UG Gründung im ALG2 Bezug - JC versucht dies zu verhindern

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Spanky112

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Hallo zusammen,

ich habe mal einen neues Thema aufgemacht damit es übersichtlich bliebt worum es geht.

Ich hatte heute wieder ein Termin beim JC diesmal mit 2 Sachbearbeitern (Integration und Leistung). Es ging um die Gründung einer UG aus einer Selbstständigkeit heraus.
Dies wurde mir von einem Coach einer Maßnahme für Selbstständige des JC vorgeschlagen um eine Absicherung des Unternehmens zu erzielen.

Nun heute rudert das JC wieder zurück, eine UG wird es nicht geben solange ich im ALG2 Bezug bin und man könnte es mir verbieten.
Auf meine Frage hin wo es denn steht das das nicht geht im ALG2 Bezug und was dagegen sprechen könnte bekam ich nur lapidar die Antwort das ich das denn sehen würde wenn ich die gründet habe :rolleyes:

Meines Wissens spricht nämlich nichts dagegen und ich denke auch nicht das das JC dies verhindern kann. Was ich mir vorstelle das die 1. die Arbeitszeit nicht anerkennen und 2. einen Gewinn welcher nicht ausgeschüttet werden wird anrechen wollen.

Oder ist jemand anderer Ansichten oder hat gar Erfahrungen damit?
 

Linuxfan

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Kurze Rückfrage: Sind die Sachbearbeiter deines Jobcenters generell damit einverstanden, dass Du eine Selbständigkeit anstrebst? Kommt mir auch komisch vor, dass man manche Rechtsformen nicht wählen dürfen sollte.

UG (haftungsbeschränkt) ist an sich ganz interessant aber soweit ich weiß sind die Anforderungen höher: Doppelte Buchführung, formelle Jahresversammlung (auch wenn Du eigener Unternehmer bist) und dass Du halt die spätere GmbH ansparen musst. Wahrscheinlich kennen die Sachbearbeiter nur das Zuflussprinzip…

Gibt es nicht die Möglichkeit mit einem Beratungsschein anwaltliche Hilfe zu holen, also dass der Anwalt vielleicht eine Stellungnahme verfasst…?
 

Spanky112

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Hallo,

Kurze Rückfrage: Sind die Sachbearbeiter deines Jobcenters generell damit einverstanden, dass Du eine Selbständigkeit anstrebst? Kommt mir auch komisch vor, dass man manche Rechtsformen nicht wählen dürfen sollte.
Ich bin bereits selbstständig (siehe meine ganzen anderen Postings hier) mir geht es um die finanzielle Absicherung und das das Theater mit den unmöglichen Papierkram mit dem Jobcenter endlich aufhört. Mit der UG würden EKS, Fahrtenbuch, Belege, etc. etc. wegfallen weil es hierfür keine Grundlage mehr gibt. Stattdessen wird ein Lohn ausgezahlt.

UG (haftungsbeschränkt) ist an sich ganz interessant aber soweit ich weiß sind die Anforderungen höher: Doppelte Buchführung, formelle Jahresversammlung (auch wenn Du eigener Unternehmer bist) und dass Du halt die spätere GmbH ansparen musst. Wahrscheinlich kennen die Sachbearbeiter nur das Zuflussprinzip…
Das ist mir bekannt und auch kein Problem. genau das mit dem Zuflussprinzip habe ich heute versucht zu erklären - aber wer ohne Ausbildung in Buchführung oder ähnlichem die Hauptsachbearbeitung für Selbstständige macht versteht so etwas natürlich überhaupt nicht.

Gibt es nicht die Möglichkeit mit einem Beratungsschein anwaltliche Hilfe zu holen, also dass der Anwalt vielleicht eine Stellungnahme verfasst…?

Gibt es nicht die Möglichkeit mit einem Beratungsschein anwaltliche Hilfe zu holen, also dass der Anwalt vielleicht eine Stellungnahme verfasst…?

Habe bereits einen Termin beim Anwalt für Sozialrecht und wie passend er ist auch Anwalt für Vertragsrecht und Notar
 

Gollo

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Wenn du alleiniger Gesellschafter (und/oder Geschäftsführer) bist, musst du, soweit ich weiß, die gleiche EKS und alles drum und dran abgeben, wie ohne UG auch. Was du dir selbst als Lohn bezahlen MUSST, und inwieweit das JC darauf Einfluss nehmen kann/darf, weiß ich nicht. Aber der Papierkrieg ist der gleiche, wenn nicht gar schlimmer.

Darüber hinaus sind die Kosten für eine UG nicht zu unterschätzen. IHK Beiträge, zusätzliche Steuern, keine Freibeträge mehr(!). Auch ein Steuerberater ist für eine UG eklatant teurer als für eine einfache Selbständigkeit, und ohne Steuerberater wäre Selbstmord.
 

Spanky112

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Wenn du alleiniger Gesellschafter (und/oder Geschäftsführer) bist, musst du, soweit ich weiß, die gleiche EKS und alles drum und dran abgeben, wie ohne UG auch. Was du dir selbst als Lohn bezahlen MUSST, und inwieweit das JC darauf Einfluss nehmen kann/darf, weiß ich nicht. Aber der Papierkrieg ist der gleiche, wenn nicht gar schlimmer.

Darüber hinaus sind die Kosten für eine UG nicht zu unterschätzen. IHK Beiträge, zusätzliche Steuern, keine Freibeträge mehr(!). Auch ein Steuerberater ist für eine UG eklatant teurer als für eine einfache Selbständigkeit, und ohne Steuerberater wäre Selbstmord.

Hallo, habe vergessen zu erwähnen das es 2 Gesellschafter geben wird jeweils 50/50
 

Gollo

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Hallo, habe vergessen zu erwähnen das es 2 Gesellschafter geben wird jeweils 50/50

Dann wird es wohl auf die genaue Vertragsgestaltung ankommen, darauf, ob du Geschäftsführer bist oder nicht, auf deinen Angestelltenvertrag und Lohn, und darauf, dass der zweite Gesellschafter kein ALG Bezieher sein sollte.

Grundsätzlich hat es das JC nicht das Geringste anzugehen, was die UG macht. Die UG ist nicht im ALG Bezug. Bei 50/50 wird es darauf ankommen, wie weit deine vertraglichen Rechte an der UG gehen. Bei 49/51 wäre es einfacher.

Aber teuer wird das auf jeden Fall. Sofern du nicht mit Einnahmen über 15000 Euro im Jahr rechnest bzw. 30000 Euro im Jahr bei zwei Personen, wird es grob gerechnet deine Einnahmen halbieren (kommt auch auf deine Gemeinde an) + vielleicht 2000 Euro im Jahr Fixkosten. Du hast eben keine Steuerfreibeträge mehr, zahlst ab dem ersten Euro zusätzliche Steuern und musst Geld für die Umwandlung in eine GmbH zurücklegen. Dazu kommen Steuerberater, Rechtsberatung, IHK, Lohnnebenkosten, Versicherungen, Veröffentlichungspflichten, Buchführung etc.

Wenn du einen guten Plan für die Selbständigkeit hast, von dem du überzeugt bist, dann nur zu. Aber nur um das JC zu ärgern, wäre das ein ziemlich hoher Aufwand und Kosten.
 
G

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Die Gründung einer UG kann das JC nicht verhindern. Sie werden aber verhindern, dass jemand VZ dort als GF arbeitet, und angibt dafür nur 100 EUR im Monat zu erhalten.

Die Gründung einer Kapitalgesellschaft, um die Abgabe der EKS zu umgehen, ist wie der Versuch Feuer mit Öl zu löschen.
 

Gollo

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Die Gründung einer UG kann das JC nicht verhindern. Sie werden aber verhindern, dass jemand VZ dort als GF arbeitet, und angibt dafür nur 100 EUR im Monat zu erhalten.

Beides können sie nach meiner Meinung nicht. Der Notar fragt bei Gründung einer UG, ob den Gesellschaftern erlaubt ist, eine UG zu gründen. Gründe, die dagegen sprechen, sind etwa laufende Insolvenzverfahren, Straftaten in Zusammenhang mit Unternehmen oder Entmündigung. Das Jobcenter, und was immer sie gerne hätten, ist keiner davon.

Eine Geschäftsführung kann das JC ebenfalls nicht untersagen und ein Gesellschafter-GF kann Tag und Nacht für die UG arbeiten und braucht sich rein gar kein Gehalt dafür zu bezahlen. Gefährlich wird es nur wenn sich der GF ZU VIEL Gehalt bezahlt. Das könnte als verdeckte Gewinnausschüttung gewertet werden und da wird es im Steuerrecht (bis hin zum Strafrecht) kritisch.

Ich bin selbst Gesellschafter-GF einer UG und zahle mir keinen Cent dafür. Das hat das JC rein gar nichts anzugehen.

ABER, ich stehe selbstverständlich für Vermittlungsvorschläge auch weiterhin zur Verfügung. Darum bin ich ja Arbeitssuchend gemeldet. Das JC KANN einem Steine in den Weg legen, indem es einen von der Arbeit als GF abhält und in Maßnahmen etc. steckt. Dass man GF ist, ist keine Begründung dafür, etwas ablehnen zu dürfen, wenn man seinen Lebensunterhalt nicht als GF bestreiten kann.

UND, es gibt eine Reihe anderer Dinge, die zu beachten sind. Als GF kann man selbständig oder angestellt sein. Als Angestellter müssen Sozialabgaben, Versicherungen und, und, und, gezahlt werden und die UG muss sich an Gesetze halten (z.B. gesetzlicher Mindestlohn!). Als selbständiger GF muss man die Gesetze und Steuern zur Gewinnausschüttung beachten und man ist eben wieder Selbständig, heißt für das JC, wieder EKS und alles was dazu gehört.

Die Gründung einer Kapitalgesellschaft, um die Abgabe der EKS zu umgehen, ist wie der Versuch Feuer mit Öl zu löschen.

Das sehe ich auch so. Als UG Gründer hat man die gleichen Rechte und PFLICHTEN, wie jede andere Kapitalgesellschaft. Und dieser Dschungel ist ganz und gar nicht klein. Da bekommt man es nicht mehr nur mit dem JC zu tun, sondern auch mit dem HGB, BGB und dem Finanzamt. Und, wenn man nicht aufpasst, auch mit dem StGB.
 

Spanky112

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Hallo,
UND, es gibt eine Reihe anderer Dinge, die zu beachten sind. Als GF kann man selbständig oder angestellt sein. Als Angestellter müssen Sozialabgaben, Versicherungen und, und, und, gezahlt werden und die UG muss sich an Gesetze halten (z.B. gesetzlicher Mindestlohn!). Als selbständiger GF muss man die Gesetze und Steuern zur Gewinnausschüttung beachten und man ist eben wieder Selbständig, heißt für das JC, wieder EKS und alles was dazu gehört.
Das ist mir alles bekannt, auch das ich nicht die gleichen Gewinn haben werde wie bei einem Einzelunternehmen, aber mir ist die Haftungsbeschränkung der wichtigste Grund.

Ich möchte aber auf keinen Fall mehr Spielball des Leistungssachbearbeiters sein. Mir werden immer mehr Ausgaben gestrichen und immer mehr Unterlagen angefordert.

Als Beispiel: Anschaffung eines Bürostuhls für 69,00 EUR wurde gestrichen weil nicht zwingend notwendig - ich sitze gerne auf dem Fußboden.
Der Kauf von benötigtem Werkzeug/Geräten wird gestrichen - ist nicht zwingend notwendig.
Selbst bei Kauf von Waren für den Wiederverkauf an Kunden wird gestrichen.

Das kann ich so nicht weiter machen. Ich bin nur noch am Widersprüche und Klagen verfassen.

Aber was will das JC mit einer EKS von der UG? Wenn die Gesellschafter beschließen keinen Gewinnausschüttung vorzunehmen gibt es es halt nichts anzurechen auf das ALG2.

Mir geht es auch nicht darum das ich nicht Vermittelt werden kann oder ähnliches (Ich habe bereits eine Teilzeit-Arbeitsstelle) sondern das ich mein Unternehmen so führen kann wie ich es möchte und nicht wie es eine Hausfrau gerne möchte die ein Fachhochschulabschluss hat und sonst keinerlei Erfahrung mit einer Selbstständigkeit.
 

Gollo

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Aber was will das JC mit einer EKS von der UG? Wenn die Gesellschafter beschließen keinen Gewinnausschüttung vorzunehmen gibt es es halt nichts anzurechen auf das ALG2.

Ich weiß nicht, wie es bei 50/50 ist. Bei mir war es mal ein Viertel und mal 100%. Wenn ich mit einem Viertel an der UG beteiligt bin, erhält das JC ganz genau GAR NICHTS. Weder Gesellschafterbeschlüsse, noch Informationen über Gewinne oder Umsatz oder Steuern oder was auch immer. Und ganz ganz sicher nicht mal ein Hauch einer EKS.

Das geht das JC nicht nur nicht das Geringste an, es ist mir sowohl als GF als auch als Gesellschafter sogar verboten, auch nur eine Hausnummer solcher Daten an das JC zu geben. Damit könnte ich in Teufels Küche kommen, und da reden wir über das Strafrecht und kein Mickey Mouse JC. Da gibt es auch überhaupt keine Diskussion.

Allerdings muss einem natürlich klar sein, dass für eine UG eine Veröffentlichungspflicht besteht. Das JC kann die Bilanz also auch aus dem Handelsregister ablesen. Was das bringen soll, ist eine andere Frage.

Anders sieht es aus, wenn ich 100% Eigentümer bin aka. "beherrschender Gesellschafter". Dann muss ich die gleichen EKS und alles andere machen, wie als Freiberufler auch.

Bei 50/50 wird es vermutlich auf die genauen Formulierungen im Gesellschaftervertrag ankommen - aber dazu wirst du sicherlich eh einen Anwalt aufsuchen, der kann dir das bestimmt genauer erklären.

Mir geht es auch nicht darum das ich nicht Vermittelt werden kann oder ähnliches (Ich habe bereits eine Teilzeit-Arbeitsstelle) sondern das ich mein Unternehmen so führen kann wie ich es möchte und nicht wie es eine Hausfrau gerne möchte die ein Fachhochschulabschluss hat und sonst keinerlei Erfahrung mit einer Selbstständigkeit.

Da ich momentan vor meiner ersten EKS als Freiberufler mit Einnahmen stehe, bin ich mal gespannt, was da auf mich zukommen wird. Und ich habe deutlich mehr als in einen Bürodrehstuhl investiert.

Allerdings, nur um es noch mal zu erwähnen, wenn du im Jahr 2000 Euro zum Steuerberater trägst, könntest du dir davon auch eine menge Drehstühle kaufen. Bei einer UG ist so was ziemlich teuer und davon so etwas wie die Einkommensteuer selbst machen zu wollen, kann ich nur DRINGEND abraten. Das ist ein komplett anderes Universum.
 

Spanky112

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Hallo,

und vielen Dank für die Hilfe und die Informationen.
Ich habe gestern eine Steuerliche gegenüberstellung vom Steuerberater bekommen im vergleich UG und Einzelunternehmen.
Damit ist die UG vom Tisch. Auch aufgrund der Tatsache das das JC diese nicht als "Arbeitszeit" anerkennen würde und mich in Maßnahmen etc. stecken könnte.
 

Spanky112

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Hallo,

ich wollte das Thema nochmal aufgreifen und Fragen ob es hier noch welche mit Erfahrungen bzgl. Kapitalgesellschaften(UG oder GmbH) und ALG2 Bezug gibt? Das Thema reizt mich doch immer noch grade was die ganzen Nachweise ans JC bei einem Einzelunternehmen anbelangt.
 
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