Überstunden-Auszahlung

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JDG84

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Hallo!
Ich arbeite wegen meinem Kind Teilzeit und erhalte aufstockend ALG 2. Nun haben sich so viele Überstunden angehäuft, die ich leider nicht abfeiern kann, sondern sie mir auszahlen lassen muss. Das sind um die 450 €, einiges mehr, als ich ALG 2 beziehe. Wenn ich das nun erhalte, werde ich ja das ALG für diesen Monat dann zurückzahlen müssen, aber kann es nun auch passieren, dass ich einen neuen Antrag dann wieder stellen muss, da ich ja kurzzeitig aus dem ALG 2 Bezug gefallen bin? Oder wie wird das dann allgemein verrechnet? Man angenommen, ich erhalte im Monat 260 € ALG 2
 

Hartzeola

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§11 Abs. 3 SGB II

Entfiele der Leistungsanspruch durch die Berücksichtigung in einem Monat, ist die einmalige Einnahme auf einen Zeitraum von sechs Monaten gleichmäßig aufzuteilen und monatlich mit einem entsprechenden Teilbetrag zu berücksichtigen.
 

Makale

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Genau ich schließe mich Hartzeola an und ergänze, dass der ALG II Anspruch dann um 75 Euro für 6 Monate nach Zufluss gemindert wird; also nur 185 € die nächsten 6 Monate ...
Auf legale Weise lässt sich da nichts anders regeln.
 
H

hass4

Gast
du kannst deinen arbeitgeber fragen ob er es cash zahlt wegen der umstände die er dir macht, oder du sagst ihm du verzichtest auf das geld der umstände wegen und er soll dich nie wieder fragen ob du überstunden machst!!
 

JDG84

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Cash werde ich sicher nicht bekommen...

Hartzeola: Erhöht sich denn dann der Freibetrag vom Einkommen zumindest ein wenig, und ich habe zumindest ein bisschen was von den Überstunden? Ich habe jetzt schon über 1000 € brutto... Nimmt man die Überstunden insgesamt, so sind es über 1500 €, nimmt man aber die Überstunden durch 6 Monate gerechnet, so liege ich zwischen 1000 und 1500 €
Mein Chef weiß gar nicht, dass ich aufstockend ALG 2 erhalte, aber das würde auch nichts ändern, da es nur die Möglichkeit mit dem Auszahlen gibt.
 

biddy

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Ich habe jetzt schon über 1000 € brutto... Nimmt man die Überstunden insgesamt, so sind es über 1500 €
Dann erhältst Du vorab (vor der Verteilung auf 6 Monate) den nicht ausgeschöpften Freibetrag, also 10 % der Differenz zwischen 1.100 € (als Beispiel für Dein Brutto ohne Überstundenauszahlung/Lohnnachzahlung) und max. 1.500 € = 40 €.
Die 40 € werden dann von der einmaligen Einnahme abgezogen und diese dann auf 6 Monate verteilt. Aber eben nur - wie hier schon gesagt -, wenn Du durch die Überstundenauszahlung auch aus dem Alg-II-Bezug fallen würdest, wenn man einmalig in einem Monat anrechnen würde.

Nachzulesen auch hier ab Randziffer 11.15 *klick*
 

JDG84

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Würde es denn dann Sinn machen (vorausgesetzt, mein Chef ist einverstanden), dass ich mir das Geld auf mehrere Monate verteilt auszahlen lasse, also z.b. jeden Monat 100 €, ich also weniger zusätzlich verdiene als ich ALG2 kriege und nicht aus dem Bezug falle?
 

biddy

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Hier mal ein Beispiel aus den fachlichen Hinweisen der BA:

Beispiel:

1. Zufluss einer Lohnnachzahlung als Ergebnis einer Tarifrunde im Juli in Höhe von 370 Euro (600 € brutto - Anmerkg. biddy) für die Monate Januar bis Juni (100 Euro brutto, 61,67 Euro netto mtl.). Die nachgewiesenen Aufwendungen i. S. d. § 11b Abs. 1 Satz 1 wurden bereits vom laufenden Erwerbseinkommen (1.100 Euro brutto) abgesetzt.

Aufgrund des bereits monatlich zu berücksichtigenden laufenden Erwerbseinkommens würde bei Anrechnung der einmaligen Einnahme in einem Monat der Leistungsanspruch entfallen. Die Nachzahlung ist daher auf sechs Monate zu verteilen.

Bereinigung und Verteilung der einmaligen Einnahme:

Lohnnachzahlung 370 EUR
./. Erwerbstätigenfreibetrag 40 EUR
(ausgeschöpft bisher EFB auf 1.100 EUR brutto; im Haushalt lebt ein Kind, daher 10 % EFB auf das Brutto bis 1.500 EUR)
= 330 EUR
: 6 Monate = 55 EUR
Bei verteilter Anrechnung gibt es im obigen Beispiel einmalig 40 € mehr Freibetrag, so dass von der Lohnnachzahlung statt 370 : 6 = 61,67 € monatlich nur 330 : 6 = 55 € sechs Monate lang angerechnet wurden.
Der "Gewinn" (bisher nicht ausgeschöpfter Freibetrag) beträgt also tatsächlich diese 40 €.

Hätte derjenige die 370 € netto in 61,67-€-Schritten monatlich 6 Monate lang vom AG erhalten (100 € brutto), würde er im 1. Monat den nicht ausgeschöpften Freibetrag von zusätzlich 10 € erhalten (bis 1.100 € brutto schöpft er ja durch laufendes Bruttoerwerbseinkommen schon aus - nun kämen noch 100 € brutto hinzu),
im 2. Monat ebenfalls 10 €
im 3. Monat ebenso 10 €
im 4. Monat dito
im 5. Monat auch
und im 6. Monat noch einmal.

Das wären dann 60 € insg. mehr (wenn der AG in Teilbeträgen à 100 € brutto auszahlt) statt der vorherigen 40 € zusätzlichem Freibetrag bei verteilter Anrechnung der einmaligen Einnahme (bei voller Auszahlung vom AG in einem Monat) auf 6 Monate.
Aber auch nur, weil sein Gesamtbrutto insgesamt dann eben bei 1.100 + 600 = 1700 € lag und es nur bis maximal 1.500 € die 10 % Freibetrag gibt, so dass 200 € von den 1.700 € voll angerechnet wurden.
Nur die ersten 400 € von insg. 600 € brutto "passten" hier noch in den maximalen "Freibetragsraum" von 1.000 bis 1.500 brutto bei 1.100 € laufendem Bruttoverdienst.

Ähnlich dürfte es m. E. bei Dir der Fall sein.
 
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