Umschulung/Umorientierung in andere Berufsfelder für mich aus gesundheitlichen Gründen notwendig, MDK der Arbeitsagentur sieht es anders

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

bambi

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
6 März 2013
Beiträge
19
Bewertungen
0
Hallo allerseits,
nach durchforsten des Forums muß ich leider meine Frage hier stellen, da ich nichts passendes zu meinem Fall gefunden habe. Falls jemand was gefunden hat, dann bin ich dankbar dafür, wenn man mich darauf hinweist.
Ich bin 44 Jahre alt, habe zuletzt in einer Parfümerie gearbeitet, bin aufgrund schwerer Depressionen und Phobien(Menschen, Umgebungsgeräusche) erkrankt (voll der Absturz) und ab 07. Februar 2018 bis 30. November 2018 krankgeschrieben gewesen.
Bin die ersten 4-5 Monate während meiner Erkrankung nicht mehr aus dem Haus gegangen, um Menschen nicht zu begegnen, hatte mehrere Nervenzusammenbrüche sobald ich rausging. Mittlerweile gehts mir besser, aber ich habe arge Probleme damit sobald ich irgendeinen Laden als Kundin betrete. Danke, dass es onlineshopping gibt....
Seit dem 01.12.2018 bin ich arbeitslos gemeldet. Da ich, auch laut meines Psychiaters, im Handel lieber nicht arbeiten sollte, wollte ich eine Umschulung oder Qualifizierungsmaßnahme machen, um beruflich ins Büro zu wechseln. Ich kann einfach nicht mehr mit schwierigen Kunden umgehen und diese werden immer mehr. Ich werde aggressiv und bekomme u.a. Herzrasen, Schweißausbrüche, Durchfall und schlußendlich führt es wieder zu starken Depressionen.
Auch komme ich mit dem Umsatzdruck im Handel nicht mehr klar. Ich kann gut im Team arbeiten, aber habe extremst Probleme mit der Masse an fremden Menschen, denen man nun mal im Handel begegnet. Ich mache auch eine Psychotherapie, die mir wirklich gut tut. Diese wird jetzt zum zweiten Mal verlängert. Mittlerweile ist die Depression sehr schwach ausgeprägt, jedoch hat mein Psychologe und ich (aufgrund gewisser Vorfälle) herausgefunden, dass ich eine gestörte Emotionsregulierung habe(Emotionskontrolle), die behandelt werden muß.

Der MDK der Agentur für Arbeit hat nach Dokumentenlage aber entschieden, dass ich sehr wohl im Handel arbeiten kann. Leute ich habe Albträume wenn ich nur daran denke. Gestern war ich bei meinem Psychiater und wollte den Arztbericht, den er dem MDK gegeben hat sehen. Habe davon die Kopie.
Obwohl in dem Arztbericht steht, dass eine Umschulung/Umorientierung in andere Berufsfelder als Maßnahme erforderlich wären, hat der MDK anders entschieden und somit wird nichts finanziert. Auch als ich zwei Betriebe fand, die mir eine betriebliche Umschulung angeboten haben, hat meine SB am Telefon mir mitgeteilt, dass nichts finanziert wird.

Mein Fehler war, dass ich die Schweigepflichtsentbindung unterschrieben habe(diese werde ich Montag widerrufen und zukünftig Unterlagen selbst besorgen).
Der MDK hat nur meinen Psychiater um einen Arztbericht gebeten, Meinen Therapeuten erst gar nicht kontaktiert. Montag habe ich den Termin um meine Bewerbungsbemühungen aufzuzeigen. Mein Bruder begleitet mich, weil ich nicht weiß wie ich auf die Frau reagieren werde. Habe echt Panik, da ich mich in meiner Not vorwiegend um Ausbildungsstellen als Kauffrau für Büromanagement zum 01.08. beworben habe(sieht aufgrund meines Alters leider nicht gut für mich aus.) Den Vermittlungsvorschlag von meiner SB, da habe ich mich auch beworben und die haben sich nicht gemeldet. Zum Glück! Denn das wäre an der Kasse als Helfer. Ich bin dank des MDK trotz Ausbildung richtig runterdegradiert worden(Helferstellen wären für mich angebracht).
Mein Bruder meint wir könnten nochmals beim MDK des Arbeitsamtes ein Gutachten beantragen, weil Widerspruch ja bei ärztlichen Gutachten nicht möglich ist. Tja und die Sanktionierung wird wohl kommen, da ich mich nicht auf Stellen im Handel beworben habe.
Meine Frage jetzt:
  • ist es überhaupt möglich nochmal einen Antrag (MDK) zu stellen? Finde im Internet keine Antwort darauf und zu meiner SB habe ich kein Vertrauen. Ist leider so.
  • Wieso wurde entgegen des (Fach)Arztberichtes entschieden? Dürfen die das überhaupt ohne mich vorher untersucht zu haben? Man nimmt doch das Risiko auf, dass ich wieder abstürze.... und das passiert definitiv, wenn ich im Handel arbeite.
  • was kann ich sonst noch tun, um eine Umschulung oder Q-Maßnahme finanziert zu bekommen?
Natürlich gucke ich nach Jobs im Büro, aber mir fehlen da halt wichtige Qualifikationen, um mich überhaupt dort bewerben zu können.
Bei der RV habe ich die 15 Jahre fast voll(es fehlen noch 5 Monate), da will ich auch einen Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben stellen. Sieht aber auch nicht gut aus, da ich dies bereits während meiner Krankschreibung gemacht habe und es leider nicht bewilligt wurde.
Vielleicht hat ja der ein oder andere von euch Tips was meinen Fall anbetrifft. Ich weiß leider nicht mehr weiter.

Danke im Voraus und habt noch einen schönen Tag!
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Weiter krank schreiben lassen, eine medizinische Reha in einer guten Rehaklinik machen, dann wären die Karten erstmal neu gemischt.
 

bambi

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
6 März 2013
Beiträge
19
Bewertungen
0
Mein Psychiater wird mich nicht krank schreiben, da es mir mittlerweile wesentlich besser geht. Ich bekomme meinen Alltag trotz der Störung sehr gut hin. Ich selbst fühle mich auch nicht so krank, dass ich nicht arbeiten/lernen könnte. Im Gegenteil. Ich will endlich loslegen. Ich habe schon überlegt, ob ich einen Job im Handel annehme mit der 100%gen Aussicht auf einen erneuten Zusammenbruch. Dann wäre der Fall ja klar. Nur will ich das alles, was ich letztes Jahr aufgrund meiner Erkrankung durchgemacht habe, nochmal erleben? Natürlich nicht! Es war die Hölle und sowas wünsche ich meinem ärgsten Feind nicht...
 

BerndB

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
19 August 2016
Beiträge
1.143
Bewertungen
679
Der MDK der Agentur für Arbeit hat nach Dokumentenlage aber entschieden, dass ich sehr wohl im Handel arbeiten kann.
Es kommt darauf an, mit welchen Einschränkungen. Vielleicht kannst du anhand der dokumentierten Einschränkungen zumindest vorgeschlagene Stellenangebote abwehren. Du hast ja sicher eine Kopie des Guachtens erhalten.

Ansonsten stellt sich die Frage, ob die AfA überhaupt für Entscheidung und Finanzierung einer "berufliche REHA-Maßnahme" zuständig ist:
AfA - bei weniger als 15 Jahren in der Rentenversicherung (Beitragszeiten und andere Zeiten)
Rentenversicherung - wenn 15 und mehr Jahre in der Rentenversicherung vorliegen.

Nachtrag:
Leitsatz: Die AfA ist dann zuständig, wenn kein anderer Träger (beispielsweise Rentenversicherung oder Berufsgenossenschaft) zuständig ist.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Eine medizinische Reha kannst du auch ohne AU beantragen, mit AU geht das aber besser.
Die AfA will dich aktuell im Handel vermitteln, in dem Bereich biste doch nach wie vor AU.

Wenn das mit der Umschulung auf dem vernünftigen Weg nicht klappt, dann muss man eben den weniger vernünftigen über AU und Reha einschlagen.
Halte ich für sinnvoller, als erst einen neuen Zusammenbruch herbeizuführen, und ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Psychiater das anders sieht.
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten