Bezüge erhält würde das die Jobcenter viel mehr kosten als wenn sie den Kunden (wie sie Arbeitssuchenden so schön nennen) einfach alle halbe Jahre in irgendwelche sinnlosen Maßnahmen stecken die a) nur ein Bruchteil einer Umschulung kosten und b) der Arbeitssuchende genau so aus der Statistik rausfällt.

Es fehlt uns an Arbeitsplätzen, nicht an Qualifikation. Auch wenn im großen Stil umgeschult würde, kämen die Leute danach nicht unbedingt in Lohn und Brot.
Nun ja sicher es fehlt an Arbeitsplätzen da überall gespart wird.
Trotzdessen muss ich K. Lauer in gewisser weiße recht geben, die Chancen das man mit einer Umschulung wieder oder überhaupt Arbeit findet ist höher als ohne.

Und wenn Arbeitskräfte doch nur im ausufernden Niedriglohnsektor verheizt werden, braucht es vorher keine teure Umschulung.
Gut hier beißt sich die Katze in den Schwanz.
Ist ein Arbeiter im Niedriglohnsektor ist er ohnehin auf aufstockung angewiesen. Da hast du wiederum recht das es hierfür keine Umschulung braucht.

Die Uschi von der Leyen hat doch Kraft Gesetz letztes Jahr die Gelder für fördernde Maßnahmen im SGB II und SGB III erheblich gestrichen.

Über das JC ne Umschulung bewilligt zu bekommen ist deswegen fast aussichtslos.
Das hat nicht nur unbedingt damit was zu tun was die gute Uschi da in kraft gesetzt hat.

Zu meiner Zeit als ich um (Um)schulungen gebeten habe, da waren noch Arbeitsamt und Solzialamt getrennt - also vor Hartz4 - war es auch nicht einfacher.


Nur mal ein kleiner Auszug was ich so in Sachen Aus/Umschulung erlebt habe:

Ich war noch Jung und kam, kann man sagen, gerade aus der Schule und aufgrund meiner Handicaps war es für mich nur ein Traum eine Ausbildung geschweige denn Arbeit auf dem regulären Arbeitsmarkt zu finden.
Also auf zum Arbeitsamt und dort darum gebeten (nicht nur ein mal sondern Jahre lang), natürlich fehlanzeige.
So sagte man mir immer wieder, Wortwörtlich, "Arbeiten Sie erstmal 3 Jahre dann kommen sie wieder".

Da dachte ich mir immer nur "Scherzkeks, wenn ich jetzt überhaupt Arbeit finden würde dann kündige ich nicht in 3 Jahren um hier wieder als Bittsteller auf der Matte zu stehen".

Die nächste und letzte Stufe war dann das ich durch einen Zufall ein Jobangot (als Systemadministrator) bekam jedoch ich erstmal eine Ausbildung machen müsste.
Also wieder zum AA und erklärt das wenn ich die Ausbildung habe das ich dann sofort einen Job habe.
Der Haken bei der Sache war das diese Ausbildung nicht vom AA s.g Richtilienen entsprach bzw. wie die es damals nannten, diese Ausbildung stand nicht in ihrem "Bildungskatalog" und könne nicht finanziert werden.

So werden auch Chancen vertan Leute in Arbeit zu bringen.
 

echt machtlos

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Die Uschi von der Leyen hat doch Kraft Gesetz letztes Jahr die Gelder für fördernde Maßnahmen im SGB II und SGB III erheblich gestrichen.

Über das JC ne Umschulung bewilligt zu bekommen ist deswegen fast aussichtslos.

Versuche es lieber über die Deutsche Rentenversicherung, die hat mehr Schotter. Da musste aber gewisse Voraussetzungen erfüllt haben, um von denen eine Umschulung bewilligt zu bekommen.
Umschulungen von Jobcenter oder Arbeitsamt sind das letzte !
Rentenversicherung oder wo anders umschulen lassen jedenfalls von Leuten die was davon verstehen.
 

SITB

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Umschulungen von Jobcenter oder Arbeitsamt sind das letzte !

Jetzt übertreibst du aber ein wenig meinste nicht.:biggrin:


Rentenversicherung oder wo anders umschulen lassen jedenfalls von Leuten die was davon verstehen.

Die Rentenversicherung schickt die Leute hauptsächlich für ne Umschulung
meines wissens zu einen BFW

Das macht aber auch unter bestimmten Voraussetzungen das Jobcenter und Arbeitsamt
auch wenn von denen dort viel weniger zu sehen sind.

Gruß
 

Painus

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Vollwertige Umschulen gibt es in der Regel nur noch über die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Behinderung.

Bis auf wenige Unterschiede ist es aber egal wer der Kostenträger dieser Umschulung ist je nach "Stufe" gibt es verschiedene Arten von Umschulungen.

Die Seltene Variante ist eine Umschulung in einem Berufsförderungswerk diese wird meist nur bei schwereren Gesundheitlichen Einschränkungen genehmigt. (da auf dem Gelände eines BFW medizinische und Psychologische Dienste befinden)

Meist werden Betriebliche Umschulungen gefördert diese sind wesentlich billiger für den Kostenträger.

Der Grund der zaghaften Bewilligung von Umschulungen ist einfach sie sind sehr Teuer.

Eine Umschulung in einem BFW koste mind. 50.000€

Die meisten Berufsförderungswerke Verlangen für Ausbildung und Unterkunft ca 1.700€ im Monat dazu kommt noch das Übergangsgeld für den Rehabilitanden welches 68% bzw 75% des letzten Netto Lohns entspricht.

Durch den Spardruck auf die Arbeitsagentur sind Umschulungen für sie schlicht nicht mehr Finanzzierbar.
Arbeitslose die ihren Beruf wechseln wollen und nicht die Voraussetzungen für die Teilhabe am Arbeitsleben erfüllen, sollten mit ihrem Sachbearbeiter über eine Reguläre Ausbildung reden und ob die Möglichkeit besteht die Ausbildungsvergütung auf das Existenzminimum aufzustocken.
 
E

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Gast
Vollwertige Umschulen gibt es in der Regel nur noch über die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Behinderung.

Bis auf wenige Unterschiede ist es aber egal wer der Kostenträger dieser Umschulung ist je nach "Stufe" gibt es verschiedene Arten von Umschulungen.

Die Seltene Variante ist eine Umschulung in einem Berufsförderungswerk diese wird meist nur bei schwereren Gesundheitlichen Einschränkungen genehmigt. (da auf dem Gelände eines BFW medizinische und Psychologische Dienste befinden)

Meist werden Betriebliche Umschulungen gefördert diese sind wesentlich billiger für den Kostenträger.

Der Grund der zaghaften Bewilligung von Umschulungen ist einfach sie sind sehr Teuer.

Eine Umschulung in einem BFW koste mind. 50.000€

Die meisten Berufsförderungswerke Verlangen für Ausbildung und Unterkunft ca 1.700€ im Monat dazu kommt noch das Übergangsgeld für den Rehabilitanden welches 68% bzw 75% des letzten Netto Lohns entspricht.

Durch den Spardruck auf die Arbeitsagentur sind Umschulungen für sie schlicht nicht mehr Finanzzierbar.
Arbeitslose die ihren Beruf wechseln wollen und nicht die Voraussetzungen für die Teilhabe am Arbeitsleben erfüllen, sollten mit ihrem Sachbearbeiter über eine Reguläre Ausbildung reden und ob die Möglichkeit besteht die Ausbildungsvergütung auf das Existenzminimum aufzustocken.

Kannst du das irgendwie mit aktuellen Daten etc. unterfüttern!?

Ich sehe das etwas anders. Die BfW´s haben gut zu tun, immer mehr sehr junge Menschen machen dort ihre Erstausbildung.


In meiner Branche kann man sicher nicht sagen, dass es wenig Arbeit gibt. Ganz im Gegenteil: Es werden Überstunden ohne Ende gekloppt. Wer das nicht mehr kann, wird es schwer haben, etwas zu finden. Daneben ist das Lohnniveau sehr gering; in den Städten mit vielen Arbeitsplätzen kann man sich kaum noch eine bescheidene Wohnung leisten ...
 

Painus

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Die Statistiken sind alle veraltet die ich finde, ich weiß es nur aus erster Hand ;)

Umschulung ist übrigens keine Erstausbildung!

In BFW's in denen es früher 4-5 Vorbereitungsklassen gab gibt es mittlerweile nur noch drei, teilweise kommen Kurse gar nicht mehr zustande.

Die Situation lässt sich auch gut aus einem Gewerkschaftseigenbericht aus einem BFW wieder Spiegeln der Bericht ist vom Mai 2012

Zitat : "Hinzu kommt nun die Unsicherheit, die immer mehr
Beschäftigte über ihre berufliche Zukunft im BFW haben,
und zwar aufgrund von generellen Tendenzen im Bereich
der beruflichen Reha..."

Quelle

Umschulungen werden immer schwerer zu Bekommen sein und machen schon heute den kleinsten teil der Fördermaßnahmen der BA aus weil sie einfach zu teuer sind für das sehr eingeschränkte Budget welches die BA leider hat.

Quelle

Nachtrag:

@ Threadersteller die Übernahmechancen nach der Umschulung sind nicht so schlecht man geht von 70% - 80% aus...

Quelle
 
E

ExitUser

Gast
Da habe ich aus erster Hand ganz andere Eindrücke. Die schwankende Zahl der Rehabilitanden in einer Gegend kann ganz unterschiedliche Ursachen haben. Afa und JC bewilligen Anträge auf Teilhabe ziemlich fleißig. Die RV angeblich nicht.

Eine berufliche Rehabilitation ist für manchen auch Erstausbildung. Umschulung nennt man das ohnehin nicht.

Die Vermittlungsquoten sind schon mit Vorsicht zu genießen. Immerhin zahlen die Kostenträger die erste Zeit oft Eingliederungszuschüsse. Langfristige Zahlen sind dann gar nicht mehr so leicht zu ermitteln.
 

Erolena

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Umschulungen werden immer schwerer zu Bekommen sein und machen schon heute den kleinsten teil der Fördermaßnahmen der BA aus weil sie einfach zu teuer sind für das sehr eingeschränkte Budget welches die BA leider hat.

Das klingt, ja als wäre die Bundesagentur Opfer der Sparpolitik. Das stimmt aber nicht. Die Bundesagentur ist nicht Opfer sondern Akteur, denn sie verkündet jedes Jahr triumphierend, dass sie Milliarden Euro an den Bundeshaushalt zurückgeben wird.

Konjunktur: Milliardenüberschuss bei Bundesarbeitsagentur – Kritik an Einsparung - Wirtschaftsticker - FOCUS Online - Nachrichten
 
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