Umschulung während ALGI Bezug Aufstockung durch ALGII (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Vier

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
8 Juli 2016
Beiträge
2
Bewertungen
0
Hallo,

ich habe eine Frage zu meiner bevorstehenden Umschulung und hoffe, dass ich hier eine Antwort bekomme.

Das wichtige zuerst:
Ich bin verheiratet.
Meine Frau hat kein Einkommen und ist nicht bei der Arbeitsagentur oder im Jobcenter gemeldet und bezieht auch keinerlei Leistungen.
Bisher haben wir vom Gehalt meiner vorherigen Arbeit gelebt.
Aus gesundheitlichen Gründen kann ich meinen bisherigen Beruf nicht mehr ausüben.
Momentan bin ich arbeitslos, beginne aber diesen Monat mit einer Umschulung, die von der Arbeitsagentur gefördert wird.
Mein Arbeitslosengeld beträgt 970€ und wird für die Dauer der Umschulung monatlich fortgeführt.
Miete liegt bei 485€
Heizkosten 68€
Strom 92€
Ausserdem zahle ich momentan noch monatlich 85€ Säumnisbeiträge der Krankenversicherung meiner Frau ab.
Sonstige monatliche Kosten für Telefon, Internet, etc. liegen bei ca. 50€.

Das Arbeitslosengeld reicht also nicht für den Lebensunterhalt für mich und meine Frau.

Jetzt zu meiner Frage:
Gibt es Möglichkeiten, das ALGI aufzustocken? Sei es durch Wohngeld, ALGII oder ähnliches?
 
G

Gast1

Gast
Hi Vier,

Wohngeld sollte möglich sein, hier ein Wohngeldrechner:

Wohngeldrechner - kostenlose Wohngeld Berechnung 2016

Das Wohngeld wird aber wahrscheinlich niedriger ausfallen als wenn Ihr zusätzlich zu Deinem ALG I noch ALG II beziehen würdet.

Bei Bezug von Wohngeld muss, so weit ich weiß, allerdings die Rundfunkgebühr bezahlt werden. Bei Bezug von ALG II ist das nicht der Fall.

Allerdings habt Ihr keinen Anspruch auf ALG II, falls Euer Vermögen unzulässig hoch ist. Als Faustregel für das maximal zulässige Vermögen für den Bezug von ALG II gilt pro Person:

150 € pro Lebensjahr plus 750 €

Genaueres steht hier:

SGB 2 - Einzelnorm

Bei Bezug von Wohngeld spielt Vermögen, so weit ich weiß, keine Rolle.

Schulden übernimmt oder berücksichtigt das Jobcenter nicht.
 
G

Gast1

Gast
Noch etwas, zur groben Orientierung, ob Ihr Anspruch auf ALG II hättet:

Das Jobcenter stellt bei der Prüfung Eures Antrags folgende Berechnung an:

Es vergleicht Eurer Einkommen mit Eurem Bedarf:

a) Euer Einkommen:

beträgt zur Zeit 970 €

Anmerkung: Der Bezug von Wohngeld und ALG II ist nicht möglich.

b) Eurer Bedarf:

1) gesamte Kosten für Unterkunft und Heizung (Bruttokaltmiete plus Heizkosten) - diese werden mindestens maximal 6 Monate lang in voller Höhe übernommen

plus

2) der Regelbedarf für 2 Personen in einer Bedarfsgemeinschaft, die zusammen leben: 2 x 364 €

plus

3) eventuelle Mehrbedarfe, wie z.B. für die dezentrale Warmwassererzeugung in Eurer Wohnung (über einen Durchlauferhitzer): 2 x 8,37 € = 16,74 €

Übersteigt Eurer Einkommen Euren Bedarf, dann habt Ihr keinen Anspruch auf ALG II. Dies ist hier aber nicht der Fall. Eurer Einkommen ist niedriger als Eurer Bedarf, deswegen habt Ihr Anspruch auf ALG II, falls Ihr nicht mehr Vermögen habt als zulässig (siehe hierzu mein letzter Beitrag).

Strom muss übrigens aus dem Regelbedarf bezahlt werden. Bei dezentraler Warmwassererzeugung habt Ihr aber Anspruch auf einen Mehrbedarf (s. oben).

Nachtrag: Die Höhe Eures zu erwartenden ALG II ist die Differenz zwischen Eurem Bedarf und Euren Einkommen.
 

Vier

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
8 Juli 2016
Beiträge
2
Bewertungen
0
Danke für die Auskunft.

Aber wie verhält sich das mit meiner Frau?
Ist sie gezwungen sich ebenfalls beim Jobcenter zu melden, oder ist es möglich, dass nur ich zusätzlich zum ALGI, ALGII beziehe?

Der Wohngeldrechner zeigt mir an, dass ich vermutlich einen Wohngeldanspruch von 148 Euro habe.
Das ALGII würde, wenn ich das richtig verstanden habe, etwas höher ausfallen.
Wäre es sinnvoller ALGII zu beantragen, da man auch von der Rundfunkgebühr befreit wird?
 
G

Gast1

Gast
Aber wie verhält sich das mit meiner Frau?
Ist sie gezwungen sich ebenfalls beim Jobcenter zu melden, oder ist es möglich, dass nur ich zusätzlich zum ALGI, ALGII beziehe?
Das Jobcenter würde aus Euch eine Bedarfsgemeinschaft machen. Ein einzelnes BG-Mitglied kann da nicht alleine ALG II kriegen. Und das würde bedeuten, dass Deine Frau sich genau so um Arbeit bemühen muss wie Du. Und eventuell an Bewerbungstrainings und anderen Maßnahmen teilnehmen muss. Eine Eingliederungsvereinbarung abschließen soll. Den strengen Zumutbarkeitskriterien ausgesetzt ist, was Arbeit betrifft. Und die eine oder andere Schikane der Arbeitsvermittler ausgesetzt ist. All das Unangenehme also beim Bezug von ALG II.

ALG II bedeutet in Eurem Fall zwar mehr Geld als wenn Ihr Wohngeld beziehen würdet, aber dafür würdet Ihr in der Regel auch ziemlich rangenommen werden vom Jobcenter.
 
G

Gast1

Gast
Nachtrag (ich schreibe das besser in einen neuen Beitrag, ansonsten übersieht das Vier):

Wenn Du ALG II beziehen würdest, würde das Jobcenter Dich während der Umschulung in Ruhe lassen, was Bewerbungen betrifft. Vielleicht würde man gegen Ende der Umschulung anfangen von Dir Bewerbungen zu fordern. Dies in Form einer entsprechenden Regelung in einer Eingliederungsvereinbarung, deren Inhalt Du aber aushandeln darfst und auch solltest.
 
Oben Unten