Umschulung mit Bildungsgutschein erst bewilligt & der neue SB lehnt dies nun ab

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Dan75

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Hallo erst mal an alle.
Ich hoffe das mein Beitrag im richtigem Forum ist, ansonsten bitte ich darum ihn zu verschieben... :)

Zu meinem Anliegen :

Vorab noch die Info zu meiner Person : Ich bin 39 Jahre alt.
Ich bin seit Anfang 2011 arbeitslos und war vorher im Lebensmitteleinzelhandel tätig.
Ich war fast 12 Jahre in einem Backshop tätig und davon über 10 Jahre als Abteilungsleiter/Teamleiter.
Als das Unternehmen diesen Standort geschlossen hat, wurden auch nur eine geringe Anzahl der Angestellten übernommen & in andere Filialen versetzt.

Seit gut 4 Jahren ist die Jobsuche in diesem Bereich leider für mich sehr erfolglos, da die meisten Bäckereien nur noch Leute in Teilzeit oder auf 450€ Basis einstellen.
Ich möchte aber, um das Leben bestreiten zu können, in Vollzeit arbeiten.

Aufgrund dieser Lage, hatte ich letztes Jahr im Sommer mit meiner damaligen SB über die Möglichkeit einer Umschulung (mit Bildungsgutschein gesprochen).
Da ich mich schon seit gut 6 Jahren privat mit Grafikdesign, Bilddesign und Bildbearbeitung beschäftige und dies mir sehr großen Spaß macht liegt es halt nah eine Umschulung als "Grafik, Medien und Webdesigner zu machen.

Unter der Auflage ein Schnupperpraktikum von 3-4 Wochen zu absolvieren & mich einem psychologischem Test zu unterziehen (um zu prüfen ob ich nicht zu Dumm für den Beruf bin) wurde mir dies von meiner alten SB auch bewilligt.
Dies stand sogar in meinen letzten 2 Eingliederungsvereinbarungen so drin.
Diese Umschulung hätte eine Gesamtdauer von 18 Monaten und bis zu 24 Monate werden ja vom JC durchaus genehmigt & gefördert.

Bei dem Praktikum gab es das Problem, das die kleineren Firmen (meist 1 oder 2 Mann/Frau Betriebe) dafür keine Kapazitäten haben.
Die größeren Betriebe suchen in der Regel immer einen Praktikanten für ein halbjähriges Praktika oder sogar für ein ganzes Jahr.
Dies hatte ich meiner vorherigen SB auch mitgeteilt, die mir dann sagte das in ein paar Wochen ein neuer SB für mich zuständig wäre.

Heute war dann der Termin bei dem neuen SB und ich habe schon direkt zu Beginn (als ich von ihm in seinem Zimmer geholt wurde) gemerkt das er eine Abneigung oder Antipathie gegen mich hegt.
Es mag gut sein, das es eventuell daran liegt, das ich Tattoos auf beiden Armen habe ;)
Darauf hat er mich auch angesprochen, was dies (die Tätowierungen) denn sei & das es für ihn den Eindruck macht das ich schon mal "gesibete Luft" geatmet hätte (sprich im Kanst gesessen, was nicht der Fall ist).
Unter anderem hat er auch noch eine sehr grenzwertige, diskriminierende Äußerung gemacht; er meinte er will mir ja nichts unterstellen, aber er hat den Eindruck ich wäre einfach zu Faul arbeiten zu gehen.

Ich habe ihn dann auf die Umschulung angesprochen und ob es möglich wäre ein längeres Praktika zu absolvieren (sprich 6 Monate).
Er sagte dann, das es generell kein Problem sei, ein längeres Praktika zu absolvieren.
Und nun kommt das "Aber" : hat er die komplette Umschulung direkt abgelehnt, weil er der Meinung ist ich würde nach dieser Umschulung direkt wieder in die Arbeitslosigkeit rutschen.
Stattdessen will er mich nun für 6-12 Monate in eine Maßnahme zur Berufsorientierung stecken, falls ich bis Mitte September keinen neuen Job in Vollzeit haben sollte.

Als ich ihn drauf hinweisen wollte, das es doch keinen Sinn macht, mich in solch eine Maßnahme zu stecken und nach 6 oder 12 Monaten wieder auf dem gleichen Stand bin wie Heute ist er dann nicht mehr weiter eingegangen.
Eine neue Eingliederungsvereinbarung wurde heute auch gemacht, wo auch die Sache mit der Umschulung von ihm raus genommen wurde.

Nun meine Frage :
Was kann ich in dem Fall tun?
Sollte ich einen Brief an die Filialleiterin/Geschäftsleiterin meines Jobcenters schicken & dort die Zuweisung zu einem neuen SB oder meiner vorherigen Sachbearbeiterin beantragen ?
Könnte ich ggfs. die Eingliederungsvereinbarung anfechten und eine neue verlangen ( in der das Sekundärziel mit der Umschulung (wie bei den 2 vorherigen EGV's) wieder drin steht?

Ich hoffe auf gute Tipps von den Mitgliedern hier und bedanke mich für jegliche Hilfe im voraus!

LG, Dan

PS :
Die neue EV habe ich unterschrieben.
Wollte dies zuerst verweigern, aber da wurde mir unmissverständlich klar gemacht das die zur Folge haben kann das mir die Leistungen gestrichen werden.

Hier mal die Bilder der aktuellen EV und der vorherigen EV.
Hoffe man erkennt etwas. Ich habe leider z.Z. keine Kamera und auch kein Smartphone um Bilder von guter Qualität zu machen.

aktuelle EV :
https://i58.tinypic.com/fmlvs7.jpg
https://i61.tinypic.com/ngwn5w.jpg

vorherige EV :
https://i59.tinypic.com/2vxn58l.jpg
https://i59.tinypic.com/i2se3t.jpg
 

brave

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Hallo Dan75,
mal angenommen du bewirbst dich in einer Bäckerei als Verkäufer, wie ist die Reaktion auf die Bewerbung? Bekommst du nur Absagen oder oft auch mal ein Vorstellungsgespräch?

Ein Teilzeitjob wäre doch für den Anfang gar nicht mal schlecht und Ziel wäre weiter ein Vollzeitjob. Die Arbeitgeber auch mal auf den Eingliederungszuschuss hinweisen, wo das Amt für einige Monate xx % vom Lohn übernimmt. Vielleicht kannst du so in einer Bäckerei einen Vollzeitjob bekommen.

Wenn du eine Umschulung machen willst, würde ich direkt einen schriftlichen Antrag auf Förderung stellen. Schau einfach bei Kursnet nach, vielleicht findest du dort eine passende Umschulung wo du machen willst. Denk dran eine Umschulung (Weiterbildung) ist eine KANN LEISTUNG können wir bezahlen, müssen wir aber nicht.

Über den Arbeitsvermittler kannst du dich beschweren, ob dies etwas bringt ist eine andere Frage. Geh in Zukunft nicht alleine zu den Beratungsgesprächen und nimm einen Beistand mit. Somit hast du einen Zeugen, wo das Verhalten vom Arbeitsvermittler auch bestätigen kann.

Eine EGV in Zukunft auch nicht sofort unterschreiben! Nimm die mit heim um die EGV in Ruhe zu Prüfen. Hier im Forum kennen sich viele Leute aus und können sich die EGV dann mal genauer anschauen.
 
E

ExitUser

Gast
Dan75 meinte:
Was kann ich in dem Fall tun?

Auch wenn das sicher nicht die Antwort ist, die du hören willst: Du kannst wenig tun. Denn auf einen Bildungsgutschein besteh kein Rechtsanspruch. Deine obigen Darlegungen scheine mir etwas widersprüchlich, zumal in deiner Thread-Überschrift impliziert wird, dass dir ein Bildungsgutschein bewilligt wurde. Dass dem so ist, kann ich aber nirgends erkennen. In deinen alten EGVs steht nichts davon. Darin ist lediglich von der Prüfung der Voraussetzung die Rede.

Du kannst dich also nicht darauf berufen, dass eine Umschulung mit deinem vorherigen SB vereinbart wurde, denn das geht aus der EGV nicht hervor. Wenn dir ein Bildungsgutschein bereits bewilligt worden wäre, sähe die Sache völlig anders aus. Dann könnte dein jetziger SB nicht sagen, dass das nun nicht mehr gilt. Aber eine Bewilligung gibt es bisher eben nicht.

Was du ggf. tun kannst, ist folgendes: Akteneinsicht verlangen und darauf hoffen, dass in den Vermerken, die dein früherer SB über eure Gespräche angelegt hat, etwas über deinen Umschulungswunsch vermerkt ist und dein früherer SB sich positiv dazu geäußert hat.

Wenn er das getan hat und wenn der berufspsychologische Service dir bescheinigt hat, dass du für eine Umschulung im Bereich Grafikdesign in Frage kommst, kannst du das als Argument nutzen, um zu belegen, dass eine Umschulung angedacht war und dass schon Schritte unternommen worden, das in die Wege zu leiten. Daher wäre es, so deine mögliche Argumentation, jetzt nicht sinnig, von diesem Ziel abzuweichen.

(Zu klären wäre aber im Vorfeld: Hattest du einen Termin bei Psychologen im Amt? Was kam bei dem Test bei raus?)

Dan75 meinte:
Sollte ich einen Brief an die Filialleiterin/Geschäftsleiterin meines Jobcenters schicken & dort die Zuweisung zu einem neuen SB oder meiner vorherigen Sachbearbeiterin beantragen ?

Das kannst du versuchen, es ist in meinen Augen aber Zeitverschwendung. Es gab ja einen Grund (den du nicht kennst), warum du nun bei einem anderen SB bist. Du wirst also sicher nicht wieder dem alten zugeteilt. Davon ab: Der Geschäftsführer muss sich bei Beschwerden demonstrativ vor seine Mitarbeiter stellen (das ist sein Job) und wird sicher keine Anweisung geben, dass dir ein neuer SB zugeteilt wird. Denn dafür wird er keine Veranlassung sehen.

Du musst eine Voreingenommenheit deines jetzigen SBs beweisen können. Das kannst du aber nicht - außer, er hat abfällige Bemerkungen über dich nachweislich irgendwo schriftlich vermerkt (was ich für eher unwahrscheinlich halte).

Dan75 meinte:
Könnte ich ggfs. die Eingliederungsvereinbarung anfechten und eine neue verlangen ( in der das Sekundärziel mit der Umschulung (wie bei den 2 vorherigen EGV's) wieder drin steht?

Auch das kannst du natürlich, aber auch das wird mit Sicherheit also unbegründet abgelehnt. Denn du selbst hast ja die neue EGV unterschrieben, also damit nachweislich zur Kenntnis gegeben, dass du mit deren Inhalt einverstanden bist. Daher ganz ehrlich: Ich sehe derzeit real kaum eine Chance für dich, dass dir die Umschulung bewilligt wird. Dies auch schon deshalb, weil in dem Bereich Medien- und Grafikdesign derzeit ein massives Überangebot an Fachkräften besteht, so dass das JC vermutlich auch damit argumentieren wird.

Eine Möglichkeit wäre: Abwarten, bis die aktuelle EGV abgelaufen ist und bei den kommenden Terminen immer wieder deinen expliziten Umschulungswunsch in den Gesprächen mit deinem SB klar zum Ausdruck bringen (und dann darum bitten, dass dir der Beratungsvermerk nach dem Gespräch zugeschickt wird, damit du einen protokollierten Nachweis darüber hast, dass das immer wieder angesprochen wurde).

Außerdem solltest du dich immer weiter nach Praktikumsplätzen umsehen. Wenn du ein Praktikumsangebot hast, kann es gut sein, dass dir das durch das JC bewilligt wird (wenn nicht, kannst du dich schriftlich beschweren). Wenn das Praktikum bewilligt wird, hast du ein weiteres Argument in der Hand, das für die spätere Gewährung des Bildungsgutscheines spricht (denn warum sollte man dir ein Praktikum in einem Bereich bewilligen, in dem du ohne fundierte Ausbildung später gar nicht eingestellt werden würdest?).

Aber wie gesagt: In den kommenden Monaten sehe ich da leider kaum eine Chance für die Umschulung.
 

gelibeh

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Die neue EV habe ich unterschrieben.
Wollte dies zuerst verweigern, aber da wurde mir unmissverständlich klar gemacht das die zur Folge haben kann das mir die Leistungen gestrichen werden.
Dreiste Lüge. Natürlich werden Dir nicht die Leistungen gestrichen, es hätte die EGV maximal als Verwaltungsakt kommen können. gegen den hätte man dann, bei Bedarf, Widerspruch erheben können. Die Chance hast Du nun nicht mehr.
Könnte ich ggfs. die Eingliederungsvereinbarung anfechten und eine neue verlangen ( in der das Sekundärziel mit der Umschulung (wie bei den 2 vorherigen EGV's) wieder drin steht?
Nein, Du hast die neue ja unterschrieben. Du musst Du nun daran halten.

Was steht in der neuen genau zu den Bewerbungskosten?

Und, geh dort zukünftig immer nur noch mit Beistand hin. Der braucht nur zuzuhören und Protokoll schreiben. Benimmt sich der SB dann daneben, dann kann der Beistand als Zeuge fungieren. Ohne Beistand kannst Du nichts beweisen.
 
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