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Umfrage Bundesagentur für Arbeit - Die Ein-Euro-Jobvernichter

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Umfrage Bundesagentur für Arbeit - Die Ein-Euro-Jobvernichter

Berlin. Fast jeder zweite Ein-Euro-Jobber verdrängt nach eigener Aussage mit seiner Tätigkeit entgegen der gesetzlichen Vorschrift reguläre Arbeitsplätze. Bei einer Befragung im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit (BA) gaben 45 Prozent an, die gleiche Arbeit zu verrichten wie festangestellte Kollegen. Jeder Vierte sagte, für den Ein-Euro-Job sei eine abgeschlossene Ausbildung erforderlich.

Dies sind noch unveröffentlichte Ergebnisse aus der ersten repräsentativen Untersuchung, bei der die Betroffenen zu Wort kommen und nicht andere über sie reden und urteilen. Sie liegen der FR in Form einer Auswertung durch den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) vor. Laut DGB beruhen alle bisherigen Studien auf Angaben der Unternehmen oder allgemeinen Statistiken.

mehr:

Umfrage Bundesagentur für Arbeit: Die Ein-Euro-Jobvernichter | Frankfurter Rundschau - Wirtschaft
 
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ExitUser

Gast
Trotz der hohen Qualifikation und der geringen Bezahlung bewerten die Betroffenen ihre Tätigkeit erstaunlich positiv: Vier von fünf empfinden ihren Ein-Euro-Job als Gelegenheit, etwas Sinnvolles zu tun und unter Menschen zu kommen. Die Leute wollen also arbeiten, auch unter schlechten Bedingungen.
Immer dasselbe - angeblich wollen die Leute Arbeit um jeden Preis, selbst wenn es gar keinen gibt. :icon_kotz:

LG :icon_smile:
 

Mario Nette

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Die Leute wollen also arbeiten, auch unter schlechten Bedingungen.
Diese Schlussfolgerung ist überhaupt nicht statthaft, mindestens in ihrer Kombination nicht. Die Menschen wollen arbeiten - dem kann man fast vorbehaltlos zustimmen. Der nachfolgende Halbsatz allerdings missachtet, dass die Menschen vom Staat unter Androhung des Entzugs des Existenzminimums gezwungen werden, sich für lau zu verkaufen. Es folgt zur Legitimierung der Aussage folgender Satz:
Für die Hartz-IV-Empfänger ist selbst die minimale Entlohnung eine finanzielle Entlastung.
Hier hat der Autor mal wieder gepennt, wie wir das in letzter Zeit von den Schmierfinken ja nicht anders gewohnt sind. Zum Einen stellt die MAE gar keine Entlohnung dar, denn MAE bedeutet: Mehraufwandsentschädigung (sprich: Der Mehraufwand, den man durch diese Art Zwangsarbeit hat, verursacht einen Schaden, der geheilt werde durch die paar Euro). Zum Anderen wird diese angebliche Entlohnung als Anreiz gewertet, derartige Zwangsarbeit anzunehmen. Wie ich weiter oben aber schon geklärt habe, ist die nicht der einzige Grund - und vor allem nicht der ausschlaggebende.

"Die Arbeitsgelegenheiten blieben aus Sicht des BRH für drei von vier Hilfebedürftigen weitgehend wirkungslos. Messbare Integrationsfortschritte waren nicht erkennbar."
Oh doch, waren sie: Davon verkünden doch die superschick niedrigen Arbeitslosenzahlen. Oder anders: Vielleicht sollte der DGB noch einmal in sich gehen und prüfen, wofür diese Zwangsarbeit tatsächlich geschaffen wurde. Dann wird er erkennen, dass völlig irrelevant ist, was mit den Menschen passiert.
"Zwei Drittel der geprüften Maßnahen erfüllten nicht die gesetzlichen Fördervoraussetzungen"
... und werden dennoch gefördert. Wie wir die Bundesregierung kennen, wir sie dann also statt an den Maßnahmen an den Gesetzen schrauben, bis es passt. (rein spekulativ)

"Daher appelliere ich eindringlich an Städte und Gemeinden, keine Ein-Euro-Jobber für handwerkliche Tätigkeiten einzusetzen."
sagt ZDH-Generalsekretär Hanns-Eberhard Schleyer. Wunderbar, Herr Schleyer. Es ist doch völlig egal, was in anderen Branchen abgeht, gelle? Erstmal nur die eigenen Pfründe sichern.

Der DGB fordert, den flächendeckenden Einsatz zu beenden und das Instrument nur in Einzelfällen einzusetzen, etwa um schwer vermittelbare Menschen an Arbeit heranzuführen. Außerdem müsse die Teilnahme freiwillig sein.
Und das fordert gerade der DGB? Sinneswandel - wie kommt's? Um Menschen an Arbeit heranzuführen, brauchen sie einen normalen Arbeitsplatz und keine Zwangsarbeit. Zwang erzeugt Ablehnung, ja mitunter sogar Widerstand. Und das überzeugt ganz sicher niemanden innerlich vom Arbeiten.

Mario Nette
 

wolliohne

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sehr schön Mario.

Nur solange sich die ELOs quasi um diese Jobs reissen (um etwas Sinnvolles zu tun,oder unter Menschen zu kommen) wird sich nichts ändern,
ich wünsche mir hier viel mehr Widerstand.

H4 und die Sklavenjobs bleiben eine Sackgasse!

Ausserdem gehört der DGB mit zu den Tätern.
 

Rounddancer

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Jeder ist sich selbst der Nächste. Oder wie Bert Brecht sagte: "Erst kommt das Fressen, dann die Moral!"

Ich lerne immer wieder Menschen kennen, die froh sind um den Ein-Euro-Job,- eben, weil sie so wieder das Gefühl haben, gebraucht zu werden.

Und auch, weil so die Nachbarn und "Freunde" nicht mehr mit Fingern auf sie zeigen können: "Guck mal, der faule Hund, die faule Kuh!".

Und auch, weil sie dann sich nicht mehr den Schuh vom faulen Arbeitslosen anziehen müssen, der erst gegen Mittag aufsteht,- den Schuh, den unser Wirtschaftsminister (der, der vor seiner Vereidigung als Minister von Beruf Erbe war) gestern im Fernsehen mal wieder auf den Tisch warf.

Und auch, weil
von der Mehraufwandsentschädiung halt in der Praxis (und politisch gewollt) doch ein paar zehn Euro als nicht-anrechenbare Zusatzeinkunft übrigbleiben, und sie damit ihren wirtschaftlichen Druck ein bißchen mildern können.

Klar ist vielen, daß in Erwerbslosenkreisen es out ist, zuzugeben, daß man einen Ein-Euro-Job hat und gerne oder unterm Motto: "Besser als nichts!" tut.
Ja, ich kenne sogar Menschen, die in einem Erwerbslosenausschuß und /oder ähnlichem mitarbeiten,- und, diesem unbekannt, einen Ein-Euro-Job haben.

Naja, aber es gibt ja auch kaum jemand freiwillig zu, daß er (mit hochgezogenem Mantelkragen) in die Videokabine im Sexshop, ins Bordell, ins Dominastudio geht,- oder sich daheim von der Ehefrau oder Freundin auspeitschen läßt.
 

Mario Nette

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Nein Sprotte, kein Umdenken. Nur Nachplappern. So übernimmt die Nachrichtensprecherin den von mir schon bemängelten Sprachgebrauch der Frankfurter Rundschau und spricht davon, dass sich die Erwerbslosen etwas -< "dazuverdiene" würden. Sie haben den Sinn der MAE noch immer nicht kapiert.

Mario Nette
 

Sprotte

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Hab ich mir fast schon gedacht,Mario Nette.....die Hoffnung,das sie anfangen endlich zu kapieren und ohne Hetze zu senden,war einfach nur zu schön....... *schniff
 

Woodruff

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Fast jeder zweite Ein-Euro-Jobber verdrängt nach eigener Aussage mit seiner Tätigkeit entgegen der gesetzlichen Vorschrift reguläre Arbeitsplätze.
Jeder, der über einen einigermaßen gesunden Menschenverstand verfügt, wusste bereits vor der Einführung der Ein-Euro-Jobs, dass es so kommen würde. Ich gehe davon aus, dass es noch wesentlich mehr als die genannten 45 Prozent sind.
 

Woodruff

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Hartz IV: 1-Euro-Jobs kosten reguläre Arbeitsplätze - Berufsleben - FOCUS Online


Lesenswert sind die Kommentare, auch wenn es immer noch nicht bekannt genug ist, dass sich die Träger Jahr für Jahr Steuergelder in Milliardenhöhe einsacken (womit das "Argument", die Erwerbslosen mögen sich für die erhaltene Leistung "erkenntlich zeigen" :icon_neutral: ad absurdum geführt wird), und dass mit Hilfe der Ein-Euro-Jobs das Rentenniveau gesenkt wird, obwohl es dabei sich gar nicht um Arbeitsverhältnisse handelt.
 

Paolo_Pinkel

Super-Moderation
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Ruhig gestellt mit einem Euro

Eine Dreiviertelmillion Hartz-IV-Empfänger treten Jahr für Jahr Ein-Euro-Jobs an. Schon dieser massenweise Einsatz zeigt, dass diese Beschäftigungsprogramme ihren eigentlichen Zweck verfehlen. Sie sollten eine Brücke bauen in den Arbeitsmarkt für Menschen, die eine Auszeit hinter sich haben oder andere Hemmnisse für eine Vermittlung mitbringen. Tatsächlich aber geht es weniger um die Lösung individueller Probleme, sondern um die massenweise Ruhigstellung von Menschen ohne Chance auf mehr...
Kommentar: Ruhig gestellt mit einem Euro | Frankfurter Rundschau - Kommentare

Laut Presseangaben werden alleine für Ein-Euro-Jobs 1,4 Mrd. Euro jährlich verschwendet. Ergo. 1,4 Mrd. Euro staatlich subventionierte Wirtschaftsförderung.

Gruss

Paolo
 
E

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Gast
Jeder ist sich selbst der Nächste. Oder wie Bert Brecht sagte: "Erst kommt das Fressen, dann die Moral!"
Da ist was wahres dran, doch kann man es nicht verallgemeinern.
Ich lerne immer wieder Menschen kennen, die froh sind um den Ein-Euro-Job,- eben, weil sie so wieder das Gefühl haben, gebraucht zu werden.
Wenn das Selbstwertgefühl eines Menschen davon abhängt gebraucht zu werden, gehört er in ärztliche Behandlung, und nicht in die Hände eines Ausbeuters.
Und auch, weil so die Nachbarn und "Freunde" nicht mehr mit Fingern auf sie zeigen können: "Guck mal, der faule Hund, die faule Kuh!".
Wenn das Selbstbewußtsein von den Ansichten der Nachbarn abhängig ist, sollte der Betreffende schleunigst daran arbeiten, statt sich von geifernden Mitmenschen in die Zwangsarbeit jagen zu lassen.
Und auch, weil sie dann sich nicht mehr den Schuh vom faulen Arbeitslosen anziehen müssen, der erst gegen Mittag aufsteht,- den Schuh, den unser Wirtschaftsminister (der, der vor seiner Vereidigung als Minister von Beruf Erbe war) gestern im Fernsehen mal wieder auf den Tisch warf.
Niemand muss sich diesen Schuh anziehen, wenn er einen festen Standpunkt hat.
Und auch, weil
von der Mehraufwandsentschädiung halt in der Praxis (und politisch gewollt) doch ein paar zehn Euro als nicht-anrechenbare Zusatzeinkunft übrigbleiben, und sie damit ihren wirtschaftlichen Druck ein bißchen mildern können.
Ein paar Euros mildern den wirtschaftlich Druck - das bleibt unbenommen, doch gleichzeitig senken sie das Wertgefühl für einen Menschen und steigern das Bewußtsein dafür, dass Menschen sich für eine Handvoll Euros ausbeuten lassen.
Klar ist vielen, daß in Erwerbslosenkreisen es out ist, zuzugeben, daß man einen Ein-Euro-Job hat und gerne oder unterm Motto: "Besser als nichts!" tut.
Anders herum wäre es idealer: Besser nichts tun, statt Ausbeutung!
Ja, ich kenne sogar Menschen, die in einem Erwerbslosenausschuß und /oder ähnlichem mitarbeiten,- und, diesem unbekannt, einen Ein-Euro-Job haben.
Entsetzlich! Entweder man macht den Ein-Euro-Jobob, dann sollte man auch dazu stehen, oder man lässt es - und sollte ebenfalls dazu stehen. Aber heimlich einen machen und im Ausschuß oder Initiativen Erwerbslosen möglicherweise bei der Abwehrung eines Ein-Euro-Jobobs behilflich sein....:icon_kotz: Sorry, das geht gar nicht!

LG :icon_smile:
 
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