Überzahlung durch Arbeitsaufnahme in TZ in Raten wie zurückzahlen beim Inkasso Recklinghausen? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Odessa

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Hallo,

ich arbeite seit dem 01.10. auf TZ mit Mindestlohn und der AG hat mir nun, nicht wie im Vertrag angegeben zum 01.11., sondern schon am 30.10. das Gehalt überwiesen, so das ich jetzt die komplette Regelleistung von Oktober an das JC zurückzahlen muss. Da es sich um 800 Euro handelt und ich eben nur auf TZ als Aufstocker, Mindestlohn mit 25 Stunden Woche arbeite, habe ich das Geld natürlich nicht und werde es nur auf Raten zurückzahlen können.

Ich lebe alleine, muss im Monat knappe 700 Kilometer mit dem Auto zur Arbeitsstätte fahren und mein Auto ist nicht mehr das jüngste Model und 18 Jahre alt, so das sich auch der Verschleiß und auch die KFZ Haftpflicht monatlich finanziell gut bemerkbar macht. Meine Miete liegt bei 430 Euro incl. Nebenkosten und Strom.

Nun mache ich mir natürlich Gedanken wie ich nach Abzug von Miete, Strom, Auto usw noch die Raten für das JC berappen soll. Ich habe es nun schon mehrmals durchgerechnet und ich könnte höchstens 50 Euro monatlich zurückzahlen, damit ich einigermaßen noch über die Runden komme.

Ich habe es noch so in Erinnerung das man mit dem Inkasso Recklinghausen Ratenzahlung vereinbaren kann, wenn man die geforderte Summe nicht in Eins zurückerstatten kann. Aber nun gehe ich ja auf TZ und als Aufstocker arbeiten und mache mir Sorgen das man die Raten so hoch ansetzt, dass ich nicht mehr über den Monat komme, mit Lebensmitte, Benzin usw..

Kennt sich da Jemand von Euch gut aus? Was muss ich nun beachten und was muss ich dem Inkasso, wenn dieser Erstattungsbescheid vom JC kommt, alles an Unterlagen vorlegen oder offen legen? Lassen die überhaupt mit sich Reden oder denken die, och ja, die geht ja arbeiten, hat also genug Geld in der Tasche.

Danke für Eure Hilfe!
 

RoxyMusic

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Guten Morgen @Odessa,

bei der Anrechnung von Erwerbseinkommen werden Freibeträge berücksichtigt. Es ist gar nicht gesagt, dass du die Leistungen für den Monat Oktober komplett zurück zahlen musst. :)

Anhand deines Brutto- und Nettolohnes (sowie zB Fahrkosten) können diese Freibeträge errechnet und deinem Gesamtbedarf gegenüber gestellt werden.
 

Kerstin_K

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Gerade die hohen Fahrtkosten muessen berücksichtig werden.
 

Onkel Tom

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Ich hoffe, das Du die Rückforderung geprüft hast, ob diese richtig berechnet
wurde. Oft werden die Berücksichtigung von Freibeträgen verdusselt..

Simmt die Rückforderung nicht, weiter mit der Leistungsabteilung darüber
streiten und ein Brief nachweislich an den Inkassoservice schicken, das
sie die Forderung bitte solange ruhen lassen, bis die Rückforderung selbst
rechtlich geklärt ist.

Dieser Brief an die Inkasso dient dazu, damit sie nicht gleich damit loslegen,
Gelder eintreiben zu wollen. SBs von der Leistungsabteilung schicken diese
Rückforderungen meistens los und kommen nicht auf die Idee, bei
Streitigkeiten das Eintreiben von Rückforderungen vorläufig zu stoppen.

Die Ratenzahlung von 30 bis 50 Eur ist möglich, muss jedoch nach Feststellung
der korrecken Rückforderungssumme mit der Inkasso verhandelt werden..

Aber bitte erst dann Ratenzahlung vereinbaren, wenn die Rückforderungssumme
richtig berechnet wurde.. Mit der ersten Rate gesteht man auch ein, das die
Rückforderungssumme korrekt sei.. (Erst klären und dann Rückzahlung beginnen.)
 

RoxyMusic

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Beispiel-Rechnung ohne Berücksichtigung der höheren Fahrkosten:

990 brutto
-100 Grundfreibetrag
-178 890*20%
-------
278 Gesamtfreibetrag

800 netto
- 278 Gesamtfreibetrag
--------
522 anrechenbares EK

424 Regelbedarf Einzelperson
430 Kosten der Unterkunft
-----
854 Gesamtbedarf
- 522 anrechenbares EK
-------
332 Restanspruch (aufstockende Leistungen)
 

ZynHH

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Warte doch erstmal ab, wann die Rückforderung kommt. Teile der kdu muss man oftmals garnicht zurückzahlen.
Erst danach kann man mit recklinghausen sprechen. Da du aber Aufstocker bist, damit ja Leistungsempfänger, dürften ja nur 10% des Regelsatzes pro Monat zurück gezahlt werden müssen.
 
Zuletzt bearbeitet:

ZynHH

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muss im Monat knappe 700 Kilometer mit dem Auto zur Arbeitsstätte fahren
Das würde ich mir schon mal auf der lohnsteuerkarte als freibetrag eintragen lassen. Dann musst du dir das kilometergeld nicht erst in der steuererklärung zurückholen.
 

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Hallo Odessa!

so das ich jetzt die komplette Regelleistung von Oktober an das JC zurückzahlen muss.
Das weißt du woher? Schau dir die Rechnung von RoxyMusic mal an! Du wirst ja weiter aufstocken und daher auch nur einen Teil zurückzahlen müssen. In der Rechnung fehlt noch die km-Pauschale. Der Aufstockbetrag sollte also noch etwas höher ausfallen.

Die Inkassobude der BA ist meiner Erfahrung nach recht umgänglich. Ich schrub denen eine Mail, dann musste ich Unklarheiten mit dem JC klären und solange haben sie gestundet.

Gruß

p.s. Du musst da nur immer zweigleisig fahren, also Widerspruch beim JC, wenn etwas nicht stimmt und gleichzeitig die Inkassostelle informieren.
 

Odessa

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Vielen Dank schon mal für Eure Antworten, das beruhigt mich schon ein bisschen. Allerdings liegt bei mir der Mindestlohn, da ich in der Pflege arbeite und dort ein hauseigener Tarifvertrag gilt, bei 11,10 Euro, so das ich weniger Aufstockung vom JC erhalte.

Auf jeden Fall werde ich an die Freibeträge denken und wenn ich den Erstattungsbescheid erhalten habe alles genau prüfen und evtl. hier auch noch mal anonymisiert hochladen, wenn mir etwas Unklar ist.

Wenn 10% des Regelsatzes in Raten zurückerstattet werden sollen, wären das ja etwas über 40 Euro, das würde ich sicher hinbekommen.
 

RoxyMusic

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Allerdings liegt bei mir der Mindestlohn, da ich in der Pflege arbeite und dort ein hauseigener Tarifvertrag gilt, bei 11,10 Eur
Dadurch erhöhen sich die Freibeträge auf Erwerbseinkommen, die dann vom Nettolohn abgezogen werden:

100€ Grundfreibetrag
=> 20% von 101€ bis 1.000€ = 180€
=> 10% von 1.001€ bis 1.200€ => 20€
(bis 1.500€, wenn ein Kind vorhanden ist, auch bei Unterhaltspflicht außerhalb der BG)

100€ + 180€ + 20€ = 300€ (bis 1.200€)
100€ + 180€ + 50€ = 330€ (bis 1.500€)

Also würden dann zB 300€ (immer noch ohne Berücksichtigung höherer Fahrkosten und ggf. weiterer Absetzbeträge) vom Nettolohn abgezogen werden.
 
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