Umschulung; Vorgehensweise und Bedingungen für ü 30jährige. Was muss erfüllt, gemacht und beachtet werden?

Quintus12

Neu hier...
Thematiker*in
Mitglied seit
12 Mai 2019
Beiträge
3
Bewertungen
0
Hallo zusammen,
ich versuche gerade meiner besseren Hälfte zu helfen und vielleicht schaffe ich das auch mit eurer Hilfe.
Meine Freundin ist 32 und arbeitet derzeit noch in einem Hotel. Sie wird ausgenutzt als Mädchen für alles
und meiner Meinung nach sowohl finanziell wie auch stundenmäßig (sorry für die ausdrucksweise) beschissen.
Sie will gern eine Ausbildung zur Physiotherapeutin machen und sie ist wirklich gut darin. Sie hat eine schulische
Ausbildung früher in Holland schon mal angefangen und leider abgebrochen. Aber es war gut, dass sie es gemacht hatte,
weil sie jetzt weiß, dass sie es defintiv werden will und eine Schule wo sie es gern erlernen würde hat sie auch schon gefunden.
da sehe ich allerdings das erste Problem, weil ich glaube, dass das Amt nur mit bestimmten Schulen zusammenarbeitet und auch
nur dort, wenn überhaupt unterstützt, oder?
In einem anderen Thread stand etwas von mind. 3 Jahre Arbeit bevor eine Umschulung/Fortbildung übernommen werden kann;
ist das so? Zählen auch Minijobs-Zeiten?
Dann hörte ich, dass es zwei verschiede Stellen beim Amt gibt. Die eine mit dem Berater/Vermittler und eine weitere soll es geben,
für die Fälle, die aus gesundheitlichen Gründen wechseln müssen/wollen. Wo sollte sie sich zuerst melden bzw. mit wem Kontaktaufnehmen?
Wie lange kann/muss man auf einen Termin warten?
Wie lange dauert eine Entscheidungfindung bei den Amtsangestellten?
Es ist eine Kann-Regelung, daher wäre ich für argumentative Unterstützung ebenfalls dankbar ;-)
Weiß jemand wie es derzeit um solche Umschulengen steht? Haben die etwas Geld dafür oder ist es aussichtslos? Für Informationen,
die den Raum Duisburg anbetreffen, wäre ich sehr dankbar.
Gibt es noch andere Möglichkeiten sich die Ausbildung (teil)finanzieren zu lassen?

Ihr seht, ich habe Fragen über Fragen und würde mich sehr über eure Antworten freuen. bis bald
 

Helga40

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
30 Dezember 2010
Beiträge
7.112
Bewertungen
4.931
Hat sie schon eine abgeschlossene Ausbildung? Ist sie von Arbeitslosigkeit bedroht?
 

Quintus12

Neu hier...
Thematiker*in
Mitglied seit
12 Mai 2019
Beiträge
3
Bewertungen
0
vom Arbeitgeber her, droht vermutlich keine Entlassung, weil billiger bekommt er eine solche Arbeitskrauft kaum.
vom gesundheitlichem Standpunkt betrachtet ist es nur eine Frage der Zeit.
Eine Ausbildung hat Sie nicht. ein Studium hat sie bis zum Bachelor gemacht, aber in diesem Bereicht will sie nicht
weitergehen und wie die Reaktionen auf ihre Bewerbungen von vor ca. 2-3 jahren zeigen, hat sie auch kaum eine
echte Chance dort daher auch keine Erfahrungen oder Praxis
 

vidar

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
27 Januar 2014
Beiträge
1.981
Bewertungen
1.909
Moin @Quintus12, und :welcome:

Eine der Voraussetzung könnte schon mal sein, dass eine bereits abgeschlossene Berufsausbildung vorhanden ist. Eine Umschulung könnte z.B. dann gewährt werden, wenn man seinen erlernten Beruf aus Gesundheitsgründen nicht mehr ausüben kann, und wenn es aufgrund einer schlechten Arbeitsmarktsituation keine Aussicht auf einen Arbeitsplatz in dem ausgebildeten Beruf geben sollte.

Des Weiteren sollte man bereits arbeitslos sein bzw. es könnte einem demnächst die Arbeitslosigkeit drohen. Wichtig könnte in jedem Fall schon mal sein, dass der angestrebte Beruf auch die besten Aussichten auf ein dauerhaftes Beschäftigungsverhältnis für die Zukunft gewährleistet.

Wie auch immer, deine bessere Hälfte kommt sowieso nicht drum herum selbst zum Amt zu gehen, um dort bei dem entsprechenden Sachbearbeiter sich Informationen einzuholen.

Hier einige Links zur Information:

Umschulung zum/zur Physiotherapeut/-therapeutin | berufsbegleitend

Neues Berufsziel festlegen - Bundesagentur für Arbeit

KURSNET - Bildungsangebote einfach finden
.
 

Helga40

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
30 Dezember 2010
Beiträge
7.112
Bewertungen
4.931
Sie hat mit dem Bachelor einen Ausbildungsabschluss. Was ist es denn, dass sie damit keine Arbeit findet?

Ansonsten kann ich die Voraussetzungen für die Förderung einer Ausbildung aus § 81 SGB III ("Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können bei beruflicher Weiterbildung durch Übernahme der Weiterbildungskosten gefördert werden, wenn die Weiterbildung notwendig ist, um sie bei Arbeitslosigkeit beruflich einzugliedern, eine ihnen drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden oder weil bei ihnen wegen fehlenden Berufsabschlusses die Notwendigkeit der Weiterbildung anerkannt ist") nicht erkennen.

Sie ist nicht arbeitslos, nicht von Arbeitslosigkeit bedroht und eine Ausbildung hat sie auch.
 

vidar

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
27 Januar 2014
Beiträge
1.981
Bewertungen
1.909
Die Chance eine Umschulung genehmigt und auch finanziert zu bekommen sehe ich als schwierig an. Vielleicht könnte ja auch alternativ eine nebenberufliche Ausbildung absolviert werden.
.
... ein Studium hat sie bis zum Bachelor gemacht, aber in diesem Bereicht will sie nicht -weitergehen und wie die Reaktionen auf ihre Bewerbungen von vor ca. 2-3 jahren zeigen, hat sie auch kaum eine echte Chance dort daher auch keine Erfahrungen oder Praxis
Ob sie nun in diesem Bereich weitermachen möchte oder nicht, ist für das Amt erst einmal nicht maßgeblich bzw. irrelevant. Wenn doch, dann käme es hier auf den Berufszweig und den - selbst bei einem ggf. vorzunehmenden Ortswechsel - tatsächlichen schlechten Aussichten auf dem Arbeitsplatz an.

Einige Auszüge aus den Fachlichen Weisungen > Förderung der beruflichen Weiterbildung <
Grundsatz (Auszug)
1) 1Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können bei beruflicher Weiterbildung durch Übernahme der Weiterbildungskosten gefördert werden, wenn
1. die Weiterbildung notwendig ist, um sie bei Arbeitslosigkeit beruflich einzugliedern, eine ihnen drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden oder weil bei ihnen wegen fehlenden Berufsabschlusses die Notwendigkeit der Weiterbildung anerkannt ist,
2. die Agentur für Arbeit sie vor Beginn der Teilnahme beraten hat und
3. die Maßnahme und der Träger der Maßnahme für die Förderung zugelassen sind.
...
Notwendigkeit (Auszug)
(1) Arbeitslosigkeit (vgl. § 16 Abs. 1) allein begründet nicht die Notwendigkeit der Weiterbildung. Es müssen Qualifikationsdefizite vorliegen, die durch die Teilnahme an der Weiterbildung abgebaut wer-den und die mit Blick auf die zu erwartenden Beschäftigungsmöglichkeiten zu einer beruflichen Integration in den ersten Arbeitsmarkt führen.
(2) Das Erfordernis einer dreijährigen beruflichen Tätigkeit (siehe auch Abs. 5 und 6) besteht auch für Arbeitslose und von Arbeitslosigkeit bedrohte Antragsstellende.
...
(6) § 81 Abs. 2 Nr. 2 Satz 2 ermöglicht die Förderung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die weniger als drei Jahre beruflich tätig gewesen sind. In der Person liegende Gründe können z.B. das Alter oder die familiären Rahmenbedingungen der Arbeitnehmerin o-der des Arbeitnehmers (z.B. Alleinverdienende mit Familie) sein.Darüber hinaus kann von der dreijährigen beruflichen Tätigkeit abge-sehen werden, wenn die angestrebte Weiterbildung zu einem Abschluss in einem Engpassberuf führt. Informationen zu Engpassberufen sind dem Internetauftritt der Statistik der BA (Arbeitsmarktberichte/ Fachkräftebedarf) zu entnehmen
...
.
 

Quintus12

Neu hier...
Thematiker*in
Mitglied seit
12 Mai 2019
Beiträge
3
Bewertungen
0
Erstmal vielen Dank für die wertvollen Informationen! Ihr seid klasse. Allein hätte ich diese nicht gefunden.
Ja ich weiß, es wird nicht einfach, aber versuchen kann man es.
Werden eigentlich Minijobs mitangerechnet für die 3 Jahre? Das wäre eine sehr wertvolle Information ;-)
Allerdings sind viele der Schulen die diese Ausbildung anbieten seid kurzem kostenlos; hat das vielleicht Einfluß auf die Entscheidung?
Gibt es sonst irgendwelche Möglichkeiten eurer Meinung nach, welche Unterstützung Sie bekommen könnte um den Lebensunterhalt während dieser schulischen Ausbildung zu bestreiten?
 

Caye

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
10 März 2011
Beiträge
1.084
Bewertungen
796
KFW-Studienkredit, 450€-Job (oder einer für 451€, wenn machbar, dann fällt die Krankenversicherung weg) und Wohngeld.
Falls deine Freundin ein Kind unter 10 hat, könnte evtl. noch Schüler-Bafög in Betracht kommen.

Beim Wohngeld wird der Studienkredit zwar bei der Plausibilitätsprüfung berücksichtigt, es ist aber kein Einkommen, daher fällt in so einer Konstellation das Wohngeld recht hoch aus. Ohne den Job wird es dennoch selbst beim Maximalkredit schwierig, da dann ja auch die KV selbst bezahlt werden muss und die günstige Schüler- oder Studentenversicherung höchstwahrscheinlich nicht mehr in Frage kommt.
 

BerndB

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
19 August 2016
Beiträge
643
Bewertungen
259
Vielleicht muss sie sich auch gedulden. Es gibt den Begriff "wieder ungelernt", der hier beschrieben ist.

Und ob man wegen einer Umschulung kündigen darf, solltest du dann mal in die Fachlichen Weisungen zu § 159 SGB III nachschauen. Dort sind wichtige Gründe für Kündigungen genannt.
 

WasserundCafe

Elo-User*in
Mitglied seit
18 April 2018
Beiträge
13
Bewertungen
0
Befinde mich gerade in gleicher lage...möchte auch diese Ausbildung machen,jedoch gibts diese Ausbildung nur an zwei Schulen in NRW kostenlos.

Die Agentur für Arbeit übernimmt keinerlei kosten,kein BAB oder Bafög egal ob du Erfahrung hast oder nicht.

Eine möglichkeit ist die Ausbildung zum masseur/ med. bademeister über ein Bildungsgutschein.

In nrw gibts nur das BFW in Essen die „zertifizert“ sind
 
Zuletzt bearbeitet:
Oben Unten