Umschulung über IHK durch die ARGE (2 Betrachter)

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Harbinger of Doom

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Guten Tag die Damen und Herren.

Ich habe diese Woche ein Schreiben von der ARGE Neu-Ulm erhalten, in dem ich zu einer Infoveranstaltung eingeladen wurde, die dazu dient mich für eine Umschulung zu begeistern. Da es Sanktionen nach sich gezogen hätte, wenn ich den Termin hätte saußen lassen, habe ich mich dazu aufgerungen, die 3 Stunden meines Lebens, die ich in meinen Haushalt hätte investieren können, bei der ARGE zu verschwenden (beinhaltet Hin- und Rückfahrt).

Heute 11 Uhr war nun diese Veranstaltung, die an Unprofessionalität und Deletantismus nicht zu übertreffen war. Ich war schon vorher hier auf der Seite und im Forum unterwegs und habe mir diesbezüglich einige Informationen geholt. Unter anderem auch einige unbequeme Fragen für die Informationsveranstalter, die ich ihnen gestellt habe.

Ich will jetzt aber erstmal aufklären, was diese Veranstaltung zu bieten hatte (*hust*) und was diese Umschulung bringen sollte.
Die Informationsveranstaltung zielte darauf ab, Leute unter 25 wie mich (21) zu einer Umschulung zu bewegen, die mich dazu führt, dass ich einen IHK-Facharbeiterbrief für den von mir bevorzugten Beruf (Fachlagerist) zu erwerben. Problem an der Sache ist, dass diese Ausbildung für den Fachlageristen nur 12 Monate gedauert hätte. Man könnte jetzt natürlich denken, dass dies ja die perfekte Gelegenheit wäre einen anerkannten IHK-Facharbeiterbrief zu bekommen. Ja, Pustekuchen! In 12 Monaten kann man keine ordentliche Ausbildung zum Fachlageristen machen. Auch wenn einem dies die IHK und die ARGE versucht weiß zu machen, kann diese Ausbildung unmöglich alle Defizite, die ein Azubi grundsätzlich mitbringt, beseitigen. Gewisse Bereiche werden also gar nicht oder nur notdürftig abgedeckt, was zwangsläufig dazu führt, dass der Facharbeiterbrief nur Lug und Trug in diesem Fall wäre.

Ich würde mich freuen, wenn mir hier jemand seine Meinung sagen könnte, doch ich bin der festen Überzeugung, dass gewisse Berufe nicht umsonst eine Ausbildungszeit von 3 Jahren und sogar mehr brauchen. Ich habe selbst 18 Monate für eine Zeitarbeitsfirma gearbeitet. Eingesetzt war ich in einem festen Unternehmen für Auto-, Motorrad- und Bootsteile. In diesen 18 Monaten war es für mich unmöglich alle Bereiche in diesem Lager zu besuchen, bzw. darin zu arbeiten. Es erfordert einfach eine gewisse Einarbeits- und Eingewöhnungszeit, bis man sich für jeden spezifischen Bereich ausreichend qualifiziert hat.

Nun wieder zurück zu der Infoveranstaltung. Ich übertreibe nicht damit, dass ich oben geschrieben habe, dass diese unprofessionel und deletantistisch ausgeführt wurde. Wir mussten in einen stickigen Kellerraum der ARGE gehen. Davor, vor dem Raum, begrüßte uns auch schon ein hastich gekritzeltes Flipchart, dessen einziger Augenschmaus, die nicht bekritzelten Flächen des Papiers waren. Drinnen im Raum war es, wie gesagt, stickig und es machte den Anschein als wurden die Tische nur schnell notdürftig zusammen geschoben, damit man diese Veranstaltung abhalten konnte. Auf meine Frage nach der Qualifikation dieses Kurses und seiner Anerkennung auf dem Arbeitsmarkt, wurde ich von den drei Herren im Raum belächelt und mir wurde nur gesagt, dass dies ein absolut anerkannter Beleg für seine Qualifikation sei. Genauer ist man darauf nicht eingegangen. Einer anderen Besucherin dieser Veranstaltung hat man gesagt, als sie fragte ob man diesen Kurs zu Gunsten einer Festanstellung jederzeit verlassen könnte, dass dies unmöglich sei, da sie als Teilnehmerin an den Kurs gebunden ist und mit einer EGV dies, sofern sie wolle, auch bestätigen müsse.

Glücklicherweise wurde uns allen zugesichert, dass diese Maßnahme, bzw. Umschulung absolut freiwillig ist und wir uns nur bei der IHK Neu-Ulm melden sollen, wenn wir daran interessiert sind, was dann auch erst dazu führt, dass man eine EGV vorgesetzt bekommt und einen Eignungstest absolvieren muss.


Diese von mir oben geschriebenen Dinge sind Tatsachen, die sich heute wirklich ereignet haben, aber ich wüsste auch gerne, was davon richtig oder falsch ist. Wenn weitere Informationen benötigt werden, lasst es mich bitte wissen. Ich möchte mein Wissen zu diesem Fall gerne mit eurer Hilfe erweitern.
 

ethos07

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Also wenn du keine zwei linke Hände hast und praktisch genau so fit bist wie du dich sprachlich hier ausdrücken kannst, dann würde ich - ohne mich sehr mit den Einzelheiten dieses Berufsbildes auszukennen - sagen: Das schaffst DU locker in 12 Monaten:

Hier das Berufsbild wie auf anderen IHK-Websites beschrieben.

Die Ausbildungsdauer variiert soweit ich sehe zwischen 10 Monaten und 2 Jahren, je nachdem was man zuvor gemacht hat. Von 3 Jahren sehe ich nirgends etwas. Und so schlau, wie du hier alles von dieser Info-Veranstaltung bestens darstellen kannst, [habe ich eh so meine Zweifel, aber lassen wir das beiseite...] kannst du danach ja ggf. noch die Weiterqualifikation zum Lagerlogistiker dranhängen - da wird das vermutlich auch erst richtig interessant für so kluge Köpfe wie dich.

Oder welche Bausteine fehlen dir denn aus deiner Sicht als Vorbildung ?

Und wenn du weiterhin unsicher bist, würde ich an deiner Stelle mal hier bei der Gewerkschaft mich zu diesem Beruf, seinen Voraussetzungen und seinen Ausbildungsmöglichkeiten von Leuten, die da praktische Erfahrung mit haben, beraten lassen. Mitgliedschaft bei ver.di ist nicht teuer - und durchaus sinnvoll in vielen Lebenslagen.:icon_smile:
 

Muzel

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Schau mal in den § 5 Abs.1 Nr. 2 BBiG (Berufsbildungsgesetz). Eine ordentliche Berufsausbildung soll (Ermessen eingeschränkt, es müssen zwingende Ausnahmegründe vorliegen) zwischen 2 und 3 Jahren dauern.
 
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